Tagesschau, Politische Korrektheit, Bildjournalismus

1. „Die 20-Uhr-Wirklichkeit“
(stefan-niggemeier.de)
Stefan Niggemeier schreibt zu den Ritualen der ARD-Tagesschau: „Die Menschen, die in Autos vor irgendwelchen Regierungs– oder Konferenzgebäude vorfahren, scheinen diejenigen zu sein, die die Nachrichten nicht nur machen, sondern von ihnen auch am meisten betroffen sind. Die Menschen, die vorfahren, ändern sich und die Orte. In diesen Tagen sind es vor allem Brüssel und Athen. Wenn ein neuer Protagonist Teil dieses Rituals wird, würdigt die ‚Tagesschau‘ auch, wie er sich dabei schlägt: ‚Der neue griechische Außenminister scheint es fast zu genießen, im Mittelpunkt zu stehen‘, textet die Reporterin, während wir sehen, wie er vor den Kameras aus einem Wagen steigt.“

2. „Regenbogenpresse im Wahlkampf“
(cuirhommeblog.wordpress.com)
Roger Köppel und Markus Somm deuten ausführlich ein Foto, auf dem Jean-Claude Juncker und Simonetta Sommaruga zu sehen sind. Schaut man sich mehr als „die eingefrorene hundertstel Sekunde eines Bewegungsablaufes“ an, nämlich die ganze Szene auf Video, relativiert sich die Aussagekraft des Fotos.

3. „Zwischen Wahrheit und Lügenpresse – der schmale Grat des Bildjournalismus“
(rolandtichy.de, Heike Rost)
Heike Rost kommentiert ein Foto, das Angela Merkel zusammen mit François Hollande zeigt: „Das Bild der beiden wohl einflussreichsten europäischen Regierungschefs ist aufgrund seiner Symbolkraft offenbar zu verlockend, um es nicht von einem Foto der aktuellen Berichterstattung nach den Anschlägen auf CharlieHebdo und den Supermarkt in Paris kurzerhand in ein Symbolfoto, zu einer bloßen Illustration umzuwidmen, die mit dem eigentlichen Nachrichtenereignis nicht das geringste zu tun hat.“

4. „The truth about ‚political correctness‘ is that it doesn’t actually exist“
(vox.com, Amanda Taub, englisch)
Politische Korrektheit sei kein „Glaubensbekenntnis“, schreibt Amanda Taub: „Rather it’s a sort of catch-all term we apply to people who ask for more sensitivity to a particular cause than we’re willing to give — a way to dismiss issues as frivolous in order to justify ignoring them. Worse, the charge of ‚political correctness‘ is often used by those in a position of privilege to silence debates raised by marginalized people — to say that their concerns don’t deserve to be voiced, much less addressed.“

5. „Hereinspaziert, hereinspaziert! Hier geht’s zur Gräuelbilder-Diashow auf 20min.ch. Jeder Klick ein Treffer!“
(watson.ch, Hansi Voigt und Kian Ramezani)
Wie 20min.ch und Blick.ch mit den von IS verbreiteten Terrorbildern umgehen. „Auf den Umstand, dass Ringier-Kolumnist Britschgi seine Kollegen im Ringier-Newsroom als ’nützliche Idioten‘ bezeichnet, weist Marco Boselli hin. Er ist der Chefredaktor von ’20 Minuten‘ aus dem Hause Tamedia.“

6. „Um Dos Melhores! – Für Zwei Millionen?“
(effzeh.com, Gero Dieckmann)