Neue Presse, Talkshows, iPhones

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „Zu viel Boulevard?“
(journalist.de, Jan Söfjer)
„Mit anspruchsvollem Boulevard“ will die „Neue Presse“ in Hannover „Bild“ Marktanteile abluchsen. „Die Neue Presse wurde grundlegend verändert: große Schlagzeilen, größere Bilder, eine zweite Seite mit Meinung und Analyse statt Auslandsnachrichten.“

2. „Drama, Scherben, Wunderheilung – Klischees der Behinderung in Film und Fernsehen“
(leidmedien.de, Laura Gehlhaar)
„In der bekanntesten Seifenoper Deutschlands Gute Zeiten, schlechte Zeiten ‚landet‘ im Durchschnitt alle vier Jahre ein männlicher Schauspieler durch irgendwelche Unfälle im Rollstuhl. Blass geschminkt und mit hängender Visage wird dann der große Frust gespielt. Nach absehbarer Zeit erfolgt dann endlich die Wunderheilung. Der Leihrollstuhl kann zurückgegeben werden. Der Serienalltag kann weitergehen.“

3. „The Good, the Bad and the Ugly“
(blog.persoenlich.com, Roger Schawinski)
Roger Schawinski sieht in den meisten Talkshows heute „bloss eine weitere Form von Reality-Fernsehen, bei der inhaltlich massiv eingegriffen wird“. „Da komponieren grosse Redaktionen Sendungsabläufe, die scheinbar spontan entstehen. Zwar werden damit verblüffende Diskurse oder Abläufe verhindert. Aber das nimmt man locker in Kauf. Wichtiger ist, dass der Moderator alles im Griff hat und das Erkenntnis- und Klamaukniveau mithilfe der zusätzlichen Redaktionsstimme im Ohr subtil steuern kann.“

4. „Sex mit der Chefetage: Wie man professionell Artikel verkauft“
(blog.tagesanzeiger.ch/deadline, Constantin Seibt)
Constantin Seibt gibt Tipps, wie man als freier Journalist Artikel an Redaktionen verkauft. „So etwa herrscht in Wochenzeitungen gern am Montag Verzweiflung. Die Diensthabenden haben die Wochenendleere im Kopf und die halbleere Zeitung vor Augen. In Tageszeitungen sind der Freitag und der Montag die grossen Kaufrauschtage: Freitags müssen gleich zwei Nummern geplant werden, Samstag und Montag. Und am Montag herrscht dann Sorge und Ebbe.“

5. „WDR-Magazin Markt und @-yet GmbH stellen iPhone-Sicherheit in Frage“
(macnotes.de, Alexander Trust)
Alexander Trust zweifelt, dass neue iPhones so manipuliert werden können, wie das in einem Beitrag der WDR-Sendung „Markt“ gezeigt wird. „Die Frage bleibt, ob der Journalist Reifferscheid und der WDR hier auf die ‚Plausibilitäts-Keule‘ von @-yet hereingefallen sind, die ihnen auf Kosten der GEZ-Gebührenzahler – ich bin einer -, ein X für ein U vorgemacht haben.“

6. „Dear Websites“
(makeuseof.com, englisch)