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WDR lässt Westen im Stich, “Fake-News”-Eigentor, Sportwetten

1. Unterlassene Hilfeleistung: WDR lässt den Westen im Stich
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Als es in weiten Teilen des WDR-Sendegebiets zu Unwettern mit dramatischen Folgen kam, habe der Sender die Menschen weitgehend im Stich gelassen, kommentiert Thomas Lückerath: “Man kann dem WDR nur raten, sich in der Verteidigung dieses Totalausfalls in Radio und TV nicht zu viel auf einen einsamen Live-Ticker auf der Website oder Twitter einzubilden. Wenn sich die gesamte Kompetenz des mächtig ausgestatteten Westdeutschen Rundfunk in einer Krisensituation, die weite Teile des Landes erfasst hat, in einem banalen Text-Ticker erschöpfen soll, dann ist das ein Armutzeugnis, aber nicht nur: Wenn Angebote im Netz das Angebot im Rundfunk ersetzen soll, dann untergräbt man damit selbst die Legitimation eines bis heute über TV und Radio definierten öffentlich-rechtlichen Rundfunks.”

2. Wo endet Berichterstattung, wo beginnt Werbung?
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers, Audio: 5:00 Minuten)
Bremens Innensenator Ulrich Mäurer wirft “Bild” eine “besorgniserregende, da gezielt verharmlosende” Berichterstattung über Sportwetten vor und hat sich deswegen an den Presserat gewandt. Der Axel-Springer-Konzern gibt sich unschuldig und weist alle Vorwürfe zurück. Was ist dran an den Vorwürfen? Und welche Rolle spielt der neue Glücksspielstaatsvertrag? Darüber hat der Deutschlandfunk mit Ilona Füchtenschnieder vom Fachverband Glücksspielsucht gesprochen.

3. Springers neue “Welt”-Strategie ist ein Frontalangriff gegen die “FAS”
(meedia.de, Gregory Lipinski)
Der Axel-Springer-Verlag will die “Welt am Sonntag” mit einer Frühausgabe bereits am Samstag an die Kioske bringen. Ein schlauer Schachzug, wie Gregory Lipinski findet, der sich vor allem gegen die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” richte. Profiteur der neuen “Welt”-Vertriebsstrategie sei Springer-Chef Mathias Döpfner, der sich vor den Investoren von KKR für die schwache Sparte rechtfertigen müsse.

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4. Plädoyer für die Plagiatsjagd
(medienwoche.ch, Lothar Struck)
Lothar Struck hält ein Plädoyer für die Plagiatsjäger, die er als Korrektive für schläfrig gewordene Institutionen bezeichnet: “Sie werden immer dann aktiv, wenn ein Versagen vorliegt. Wenn Promotionsausschüsse ihren Prüfungspflichten nicht ausreichend nachkommen, Lektorate in Verlagen nur oberflächlich ausgeführt werden oder Journalisten in politischer Sympathie Bücher von Mandatsträgern nicht genau untersuchen – dann schlägt ihre Stunde.”

5. Antisemitismus-Eklat um Corona-Bestsellerautor
(t-online.de, Lars Wienand)
Der umstrittene Wissenschaftler Sucharit Bhakdi ist so etwas wie ein Held der Corona-Leugner-Szene. Nun sorgt er mit Äußerungen für Aufsehen, die als antisemitisch wahrgenommen werden können. Der Goldegg-Verlag, der auch Bhakdis letzten Corona-Verharmlosungs-Bestseller veröffentlichte, geht auf vorsichtige Distanz und verlangt von seinem Autoren eine Erklärung. “T-Online”-Redakteur Lars Wienand weist in seinem Beitrag auf einen interessanten Umstand hin: “Bhakdi selbst fasste seine Äußerungen in dem Interview möglicherweise nicht antisemitisch auf: Er sagte in dem Interview auch, er habe Juden verehrt und sei jüdischen Künstlern nachgereist. Marina Weisband, Jüdin, Psychologin und heute bei den Grünen aktive frühere Geschäftsführerin der Piratenpartei, ordnete das auf Twitter ein: ‘Ich glaub ihm das’, schrieb sie. ‘Philosemitismus [jemanden verehren, weil er Jude ist, Anm. d. Red.] ist die kleine Schwester des Antisemitismus. Niemand, der sich als ‘Juden-Verehrer’ bezeichnet, hat ein sauberes Verhältnis.”

6. Fake News Eigentor
(twitter.com, Tilo Jung, Video: 7:07 Minuten)
Tilo Jung dokumentiert auf seinem Youtube-Kanal regelmäßig Veranstaltungen der Bundespressekonferenz. Von der gestrigen Sitzung hat Jung etwas mitgebracht, das er als “Fake News Eigentor” bezeichnet: “Ein ‘Reporter’ von Russia Today hat es heute in der Bundespressekonferenz geschafft, gleich zweimal bei der Verbreitung von Desinformation live entlarvt zu werden.”

KW 27: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. LNP400 Experimenteller Zustand
(logbuch-netzpolitik.de, Tim Pritlove & Linus Neumann & Andre Meister & Thomas Lohninger, Audio: 2:27:15 Stunden)
Wer sich für Netzpolitik interessiert, wird sowohl den Podcast “Logbuch Netzpolitik” (“LNP”) von Linus Neumann und Tim Pritlove als auch die (davon unabhängige) Website netzpolitik.org kennen. In der “LNP”-Jubiläumsfolge plaudern Protagonisten beider Projekte und ihre Gäste unterhaltsam und informativ über die guten alten Zeiten: “Wir sprechen über die Entstehungsgeschichte von LNP und wie wir alle uns dem Thema Netzpolitik zugewandt haben. Wir reden über asymmetrische Beziehungen, den Podcast als Community, die Finanzierung von werbe- und bullshitfreien Publikationstätigkeiten und wo es noch so hingehen kann mit dem Podcasts. Aber wir blicken auch auf den Weg und die Erfahrungen von netzpolitik.org und epicenter.works.” Das Gespräch ist schon ein paar Tage alt (veröffentlicht wurde es am 24. Juni), aber nach wie vor sehr informativ und nett.

2. “Führungsversagen des SWR”
(kontextwochenzeitung.de, Stefan Siller & Anna Hunger, Audio: 29:09 Minuten)
Beim SWR gab es offenbar einen Fall von sexueller Belästigung, der laut “Spiegel” (nur mit Abo lesbar) nur unzureichend aufgeklärt worden sei (“Interne Dokumente belegen die desaströse Aufarbeitung”). Im “Kontext”-Podcast kommentiert Karl Geibel den Fall, der dienstälteste Rundfunkrat des SWR: “Sexuelle Belästigung geht an die Würde des Menschen, das ist die Demütigung von Frauen. Wegen der Abhängigkeit vom Vorgesetzten nenne ich es körperliche und geistige Versklavung.” Betriebs- und arbeitsrechtlich, so Geibel weiter, “hätte man sofort etwas tun können, zum Beispiel das Arbeitsverhältnis sofort zu trennen. Und da kommt das erste Führungsversagen des SWR.”

3. Mediale Tiefschläge: Wie die Presse mit Politikerinnen umgeht – Medienpodcast
(deutschlandradio.de, Brigitte Baetz & Nicole Kraus & Martin Schwarzkopf & Ulrike Winkelmann, Audio: 37:58 Minuten)
Haben es Politikerinnen in den Medien schwerer? Und wie könnte mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Berichterstattung aussehen? Über diese Fragen diskutiert Nicole Kraus mit Ulrike Winkelmann, Chefredakteurin der Berliner “taz”, Martin Schwarzkopf, Chefredakteur des Aschaffenburger “Main-Echo”, und Brigitte Baetz aus der Medienredaktion des Deutschlandfunks.

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4. MTM21: Ignorieren oder Integrieren? Plattformstrategien für Medien
(youtube.com, Phoenix, Andreas Weise, Video: 1:00:45 Stunden)
Bei einem Panel der Medientage Mitteldeutschland ging es um Plattformstrategien für Medien. Markus Heidmeier (Beyond Platforms Initiative), Saruul Krause-Jentsch (Spotify), Henning Nieslony (TVNow), Felix Pace (Netflix) und Schiwa Schlei (WDR) diskutieren über die damit in Zusammenhang stehenden Themen: Können klassische Medien ohne Plattformen oder Vernetzungen noch zukunftsfähig sein? Wie erfolgreich sind die Video-on-Demand- und Streaming-Services wie TVNow oder die ARD-Mediathek? Und welche Pläne haben die Anbieter für die Zukunft?

5. Sinnvoll? – Ent-Netzung
(ardaudiothek.de, Jürgen Wiebicke, Audio: 54:21 Minuten)
Beim philosophischen Radio unterhält sich Gastgeber Jürgen Wiebicke mit Guido Zurstiege, der als Professor für Medienwissenschaft an der Uni Tübingen lehrt. Es geht um die Frage, ob und wie ein gesunder Medienkonsum möglich sein könnte, um die Sehnsucht nach Stille und um Strategien der Ent-Netzung: “Wir sind permanent auf Sendung. Und auf Empfang. Die (sozialen) Medien sind omnipräsent in unserer zunehmend digitalisierten Welt. Wie geht ein gutes Leben in dieser Zeit?”

6. Warum wir die Tiere im Netz brauchen
(deutschlandfunkkultur.de, Christine Watty & Johannes Nichelmann, Audio: 39:29 Minuten)
Beim Kulturpodcast “Lakonisch Elegant” geht es um die Frage, wie der Blaufußtölpel zum Meme wurde, aber auch um viele andere Tiere in Sozialen Medien: “Wir müssen ja nicht bei den Katzen anfangen, aber welche Funktion Hunde und Eichhörnchen und Tölpel und Vögel haben, die über das Süßfinden hinausgehen, das möchten wir philosophisch-pragmatisch besprechen. Und: Welche Tiere gehen, welche nicht, hat Twitter eigene Sommerloch-Tiere?”

KW 26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Cancel Culture und Meinungsfreiheit: Was geht noch?
(zdf.de, Markus Lanz, Video: 1:14:39 Stunden)
Immer mehr Deutsche fühlen sich laut einer aktuellen Allensbach-Umfrage in ihrer Meinungsfreiheit bedroht. Markus Lanz unterhält sich mit vier Gästen über die möglichen Gründe für diese Gefühlslage: dem Publizisten und Chefredakteur der “Zeit” Giovanni di Lorenzo, der Politikwissenschaftlerin Emilia Roig, der Autorin und Moderatorin Thea Dorn sowie dem Autor und “Spiegel”-Kolumnisten Sascha Lobo. (Wer weniger Zeit investieren will: Bei Youtube gibt es einen halbstündigen Zusammenschnitt der Sendung.)

2. Journalismus und Whistleblowing
(youtube.com, Whistleblower-Netzwerk e.V., Video: 1:45:21 Stunden)
Ob Wirecard-Skandal, Cum-Ex-Machenschaften, Panamapapers oder Rechtsextreme bei der Bundeswehr: Stets waren es Whistleblower, von denen die entscheidenden Hinweise kamen. Wie wichtig sind die Hinweisgeber für die investigative Berichterstattung zu Fällen von öffentlichem Interesse? Wie können Gesetzgeber, Journalistinnen und Journalisten Quellenschutz sicherstellen? Und ist das im digitalen Zeitalter überhaupt noch möglich? Über diese und damit verwandte Themen diskutieren Sven Giegold, Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im Europaparlament, Georg Mascolo, Leiter der Recherchekooperation von NDR, WDR und “Süddeutscher Zeitung” und ehemaliger Chefredakteur des “Spiegel”, Annegret Falter, Vorsitzende des Vereins Whistleblower Netzwerk, und Daniel Moßbrucker, Journalist und Trainer für digitale Sicherheit.

3. Jugend und Medien in der Hauptstadt
(youtube.com, Alex Berlin & Charlotte Bauer, Video: 1:00:31 Stunden)
Der “Berliner Mediensalon” ist eine Kooperation des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union sowie der gemeinnützigen Meko Factory. Im aktuellen Talk geht es um die Vermittlung von Medienkompetenz und den verantwortlichen Umgang mit Medien: Inwieweit werden Jugendliche tatsächlich in der Schule darauf vorbereitet? Und was für zusätzliche Angebote müssten geschaffen werden? Darüber diskutieren Vertreter verschiedener Parteien, die Jugendbildungsreferentin der DGB-Jugend Berlin-Brandenburg und eine Vertreterin des DJV.

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4. Der ORF und die Medien
(youtube.com, Falter, Video: 40:42 Minuten)
“Wild umstritten: die Medien, der ORF und die Öffentlichkeit in Österreich” – Im “Falter”-Gespräch unterhalten sich “ZiB-2”-Anchorman Armin Wolf, “Falter”-Medienressortchefin Barbara Tóth und Universitätsprofessor Leonhard Dobusch, der auch Mitglied des ZDF-Fernsehrates ist, über die aktuelle Mediensituation in Österreich.

5. Diversität in der Nachrichtensprache und Reuters Report
(wdr.de, Steffi Orbach, Audio: 43:55 Minuten)
Das WDR5-Medienmagazin enthält erneut eine bunte Mischung an Themen, darunter: Diversität in der Nachrichtensprache, Initiativen gegen Hass beim Gaming, Mediennutzung im Corona-Jahr, Desinformationen und Infektionszahlen, Ausverkauf der Pressefreiheit Hongkongs und der Abschied von Liz Mohn. Bei der Medienschelte am Ende der Sendung werden einige Kommentare der Fußballexperten satirisch aufgespießt.

6. Wie dich schöne Frauen rechtsextrem machen
(youtube.com, Walulis Story SWR3, Video: 12:34 Minuten)
“Rechte Influencerinnen: Wo Nazis auf Nazissmus treffen …” Philipp Walulis und sein Team haben sich bei Youtube und auf den Social-Media-Plattformen angeschaut, wie “dich schöne Frauen rechtsextrem machen”.

“Bild”s hämische Koketterie, Weltwunder, Mitschüler “PietSmiet”

1. Polizisten greifen bei Demonstration Journalisten an
(spiegel.de)
Bei einer Demonstration in der Düsseldorfer Innenstadt gegen das geplante neue Versammlungsgesetz für Nordrhein-Westfalen sollen Polizeibeamte zwei Journalisten attackiert haben. Unter anderem sei ein dpa-Fotograf mehrfach mit einem Schlagstock geschlagen worden. Die Polizei habe zunächst keine näheren Angaben zu dem Einsatz gemacht.

2. So unangenehm ist der neue Werbeclip für den TV-Kanal von BILD
(vice.com, Robert Hofmann)
Robert Hofmann hat sich den neuen Werbeclip für den TV-Kanal von “Bild” angeschaut, der nicht nur die Amazon-Dokumentation “BILD.Macht.Deutschland?” zitiert, sondern auch versucht, sich an die Erfolgsserie “Stromberg” anzulehnen. Ein gescheiterter Versuch, wie Hofmann findet: “Nein, das alles ist nicht Stromberg, das ist nicht witzig. Hier soll nichts entblößt werden, das ist keine kluge Satire und auch keine ehrliche Aufarbeitung von Kritik. Dieser Clip ist auch kein Zitat der Serie. Hier sehen wir nur hämische Koketterie von Menschen, die wissen, dass große Teile der Gesellschaft mit Verachtung auf sie blicken, und ihnen doch nichts anhaben können.”

3. Schweizer “Weltwoche” zeigt Deutschland, wie Weltwunder-Journalismus geht
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
“Die Zeitung, in der regelmäßig Matthias Matussek, Thilo Sarrazin, Norbert Bolz, Hans-Georg Maaßen und Henryk M. Broder schreiben, ist in dieser Woche mit einer Spezialausgabe erschienen, in der nun auch noch Harald Martenstein, Kai Diekmann, Jan Fleischhauer, Franz Josef Wagner, Boris Reitschuster und Ralf Schuler schreiben. Mehr Trigger kann man für 9 Schweizer Franken wirklich nicht erwarten.” Stefan Niggemeier hat sich triggern lassen und sich tapfer durch eine “Weltwoche”-Sonderausgabe gekämpft.

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4. No. 7 – der neue nestbeschmutzer ist da
(netzwerkrecherche.org, Malte Werner)
Erneut haben Studierende aus dem Master-Studiengang Journalistik und Kommunikationswissenschaften der Universität Hamburg begleitend zur Netzwerk-Recherche-Jahreskonferenz den “nestbeschmutzer” (PDF) produziert. In der kostenlos verfügbaren Online-Zeitung widmen sich 16 Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten Themen wie Medienkompetenz, Pressefreiheit und Datenjournalismus.

5. Überlegenheit oder Überheblichkeit
(deutschlandfunk.de, Annabell Brockhues, Audio: 6:47 Minuten)
Nachdem die Uefa abgelehnt hatte, dass die Münchner Arena zum Fußball-EM-Spiel gegen Ungarn in den Regenbogenfarben beleuchtet wird, regte sich vielfältiger Protest. Einige Sender und Tageszeitungen gestalteten temporär ihre Logos zu Regenbogenfarben-Signets um. Viele Promis und Unternehmen taten Ähnliches auf ihren Social-Media-Kanälen. Der Medienkritiker Stefan Niggemeier ist zwiegespalten, was die Aktion anbelangt.

6. Mein Mitschüler, der YouTube-Star
(zeit.de, Inga Pöting)
“Peter schien sich nicht besonders dafür zu interessieren, was andere von ihm dachten. Er trug Karohemden, die auch aus dem Schrank seines Vaters hätten stammen können, und er gab im Unterricht oft merkwürdige Antworten.” Die Rede ist hier von Peter Smits, der auf Youtube als “PietSmiet” Millionen von Followern hat. Die Journalistin Inga Pöting hat mit Smits die Schulbank gedrückt. Beide schlugen unterschiedliche Karrierewege ein und begegneten sich Jahre später wieder in einer Kneipe. Der Initialfunke für ein neuerliches Treffen mit dem erfolgreichen Webvideo-Produzenten, das zu dieser lesenswerten, da sehr persönlichen Reportage führte.

KW 25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Kinder in Dokusoaps: Wie weit darf Reality-TV gehen?
(ndr.de, Lea Eichhorn & Désirée Fehringer, Video: 14:31 Minuten)
Über die (mittlerweile abgesetzte) Sat.1-Reality-TV-Show “Plötzlich arm, plötzlich reich” wurde in jüngster Vergangenheit einiges berichtet. Der Ballermann-Star Matthias Distel (alias Ikke Hüftgold) hatte seiner Aussage zufolge erst vor laufender Kamera davon gehört, dass bei den Dreharbeiten traumatisierte Kinder beteiligt seien, darauf habe er die Dreharbeiten abgebrochen und den Vorgang öffentlich gemacht. Doch nun scheint er eine 180-Grad-Wendung eingelegt zu haben. Ein Deal mit der Produktionsfirma Imago?

2. 13 Podcasts, 15 Stunden, ein Festival
(zeit.de)
Vergangenen Sonntag veranstaltete die “Zeit-Online”-Redaktion ein eigenes “Podcastfestival” mit allen bedeutenden Podcast-Formaten des Hauses. Das Festival fand auf zwei virtuellen Bühnen statt. Auf der Webseite gibt es alle Live-Podcasts zum Nachschauen beziehungsweise Nachhören, darunter “Verbrechen”, “Alles gesagt?”, “Was jetzt?”, “OK, America?”, “Unter Pfarrerstöchtern”, “Das Politikteil” unter “Servus. Grüezi. Hallo.”

3. Ep. 97: Die Zerstörung der INSM
(wohlstandfueralle.podigee.io, Ole Nymoen & Wolfgang M. Schmitt, Audio: 28:46 Minuten)
Unlängst sorgte eine Anzeigenkampagne für Aufsehen und Empörung: In ganzseitigen Inseraten renommierter Zeitungen war die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock als verkleidete Mosesfigur zu sehen – in den Armen zwei Steintafeln mit zehn angeblichen grünen Verboten. Auftraggeber der Kampagne ist die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dieser “Initiative”? Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt schildern im Podcast ihre Sicht auf die wirtschaftsfreundlichen Lobbyisten: “Die Vorgehensweise dieser Propagandaorganisation des Neoliberalismus ist manchmal laut auftrumpfend, bisweilen aber geht man perfide subtil vor, um gewisse Positionen in der Öffentlichkeit zu lancieren. Auch Prominente lassen sich gern vor den Karren der Initiative spannen, die 1999 gegründet wurde und mit ihren Anzeigenkampagnen auch viele Zeitungsverleger glücklich macht.”

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4. Die Videos der re:publica 21 sind online. Wir haben eine Auswahl für Euch.
(netzpolitik.org, Markus Beckedahl)
Wegen der Corona-Pandemie fand die re:publica auch dieses Jahr nur im Netz statt. re:publica-Mitgründer und Netzpolitik-Experte Markus Beckedahl stellt eine aus netzpolitischer Sicht besonders interessante Auswahl von Youtube-Mitschnitten vor. Nahezu alle Vorträge berühren auch Medienthemen oder sind komplett medienrelevant.

5. Der CureVac-Absturz: Waren viele Medien in Deutschland zu unkritisch?
(uebermedien.de, Holger Klein, 21:10 Minuten)
Einst wurde der Corona-Impfstoff von CureVac als Hoffnungsträger und Heilsbringer gefeiert, heute sieht die Sache anders aus: Der Impfstoff ist laut Studienergebnissen weniger wirksam, der Aktienkurs des Unternehmens in der Folge deutlich gefallen. Holger Klein hat sich mit Andrej Reisin über den Fall unterhalten, der die Rolle des CureVac-Investors Dietmar Hopp und die Lobhudeleien vieler Medien bereits vor Monaten kritisch sah.

6. Fachjournalist-Podcast: Schätze in Archiven und Bibliotheken für die Recherche heben
(fachjournalist.de, Aenne Chalhoub, Audio: 18:34 Minuten)
Für Journalistinnen und Journalisten sind Archive und Bibliotheken eine ausgezeichnete Recherchequelle, bieten sie doch Zugang zu ganz unterschiedlichen Datenbanken und Fachmagazinen. Im “Fachjournalist”-Podcast unterhält sich Aenne Chalhoub mit der Leiterin des Archivs der Technischen Universität Berlin und mit dem Direktor der Uni-Bibliothek der TU Berlin über die besonderen Möglichkeiten der Archive für die journalistische Recherche.

7. Moritz Tschermak: “Ich will zeigen, wie Bild die Gesellschaft spaltet.”
(hr-inforadio.de, Christoph Scheffer, Audio: 26:35 Minuten)
Hörtipp in eigener Sache und daher als zusätzlicher Link: Am Mittwoch hat sich Christoph Scheffer vom Hessischen Rundfunk mit meinem BILDblog-Kollegen Moritz Tschermak über dessen “Bild”-kritisches Buch “Ohne Rücksicht auf Verluste” unterhalten.

“Zeit” mit Zeit für Putin, Dresdner “Corona-Quark”, Klick zur Krake

1. Heuler
(sueddeutsche.de, Nils Minkmar)
Die “Zeit” hat einen Gastbeitrag des russischen Präsidenten Wladimir Putin veröffentlicht. Eine verständliche Entscheidung, findet Nils Minkmar, wenn man etwas Entscheidendes beachte: “Bei einem Text gibt es eine Sorgfaltspflicht, wie sie auch für andere Produkte gilt, und zu so einem Artikel gehört in diesem Fall der Warnhinweis, das hier lupenreine Propaganda enthalten ist.”
Weiterer Tipp: Im Deutschlandfunk bezeichnet Samira El Ouassil die Veröffentlichung des Putin-Beitrags als “verstörendes Signal” und kommt zu folgendem Vergleich: “Es ist, als schriebe der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro in der ‘Süddeutschen Zeitung’ einen Essay über die Geschichte Brasiliens oder Trump einen Artikel über Wahlurnen im ‘Spiegel’ – oder als würde Alexander Gauland in der FAZ einen Gastbeitrag über Populi… – ach, Moment, Entschuldigung, das war ja tatsächlich passiert.”

2. Bekannte Corona-Leugner von Anonymous brutal vorgeführt
(watson.ch, Oliver Wietlisbach)
Eine “schweizerisch-europäische Facebook- & YouTube-Alternative” sollte es werden, was Corona-Verschwörungserzähler und sogenannte “Querdenker” vollmundig unter dem Titel “Ignorance” angekündigt hatten. Doch es kam anders: Hacker bemächtigten sich der Website und veröffentlichten auf ihrer Enthüllungsplattform diverse Interna des mutmaßlichen Hauptdrahtziehers und Profiteurs des Projekts, darunter diverse E-Mails und Rechnungen.

3. Mit einem Klick zur Krake
(kontextwochenzeitung.de, Josef-Otto Freudenreich)
Als ein schwuler Buchhändler aus Stuttgart eine lange LGBT-Literaturliste in der Online-Ausgabe der “Stuttgarter Zeitung” entdeckt, ist die Freude zunächst groß. Doch sie währt nicht lange: Die Regionalzeitung empfiehlt nicht etwa den Erwerb der Bücher im lokalen Buchhandel, sondern hat stattdessen Empfehlungslinks zu Amazon gesetzt, schreibt Josef-Otto Freudenreich: “Und das verträgt sich seines Erachtens nicht mit der bisherigen Fürsorge des Stuttgarter Pressehauses, den lokalen Einzelhandel betreffend. In großformatigen Anzeigen werben die StZN und das Wochenblatt für den ‘Kauf vor Ort. Weil Deine Stadt alles hat’, nicht müde werden sie, darauf hinzuweisen, wie bedrohlich die Corona-Krise für die kleinen Läden ist, dass die Verödung der Innenstädte verhindert werden müsse.”

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4. Der “Corona-Quark” der Dresdner Stadtschreiberin
(mission-lifeline.de, Matthias Meisner)
Mit Kathrin Schmidt hat Dresden nicht nur eine neue Stadtschreiberin, sondern, wie sich erst jetzt herausstelle, auch eine engagierte Corona-Leugnerin und Anhängerin der “Querdenker”-nahen Partei “Die Basis”. Die Stadt Dresden wolle die Auszeichnung (ein halbes Jahr Mietfreiheit zuzüglich 1500 Euro je Monat) nicht zurücknehmen und biete an, “die unterschiedlichen Auffassungen insbesondere zur Coronapandemie in einem öffentlichen Diskurs mit anderen Autor:innen zu erörtern”. Matthias Meisner kommentiert: “So würden dann die Coronaverharmloser:innen doch noch eine weitere Bühne bekommen – quasi ergänzend zu den Protesten von Pegida und ‘Querdenken’. Typisch Dresden, möchte man sagen.”

5. Chinakritische “Apple Daily” stellt Betrieb ein
(spiegel.de)
Vergangene Woche gab es bei der wichtigsten Oppositionszeitung Hongkongs, der “Apple Daily”, eine Großrazzia: Etwa 500 Polizisten rückten an, nahmen mehrere Angestellte der Zeitung fest und beschlagnahmten Computer, Mobiltelefone sowie journalistische Aufzeichnungen. Außerdem erfolgte die Ankündigung, die Vermögenswerte des Medienunternehmens einzufrieren. Nun teilte die Muttergesellschaft mit, man werde das Blatt einstellen. Der Gründer und Besitzer von “Apple Daily”, Jimmy Lai, sitzt übrigens bereits seit Dezember 2020 im Gefängnis.
Weiterer Lesehinweis: Auf Twitter kritisiert Mario Sixtus eine Formulierung des hier verlinkten “Spiegel”-Beitrags: “Was heißt ‘knickt ein’? Was ist das für eine tendenziöse Formulierung? Jimmy Lai und andere Köpfe der Zeitung wurden unter fadenscheinigen Vorwürfen inhaftiert und die Konten eingefroren. ‘Peking zerstört größte Pro-Demokratie-Zeitung Hongkongs’ wäre passender als ‘einknicken’!”

6. Werbekennzeichnung in Online-Medien – neuer Leitfaden
(blmplus.de, Nele Heins)
Mit dem Inkrafttreten des Medienstaatsvertrags gelten auch neue Spielregeln zur Kennzeichnung von Werbung in Online-Medien. Hilfreich ist dabei der überarbeitete “Leitfaden der Medienanstalten zur Werbekennzeichnung bei Online-Medien” (PDF).

Jugendschützer vs. Pornoportal, PR vs. Journalismus, Letzte Reporter

1. In der Pandemie zahlen mehr Menschen für Inhalte im Netz
(faz.net)
Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Yougov hat sich im Auftrag eines Zahlungsdienstleisters umgehört, wie sich die Bereitschaft der Menschen entwickelt hat, für Bezahlinhalte im Netz Geld auszugeben. Die Corona-Pandemie habe die Ausgabebereitschaft in Deutschland wachsen lassen. Im internationalen Vergleich seien die Deutschen jedoch eher zurückhaltend, was Bezahlinhalte im Internet angeht.

2. Filmtipp: “Die letzten Reporter”
(verdi.de, Thomas Klatt)
Im 95-minütigen Dokumentarfilm “Die letzten Reporter” kann man drei Zeitungsjournalistinnen und -journalisten bei ihrer Arbeit bei der “Schweriner Volkszeitung”, der “Landeszeitung” aus Lüneburg und den “Osnabrücker Nachrichten” zusehen. Thomas Klatt hat sich den Film, der morgen in ausgewählte Kinos kommt, vorab angeschaut und hat gemischte Gefühle: Der Film wolle “zwar die guten alten Zeiten des Lokaljournalismus zeigen, die schwierigen Seiten des zu nahen Miteinanders von Reporter*innen und Reportierten werden aber nicht mal angerissen.”

3. Europäische Medien und die Covid-19-Impfstoffe
(de.ejo-online.eu)
Verschiedene europäische “EJO”-Redaktionen haben untersucht, wie in den Medien unterschiedlicher Länder über die Covid-19-Impfstoffe berichtet wurde: “Mit welchen Attributen werden bestimmte Impfstoffe verknüpft und beschrieben? Lassen sich mit Blick auf die Entwicklung der Impfkampagnen bestimmte zeitliche Zusammenhänge erkennen? Und welche Themen standen im Mittelpunkt der Berichterstattung?”

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4. PR vs. Journalismus – wie viel Club-TV ist gut fürs Fernsehen?
(dwdl.de, Manuel Weis)
Der unabhängige Sportjournalismus bekommt in den vergangenen Jahren immer stärkere Konkurrenz durch Club-TV und eigene Youtube-Formate der Sportvereine. Dieses Jahr würden nahezu alle großen Vereine eigene Inhalte produzieren und vermarkten. Der Pay-TV-Sender Sky habe die unliebsame Konkurrenz früher noch stark kritisiert. Heute zeige Sky mehrere Vereinsproduktionen in seinem Programm.

5. Jugendschützer wollen xHamster sperren
(spiegel.de)
Laut der Kommission für Jugendmedienschutz wollen deutsche Behörden den Hosting-Provider einer Pornowebsite zwingen, deutsche Nutzer und Nutzerinnen künftig auszusperren. Dem vorausgegangen sei der (gescheiterte) Versuch, einige Pornoportale dazu zu bewegen, Jugendschutzmaßnahmen nach deutschen Standards zu etablieren.

6. Gericht hält YouTube nicht verantwortlich für Urheberrechtsverstöße
(zeit.de)
Laut Europäischem Gerichtshof haften Youtube und andere Internetplattformen nicht automatisch für dort illegal hochgeladene Inhalte, sie müssten jedoch fragliche Inhalte löschen, wenn sie vom Rechteinhaber auf deren Existenz hingewiesen werden. Außerdem müssten Betreiber technische Vorkehrungen treffen, wenn bekannt sei, dass auf ihrer Plattform häufig geschützte Werke verbreitet werden.

Offener Brief, Schlechterbezahlung belegt, Laschets verpasste Chance

1. Offener Brief der Autor:innen an die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten
(hoerspielkritik.de, Verband der Theaterautor:innen & Hans-Flesch-Gesellschaft, Forum für akustische Kunst)
Zahlreiche Autorinnen und Autoren befürchten für sie nachteilige Auswirkungen des neuen Medienstaatsvertrags und haben sich deshalb in einem offenen Brief an die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten gewandt: “Kunst und Kultur werden in den neuen Medienstaatsverträgen nicht mehr als Auftrag des Rundfunks definiert, sondern lediglich als ‘Angebote’. Die ARD nimmt damit Abschied vom Gedanken der Grundversorgung und wandelt sich schrittweise in einen quasi kommerziellen Anbieter um”. Und natürlich geht es dabei auch ums Geld: “Wir haben die Neugier auf Neues, wir schreiben die Serien, die Dramen und Komödien und auch die crossmedialen Formate des 21. Jahrhunderts. Aber wir nehmen es nicht hin, dass wir nach Honorarbedingungen aus einem anderen Zeitalter bezahlt werden.”

2. Ein Modell mit Schwächen – und Gefahren
(tagesschau.de, Wulf Rohwedder)
Die Idee klingt zunächst gut: “Publikum ist eine Plattform für Schreibende und ihre Leserschaft. Wir bieten Schreibenden die Tools, um mit ihren Texten Reichweite zu bekommen und auch für ihre Arbeit vergütet zu werden.” Das muss sich jedenfalls das Bundesministerium für Wirtschaft gedacht haben, das das Projekt in sein Förderprogramm für innovative Geschäftsmodelle aufgenommen hat. Doch die Macher und Macherinnen scheinen mit der Sichtung der eingereichten Beiträge teilweise überfordert zu sein. Immer wieder würden problematische Inhalte auf der Seite landen.

3. Weiterer Erfolg im Equal Pay-Verfahren: Schlechterbezahlung belegt, Klägerin setzt nun auf Bundesverfassungsgericht
(freiheitsrechte.org, Janina Zillekens)
Bis zum Bundesarbeitsgericht musste sich eine Journalistin hochklagen, um vom ZDF in Form einer Gehaltsauskunft bestätigt zu bekommen, dass vergleichbare männliche Kollegen im Mittel erheblich mehr verdienen. Nora Markard hat das Verfahren für die Gesellschaft für Freiheitsrechte juristisch begleitet: “Die Auskunft erhärtet nicht nur den Diskriminierungsverdacht, sondern zeigt auch, dass der Klägerin jährlich bis zu 18.000 Euro entgehen – das sind ganz erhebliche Summen. Das erklärt, warum der Sender sich bisher mit Händen und Füßen gegen die Auskunftspflicht gewehrt hat.” Sachliche Gründe, warum die Männer mehr verdienen, habe das ZDF bislang nicht überzeugend vortragen können.

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4. Funktioniert das Gendersternchen (und wie)?
(sprachlog.de, Anatol Stefanowitsch)
Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch fasst die Ergebnisse einer Studie über das Gendersternchen zusammen: “Das ‘generische’ Maskulinum ist nicht geeignet, uns neben Männern auch an Frauen denken zu lassen (keine Überraschung, das wissen wir schon lange). Außerdem denken wir bei (fast) jeder sprachlichen Form hauptsächlich an Männer (auch das ist schon lange bekannt). Aber: Das Gendersternchen erhöht signifikant die Wahrscheinlichkeit, dass wir auch an Frauen denken – allerdings nicht stärker als die traditionelle Doppelform (und nicht so stark wie das Binnen‑I)! Wir können also ebensogut weiterhin die Doppelform (Musikerinnen und Musiker) verwenden, um den Effekt des Gendersternchens (Musiker*innen) zu bekommen.” In Bezug auf das Problem der Unsichtbarkeit nicht-binärer Menschen sei das Gendersternchen nicht die Lösung, sondern nur ein erster Schritt.

5. Laschet sagt Kanzlerkandidaten-Runde mit Rezo und Tilo Jung ab
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Den Youtubern Rezo und Tilo Jung ist es nach eigenen Angaben gelungen, Olaf Scholz, Spitzenkandidat der SPD, und Annalena Baerbock, Spitzenkandidatin der Grünen, für ein Online-Kanzlerduell auf Youtube und Twitch zu gewinnen. Von Armin Laschet (CDU) gab es jedoch eine Absage, was von vielen als Kneifen und verpasste Chance empfunden wurde. Hendrik Zörner vom Deutschen Journalisten-Verband kommentiert in eine ähnliche Richtung: “Nun kann man ja zu Rezo und Jung stehen, wie man will. Aber klar ist, dass sie Interviews anders führen als die meisten Journalisten des Berliner Politikbetriebs und damit den Journalismus bereichern. Und sie erreichen junge Menschen – auch und gerade solche, die sich ausschließlich in Social Media informieren. Ein Triell auf Youtube wäre eine gute Ergänzung zu den Fragerunden der öffentlich-rechtlichen und privaten Sender gewesen.” Die CDU habe gegenüber netzpolitik.org darauf verweisen, dass “viele digitale Formate für alle Zielgruppen von jung bis alt” mit Laschet geplant seien.

6. ARD, ZDF und die Frage: Ist unser Fernsehen zu Nostalgie-beschwipst?
(dwdl.de, Peer Schader)
Peer Schader beschäftig sich in seiner aktuellen Medien-Kolumne mit dem “Nostalgiefernsehen-Fernsehen”. Mit liebevoller Wehmut denkt er an die guten, alten Zeiten des linearen Fernsehens zurück und fragt sich: “An was aber erinnern sich Menschen in 30 oder 40 Jahren dann aus dem Programm von heute? Welche Show aus diesem irren Jahr 2021, in dem die erste Pandemie des Jahrhunderts zu Ende ging, läuft zu Ostern in der Wiederholung? Und auf welchem Gerät überhaupt?”

7. Shitstürme und Fake News in unsozialem Medium: Das BILD-kritische Buch von Mats Schönauer und Moritz Tschermak
(scilogs.spektrum.de, Markus Pössel)
Ausnahmsweise ein siebter Link, da in eigener Sache: Bei den “SciLogs” stellt Markus Pössel das “Bild”-kritische Buch meiner BILDblog-Kollege Moritz Tschermak und Mats Schönauer vor: “Wer sowieso schon nach dem Max-Goldt-Zitat von BILD als ‘Organ der Niedertracht’ gehandelt hat, wird sich durch die von den Autoren zusammengetragenen und dokumentierten Beispiele bestätigt sehen.”

KW 24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Cui Bono: WTF happened to Ken Jebsen?
(ardaudiothek.de, Audio)
Wer wenig Zeit hat und nur eine Empfehlung von dieser Liste mitnehmen will: Hier ist sie! Die Produktion über die Verwandlung von Ken Jebsen vom aufstrebenden Radiomoderator zum berühmt-berüchtigten Verschwörungsideologen ist großartig umgesetzt. Die Macherinnen und Macher haben mit vielen Zeitzeugen gesprochen und sind erkennbar bemüht, ein möglichst facettenreiches Bild von der Person Jebsen zu zeichnen (jedenfalls in den ersten zwei bislang abrufbaren Folgen). Absoluter Hörtipp!

2. Verdacht: Kritische Artikel gegen Spenden gelöscht
(youtube.com, Zapp – Das Medienmagazin, Video: 9:20 Minuten)
Arndt Ginzel berichtet für das Medienmagazin “Zapp” über einen äußerst bemerkenswerten Fall: Ein Finanzjournalist soll Leuten, deren Produkte in seinen bewertenden Artikeln schlecht wegkommen, das Löschen der für sie nachteiligen Beiträge anbieten – gegen eine Spende an die Leipziger Tafel. Was sagen die Tafel-Verantwortlichen dazu? Was sagt der Deutsche Journalisten-Verband zu dem Fall? Und was ist strafrechtlich von der Sache zu halten?

3. Kanzlerduell auf YouTube mit REZO?
(youtube.com, Rezo, Video: 14:36 Minuten)
Die Youtuber Rezo und Tilo Jung wollten gemeinsam ein Online-Kanzlerduell organisieren und hatten dafür nach eigenen Aussagen bereits Unterstützungszusagen von Youtube und “Zeit Online” als technische Dienstleister beziehungsweise Ausrichter. Von Annalena Baerbock (Grüne) und Olaf Scholz (SPD) sei ebenfalls grünes Licht für die Veranstaltung gegeben worden, von Armin Laschet (CDU) sei hingegen eine Absage gekommen. Im Video erzählt Rezo den “Verhandlungsverlauf” zwischen den Beteiligten nach.

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4. Buchvorstellung: Influencer – Die Ideologie der Werbekörper
(youtube.com, AStA der Universität Bonn, Video: 1:55:50 Stunden)
Wolfgang M. Schmitt rechnet in seinem Buch “Influencer: Ideologie der Werbekörper” (Co-Autor: Ole Nymoen) mit – der Titel verrät es schon – dem Geschäftsmodell der Influencer ab. Auf Einladung des AStA der Universität Bonn stellt Schmitt sein Buch vor und analysiert die Ökonomie und Ideologie der Influencer.

5. Neue Boulevardmedien und parteiische Medien: Diskussion der Initiative Qualität im Journalismus
(youtube.com, IQ Journalismus, Video: 1:32:49 Stunden)
Die Initiative Qualität im Journalismus hat einen Livetalk über “Neue Boulevardmedien und parteiische Medien” veranstaltet. Es geht dabei um die Fragen: Was bedeutet Aktivismus für den Qualitätsjournalismus? Was bedeuten die Entwicklungen am Medienmarkt für den Qualitätsjournalismus? Und was verändert sich dadurch im Journalismus? Es diskutieren Alexandra Föderl-Schmid (stellvertretende Chefredakteurin der “Süddeutschen Zeitung”), Michael Roither (Professor für Digitale Medien und Kommunikation), Thomas Walach (Chefredakteur “ZackZack”) und Ivo Mijnssen (Korrespondent Zentral- und Osteuropa für die “NZZ”).

6. “Ein Sumpf aus systemischer Korruption”
(falter.at, Video: 41:31 Minuten)
Florian Klenk, Chefredakteur des österreichischen “Falter”, hat sich mit dem ehemaligen “Krone”-Ressortleiter Thomas Krems unterhalten. Wie funktioniert Österreichs auflagenstärkstes Boulevardblatt? Und wie schafft es Bundeskanzler Sebastian Kurz, das Blatt für sich einzuspannen? Krems packt in gnadenloser Offenheit aus und erzählt von seinen ersten Begegnungen mit dem heutigen Bundeskanzler, der Macht der Verlegerfamilie Dichand sowie der “Inseratenkorruption” in Österreich.

KW 23: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wie kann man noch aus Belarus berichten?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 36:57 Minuten)
Holger Klein hat sich mit Demian von Osten unterhalten, dem Korrespondenten im Moskauer ARD-Studio, der als einer der wenigen Journalisten überhaupt noch aus Belarus berichten kann und darf. Wie lässt es sich in einer Diktatur als Journalist arbeiten, und welche Folgen haben die Einschränkungen für von Ostens Arbeit? Der ARD-Reporter antwortet abwägend: “Die Menschen vor Ort stehen viel mehr unter Druck als wir. Das Schlimmste, was mir passieren kann, als privilegiertem Westeuropäer, ist, dass ich ausgewiesen werde und die Akkreditierung verliere. Aber ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen, dass man es riskieren würde, jetzt einen westlichen Journalisten ewig lang festzuhalten und sozusagen als Geisel zu benutzen.”

2. MW166 – die Rückkehr des Claas Relotius
(soundcloud.com, Medien-Woche, Christian Meier & Stefan Winterbauer, Audio: 56:15 Minuten)
In der aktuellen Folge des Podcasts “Die Medien-Woche” sprechen Christian Meier und Stefan Winterbauer schwerpunktmäßig über das “Reportagen”-Interview mit Claas Relotius (nur nach Registrierung lesbar): Was folgt daraus? Wie ist es einzuschätzen? Und ist das Kapitel Relotius für den Journalismus damit erledigt? Im Gespräch entstehen gute Gedanken und weiterführende Fragen, die auch den Kern des ursprünglichen Skandals betreffen.

3. Zwei Herren mit Hund #68: Das Medium unterwirft sich
(podcastc82418.podigee.io, Audio: 50:00 Minuten)
In der neuesten Ausgabe von “Zwei Herren mit Hund” beschäftigen sich Werbefachmann Thomas Koch und TV-Experte Kai Blasberg unter anderem mit den Veränderungen bei RTL sowie ProSieben und Sat.1. Die Sender schrauben an ihrem jeweiligen Image und wollen ernster werden. Aber den zwei Herren geht es auch um die Öffentlich-Rechtlichen: Vor allem dem ZDF werfen sie eine “Quotenfixierung” vor – das Zweite verhalte sich wie ein Privatsender.

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4. ARD und ZDF reformieren – so plant die Politik
(youtube.com, Zapp – Das Medienmagazin, Video: 29:49 Minuten)
“Zapp”-Autor Daniel Bouhs hat die Verantwortlichen für Medienpolitik nach der Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks befragt: Was ist zeitgemäß? Und was kann nach gut 70 Jahren ARD weg? In den Staatskanzleien kursiere bereits ein erster grober Entwurf für einen neuen Medienstaatsvertrag. Demnach sollen sich die Sender stärker abgrenzen von den Privaten und teilweise selbst entscheiden, welche Kanäle sie noch klassisch bespielen und welche nicht.

5. Wahl in Sachsen-Anhalt und Medien-Druck auf Sportler
(wdr.de, Sebastian Sonntag, 41:01 Minuten)
Im WDR5-Medienmagazin geht es um folgende Themen: Wenn aus Umfragen Schlagzeilen werden; “Ostdeutsche Perspektiven fehlen”; Sportler unter medialem Druck; Vorsicht bei Cookie-Abfragen; Mit Sehbehinderung auf Instagram; Medienphänomen Kim Kardashian. Und natürlich gibt es zum Schluss, wie gewohnt, die Medienschelte. Diesmal heißt es dort: “Sommer, Sonne, Sendepause”.

6. Wie Lanz “reihenweise Leute auseinanderf*ckt”
(youtube.com, Walulis Story, Video: 15:11 Minuten)
Philipp Walulis preist den ZDF-Talkmaster Markus Lanz: “Der Moderator wurde lange als Witzfigur verschrien, aber spätestens seit dem Armin-Laschet-Interview ist er Talkmaster Nummer eins in Deutschland.”

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