Suchergebnisse für ‘spiegel online’

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Eingeklemmtes Aushängeschild
(taz, Silke Burmester)
Der Schriftsteller Joseph von Westphalen schreibt im Playboy die Kolumne “Augenblick”.
(Playboy 01.07, Artikel nicht online verfügbar.)

Steinbrück ist meine letzte Hoffnung
(Tagesspiegel Online, Markus Ehrenberg)
Moderator Helmut Pfleger über den missachteten Fernsehsport Schach, “Deep Fritz” und Stefan Raab.

Bild.T-Online startet Zeitung in «Second Life»
(Werbewoche)
Am 21. Dezember lanciert Bild.T-Online eine eigene Zeitung in der virtuellen Internet-Welt «Second Life» – kostenpflichtig.
(Die Website existiert auch schon, aber noch auf “Coming Soon”.)

Inside Spiegel Online
(SpiegelKritik, Julia Seeliger)
Julia Bönisch hat während ihres Studiums vier Monate lang als Praktikantin bei Spiegel Online gearbeitet und ihre Erfahrungen und Erlebnisse in einem Buch niedergeschrieben.

Hässlich, unzivilisiert und böse
(sueddeutsche.de, Stefan Holtel & Konrad Buck)
Der Internet-Pionier, Künstler und Gegenwartsphilosoph Jaron Lanier gilt als härtester Kritiker der anschwellenden Euphorie über das Web 2.0. Er sagt, das neue Internet führt ohne Individualität über kurz oder lang statt zu kollektivem Fortschritt zu einer neuen Form von digitaler Unterdrückung.

Wissenschaft als Web-Sampling
(Telepolis, Stefan Weber)
An Universitäten ist eine Textkultur ohne Hirn entstanden. Die neue Textkultur führt systematisch zu Texten, die nicht selbst geschrieben wurden und auch nicht von anderen gelesen werden.
(Artikel ist Teil 3 einer Serie. Teil 1: Textueller Missbrauch, Teil 2: Die abschreibende Zunft).

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McDeutsch: Wie global ist deutsch?
(Deusche Welle, Birgut Adolf)
Ist aus dem vermeintlich deutschen Sprachschatz längst ein internationales Gemeingut geworden? Ein Symposium zur Globalisierung der deutschen Sprache in Berlin sucht nach Antworten.

Zeitungsverlage starten Imagekampagne
(Werben & Verkaufen)
“Die Zeitungen. Wer liest, versteht” – unter diesem Leitspruch werden vom 15. Dezember bis März 2007 Anzeigen mit insgesamt 40 Motiven in deutschen Zeitungen geschaltet.

Das ZDF zeigt Mut zum Scheitern
(FAZ.net, Peer Schader)
Zwar gibt es zur Zeit im deutschen Fernsehen kaum ein Genre, das die Sender so konsequent bedienen wie das der Auswanderer-Reportage. Die ZDF-Reportage “37 Grad: Nichts wie weg? Von Auswanderern und Rückkehrern” war erfrischend anders.

Falsch herum verliebt
(Spiegel Online, Peer Schader)
Sat.1 stellt die Telenovela “Schmetterlinge im Bauch” ein, bei der ARD ist “Zwei Engel für Amor” gefloppt. Die Sender wissen nicht mehr, was die Zuschauer am Vorabend sehen wollen – und planen ins Blaue hinein.

Wikio: Yigg in Professionell
(e-commerce-blog.de, Daniel Schäfer)
Der neue deutschsprachige Newsaggregator Wikio geht an den Start und scheint um einiges professioneller zu sein als Yigg.

Pendlerblog hört auf
(Pendlerblog, Der unmündige Leser)
Dies ist der letzte Beitrag des Pendlerblogs [*14. Februar 2005; ? 12. Dezember 2006]. Es war eine schöne Zeit.

Kurz korrigiert (297)

"Wärmster Dezember seit 1300 Jahren"
Es gehört wirklich nicht viel dazu, obige Behauptung, die “Bild” heute auf der letzten Seite aufstellt, als das zu erkennen was sie ist: nämlich “in doppelter Hinsicht Unsinn”, wie “Spiegel Online” schreibt.

Denn erstens zitiert “Bild” selbst im Text den Klimatologen Reinhard Böhm (der übrigens laut einer Agentur-Meldung “konstruierte Horrorszenarien strikt ablehnt und dem meteorologische Überreaktionen so überhaupt nicht liegen”) mit den Worten:

“Wir erleben gerade die wärmste Periode* seit 1300 Jahren.”
Hervorhebung von uns.

Und zweitens ist der Dezember — und auch das dürfte “Bild” bekannt sein — gerade mal sieben Tage alt. Wie er trotzdem den Weg in die Überschrift finden konnte, bleibt also das Geheimnis von “Bild”.

*) Dass Böhm mit “Periode” keineswegs den Monat Dezember meinen konnte, kann man übrigens auch daran erkennen, dass in der Studie, aus der die “1300 Jahre” stammen, lediglich “Jahresdurchschnittstemperaturen bis ins 8. Jahrhundert” errechnet wurden.

Mit Dank an Timo B. und Benjamin K. für den sachdienlichen Hinweis.

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Presseschau der Parteimagazine: Von Grantlern, Greisen und grünen Herzen
(jetzt.sueddeutsche.de, Henrik Pfeiffer)
In der jetzt.de Presseschau der Subkulturen haben wir uns bisher eher den speziellen Interessensgebieten der deutschen Leser gewidmet. Es ist nun Zeit für Populäres, weshalb wir in der heutigen Ausgabe die Magazine von vier deutschen Volksparteien unter die Leselupe nehmen. Anlass: Vergangene Woche ist zum ersten Mal das CDU-Magazin “UNION” erschienen.

Wichsen und Wachsen
(taz.de, Florian Hollenbach)
Die Online-Community StudiVZ hat mittlerweile mehr als eine Million Mitglieder – und Probleme mit spätpubertären Usern. Ein Verhaltenskodex soll die rasant gewachsene Meute fortan bändigen.

Wenn der Troll zur Knarre greift
(telepolis.de, Wolf-Dieter Roth)
Belästigungen und Attentäter gibt es auch im Cyberspace.

“Wir betreten eine neue Welt”
(spiegel.de, Christian Stöcker)
Tim O’Reilly ist der Guru des “Web 2.0”. Doch er kann das Schlagwort, das zum Inbegriff des neuen Internetbooms wurde, selbst nicht mehr hören. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE erklärt er, warum er einem Außerirdischen eher Google als YouTube zeigen würde.

“Es ist der richtige Moment für den Rücktritt!”
(persoenlich.com, Matthias Ackeret)
Am Mittwoch morgen hat Roger Schawinski seinen Rücktritt als Sat.1-Chef bekanntgegeben, dies obwohl seine Sendergruppe momentan in Verkaufsverhandlungen steckt. Im Interview mit “persoenlich.com” erläutert er, was ihn zu diesem überraschenden Schritt bewogen hat.

“Am liebsten war ich faul”
(zeit.de, Christoph Ruf)
Günter Netzer über die Zerstrittenheit der DFB-Führung, den Umstand, dass sich gute Freunde auch privat siezen, und wie es sich als Nachbar von Tina Turner lebt.

Kurz korrigiert (288-294 293 292)

Klar, am Anfang war die Lage unübersichtlich, und “Bild” war bei weitem nicht das einzige Medium, das in der Berichterstattung über den Emsdettener Amoklauf den ein oder anderen Fehler gemacht hat. Aber schließlich hat “Bild” ja seit Juli wieder eine Korrekturspalte. Genutzt hat sie die in den vergangenen beiden Tagen allerdings nicht. Dabei hätte sie lang werden können:

  • “Bild” schrieb über Bastian B., er habe “mit Freunden ‘Gotcha’” gespielt. Offenbar war er jedoch “Airsoft”-Spieler.
  • “Bild” schrieb, die Polizei habe im Wohnhaus der Eltern “eine Gaspistole, eine Softairwaffe und ein Luftgewehr (Pumpgun)” sichergestellt. Tatsächlich ist “Pumpgun” jedoch kein Synonym für “Luftgewehr”.*
  • “Bild” schrieb, die Schwester von Bastian B. sei auf dieselbe Schule gegangen, wie Bastian B. Tatsächlich geht sie jedoch nicht auf die Geschwister-Scholl-Realschule in Emsdetten, sondern offenbar auf das Martinum Gymnasium.
  • “Bild” schrieb, Bastian B. habe für das Computerspiel Counter Strike “schon als 12-Jähriger (…) ein dreidimensionales Modell seiner Schule” programmiert. Das hatten zwar tatsächlich Schüler der Geschwister-Scholl-Schule (GSS) erzählt, “Spiegel Online” berichtete jedoch vorgestern, dass es höchst zweifelhaft sei, dass eine solche “map” der GSS überhaupt existiert und dass Bastian B. sie programmiert hat.**
  • “Bild” zeigte eine Abbildung der vermeintlichen map der GSS Emsdetten (siehe Ausriss unten). Tatsächlich handelt es sich, wie derselbe “Spiegel-Online”-Artikel deutlich machte, dabei jedoch um eine ganz andere GSS in Melsungen.
  • “Bild” schrieb in Bezug auf die Counter-Strike-map, Bastian B. sei “nächtelang (…) per Joystick durch die virtuellen Schulflure” gerannt und habe versucht, “in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Lehrer und Schüler zu erschießen”. Tatsächlich gibt es in Counter Strike jedoch keine Schüler und Lehrer, sondern lediglich “Terroristen”, “Counterterroristen” und gegebenenfalls Geiseln, die allerdings nicht mal die Geiselnehmer erschießen dürfen, ohne Strafpunkte zu bekommen. (Übrigens wird Counter Strike in der Regel nicht mit dem Joystick gespielt, sondern mit der Tastatur).
  • “Bild” schrieb über “Counterstrike (ab 16)”: “Spezialität: Headshots (Kopfschüsse)! Blut spritzt dabei.” Tatsächlich “spritzt” in der in Deutschland ab 16 frei erhältlichen Version kein Blut. (Wahrscheinlich ist deshalb auf dem Screenshot, den “Bild” heute abdruckt und dazu schreibt, “blutspritzende Opfer einer ‘Counterstrike’-Kampfsequenz” auch kein Blut zu sehen.)

Sicher, das mögen keine besonders gravierenden Fehler sein, aber dafür nutzt “Bild” die Korrekturspalte ja ohnehin nicht.

Mit Dank an die zahlreichen Hinweisgeber.

*) Nachtrag, 22.00 Uhr: Wir müssen uns leider in einem Punkt korrigieren: Offenbar handelt es sich bei dem sichergestellten Luftgewehr um eine Pumpgun, wie einer Pressemitteilung der Polizei zu entnehmen ist.

**) Nachtrag, 22.35 Uhr: Wie es aussieht, gibt es doch eine Counter-Strike-map der GSS Emsdetten, wie “Spiegel Online” inzwischen berichtet. Ob “Bild” die auch kannte, bleibt offen.

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US-Blogger in Beugehaft
(telepolis.de, Wolf-Dieter Roth)
Blogger werden immer mehr Journalisten und Medienunternehmen gleichgestellt – und das ist nichts, worüber sie sich wirklich freuen sollten.

Unter deutschen Dächern
(faz.net, Michael Hanfeld)
Sie sehen alles, und sie halten alles fest. Die ?Leserreporter? sind die Pest. Und sie sind ein Segen: Paparazzi werden arbeitslos. Doch wer sich aufregt, der vergißt, wie wichtig manche Amateurbilder sind.

In Google drin
(blick.ch, Sandro Brotz und Patrik Müller)
Zürich wird Google-City – und keiner merkts: Ganz im Stillen entsteht hier das Technologiezentrum der weltweit grössten Internet-Suchmaschine. Für SIE+ER öffnete die Schweizer Vertretung die Türen. Bericht aus dem Hirn eines Giganten.

“Wir nähern uns dem Internet schrittweise”
(spiegel.de, Hasnain Kazim)
Die Auflage des “Economist” wächst und wächst. Nur im Internet spielt das Nachrichtenmagazin so gut wie keine Rolle. Das soll sich jetzt ändern, sagt Chefredakteur John Micklethwait im Interview mit SPIEGEL ONLINE und spricht über seine Pläne für die Zeitschrift und das Netz.

Mehr Mut zum Risiko, liebe NZZ!
(medienspiegel.ch, Martin Hitz)
Die NZZ AG will ihr «Leistungsangebot» optimieren, wie in der gestern Freitag verbreiteten Medienmitteilung zu lesen ist. 10 bis 15 Stellen sollen laut Medienberichten dadurch verloren gehen.

Miesmachen als Volkssport
(dradio.de, Michael Miersch)
Würde Che Guevara heute wiederauferstehen, könnte er sich an fast jeden deutschen Stammtisch setzen. Er bekäme ein paar Biere spendiert und Applaus für seine 40 Jahre alten Kampfparolen.

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Die Designer schöner Botschaften
(bilanz.ch, Corinne Amacher und Iris Kuhn-Spogat)
Ob Kielholz, Ospel oder Vasella – die Schweizer Wirtschaftsführer sagen keinen Ton in der Öffentlichkeit, ohne sich mit ihren Kommunikationsspezialisten abgesprochen zu haben. Vor allem die externen Souffleure gewinnen an Einfluss.

Die Welt ist nicht genug
(sueddeutsche.de, Bernd Graff)
Anderthalb Millionen Menschen führen im Internet-Universum “Second Life” ein virtuelles Leben. Jetzt will der Springer-Verlag in diesem Cyberspace eine Zeitung veröffentlichen und ein Redaktionsgebäude bauen: Quatsch oder Coup?

Nächste Ausfahrt Community.
(turi2.de, Peter Turi)
Wie Jochen Wegner bei “Focus Online” dem Journalismus die Versionsnummer 2.0 aufdrücken und “Spiegel Online” angreifen will.

Hoher Medienkonsum führt zu schlechten Schulnoten
(telepolis.de, Florian Rötzer)
Nach einer Studie könnten sich durch die Unterschiede in der Medienausstattung und Mediennutzung nicht nur die wachsende Kluft zwischen der Leistung von Jungen und Mädchen, sondern auch zwischen dem Bildungsniveau der südlichen und nördlichen Bundesländer erklären lassen.

Neu für den geneigten Studenten: Die Campusmagazine von ZEIT und FOCUS
(jetzt.de, Henrik Pfeiffer)
Zwei neue Studentenmagazine zielen auf die akademische Zielgruppe – um sie schon mal an die jeweiligen Mutterblätter zu gewöhnen. Wir haben ZEIT Campus und FOCUS Campus verglichen und gelernt: Studieren ist ja ganz schön super!

Die Welle macht’s
(taz.de, Klaus Walter)
Was kommt nach “Satisfaction”? Ausgerechnet Pop hat sein Universal-Appeal eingebüßt. Denn vor lauter Marktförmigkeit fehlt es an klugen Kontextualisierungen durch Kritik – und an gutem Radio, das die Verhältnisse hörbar macht.

Blog-, Presse- und Leserstimmen (1)

…zur BILDblog-Aktion “BILD-Chef-Reporter”:

“Die Anwälte, so sie denn in Marsch gesetzt werden, werden argumentieren, dass es sich um eine Treibjagd auf eine Person handelt. Also etwas völlig anderes als die Leseraktion der Bild.”
Lawblog

“Von daher rufe ich die Bloggergemeinde zu einem Kai Diekmann-Ähnlichkeitswettberb auf. Bastelt etwas aus Kastanien, altem Gurkensalat, Gammelfleisch oder dergleichen.”
Weltenweiser

“Allein der Aufruf bzw. das Gedankenspiel mögen genügen, uns allen – im Besonderen auch Herrn Diekmann – zu verdeutlichen und in Erinnerung zu rufen, dass Nachstellungen solcher Art niemandes würdig sind.”
photoscala

“Papparazzis auf Schritt und Tritt – der Alptraum eines jeden Prominenten. Ausgerechnet für “Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann könnte er jetzt Wirklichkeit werden.”
Spiegel Online

“Wägt man das Persönlichkeitsrecht von Kai Diekmann und das Interesse der Allgemeinheit an der Veröffentlichung der Fotos gegeneinander ab, so ist für das Überwiegen des allgemeinen Interesses an einer Veröffentlichung der Fotos in Ansatz zu bringen, dass der Aufruf, einen der Mitinitiatoren des Phänomens “Leserreporter” in allen Lebenslagen zu fotografieren, und letztlich auch die Veröffentlichung der Ausbeute, der wertvollen öffentlichen Auseinandersetzung mit diesem neuen Phänomen dienen.”
jurabilis

“Eine drastische Maßnahme.”
Blogruf

“Die Damen und Herren des BILDBlog haben sich vielleicht schon etwas zu lange und hingiebig mit der akribischen Analyse und Korrigierung der BILD-Zeitung beschäftigt — sie werden sich nämlich immer ähnlicher…”
Lückenbeißers Listen

“Die Aktion ist vermutlich witzig gemeint, hat für mich aber – genau wie die “Bild”-Aktion, die sie zu konterkarrieren sucht – einen deutlichen Geruch von Kesseltreiben und Volksaufhetzung.”
Turi2

“dann halt Photoshop”
YAMB

“Mein Stil ist sowas aber sowieso nicht – Gleiches mit Gleichem vergelten ist mir zu alttestamentarisch.”
cohu

“Wäre ja noch schöner, wenn diejenigen, die Rechte anderer verletzen, selbst Rechte hätten. Das käme einem Rechtsstaat gleich.”
LBR-Blog

“Die Frage ist, wie lange Diekmann den Spaß mitmacht. Geht er dagegen vor, so müßte er jedenfallls eigentlich seinen eigenen ‘Leser-Reporter’-Schwachsinn auch einstellen.”
j?!Log

“Bild” fand “SS-Beweis” auch

“Bild”-Autor Paul C. Martin schreibt heute über den Schriftsteller Günter Grass, der kürzlich öffentlich gemacht hatte, dass er als Jugendlicher Mitglied der Waffen-SS gewesen sei. Offenbar belegen auch Dokumente seine Waffen-SS-Zugehörigkeit. Und “Bild”-Autor Martin schreibt:

"Ein vergilbtes Dokument aus dem US-Militärarchiv, das BILD vorliegt. Der SS-Beweis!"

“Bild” widmet dem “SS-Beweis” heute auch die Titelschlagzeile (siehe Ausriss) und schreibt:

“Jetzt fand BILD das Dokument, das zweifelsfrei beweist: Grass war bei der Waffen-SS!”

Wie “Bild” das Dokument fand, steht indes nirgends. Eine vergleichsweise naheliegende Möglichkeit wäre ein Klick auf Spiegel Online gewesen. Dort nämlich ist die ganze Story bereits seit gestern nachmittag, 15.05 Uhr, weltweit und kostenlos zugänglich. Und ebenfalls seit gestern nachmittag wimmelt es daher auch im Angebot der Nachrichtenagenturen von Meldungen über die auf Spiegel Online veröffentlichten Dokumentenfunde des “Spiegel”-Autors Klaus Wiegrefe.

Und natürlich ist der “SS-Beweis”, der, nebenbei bemerkt, laut “Berliner Zeitung” seit Jahrzehnten “öffentlich zugänglich” ist, seit seinem Bekanntwerden am gestrigen Nachmittag auch in diversen anderen Medien ein Thema — meist unter Verweis auf den “Spiegel” oder Spiegel Online. Nur Focus Online berichtet treudoof: “Das meldet die ‘Bild’-Zeitung (Mittwochausgabe).”

Übrigens:
Bei Bild.de, wo der Dokumentenfund erstmals gestern abend, 22.57 Uhr, in der “Bild”-Version (“Jetzt fand BILD…”) auftauchte, heißt es in einem Teaser fälschlicherweise noch immer: “Grass-Affäre: Bei der SS musste er Fingerabdrücke abgeben”, obwohl er das doch gar nicht “bei der SS” tat, sondern als Kriegsgefangener der Alliierten.

Nachtrag, 17.8.2006: Bei Focus Online wurde der Hinweis auf “Bild” mittlerweile ersatzlos aus dem Artikel entfernt — offenbar allerdings erst, nachdem BILDblog-Leser Christian G. (Danke übrigens!) die Focus-Online-Redaktion auf ihre Ungeschicklichkeit hingewiesen hatte.

Es muss nicht immer Apfelsaftschorle sein

Nichts als Ärger, und wir fassen zusammen:

  • “Bild” veröffentlicht von “BILD-Leser-Reportern” eingesandte Fotos von Prominenten, die durch die Veröffentlichung ihre Persönlichkeitsrechte verletzt sehen.
  • “Bild” veröffentlicht von “BILD-Leser-Reportern” eingesandt Fotos von Nicht-Prominenten, die gar nicht das zeigen, was “Bild” behauptet.
  • Und heute veröffentlicht “Bild” von “BILD-Leser-Reportern” eingesandte Fotos wie dieses:

    [Am 1. Mai 2010 entfernt.]

    In “Bild” heißt es dazu:

    [Der “Bild”-Leser] aus Düsseldorf entdeckte dieses Sonderangebot…

    Wo der “Bild”-Leser es “entdeckte”, lässt “Bild” offen. Entdecken können hätte er es beispielsweise im Februar bei Spiegel Online, im Oktober 2005 hier, im September 2005 hier oder bereits im Februar 2005 hier.

AUFGEMERKT! “Bild” zahlt für lustige Internetfotos 500 Euro.

    Ach ja, angekündigt werden den “Bild”-Lesern die heutigen “Bild”-Leserfotos übrigens mit den Worten:

    "Laß dich nicht verar..."

Mit Dank an die vielen Hinweisgeber.

Nachtrag, 22.17 Uhr: Die “Süddeutsche Zeitung” berichtet heute, dass “Bild” wegen der Veröffentlichung eines Laienpaparazzifotos von David Odonkor eine Unterlassungserklärung abgegeben habe.

Nachtrag, 1.5.2010: Wir haben das Foto, das in diesem Eintrag zu sehen war, auf Wunsch des Urhebers entfernt. Auch von allen der oben verlinkten Seiten ist es verschwunden.

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