Impf-Lügen und Homöopathie-Unsinn, Wikimedias Replik, Geburtstagsfeier

1. Toxische Atmosphäre
(sueddeutsche.de, Bastian Obermayer)
Eine neue Medienallianz namens „One-Free-Press-Coalition“ setzt sich für Journalistinnen und Journalisten ein, deren Freiheit oder gar Leben akut in Gefahr sind oder deren Fälle aktuell Gerechtigkeit verlangen. Zu dem Bündnis zählen internationale Medien wie „Time Magazine“, „Forbes“, „Financial Times“, Nachrichtenagenturen und weitere Medienhäuser, darunter auch die „Süddeutsche Zeitung“.

2. In der Krone waren Ausländer 2017 viel krimineller als in der Realität
(kobuk.at, Veronika Hribernik)
Die österreichische „Kronen Zeitung“ berichtet deutlich häufiger über ausländische als über österreichische Täter. Das geht aus einer Analyse des Medienwatchblogs „Kobuk“ hervor, in der die Berichterstattung mit Beispielen verdeutlicht und mit der offiziellen Kriminalstatistik verglichen wird. Man hätte gern die Begründung der „Kronen Zeitung“ erfahren, doch eine entsprechende Anfrage sei unbeantwortet geblieben.

3. Facebook, Google, Pinterest: Plattformen wollen auch bei deutschsprachigen Impf-Lügen einschreiten
(medwatch.de, Hinnerk Feldwisch-Drentrup)
Facebook, Google, YouTube und Pinterest haben bislang relativ wenig gegen Falschinformationen zu Impfungen unternommen. Nicht freiwillig und nur unter teils erheblichem Druck soll sich dies nun, zumindest teilweise, ändern.
Weiterer Lesehinweis: Homöopathie-Unsinn auf morgenpost.de: Das stimmt wirklich (uebermedien.de, Feldwisch-Drentrup).

4. Filterblase an Filterblase: Eine Replik auf Michael Hanfelds Beitrag bei FAZ.net
(blog.wikimedia.de, John Weitzmann)
„FAZ“-Redakteur Michael Hanfeld hat vergangene Woche den Widerstand der Wikipedia gegen die Urheberrechtsreform der EU kritisiert. Die dabei vorgebrachten Argumente seien anmaßend, falsch und würden der Demokratie schaden. Mit den Worten „Das kann nicht unwidersprochen bleiben“, antwortet John Weitzmann für die Wikipedia-Community mit einer ausführlichen Replik. Der aktuelle Reformtext sei in zentralen Punkten weiterhin problematisch fürs freie Netz und fürs freie Wissen.

5. Wenn das Internet ver­gisst
(lto.de, Roland Schimmel)
Einige juristische Aufsätze und Urteile verschwinden irgendwann nach ihrer Veröffentlichung aus Datenbanken und Archiven. Im Fachjargon: Sie werden „depubliziert“. Warum das so ist und wie man mit solchen verschwundenen Quellen zum Beispiel in der Jura-Hausarbeit umgeht, zeigt Roland Schimmel.

6. Kontaktschuld
(spiegel.de, Jan Fleischhauer)
„Spiegel“-Kolumnist Jan Fleischhauer war auf der Geburtstagsfeier des mit ihm befreundeten rechtsdrehenden und verwirrten Bierkastenredners Matthias Matussek, bei dem auch viele Mitglieder der rechten Szene und ein Neonazi zugegen waren. An diesem Besuch gab es Kritik. Bei „Spiegel Online“ rechtfertigt sich Fleischhauer und holt zum Gegenschlag aus. Das liest sich teilweise etwas komisch. Zum Beispiel, wenn es in der Einleitung heißt: „Darf man als SPIEGEL-Redakteur an einer Geburtstagsfeier teilnehmen, zu der auch Menschen mit rechter oder sogar rechtsradikaler Gesinnung eingeladen sind?“, als gehöre Fleischhauer nicht zu ersterer Gesinnungsgruppe. Lustig sind auch Fleischhauers Vorwürfe an Reinhold Beckmann, der sich nachträglich distanziert habe. Etwas, das Fleischhauer in gewisser Weise auch tut, wenn er Matussek in seiner Kolumne als nicht ernst zu nehmenden „Wirrkopf“ bezeichnet und sagt, dieser sei „bestenfalls ein Bajazzo, im schlimmsten Fall ist er reif für die Klapsmühle.“