Reichweitennutzer Xavier Naidoo, Quarantäne-WG, Das letzte Spiegelei

1. „Ich habe mir die Reichweite von RTL zunutze gemacht“
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Der Sänger Xavier Naidoo hat sich nach dem Skandal um seine rassistischen Verschwörungsvideos erstmals direkt zu Wort gemeldet. In einem Interview mit einem Rechtspopulisten hat er eine Stellungnahme zu den Vorgängen abgegeben. Das Video strotzt erneut vor Verschwörungsgeraune und Anti-Mainstream-Getue. Thomas Lückerath ordnet die unerquickliche Angelegenheit für „DWDL“ ein.
Weitere Information: Mit deutlichen Worten hat sich der Sender ProSieben geäußert: „Wir versprechen: Der Sänger mit dem Aluhut wird nie wieder mit seiner Musik in unseren Shows sein. Nie wieder.“

2. Der Newsroom als Isolationsbereich
(taz.de, Ralf Leonhard)
Die „taz“ berichtet über die „Corona-Quarantäne-WG“ des österreichischen Fernsehsenders ORF. Ein Team von 68 in Isolation lebenden Personen erhalte den Sendebetrieb von Wien aus aufrecht. Dreimal täglich werde in der ORF-WG Fieber gemessen, ein Freizeitraum sorge für Ablenkung. Ein europaweit wahrscheinlich wegweisendes Experiment, zu dem es bereits Anfragen aus anderen Ländern gebe.
Weiterer Lesehinweis: Auf Twitter postet Anchorman Armin Wolf regelmäßig kurze Eindrücke seines Quarantäne-Alltags. Längere Berichte gibt es in seinem Blog (zuletzt: In der Corona-WG: Tag 5).

3. Wie recherchiert man, wenn kaum jemand rausgeht?
(deutschlandfunk.de, Annika Schneider, Audio: 4:59 Minuten)
Homeoffice, Personalmangel, Ausgangsbeschränkungen — bei Medienhäusern ist gerade viel Improvisationstalent angesagt. Annika Schneider hat sich bei verschiedenen Medien nach deren Umgang mit den aktuellen Herausforderungen erkundigt.

4. Behörden haben RT Deutsch im Visier
(belltower.news, Stefan Lauer)
Der vom russischen Staat gegründete und staatlich finanzierte Auslandsfernsehsender RT Deutsch steht immer wieder in der Kritik, gezielt für Desinformation zu sorgen und Verwirrung zu stiften. Aktuell passiere das anhand der Corona-Krise, so Stefan Lauer in seinem Bericht. Auf dem Sender würden die Maßnahmen der Bundesregierung als „Panikmache“ und als Versuch, „mehr Kontrolle über die Gesellschaft“ zu erlangen, dargestellt.

5. Leitfaden: Wie man besser über diagnostische Tests berichtet (mit Checkliste)
(medien-doktor.de, Marcus Anhäuser)
„Über diagnostische Tests zu berichten ist eine der herausforderndsten Aufgaben, die es im Medizin- und Gesundheitsjournalismus gibt“, so der Wissenschaftsjournalist Marcus Anhäuser — was dabei alles schiefgehen kann, sieht man bei der Berichterstattung über den Covid-19-Schnelltest von Bosch. Als Hilfestellung für den Recherchealltag hat das „Medien-Doktor“-Team einen wertvollen Leitfaden samt Checkliste (PDF) erstellt.

6. Mutter Beimer brät das letzte Spiegelei
(faz.net, Oliver Jungen)
Am Sonntag war es soweit: Nach 35 Jahren und schier unglaublichen 1758 Folgen ging die TV-Serie „Lindenstraße“ zu Ende. Oliver Jungen verabschiedet das Format: „Im goldenen Serienzeitalter ist kein Platz mehr für eine Textaufsage-Soap mit Spiegelei-Plot. Für die meisten war die ‚Lindenstraße‘ schon seit langem ein Phantom, jetzt kann sie zum ‚Phantomschmerz‘ werden. Das ist womöglich ein Aufstieg, in jedem Fall aber ein ehrenwerter Abgang.“
Weitere Lesehinweise: „Spiegel“-Autor Nils Minkmar hat eine Würdigung der „Lindenstraße“ verfasst: Wo Tabus leichter brachen als Butterkekse.
Und „Übermedien“ hat sich mit der „Lindenstraßen“-Expertin Johanna Hansen unterhalten. Hansen hatte bei „Wetten, dass..?“ ihre Serien-Expertise demonstriert und war Ausrichterin des „Lindenstraßen“-Festivals: „Die ‚Lindenstraße‘ ist ein Teil meines Lebens“.
Außerdem: Letzte Folge: So trauern Fans um ihre „Lindenstraße“ mit einigen Reaktionen aus den Sozialen Medien (rnd.de).