Wörterbuch der Hetze, Tele 5 und der Youtube-Abschieds-Diss, Abofalle NYT

1. Dem Verschwinden entgehen
(blogs.taz.de, Andreas Bull)
Die Auflage der gedruckten „taz“ ist derzeit erschreckend niedrig: Die Rede ist von gerade einmal 26.500 Abos zu regulären Preisen. Geschäftsführer Andreas Bull erklärt im „taz Hausblog“, warum er trotz dieser Zahlen keinen Grund für Panik sieht.

2. Tele 5 kehrt Youtube mit bitterbösem Diss-Rap den Rücken
(horizont.net, David Hein)
Tele-5-Boss Kai Blasberg kehrt Youtube den Rücken und lässt alle sender-eigenen Inhalte bei der Videoplattform löschen. Alle bis auf einen bitterbösen Abschiedsgruß in Form eines Musikvideos … In einem Sprechpart (ab Minute 3:00) erklärt Blasberg dem Netzwerk seine Beweggründe, die er mit allerlei Rapper-Freundlichkeiten anreichert: „Bist Du doch, Badewanne des Rechtsbruchs, ein Meer der Schändlichkeit und des Verrats, die Pissnelke unter allen elektronischen Medienwegen.“

3. Deutsch-Rechts/Rechts-Deutsch
(spiegel.de, Sascha Lobo)
Rechte und Rechtsextreme bedienen sich eines besonderen Empörungsvokabulars, das gelegentlich nicht auf Anhieb zu verstehen ist. Sascha Lobo erklärt im Übersetzungsleitfaden „Deutsch-Rechts/Rechts-Deutsch“ die wichtigsten Begriffe. Es geht dabei auch um Hetzvokabeln wie „Goldstücke“, „Remigration“ und „Umvolkung“.

4. Auslandsberichterstattung: “Den Satz ‘Davon habe ich keine Ahnung’ braucht man gar nicht erst in den Mund zu nehmen”
(fachjournalist.de, Ulrike Bremm)
Im Interview mit dem „Fachjournalist“ erzählt der Auslandskorrespondent Christian F. Trippe über seinen Alltag, welche Voraussetzungen man für den Job mitbringen sollte und wie es um die Zukunft seiner Zunft bestellt ist. Trippe empfindet seine Auslandsjahre als Bereicherung. Schwierig werde es jedoch gelegentlich bei der Rückkehr: „Zurückgehen ist schwerer als rausgehen. Du musst dich wieder einfädeln, du selbst hast dich verändert, die handelnden Personen und die Redaktionsstrukturen haben sich verändert. Das ist eine Herausforderung. Du bist quasi ein Redakteur mit Migrationshintergrund.“

5. Erzählt mir nix über großartigen Journalismus
(facebook.com, Michael Praetorius)
Der Publizist Michael Praetorius ist vom Umgang der „New York Times“ mit ihren Lesern und Leserinnen enttäuscht. Der Abschluss eines Abos der vielgerühmten überregionalen Tageszeitung sei online binnen weniger Sekunden vonstatten gegangen. Die Hürden bei einer Kündigung seien jedoch ungleich höher. Diese erfordert nämlich den umständlichen Anruf bei einer Hotline und das persönliche Aussprechen der Kündigung. „Das ist kein sehr hohes Vertrauen in ein gutes Produkt. Wichtigste Kennzahl digitaler Geschäftsmodelle ist das Wissen darüber, ob Nutzer oft und gerne wiederkommen. Dazu gehört auch das Verständnis, dass man einen Dienst jederzeit kündigen oder pausieren kann. So zerstört man Kundenvertrauen. Erzählt mir nicht, dass man mit Digitaljournalismus kein Geld verdient, solange Verlage nicht die Basics verstehen.“

6. John Oliver zertrümmert den Wiedergutmach-Werbespot von Facebook
(rollingstone.de)
In einer groß angelegten Werbe-Kampagne will Facebook verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen und sich von den Fehlern der Vergangenheit reinwaschen, unter anderem auch über ein Mea-Culpa-Filmchen. Der Satiriker John Oliver hat den Facebook-Spot für seine Late-Night-Show „Last Week Tonight“ nachproduziert.