Papstwahl, Katholiken, Marathon-Fernsehen

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Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „Denn sie wissen nicht, was sie schreiben sollen“
(diepresse.com, Michael Fleischhacker)
Michael Fleischhacker hält die Berichterstattung zur Papstwahl für einen „Klassiker des fernfuchtelnden Hausfrauenjournalismus“: „Journalisten und Redaktionsleiter glauben, sie müssten aus Gründen des Publikumsinteresses über Sachverhalte berichten, die sie selbst für vollkommenen Schwachsinn, für die letzten Reste von mittelalterlicher Denk- und Lebensweise im 21. Jahrhundert halten. Man darf sich nicht wundern, dass dabei so viel lächerliches Zeug herauskommt.“

2. „Radikale Katholiken von Gloria.tv“
(spiegel.tv, Video, ca. 11 Minuten)
Spiegel.tv filmt in der Schweiz Macher des extremistisch katholischen Videoportals Gloria.tv – und diese filmen zurück.

3. „Dreiste Fukuschima-Propaganda im Staats-TV“
(marco-kanne.de)
Berichte der ARD erwecken den Eindruck, als hätte auch die Nuklearkatastrophe von Fukushima Todesfälle gefordert: „Alle Toten, die bei den Katastrophenereignissen im Jahr 2011 zu beklagen waren, sind Opfer des Tōhoku-Erdbebens bzw. des durch dieses verursachten Tsunamis, also Opfer von ‚Mutter Natur‘.“

4. „Die inhalierte Serie“
(funkkorrespondenz.kim-info.de, Franz Everschor)
„Marathon-Fernsehen“ sei „in den USA der neue Trend“, rapportiert Franz Everschor: „Sozusagen von morgens bis abends mit empfangsbereiten elektronischen Geräten bewaffnet, verlangt der Konsument des Jahres 2013 nach Entscheidungsfreiheit. Er will weder Sklave eines Sendeplans noch eines Videoangebots sein, die ihm aufoktroyieren, wann er sich womit sich beschäftigen soll.“

5. „Authentisch, ehrlich, gut?“
(vocer.org, Sandra Müller)
„‚Live‘-Gespräche aus der Konserve und Interviews, die keine sind, haben im Radio Hochkonjunktur“, schreibt Sandra Müller: „Ganz einfach, weil sie so schön praktisch sind, so bequem, so gut kalkulierbar. Sie lassen sich auf die gewünschte Länge schneiden und als passgenaue 2:30 Minuten auf Sendung nehmen. Der Moderator spart sich die aufwändige Vorbereitung. Ein paar Fragen auf Lücke reichen und die Antworten kommen auf Knopfdruck.“

6. „FAQ zum Leistungsschutzrecht für Presseverleger (für Blogger, Social Media & Journalisten)“
(rechtsanwalt-schwenke.de)