Uli Hoeneß, taz, Equal Pay Day

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „Der Medienfall des Ulrich Hoeneß“
(funkkorrespondenz.kim-info.de, Dietrich Leder)
Mit Verwunderung blickt Dietrich Leder zurück auf jene „bizarre Fernsehwoche“, in der in deutschen Medien so über den Prozess gegen Uli Hoeneß berichtet wurde, „als geschehe nichts anderes auf der Welt und in der Bundesrepublik Deutschland“. „Erst das Fernsehen machte aus Ulrich Hoeneß jene Medienmarke, jenen Medienakteur und jenen Medienprofiteur, der spätestens seit den 1990er Jahren zur Spitze der bundesrepublikanischen Gesellschaft zählte. Was dazu führte, dass ihn das Fernsehen seither auch außerhalb des Sports hofierte und ihn zu jedem und allem befragte. Hoeneß gehörte zum Stammpersonal der Talkshows, in denen er als Marke und Akteur gleichermaßen saß, um seinen Ruf weiter zu pflegen und gleichzeitig zu vermarkten. (…) Die eigene Rolle hat das Fernsehen in diesen Tagen des Hoeneß-Hypes nicht angesprochen, geschweige denn kritisch aufgearbeitet.“

2. „Künstlicher Name für eine Kunstfigur“
(faz.net)
Die neue Frankfurter „Tatort“-Kommissarin wird nun doch nicht nach dem Holocaust-Opfer Selma Jacobi benannt: „Die Fernsehspielchefin des Hessischen Rundfunks, Liane Jessen, sagte: ‚Die Diskussion um die Namensgebung unserer Kommissarin hat uns überrascht. Der Rollenname war als eine kleine Geste gegen das Vergessen gemeint. Uns tut es leid, mit der angestoßenen Diskussion die Gefühle einzelner verletzt zu haben‘. Nach dieser Diskussion ist die Namensänderung aber auch aus künstlerischer Sicht notwendig geworden: ‚Die Rolle wäre immer mit dem Holocaust-Opfer Selma Jacobi in Verbindung gebracht worden. Eine freie Weiterentwicklung der Figur wäre unter diesem Aspekt nicht mehr möglich.'“

3. „Der Equal Pay Day und die 22 Prozent“
(heise.de/tp, Alexander Durin)
Hat es mit Diskriminierung zu tun, dass „Frauen 22 Prozent weniger als Männer verdienen“? Alexander Durin hält das für Unsinn: „Die statistischen Untersuchungen zeigten, dass Frauen eine wesentlich engere Berufswahl als Männer bevorzugten und konsequent in Berufen tätig sind, die geringer entlohnt sind als die von Männern. Nicht das Geschlecht per se, sondern die Berufswahl der Vertreter des Geschlechts ist ausschlaggebend.“

4. „Warum die taz sich ein neues Haus baut“
(blogs.taz.de/hausblog, Sebastian Heiser)
Aufgrund „stabiler Werbeeinnahmen“, „neuer Angebote“ und einem „einzigartigen Geschäftsmodell“ steigen die Einnahmen der „taz“ kontinuierlich: „In den letzten 20 Jahren um 110 Prozent (und damit deutlich überhalb des inflationsbedingten Preisanstiegs von 42 Prozent in diesem Zeitraum). Derzeit nehmen wir rund 26 Millionen Euro pro Jahr ein.“

5. „Warum ich um CC-NC einen großen Bogen mache“
(kaffeeringe.de, Stef­fen Voß)
Warum Stef­fen Voß die Creative-Commons-Lizenz „Non-Commercial“ meidet.

6. „Was passiert eigentlich, wenn man einen Mörder und Vergewaltiger foult? Zu Besuch im Strafraum der JVA Lenzburg“
(watson.ch, Alex Dutler)