Herzinfarkt, ZDF-Fernsehrat, Christian Nitsche

1. „Zwischen Mittelmeer und Jordan“
(tagesschau.de, Video, 10:47 Minuten)
Richard C. Schneider lädt die Zuschauer ein, aufgrund von Videomaterial zu entscheiden, was in einer Szene, in der ein Mann (gemäß Autopsie) einen Herzinfarkt erleidet, geschehen ist. „Diese Bilder beweisen gar nichts. Sie zeigen unterbrochen bestimmte Ereignisse, die aber noch nicht unbedingt einen kausalen Zusammenhang herstellen müssen.“

2. „Wer Angst sät, will Macht ausüben“
(blog.tagesschau.de, Christian Nitsche)
Christian Nitsche, zweiter Chefredakteur von ARD Aktuell, verteidigt „Angriffe auf Qualitätsmedien“ – eine „geschürte Stimmung des Misstrauens“ zersetze den Diskurs: „Der Nachweis, dass Sachverhalte von oftmals anonymen, gut organisierten Kritikern verdreht und verkürzt werden, entfaltet kaum Wirkung. Eine offenbar angstgesteuerte Wahrnehmung blendet aus, dass eine Kampagne gegen ‚die Medien‘ läuft. Das Ziel der Kampagne ist nicht die Stärkung der Demokratie, sie soll vielmehr zu einer Abkehr von Sendern und Zeitungen führen. Im Ergebnis schwächt dies die Demokratie.“

3. „Die Welt des Christian Nitsche“
(begleitschreiben.net, Gregor Keuschnig)
Gregor Keuschnig antwortet Nitsche, bei ihm sei offenbar nicht angekommen, dass Kritik „ein wesentlicher Bestandteil einer demokratischen Gesellschaft“ sei. Mit seiner „unfassbaren Arroganz“ erreiche er „exakt das Gegenteil“ dessen, was er als notwendig erachte. „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, der dringender benötigt wird denn je, nimmt mit solchen Personen einen lange Zeit irreversiblen Schaden. Statt mit journalistischer Arbeit verloren gegangenes Vertrauen zurück zu gewinnen, gefällt man sich in der Rolle des selbstgefälligen Alleswissers.“

4. „ZAPP Studie: Vertrauen in Medien ist gesunken“
(ndr.de, Annette Leiterer)
Eine telefonische Umfrage unter 1002 Personen ergibt, dass „63 Prozent der Deutschen wenig oder gar kein Vertrauen in die Ukraine-Berichterstattung deutscher Medien“ haben. „Von diesem Teil der Nutzer empfindet fast jeder Dritte die Berichterstattung als einseitig und 18 Prozent gehen gar von einer bewussten Fehlinformation durch die Medien aus. Das Misstrauen zieht sich dabei quer durch alle Alters- und Einkommensgruppen, unabhängig von Geschlecht und Wohnort.“

5. „Das Publikum weiss mehr als wir“
(tageswoche.ch, Thom Nagy)
Die „Tageswoche“ fragt beim Publikum nach bezüglich des Vertrauensverlusts in die Medien – und erhält „eine unerwartet grosse Menge von erhellenden Beiträgen“. „Die zahlreichen, ausgesprochen differenziert dargebrachten Voten haben unsere eigene Sicht auf das Thema deutlich erweitert und bilden damit eine hervorragende Ergänzung zu unserer Analyse.“

6. „Die Revolution, die gar keine ist“
(sueddeutsche.de, Claudia Tieschky)
Die Reform des ZDF-Fernsehrats: „In dem künftig von 77 auf 60 Sitze verkleinerten Fernsehrat wird es 20 staatliche Vertreter geben – 16 von den Bundesländern, je zwei vom Bund und den Kommunen. (…) Ob die fürsorgliche Betreuung des Senders durch Rot und Schwarz weitergeht, hängt von der Unabhängigkeit und dem Selbstbewusstsein ab, mit der die künftig 40 Vertreter der gesellschaftlichen Gruppen antreten, die nun mehr Gewicht haben.“