Besinnungslos durchformatiert, Götz-en-Anbetung, Analoger Clickbait

1. Eine Show, die nur Action will
(zeit.de, Matthias Dell)
Matthias Dell hat sich die Sendung „Dunja Hayali“ im ZDF zu den rassistischen Aufwallungen in Chemnitz angeschaut. Dell kritisiert die „bis zur Besinnungslosigkeit durchformatierte“ Sendung mit den Worten: „Das Traurige an der Dunja-Hayali-Sendung ist, dass mehr Energie und Originalität in die Frage fließt, wie man in Einspielfilmen Namen von Protagonisten geil einblenden kann (mit Sendungslogo, schicken Linien und zeitweisen Unschärfen), als in jede inhaltliche Beschäftigung mit dem Thema, um das es geht.“

2. Zu Besuch bei Götz Kubitschek
(twitter.com/agitpopblog)
Seit Jahren besuchen Journalisten den Protagonisten und Publizisten der Neuen Rechten Götz Kubitschek auf dessen Rittergut im sachsen-anhaltischen Schnellroda. Das Ergebnis dieser Besuche sind oft verklärt-verquaste und romantisierende Homestories. Der Twitterer „Baron von Agitpop“ hat einige Beispiele der letzten Zeit zusammengestellt und wendet sich mit einer Forderung an die Journalisten: „Wenn es schon das 20. Kubitschek-Profil sein muss (WENN), dann kommt der Selbstdarsteller woanders hin. Ihr fahrt *nicht* nach Schnellroda, wo er die Deutungshoheit über sein Image hat.“

3. Fußballjournalismus: Die Kunst des Kommentars
(fachjournalist.de, Michael Schaffrath)
Fußball-Reporter und -Reporterinnen stehen besonders im Fokus von Kritik. Das war schon immer so, doch neue Medien wie Facebook und Twitter verschärfen das Phänomen bis zu gelegentlichen Shitstorms. Ist die Kritik an den Sport-Kommentatoren gerechtfertigt? An der TU München wurde die „Qualität der Live-Kommentierung bei der EURO 2016“ untersucht. Der für diesen Bereich verantwortliche Leiter der Sportfakultät fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen.

4. Jeder Dritte rechnet mit „Fake News“
(faz.net)
Das Meinungsforschungsinstitut Ipsos hat sich in 27 Ländern nach dem Vertrauen der Menschen in Medien umgehört. Fast jeder dritte Deutsche sei der Überzeugung, häufig oder regelmäßig auf bewusste Falschmeldungen zu stoßen. Damit geht es Deutschland im Vergleich relativ gut: In allen anderen untersuchten Ländern war das Vertrauen in Medien geringer.

5. Späte Revolution beim „Spiegel“
(sueddeutsche.de, Claudia Tieschky)
Der „Spiegel“ gehört zu etwa einem Viertel Gruner+Jahr, zu einem Viertel den Augstein-Erben und zur Hälfte der Mitarbeiter-KG, was auf eine Schenkung des Magazingründers Rudolf Augstein zurückgeht. Bislang herrschte jedoch eine Zwei-Klassen-Gesellschaft im Haus, denn Mitarbeiter von „Spiegel Online“ konnten nicht Teilhaber der KG werden. Nun gibt es Bestrebungen, dies sukzessive zu ändern.

6. Daher kommt der Clickbait
(facebook.com/Walulis, Video: 9:47 )
Medien-Satiriker Walulis beschäftigt sich in seiner neuesten „Walulyse“ mit den Erfindern des analogen Clickbaits: den Klatschzeitschriften der Regenbogenpresse. Ihm zur Seite: Yellow-Press-Experte Mats Schönauer vom „Topf voll Gold“, der erklärt, wie hemmungs- und gewissenlos die Branche schwindelt, täuscht und trickst.