Doppelt- und Dreifachbezüge, Inseratenaffäre, Satire vs. Satiriker

1. Ex-rbb-Direktoren kassierten doppelt und dreifach
(rbb24.de, Gabi Probst)
Wie der RBB nun selbst aufdeckt, erhielten frühere Direktoren des öffentlich-rechtlichen Senders nach ihrem Ausscheiden neben Ruhegeld zusätzliche Vergütungen für neue Positionen innerhalb der ARD, was zu doppelten und dreifachen Bezügen führte. Gabi Probst hat die haarsträubenden Vorgänge entwirrt und auch für personalrechtliche Laien verständlich aufgeschrieben.

2. Keine Kriminalisierung von Journalisten
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) appelliert an Polizei und Ermittlungsbehörden, das Kunsturhebergesetz nicht gegen Journalistinnen und Journalisten einzusetzen, die in der rechtsextremen Szene recherchieren, nur weil sie beispielsweise Neonazis mit eintätowierten verfassungsfeindlichen Symbolen gezeigt haben: “Unfassbar, dass sich die Justiz ausgerechnet gegen die engagiertesten Aufklärer in Stellung bringt”, so der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster: “Das Kunsturhebergesetz darf nicht als Mittel dienen, die notwendige Aufdeckung rechtsextremer Umtriebe zu erschweren.”

3. Nach den Protesten: Wie umgehen mit der AfD-Medienstrategie?
(sueddeutsche.de, Nils Minkmar & Nadia Zaboura, Audio: 37:23 Minuten)
In der aktuellen Folge des Medienpodcasts “quoted” diskutieren Nils Minkmar und Nadia Zaboura, wie man mit der AfD-Medienstrategie umgehen sollte: “Wie nah ist die AfD dem Ziel einer alternativen Medienrealität also schon gekommen? Was wissen wir heute über die Kommunikationsstrategien rechtsextremer Akteure? Und wie können seriöse Medien diese entlarven?” Zu Gast ist der Politikberater Johannes Hillje, “der die Medientaktik rechtsextremer Gruppen seit Jahren untersucht.”

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4. Ukraine: Wie Selenskyj die Medien für sich nutzt
(ndr.de, Jelena Morgenstern & Konstanze Nastarowitz, Video: 18:28 Minuten)
Die Reden des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj lösen oft begeisterte Reaktionen aus, seine Videobotschaften verbreiten sich rasend schnell im Netz. Mit seiner direkten, selbstbewussten Art, seinem lässigen Auftreten in grüner Kleidung und scheinbar spontanen Selfie-Videos schafft er es, positive Resonanz zu erzeugen. Diese Strategie soll nicht nur die Moral der eigenen Bevölkerung und der Streitkräfte stärken, sondern auch internationale Unterstützung für die Ukraine mobilisieren. Das Medienmagazin “Zapp” geht der Frage nach, wie Selenskyj dieses Image gezielt steuert und mit welchen Strategien es geschützt wird.

5. Inseratenaffäre: Die Dichand-Studie ist ziemlich dünn
(kobuk.at, Franziska Schwarz)
In Österreich steht der Verdacht im Raum, dass Sebastian Kurz im Gegenzug für Inseratsbuchungen und ein freundlicheres Stiftungsgesetz positive Berichterstattung im österreichischen Boulevard bekommen hat. Nun haben die Redaktionen von “Profil” und “Kurier” Texte zu einer Studie veröffentlicht, die die Verleger Christoph und Eva Dichand in der Inseratenaffäre entlasten sollte. Diese erweise sich bei näherer Betrachtung jedoch als methodisch fragwürdig, findet Franziska Schwarz.

6. Jan Böhmermann verliert vor Gericht
(t-online.de)
Der bekannte TV-Satiriker Jan Böhmermann ist vor dem Landgericht Dresden in einem Rechtsstreit gegen einen Imker aus dem sächsischen Meißen unterlegen und muss nun die Kosten des Verfahrens tragen. Der Streit entzündete sich daran, dass der Imker Rico Heinzig als Reaktion auf einen kritischen Beitrag Böhmermanns in der Sendung “ZDF Magazin Royale” ohne dessen Einwilligung mit Böhmermanns Bild für einen Honig geworben hatte, was Jan Böhmermann als Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte ansah.