Teurer Cyber-Hass, Desinformation, Illustre Männerrunde

1. Cyber-Hass wird teuer
(taz.de, Ralf Leonhard)
In Österreich steht ein überparteilicher Gesetzentwurf zur Bekämpfung von Hass im Internet vor der Verabschiedung. Nach der zukünftigen Gesetzeslage soll es dank Schnellverfahren leichter werden, einschlägige Postings zu löschen. Im Fall von “systematischer Missachtung ihrer Sorgfaltspflicht” würden den Plattformen Strafen von bis zu 10 Millionen Euro drohen.
Weiterer Lesehinweis: Im österreichischen “Standard” beschreibt und bewertet Markus Sulzbacher den Gesetzentwurf: Gesetzespaket gegen Hass im Netz präsentiert: “Vor allem Frauen werden profitieren”.

2. “Wir machen es den russischen Diensten sehr leicht”
(zeit.de, Meike Laaff)
Der Politikwissenschaftler Thomas Rid hat ein Buch geschrieben, das sich mit der Geschichte von Desinformationskampagnen beschäftigt. Im Interview mit “Zeit Online” spricht er über die Einflüsse der Desinformation auf die vergangene US-Wahl und prognostiziert, was wir hinsichtlich der bevorstehenden US-Wahl zu erwarten haben. Sorge mache ihm vor allem der Wahltag: “Wenn es glaubwürdige Anschuldigungen gibt, dass von außen auf die Wahlinfrastruktur zugegriffen wurde, zum Beispiel auf die Wähler-Registierungsdatenbanken, dann besteht das große Risiko, dass der Präsident und seine Unterstützer dieses Argument multiplizieren. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Trump selbst die Wahl in Frage stellt. Der Boden dafür wurde schon bereitet.”
Weiterer Lesehinweis: Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat sich in einem Posting besorgt über die bevorstehenden Herausforderungen in Zusammenhang mit den US-Wahlen geäußert und ein ganzes Paket an Handlungen angekündigt. So werde man kurz vor der Wahl die Parteiwerbung einstellen, Falschinformationen entfernen, manipulative Accounts sperren und, wenn es um die Verkündung der Ergebnisse geht, mit der Nachrichtenagentur Reuters und dem National Election Pool zusammenarbeiten.

3. Die Zukunft der Fachjournalisten nach Corona
(fachjournalist.de, Martin Ortgies)
“Fachjournalisten sollten selbst aktiv agieren, sonst könnten sie auf der Strecke bleiben”, so die Empfehlung von Martin Ortgies. Wie das funktionieren kann? Durch hilfreichen, relevanten und vertrauenswürdigen “Content”. “Hand aufs Herz, liebe Texter-Kolleg/innen. Wie viele unserer Texte sind Unique Content, also einzigartig und unverwechselbar?”

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4. Studie: Populistische Einstellungen in Deutschland nehmen deutlich ab
(sueddeutsche.de)
Laut einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung und des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung seien deutlich weniger Wahlberechtigte populistisch eingestellt als noch vor zwei Jahren. Der verbleibende “rechtspopulistische Rand” drohe jedoch, radikaler zu werden.

5. “Süddeutsche Zeitung” verdoppelt Digital-Abos innerhalb eines Jahres
(meedia.de)
Die “Süddeutsche Zeitung” konnte die Zahl der Digital-Abos laut eigenen Angaben innerhalb eines Jahres mehr als verdoppeln: Im August habe man zum ersten Mal 150.000 Digital-Abonnentinnen und -Abonnenten erreicht.
Weiterer Lesehinweis: Im Juli hatte die “Süddeutsche” ein Zehn-Punkte-Papier zur digitalen Transformation veröffentlicht, das “Meedia”-Redakteur Ben Krischke zufolge “erschreckend uninspiriert” wirke und den Konflikt zwischen Print und Online offenbare.

6. Illustre Männerrunde: Comedians üben Kritik am Deutschen Comedypreis
(rnd.de, Matthias Schwarzer)
Der anstehende Deutsche Comedypreis ist (wieder einmal) äußerst männerlastig: In gleich mehreren Kategorien stehen ausschließlich Männer zur Wahl, was von einigen Podcasterinnen, Autorinnen und Entertainerinnen kritisiert wird. Eine Kritik, die der Veranstalter zurückweist: Es gehe nicht darum, quotengerecht, sondern ausgewogen zu nominieren, so die Antwort auf die Vorwürfe.