Roma, Klickkacheln, Kampagnenjournalismus

1. „Der Schullehrerinnen-Report“
(tageswoche.ch, Renato Beck)
„Eine Lehrerin soll mit einem 17-jährigen Schüler geschlafen haben“ – Renato Beck berichtet von den medialen Reaktionen: „Gar keinen Grund gibt es, das Alter der Frau zu nennen (‚Schweiz am Sonntag‘), die Initialen (‚Basler Zeitung‘) oder das verfremdete Bild zu zeigen (’20 Minuten‘). Nichts, was dazu führen kann, dass die Betroffenen identifiziert werden, gehört in so einem Fall veröffentlicht.“

2. „Wie über die Roma berichtet wird“
(nzz.ch, Brigitte Hürlimann)
Obwohl 470 Journalisten dazu eingeladen und „147 von ihnen gar persönlich angeschrieben“ wurden, erschienen lediglich vier Journalisten zur Präsentation einer Studie der Roma Foundation in Zürich, die untersuchte, wie Schweizer Medien über Roma berichten. Das Fazit der Erhebung: „Sämtliche acht Zeitungen berichten praktisch ausnahmslos einseitig und überaus negativ über die Roma, bedienen sich alter Stereotype, Mythen und Vorurteile, ohne diese zu hinterfragen, zu relativieren oder wenigstens ab und zu in einem Artikel auch noch zu erwähnen, dass die meisten Roma in der Schweiz unauffällig und integriert leben.“

3. „Zürcher Gericht schützt Karl Dall vor deutschen Sensations-Journalisten“
(watson.ch, Maurice Thiriet)
„Aus der Anklageschrift gegen den deutschen Entertainer im Vorfeld des Prozesses darf nicht in direkter Rede zitiert werden“, schreibt Maurice Thiriet über den anstehenden Prozess gegen Karl Dall am Bezirksgericht Zürich: „Die Gerichtsberichterstatter aus Deutschland, die für die Verhandlung eine Einzelakkreditierung lösten, mussten eine entsprechende Unterlassungserklärung quittieren.“

4. „Den Pulk fühlen“
(sueddeutsche.de, Cornelius Pollmer)
Cornelius Pollmer beschäftigt sich mit den „Klickkacheln“, die Leser von Bild.de seit zwei Wochen dazu auffordern, unter dem Artikel ihre Emotionen per Klick kund zu tun.

5. „Plädoyer für einen Kampagnenjournalismus“
(carta.info, Lorenz Lorenz‑Meyer)
Lorenz Lorenz‑Meyer plädiert für den Kampagnenjournalismus: „Wie die Werbung oder die PR, muss der Journalismus es lernen, stärkere Botschaften zu entwickeln (und seien es zunächst einmal Relevanzbotschaften) und diese im Sinne von Kampagnen nachdrücklich und nachhaltig zu kommunizieren. Das Publikum wird sich dem nicht widersetzen, wenn die Botschaften argumentativ glaubhaft aufgebaut und spannend vermittelt werden, im Gegenteil: Es will gefesselt werden.“

6. „RTL zeigt seine Zuschauer beim RTL-Schauen“
(dwdl.de, Alexander Krei)