Josef Joffe, Grundgesetz, Doppelwähler

1. „Leitartikler und Machteliten“
(heise.de/tp, Marcus Klöckner)
Josef Joffe, Herausgeber der „Zeit“, beschwert sich bei ZDF-Chefredakteur Peter Frey über einen Beitrag in der Satiresendung „Die Anstalt“. „Mit etwas mehr Ruhe und Sachlichkeit in der Diskussion könnte man nicht nur über die Frage deutscher Spitzenjournalisten und ihrer Nähe zu Eliten-Kreisen diskutieren, man könnte vielmehr auch eine für unsere Gesellschaft und vor allem: für unsere Demokratie nicht unerhebliche Frage stellen: Welche Einfluss haben die vielen Think Tanks, Stiftungen und machtelitären politischen Elite-Zirkel, in denen auch die Meinungsmacher der Leitmedien unterwegs sind, auf die Politik und unsere Gesellschaftsordnung?“

2. „Bekennender Doppelwähler“
(lawblog.de, Udo Vetter)
„Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo in der Talkshow „Günther Jauch“: „Er habe, so Lorenzo, zwei Stimmen fürs EU-Parlament abgegeben. Einmal in einer Hamburger Grundschule, außerdem aber auch am Vortag im italienischen Konsulat.“

3. „Paneuropäische Medien? Macht’s euch doch selber!“
(derstandard.at, Wolfgang Blau)
Wolfgang Blau vermisst eine „starke journalistische Stimme“ in Kontinentaleuropa: „Im globalen Ranking des Marktforschers Comscore kommen von den 25 weltweit meistgelesenen Nachrichtensites elf aus den USA, elf aus China und drei aus Großbritannien.“

4. „We used to read the newspaper, now the news reads us.“
(okfn.de, englisch)
Die Open Knowledge Foundation Deutschland zeigt, welche Websites beim Besuch einer Nachrichtenseite auch noch kontaktiert werden: „Visiting Facebook will only request data from Facebook’s own servers, while a visit to Die Welt or F.A.Z. will notify 59 and 55 different sites, respectively.“

5. „Kunstaktion mit kolonialistischem Elan“
(martin-lejeune.tumblr.com)
Martin Lejeune berichtet über eine „Kunstaktion, die sich als Initiative der Bundesregierung ausgibt“: „Eine gefälschte ‚Flüchtlingszulassungsstelle des Bundes‘, die vorgibt zum Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin zu gehören, behauptet, 55.000 Kinder aus Syrien nach Deutschland transportieren zu wollen.“

6. „Rede von Dr. Navid Kermani zur Feierstunde ’65 Jahre Grundgesetz'“
(bundestag.de, Navid Kermani)
Schriftsteller Navid Kermani hält eine Rede zum 65. Geburtstag des Grundgesetzes: „Befragt, wann es Deutschland am besten gegangen sei, entschieden sich noch 1951 in einer repräsentativen Umfrage 45 Prozent der Deutschen für das Kaiserreich, 7 Prozent für die Weimarer Republik, 42 Prozent für die Zeit des Nationalsozialismus und nur 2 Prozent für die Bundesrepublik. 2 Prozent! Wie froh müssen wir sein, dass am Anfang der Bundesrepublik Politiker standen, die ihr Handeln nicht nach Umfragen, sondern nach ihren Überzeugungen ausrichteten.“ Siehe dazu auch „Danke, Navid Kermani!“ (zeit.de, Lenz Jacobsen).