Glaskugelitis, Gehaltssteigerung trotz Spardrucks, Erneuerte „MotorWelt“

1. turi2 edition #10: Marieke Reimann über alte weiße Männer und Print-Könige.
(turi2.de, Markus Trantow & Anne-Nikolin Hagemann)
Marieke Reimann ist als Chefredakteurin für „ze.tt“ verantwortlich, die junge Online-Plattform der „Zeit“. Im Interview spricht sie über ihren Werdegang, das Gendersternchen sowie alte weiße Männer und erklärt, warum aus ihrer Sicht die meisten Berufsbezeichnungen eben nicht alle Geschlechter einschließen: „Ich bringe an dieser Stelle immer gerne ein Beispiel: ‚Sitzen zwei Piloten im Flugzeug. Sagt die eine zur anderen: ‚Bestimmt haben sich jetzt alle zwei Männer vorgestellt‘.‘ Ich finde, dieser Witz reicht, um offensichtlich zu machen, dass unsere Lebenswirklichkeit männlich geprägt ist. Es gibt hierzu mittlerweile genug Studien, die belegen, dass das Gehirn beim Verwenden des generischen Maskulinums eben nicht ‚alle mitdenkt‘.“

2. Zu tief in die Glaskugel geguckt
(freitag.de, Klaus Raab)
„Prognosen sind äußerst schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen“, so lautet ein beliebtes Zitat, das den verschiedensten Personen zugeschrieben wird. Kürzlich warnte der Journalist Gabor Steingart vor falschen Prognosen in den Medien und forderte seine Leserinnen und Leser auf, die entsprechenden Blätter zu kündigen. Er übersah dabei geflissentlich, dass er bei seinen Vorhersagen auch schon heftig danebengelegen hatte. Klaus Raab schreibt über das Phänomen der Prognostiker und nennt das Ganze eine „Berufskrankheit“.

3. Filmemachen ist ein dreckiges Geschäft
(sueddeutsche.de, Vivien Timmler)
Auf Initiative von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) unterzeichneten einige Vertreterinnen und Vertreter der Film- und Fernsehwirtschaft ein Papier, mit dem sie sich zu mehr Umweltschutz bei ihrer Arbeit verpflichten. Vivien Timmler ordnet die grundsätzlich positive Aktion ein, die in der jetzigen Form jedoch nur eine allgemein gehaltene Absichtserklärung sei.

4. Motor und Welt
(zeit.de, Ulrich Stock)
Die Mitgliederzeitschrift des ADAC wird es in der bisherigen Version nicht mehr geben. Aus der „motorwelt“ wird die „MotorWelt“, doch das ist bei Weitem nicht die einzige Änderung. Der Autoklub will seine Mitglieder nämlich nicht mehr mit seiner Postille zwangsbeglücken und spart sich das Verschicken der zuletzt über 13 Millionen Exemplare. Ulrich Stock hat sich die neue Variante angeschaut, von der es „nur“ 5 Millionen Exemplare geben soll, die von den Mitgliedern jeweils abgeholt werden müssen.

5. ARD/ZDF: Gehaltssteigerung in „Zeiten von knapperen Kassen“
(planet-interview.de, Jakob Buhre)
Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ist oft und gerne vom Spardruck die Rede. Gerade die Chefs lamentieren ausgiebig vom Sparen in „Zeiten von knapperen Kassen“ und setzen an vielen Stellen den Rotstift an. An einer Stelle scheint der Spardruck jedoch nicht so groß zu sein: bei den eigenen Gehältern — die werden nämlich fleißig weiter gesteigert. Jakob Buhre hat sich die Mühe gemacht und die Daten zusammengetragen, ausgewertet und in einer Tabelle (PDF) festgehalten. Es sind Zahlen, die in ihrer Großzügigkeit für sich sprechen.

6. Juan Moreno: Die Rede des Journalisten des Jahres 2019
(youtu.be, medium magazin, Video: 9:38 Minuten)
Juan Moreno ist zum Journalisten des Jahres 2019 gewählt worden. Seine mit viel Nachdenklichkeit und Humor gewürzte Dankesrede ist auch eine rührende Liebeserklärung an seine Frau.