Politikmagazine, Kurt Imhof, Blogwalk

1. „Im Wendekreis des Krebses“
(wahrheitueberwahrheit.blogspot.ch)
Spekulationen über den Gesundheitszustand von Wladimir Putin: „Also, Focus Online sagt, daß pagesix.com sagt, daß Putin Bauchspeicheldrüsenkrebs habe, und keinen Rückenmarkkrebs, weil polnische Klatschseiten sagen, Putin habe einen Hirntumor, weil ein britischer Journalist vor sieben Monaten gesagt habe, ein russischer Oligarch hätte ihm gesagt, daß Putin einen Hirntumor hätte.“

2. „Bernd Gäbler: ‚Es gibt einen gebührenfinanzierten Überschuss an Einlullendem'“
(newsroom.de, Bernd Gäbler)
Bernd Gäbler refereriert über die politischen Magazine der Öffentlich-Rechtlichen: „Immer wieder gibt es Appelle, Betroffene nicht zu ignorieren, sondern zu schützen, zu handeln, meist gesetzgeberisch. Nach dem Staat wird gerufen. Es kann der Eindruck entstehen, ein ‚beschützender Etatismus‘ sei die politische Konsensorientierung der Polit-Magazinmacher. Ob Rentner ihre Anlagen verspekulieren oder Lehrer Unterrichtsmängel beklagen, nie gibt es auch nur einen Hinweis auf Eigenverantwortung.“

3. „Flüchtlinge als Sündenböcke“
(taz.de, Sebastian Heiser)
Sind Ausgaben für Flüchtlinge daran schuld, dass im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg stark gespart werden muss? Sebastian Heiser zählt vier Gründe auf, weshalb er eine solche Berichterstattung als „einseitig und grob irreführend“ einstuft.

4. „‚Das Reflexionsniveau gegenüber der eigenen Branche ist tief!'“
(persoenlich.com, Matthias Ackeret)
Ein Interview mit Kurt Imhof, der das „Jahrbuch Qualität der Medien“ (Hauptbefunde 2014) mitherausgegeben hat: „Themen, die man früher eindeutig dem Boulevardjournalismus zuordnen konnte, werden mittlerweile auch von den Qualitätstiteln behandelt und tragen zum Medienhype bei.“

5. „Journalismus zum Kuscheln“
(sueddeutsche.de, Ruth Schneeberger)
Ruth Schneeberger stellt zwei neue Magazine vor. „Mindart“, das angetreten sei, die „neue Eso-Szene mit der alten aus den 80er-Jahren zu verbinden“. Und „My Harmony“: „Es wird dem Herbstspaziergang gehuldigt und dem Briefeschreiben von Hand; Buchempfehlungen werden ausgesprochen, dazu Kochrezepte, etwa für Schweinebacken mit Pastinaken.“

6. „RTL vereint Modebloggerinnen“
(berliner-zeitung.de, Carmen Böker)
Die RTL-Modeplattform Blogwalk.de: „Im Modemagazin-Look auf schlicht weißem Grund, der die Beiträge endlos hintereinander wegrollen lässt, berichten 26 Bloggerinnen. Von den Fährnissen des täglichen Sich-Anziehens, des Sich-Einrichtens und des Sich-Ernährens, wobei immer aus einer persönlichen, man könnte auch sagen: ausgesprochen ichbezogenen Perspektive heraus kommuniziert wird. Es wird nicht analysiert, sondern affirmiert; der Leser fühlt sich wie in eine transkribierte Version von ‚Germany’s Next Top Model‘ hineingeraten, wo jedes Schuh-Schnäppchen kollektive Ekstase auslöst. Was gut zum Umfeld passt.“