„Vice“-Exodus, Lanze für Lanz, Königspinguine und Kopfbälle

1. „So weit kann man gehen“
(sueddeutsche.de, Kathleen Hildebrand)
In einer gemeinsamen Aktion verlassen alle acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der österreichischen „Vice“ die Redaktion. Der Grund: Umstrukturierungen, die die „Vice“-Zentrale in Berlin für die Redaktionen in Deutschland, der Schweiz und Österreich plant. Im Interview mit der „SZ“ erklärt Vize-Chefredakteurin Hanna Herbst, warum sich die Redakteurinnen und Redakteure nicht von Deutschland aus steuern lassen wollen.
Weiterer Lesehinweis: Bei „Meedia“ kommt die „Vice“-Chefin zu Wort: Laura Himmelreich zum Vice-Exodus in Austria: „Möchte nicht Chefin von Leuten sein, die nicht zu meinem Team gehören wollen“

2. Neuanfang mit Schleudertrauma
(deutschlandfunk.de, Nicole Markwald, Audio, 4 Minuten)
Die „Los Angeles Times“ hat bewegte Zeiten hinter sich. Im „Deutschlandfunk“ erzählt Redakteurin und Gewerkschafterin Carolina Miranda von den letzten Monaten: „Wir sahen Chefredakteure kommen und gehen, wir sind der Gewerkschaft beigetreten, wir bekamen einen neuen Eigentümer und dann sind wir auch noch umgezogen. Es fühlt sich wie ein Schleudertrauma an — wir freuen uns über einen neuen Besitzer, der Journalismus für wichtig hält, aber wir mussten uns auch nach fast einem Jahrhundert von unserem Zuhause verabschieden.“ Eine spannende, in Teilen boulevardeske Geschichte, fast wie aus dem Netflix-Universum.

3. Was machen Zeitungen online besser als Radiosender?
(radioszene.de, James Cridland)
Radio-„Futurologe“ James Cridland ist unzufrieden mit den Websites der Radiosender, die sich oft auf einen Livestream ihres Hörangebots beschränken: „Ein Livestream ist eine feine Sache, und es gibt sicherlich ein Publikum dafür. Aber auch Zeitungen bieten auch längst mehr als die plumpe PDF-Version ihrer neuesten Ausgabe. Vielleicht sollten auch mehr Radiosender sich die Vorteile des Internets zunutze machen und mehr bieten als nur das Audio-Pendant einer PDF-Datei.“

4. 7 Gründe, weshalb „Markus Lanz“ besser ist als sein Ruf
(dwdl.de, Timo Neumeier)
Auf „DWDL“ bricht Timo Neumeier eine Lanze für Markus Lanz und dessen Talkshow beim ZDF. Sendung und Moderator würden oftmals kritisiert, doch das Format sei seit zehn Jahren erfolgreich, und dafür gebe es gute Gründe.

5. Warum schwindet die größte Kolonie der Kaiserpinguine? Weshalb schaden Kopfbälle Frauen mehr als Männern? Science Media Newsreel No. 19 (30.07. bis 05.08.2018)
(meta-magazin.org)
Wie kommt Wissenschaft in die Massenmedien? Welche Themen erfahren die größte mediale Aufmerksamkeit und wird zutreffend berichtet? Diesen Fragen geht das „Science Media Center“ in seinem wöchentlichen Rückblick nach. Diesmal dabei: Eine Meldung aus dem Journal „Antarctic Science“, nach der die einst weltgrößte Königspinguin-Kolonie schrumpft, und die Erkenntnis aus dem Fachjournal „Radiology“, dass Kopfbälle bei Frauen größeren Schaden anrichten als bei Männern.

6. Ich bin jetzt auch auf Twitter, und es ist die Hölle
(welt.de, Boris Pofalla)
Boris Pofalla hat sich vor ein paar Monaten mit einem Fantasienamen auf Twitter angemeldet und damit etwas geradezu Unvorstellbares für sich gewagt: „Ich war bei ICQ, AOL, Yahoo und bei Myspace, ich bin auf Instagram und auf Facebook, aber Twitter habe ich mir immer verkniffen. So wie ich es mir auch immer verkneife, mitzukommen, wenn bei einer Party mal wieder Leute zu dritt auf der Toilette verschwinden und ihnen vor lauter Fröhlichkeit danach die Augen aus dem Kopf zu laufen scheinen wie zwei zu weich gekochte Eier.“
Ein Rant, der mit der Erkenntnis schließt: „Der nächste Weltkrieg, da bin ich mir sicher, wird mit einem Tweet beginnen.“