NDR, Woche Heute, Disney Channel

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „Der NDR und das Geschäft mit dem Snowden-Interview“
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Das Interview mit Edward Snowden (youtube.com, Video, 32:13 Minuten), das am Sonntagabend um 23 Uhr auf ARD augestrahlt wurde (hier im Wortlaut). Thomas Lückerath fragt: „Warum verweist der NDR auf die berechtigte Nachfrage, warum es keine englische Fassung dieses Interviews gibt, auf den Produzenten – wenn es doch eine NDR-Tochter ist?“

2. „Edward Snowden, der verschwiegene NDR und die verschenkte Chance“
(tobiasgillen.de)
Tobias Gillen und Ekkehard Kern prüfen die vom NDR zum Snowden-Interview bereitgestellte FAQ. „Das erste Interview mit jenem Mann, der Teile der weltweiten Nachrichtenlage seit nunmehr einem Dreivierteljahr fast täglich bestimmt, ist nur innerhalb der deutschen Landesgrenzen abrufbar und der NDR besitzt keine weiteren Rechte daran. Das ist ebenso bezeichnend für das Konstrukt aus Tochtergesellschaften bei den Dritten wie auch für die sich nur schleppend entwickelnde öffentlich-rechtliche Modernisierung.“

3. „Die WOCHE HEUTE hat’s leicht fehlinterpretiert – und mit mir geredet, ohne dass ich dabei war“
(christianritter.wordpress.com)
Der Roman „Die sanfte Entführung des Potsdamer Strumpfträgers“ wird zur Überraschung von Autor Christian Ritter zur Grundlage einer Titelgeschichte der „Woche Heute“: „Die Zitate, die Sie von mir verwenden, stammen aus einem Interview, das Ralf Heimann von der Münsterschen Zeitung vor zwei Wochen mit mir geführt hat. Und wieso habe ich kein Belegexemplar von Ihnen bekommen und musste den Artikel mühselig im Internet finden? Immerhin habe ich für Ihre Titelgeschichte gesorgt.“

4. „Wo ist Peter Lustig, wenn man ihn braucht?“
(haz.de, Imre Grimm)
Imre Grimm schaut den seit einer Woche im deutschen Free-TV verfügbaren Disney Channel: „Kritik am kalifornischen Kulturimperialismus gilt als gestrig. Und doch muss man mal daran erinnern, dass 13 Prozent aller Babys unter einem Jahr in Deutschland regelmäßig fernsehen. Bei den Zweijährigen sind es 60 Prozent, bei den Vierjährigen 96 Prozent. Kinder zwischen drei und fünf Jahren sitzen pro Tag durchschnittlich 73 Minuten vor dem Bildschirm.“

5. „Lesen Sie weiter, Sie werden beschimpft“
(politblog.tagesanzeiger.ch, Jean-Martin Büttner)
Journalist Jean-Martin Büttner wünscht sich „etwas Humor“ von seinen Lesern: „Es fehlt den Kommentatoren nicht an Argumenten, Zahlen und Zitaten, wir schätzen ihre Leidenschaft, anerkennen ihr Engagement. Aber woher kommt diese dauernde schlechte Laune, als Tirade abgefeuert, zum Hass gesteigert?“

6. „Was Medien machen, wenn es nichts zu berichten gibt“
(graphitti-blog.de, katja)