Plagiatsvorwürfe, Universal vs. TikTok, Vergewaltigungsvorwurf

1. Früherer “Spiegel”-Chefredakteur soll Plagiatsvorwürfe prüfen
(sueddeutsche.de)
Der ehemalige “Spiegel”-Chefredakteur Steffen Klusmann, die Leiterin der Deutschen Journalistenschule Henriette Löwisch und der Journalistikprofessor Klaus Meier sind von der Chefredaktion der “Süddeutschen Zeitung” (“SZ”) beauftragt worden, Plagiatsvorwürfe gegen die stellvertretende “SZ”-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid zu untersuchen. Die Vorwürfe beziehen sich auf einen unsauberen Umgang mit Quellen in Föderl-Schmids Texten und mögliche Verstöße gegen journalistische Standards. Zudem habe Alexandra Föderl-Schmid ihre Dissertation der Universität Salzburg zur Überprüfung übergeben, nachdem ein sogenannter Plagiatsjäger darin Plagiatsfragmente entdeckt habe, und sich bis zur Klärung aus dem operativen Geschäft der “SZ” zurückgezogen.
Weiterer Lesetipp: Auf netzpolitik.org kommentiert Daniel Moßbrucker die Entscheidung der “SZ”, die eigenen Redaktion zu durchleuchten: Heiligt der Zweck die Überwachung?

2. Bahnhofsbuchhändler nehmen Magazin “Compact” aus dem Verkauf
(zeit.de)
Wie gestern in den “6 vor 9” berichtet, hat Valora, Marktführer im deutschen Bahnhofsbuchhandel, angekündigt, den Verkauf des als rechtsextrem eingestuften Magazins “Compact” einzustellen. Nun haben auch andere Bahnhofsbuchhändler in Deutschland beschlossen, den Titel sowie weitere als extremistisch eingestufte Publikationen aus dem Sortiment zu nehmen.

3. “Mittelstandsinitiative” setzt auf rechte Medien
(deutschlandfunk.de, Christoph Richter, Audio: 5:31 Minuten)
In Brandenburg haben sich rund 400 Unternehmer zur “Mittelstandsinitiative” zusammengeschlossen. Diese Gruppe stehe den öffentlich-rechtlichen Medien kritisch gegenüber und bevorzuge stattdessen rechtsorientierte Medienkanäle wie “Kontrafunk” und “Auf1”.

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4. »Zeit«-Herausgeber Yascha Mounk lässt Amt nach Vergewaltigungsvorwurf ruhen
(spiegel.de, Anton Rainer)
Wie der “Spiegel” berichtet, habe der Autor und Politikwissenschaftler Yascha Mounk sein Amt im Herausgeberrat der Wochenzeitung “Die Zeit” vorübergehend ruhend gestellt. Grund seien Vorwürfe einer US-Journalistin, die Mounk der Vergewaltigung bezichtige. Mounk bestreite die Vorwürfe energisch.
Weiterer Lesetipp, allerdings zu einem anderen Fall: Weitere Belästigungen bei WOZ aufgedeckt (persoenlich.com).

5. Das sind Vorbilder im Technikjournalismus
(genderleicht.de, Selina Doulah)
Auf genderleicht.de berichtet Selina Doulah unter anderem über eine Studie der Agentur HypeAuditor, die zeige, dass trotz einer ähnlichen Anzahl von weiblichen und männlichen Creatoren auf Instagram Männer durchschnittlich sieben Prozent mehr pro Werbepost verdienen. Dieser Verdienstunterschied lasse sich nicht mit den üblichen Karrierepausen erklären, die Frauen häufig aufgrund familiärer Verpflichtungen einlegen, da die meisten Influencerinnen jung seien und ihre Tätigkeit auf Instagram ohne längere Pausen fortsetzten. Alles deute darauf hin, dass das Geschlecht allein ein Faktor für die ungleiche Bezahlung ist, selbst in einem Bereich, in dem die Sichtbarkeit theoretisch allen gleichermaßen zugänglich ist.

6. Leise zirpen die Grillen
(taz.de, Mathis Raabe)
Universal Music, eines der größten Musiklabels der Welt, hat zahlreiche Songs von TikTok zurückgezogen, da man sich mit der Plattform nicht auf höhere Lizenzgebühren einigen konnte. Außerdem störe sich Universal daran, dass TikTok seine Nutzerinnen und Nutzer ermutige, KI-generierte Musik zu nutzen. Die Entscheidung des Labels habe dazu geführt, dass Kanäle von Künstlern wie dem Berliner Rapper Ski Aggu und internationalen Stars wie Taylor Swift und Drake nun stumm seien.