Neues Altes von Grindel, Negatives für Autoren, Seltsame Greta-Ehrung

1. Herr Grindel und seine besondere Beziehung zur Deutschen Welle
(journalist-magazin.de, Olaf Wittrock)
DFB-Präsident Reinhard Grindel brach unlängst vor laufender Kamera ein Interview mit der „Deutschen Welle“ ab, wegen unbequemer Fragen zu einem angeblichen Milliardendeal. Nun stellt sich heraus, dass dies nicht der erste Fall dieser Art war. Schon vor acht Jahren habe Grindel ein Interview mit einer früheren freien Mitarbeiterin der „Deutschen Welle“ abgebrochen — mit angeblich dramatischen Folgen für die freie Mitarbeiterin: Sie habe nach dem Vorfall keine neuen Aufträge bekommen und sei regelrecht kaltgestellt worden. Grindel sei zu dieser Zeit Mitglied des Verwaltungsrates der „Deutschen Welle“ gewesen und habe dies auch während des Interviews deutlich anklingen lassen, was die Interviewerin als Drohung empfunden habe. Laut „Deutscher Welle“ habe sich alles mit rechten Dingen zugetragen: „Herr Grindel hat seinen Unmut hierüber der Mitarbeiterin gespiegelt. Das betrachten wir als das gute Recht eines jeden Interviewten.“

2. EU-Urheberrechtsreform: 8 negative Folgen, mit denen Autoren jetzt rechnen müssen
(literaturcafe.de, Wolfgang Tischer)
Vergangene Woche hat das EU-Parlament für die umstrittene Urheberrechtsreform gestimmt. Dies werde für Autorinnen und Autoren überwiegend negative Folgen haben, so „Literaturcafe“-Gründer Wolfgang Tischer. Autorinnen und Autoren würden unter anderem weniger Geld von der VG Wort erhalten, die Zahlungen von YouTube, Facebook & Co. seien noch völlig unklar und das Teilen von eigenen Texte und Leseproben werde erschwert.
Weiterer Lesetipp: Fachanwalt Chan Jo-Jun: „Die Bundesregierung wird bei der Umsetzung den Begriff „Uploadfilter“ vermeiden“ (quotenmeter.de, Manuel Weis).

3. Der ORF hat Facebook nicht ganz richtig verstanden
(nzz.ch, Reto Stauffacher)
Unlängst hat der Österreichische Rundfunk (ORF) seinen Abschied von Facebook verkündet. In einer Stellungnahme führte der Sender mehrere Gründe dafür an, von grundlegenden Bedenken gegenüber dem Netzwerk als solchem bis hin zu pragmatischen Erwägungen. Reto Stauffacher kritisiert die Entscheidung als Kapitulation vor dem Social-Media-Netzwerk und falsches Signal: „Es ist eine Kernaufgabe von Medien, auf Facebook präsent zu sein, Verantwortung zu übernehmen, zu intervenieren und zu moderieren. Und es ist eine Herausforderung, sich mutig und selbstbewusst der Kritik und der Häme entgegenzustellen. Medienhäuser schaffen das natürlich nur, wenn Ressourcen gesprochen werden. Das allerdings sollte für den ORF, der sich mit Gebührengeldern finanziert, kein Problem sein.“

4. Zwischen Landlust und Randfrust
(message-online.com, Gisbert Strotdrees)
„Landlust“, „Liebes Land“, „Landliebe“, „Schönes Land“, „Landgenuss“, „Landkind“, „Landapotheke“ … In den letzten Jahren erschienen etliche Hochglanz-Magazine, die sich der schönen heilen Welt auf dem Land widmen. Fernsehsender und Printmedien haben das Thema für sich entdeckt und berichten in zahlreichen Land-, Dorf- und Provinz-Reportagen über das Regionale. In einem längeren Lesestück untersucht Gisbert Strotdrees das Phänomen, das zwischen Klischees und realem Abbild schwankt.

5. Konrad Weber, wie müssen sich öffentlich-rechtliche Medien verändern?
(anchor.fm/unterzwei, Levin Kubeth & Felix Ogriseck, Audio: 60 Minuten)
Der Journalist des Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) Konrad Weber hat ein Manifest veröffentlicht, wie öffentlich-rechtliche Medien heutzutage aussehen sollten. Im Interview mit dem Medienpodcast „Unter Zwei“ erzählt er, wie die Entwicklung der 15 Punkten verlief, welche Mitstreiter es gab und welche Konflikte es zu überwinden gilt: „Es geht darum, als Journalist — vor allem der öffentlich-rechtlichen Medien — vom hohen Ross herunterzukommen und stattdessen zu lernen, wie die digitalen Möglichkeiten bestmöglich genutzt werden können.“

6. Erst Klima-Aktivistin ehren, dann Mini-SUV verschenken
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz, Video: 1:30 Minuten)
Die Funke Mediengruppe hat die Umweltaktivistin Greta Thunberg am Samstagabend für ihr Engagement mit einer „Goldenen Kamera“ ausgezeichnet. Sponsor der Veranstaltung war der Autokonzern VW, der live einen Mini-SUV an eine Schauspielerin verschenkte. Boris Rosenkranz hat die beiden Vorgänge kontrastiert, indem er die entsprechenden Sendungsausschnitte gegenübergestellt hat.
Weiterer Lesetipp: Greta Thunberg und Atomkraft: Wie viel CO2 macht eine Nebelkerze?: „Konservative Medien behaupten, die Umweltaktivistin befürworte Atomenergie. Das ist nicht nur falsch — es ist ein bewusstes Ablenkungsmanöver.“ (taz.de, Finn Holitzka).

7. Der Bildblog und die HuffPost – die Geschichte einer wahren Liebe
(huffingtonpost.de)
Heute noch ein Zusatzlink: Die deutsche „HuffPost“ schließt und verabschiedet sich vom BILDblog mit einem Dank „für die vielen anerkennenden Texte, die Ihr eine zeitlang über uns geschrieben habt!“ Nun ja, das mit der Anerkennung, das habt Ihr vielleicht nicht ganz … ach, egal! Macht es gut, liebe HuffPostler und zum Abschied ein WinkeWinke von Eurem BILDblog.