Bild.de-„Chor der Oberflächlichen“ findet Oberflächlichkeit jetzt schlimm

Manchmal stehen bei Bild.de ja auch Sachen, die richtig sind:

Screenshot Bild.de - Kommentar - Was bei der Kritik an Philipp Amthor falsch läuft

„Bild-Redakteur Timo Lokoschat kommentiert ganz treffend zu den mitunter heftigen Äußerungen zum CDU-Bundestagsabgeordneten Amthor:

Eingedroschen wird aber nicht nur auf seine Positionen, sondern fast immer auch auf sein Äußeres.

Diese Haare! Diese Brille! Dieses Gesicht! Ein Großteil der Tweets und Posts, die in den sozialen Netzwerken zu Amthor abgesetzt werden, beschäftigen sich mit seiner Optik und greifen zu üblen Vergleichen oder sogar Beschimpfungen.

Es geht also um Lookism:

Lookism, vom Englischen „to look“ (aussehen) — das bedeutet die Diskriminierung und Stereotypisierung eines Menschen aufgrund seines Aussehens. (…)

Natürlich: Man kann Amthors Habitus thematisieren, sein Auftreten, das auf viele Menschen altmodisch und inszeniert wirkt. Wer Trachtenjancker mit Tierhornverschlüssen und Deutschlandflagge am Revers trägt, der setzt damit ein Statement und muss in Kauf nehmen, dass das aufgegriffen wird. Damit begnügen sich die meisten Kritiker jedoch nicht — es wird persönlich, es wird diffamierend.

Moment, da fällt uns doch was ein:

Screenshot Bild.de - SPD-Sterit um Groko - Dieses Milchgesicht will Merkel stürzen

… titelte Bild.de über Juso-Chef Kevin Kühnert. Die Redaktion macht sich auch gern mal über Sängerinnen lustig, die „SPECKtakulär“ im „Neoprall-Anzug“ „dick auftragen“: „Zehn knackige Presswurst-Outfits von Mariah Carey“. Und auch Menschen, die nicht im Scheinwerferlicht stehen, zieht Bild.de wegen ihres Aussehens und Gewichts ins Lächerliche.

Timo Lokoschat schreibt zur „Kritik an Philipp Amthor“:

Sogar Journalisten stimmen auf Twitter in den Chor der Oberflächlichen ein.

… oder sie schreiben in den „Bild“-Medien.

Mit Dank an Marco S. für den Hinweis!