Einer schrieb über die Sexualität

Zum Film „Einer flog über das Kuckucksnest“ soll es bei Netflix bald ein Pre­quel geben, also eine Fortsetzung, die zeitlich allerdings vor den Ereignissen des Films spielt. Nun ist die Besetzung dafür bekannt gegeben worden, und Bild.de schreibt dazu:

Screenshot Bild.de - Vorgeschichte zum Kultfilm - Mega-Besetzung für neue Netflix-Serie

Und wer ist so alles dabei?

Auch die heterosexuelle Judy Davis (63, „Feud“), der heterosexuelle Finn Wittrock (34, „American Horror Story“) , die heterosexuelle Amanda Plummer (61, „Pulp Fiction“) und der heterosexuelle Corey Stoll (42, „House of Cards“) stehen für die neue Netflix-Serie vor der Kamera.

Ja, gut, so steht das nicht bei Bild.de. Die merkwürdigen, unerheblichen Zusätze zur Sexualität der Schauspielerinnen und Schauspieler haben wir eingefügt. Am folgenden Absatz aber haben wir nicht herumgedoktert — der steht eins zu eins so im Artikel von Bild.de-Autor Roman Scheck:

Mit dabei sind Stars, die so manchen Fan begeistern dürften: Die offen lesbische Schauspielerin Cynthia Nixon (52, „Sex and the City“), die bekennende bisexuelle Kult-Schauspielerin Sharon Stone (60, „Basic Instinct“) und der offen schwule Schauspieler Charlie Carver (30, „Desperate Housewives“).

Mal abgesehen davon, dass das alles völlig unwichtig ist: Die sind also nicht nur lesbisch, bisexuell und schwul, sondern das auch noch „offen“, „bekennend“ und „offen“.

Mit Dank an @WayneSchlegel_ für den Hinweis!

Nachtrag, 15:36 Uhr: „Bild“-Redakteur Timo Lokoschat weist bei Twitter darauf hin, dass der Artikel „im LGBT-Bereich von Bild.de“ erschienen ist. So ganz verstehen wir aber nicht, warum aufgrund der Sexualität einiger beteiligter Schauspielerinnen und Schauspieler über die neue Serie im LGBT-Bereich berichtet wird (und warum deshalb die Sexualität eine solche Rolle spielt, dass sie genannt werden muss). Inhaltlich hat „Einer flog über das Kuckucksnest“ nichts mit LGBT zu tun.

Das Wort „bekennend“ findet auch Lokoschat unangebracht.