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Das Schreibabmännchen von “Bild”

Laut “Bild” ist Ömer Toprak das “Stehaufmännchen des SC Freiburg”, das regelmäßig von schweren Verletzungen heimgesucht wurde.

Doch jetzt ist Toprak wieder zurück – und spricht über…

Toprak spricht über seine Verletzung, Schlafprobleme und die derzeitige Krise des SC. Und es ist schon ein wichtiges Indiz, dass da nicht steht, er “spricht mit BILD” — die Zitate stammen nämlich allesamt aus einem Interview, das der SC Freiburg am Dienstag auf seine Website gestellt hat.

Artikel auf Bild.de
Interview beim SC Freiburg
Seine Verletzung: “Das war eine ganz eklige Verletzung. Vor allem für den Kopf. Man will alles machen, aber sobald man irgendeine Bewegung mit dem Arm macht, hat man sofort Schmerzen. Wenigstens verlief die Heilung schneller als man ursprünglich befürchten musste.” scfreiburg.com: Bei einer Schulterverletzung denkt man im ersten Moment, dass das doch eigentlich nicht so schlimm sein kann für einen Fußballer.
Toprak: Glauben Sie mir, das war eine ganz eklige Verletzung. Vor allem für den Kopf. Man will alles machen, aber sobald man irgendeine Bewegung mit dem Arm macht, hat man sofort Schmerzen. Wenigstens verlief die Heilung schneller als man ursprünglich befürchten musste, ich konnte relativ bald wieder Ausdauer und Beine trainieren. Das ist, wenn man so will, noch das Positive an dieser Verletzung gewesen.
Schlafprobleme: “Das Schlafen war das Schwerste, weil man auf keiner Seite liegen kann. Bauch ging auch nicht, nur Rücken. Und ich bin normalerweise Seitenschläfer. Anfangs habe ich deshalb nur wenig, zum Teil sogar gar nicht schlafen können.” scfreiburg.com: Wie hat sich Ihre zwischenzeitige Einarmigkeit auf den Alltag ausgewirkt?
Toprak: Das Schlafen war das Schwerste, weil man auf keiner Seite liegen kann. Bauch geht auch nicht, nur Rücken.

scfreiburg.com: Und Sie sind?
Toprak: Seitenschläfer. Anfangs habe ich deshalb nur wenig, zum Teil sogar gar nicht schlafen können. Aber letztendlich gewöhnt man sich auch daran, und ab und zu schlafe ich sogar jetzt noch auf dem Rücken. (lacht)

Die derzeitige Krise des SC: “Was uns in der Vorrunde gelungen ist, läuft gerade gegen uns. Statt späte Tore zu erzielen, kassieren wir sie. Vor kurzem hätten wir so sein Spiel wie in Kaiserslautern wohl noch irgendwie gewonnen und alle hätten gesagt: ‘Super!’ Obwohl die Leistung an sich die gleiche gewesen wäre. Auch gegen Bremen und in Köln haben wir ja durch späte Gegentore verloren. Drei derartige Niederlagen hintereinander sind schon sehr bitter.” scfreiburg.com: Das war jetzt die dritte Niederlage in Folge. Lässt sich die Mannschaft im Moment von einer negativen Dynamik aus nachlassenden Leistungen und schlechten Ergebnissen nach unten ziehen?
Toprak: Das, was uns in der Vorrunde noch gelungen ist, läuft gerade gegen uns. Statt selbst späte Tore zu erzielen, kassieren wir sie. Vor kurzem hätten wir so sein Spiel wie in Kaiserslautern vermutlich noch irgendwie für uns entschieden und alle hätten gesagt: Super Auswärtsspiel!, obwohl die Leistung an sich die gleiche gewesen wäre. Auch gegen Bremen und Köln haben wir ja durch späte Gegentore verloren, drei derartige Niederlagen hintereinander sind das jetzt schon. Das ist sehr, sehr bitter.

“Bild” hat nach Angaben der Pressestelle des SC Freiburg diese nicht um Erlaubnis gebeten. Im Verein freue man sich zwar, dass das “schöne Interview” so eine Aufmerksamkeit genossen hat, aber: “‘Bild’ hätte die Quelle nennen sollen.”

Mit Dank an Sebastian.

Mats Hummels, Fischstäbchen, Trude Herr

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Ich bin kein Draufgänger”
(falter.at, Ingrid Brodnig)
Nahost-Korrespondent Karim El-Gawhary erzählt von den Veränderungen seiner Arbeit: “Ich erinnere mich an eine absurde Situation: Ich stehe im Norden von Bagdad im Supermarkt und kaufe gerade mein Abendessen. Da ruft die deutsche Radiostation an und sagt: ‘Gerade eben ist im Süden von Bagdad eine Bombe explodiert. Wie ist die Atmosphäre? Wir gehen gleich auf Sendung.’ Und ich stehe im Supermarkt und denke mir: Bitte, was ist jetzt los?”

2. “Die Fischstäbchen sind sicher!”
(faz-community.faz.net, Peer Schader)
Peer Schader fragt sich angesichts der ARD-Sondersendung “Atom-GAU in Japan – Was heißt das für uns?”, wie angemessen es ist, wenn sich die Deutschen “um ihr Mittagessen und ihren Urlaub Gedanken machen, während auf der anderen Erdhälfte gerade die Welt untergeht.”

3. “Der innere Emmerich”
(volkerstruebing.wordpress.com)
Volker Strübing beobachtet sich beim Konsum von neuen Nachrichten aus Japan: “Ein Teil von mir ist nicht betroffen, sondern angefixt, ein Teil hat kein Mitleid, sondern will mehr sehen. Ein Teil wird enttäuscht sein, wenn die ganz große Katastrophe ausbleibt und die piefige deutsche Innenpolitik wieder die Nachrichten bestimmt.”

4. “Fußballer Mats Hummels verlängert bei Borussia Dortmund (BVB) bis 2014 und dementiert BILD-Bericht via Facebook”
(pottblog.de, Jens Matheuszik)
Fußballer Mats Hummels dementiert auf Facebook eine “Bild”-Meldung, er verlängere seinen Vertrag bei Borussia Dortmund bis 2016.

5. “Vor 20 Jahren – Sentimentalität und Brutalität”
(koeln-inside.blogspot.com, Martin Rath)
Anlässlich des 20. Todestags von Trude Herr blickt Martin Rath zurück auf die “Bild”-Titelseite vom 18. März 1991.

6. “Redundanter Bild(er)-Gau”
(filmrisss.blogspot.com)
Explosionswolken auf bild.de im Vergleich.

Indizien-Express

Es ist immer das Gleiche: Eine Zeitung behauptet, ein Fußballspieler stehe vor einem Vereinswechsel, und der Spieler dementiert. Erst im Nachhinein lässt sich sagen, wer recht hatte — das Verhältnis dürfte etwa bei 50:50 liegen.

Insofern ist es mit Vorsicht zu genießen, wenn Marco Reus von Borussia Mönchengladbach heute auf der Vereins-Website beteuert, er habe keinerlei Wechsel-Ambitionen, die ihm der “Express” für den Fall des Abstiegs aus der ersten Bundesliga unterstellt hatte.

Doch der “Express” hatte noch mehr geschrieben:

Sein neuer Audi Q 5, mit dem er am Dienstag zum Gladbacher Training erschien, hat bereits ein Dortmunder Kennzeichen…

Der 21-jährige gebürtige Dortmunder hat dafür eine recht einleuchtende Erklärung:

Und zu der Sache mit dem Nummernschild: Meine Eltern leben in Dortmund, deshalb das Dortmunder Kennzeichen, und das nicht neuerdings, sondern schon lange.

Mit Dank an Marcus M. und Lukas K.

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Chauvitag 2011

Über den Sinn oder Unsinn des Weltfrauentages, der vor 100 Jahren zum ersten Mal begangen wurde, haben im vergangenen Jahr Alice Schwarzer und Caroline Korneliy bereits ausführlich debattiert. Und auch wenn Alice Schwarzer dafür plädiert, den Frauentag abzuschaffen, wäre es interessant zu erfahren, was die Feministin davon hält, wie die Zeitung, in der sie ihre Gerichtsreportagen veröffentlicht, mit diesem besonderen Datum umgeht.

Der Titel klingt ja eigentlich vielversprechend:

100 Dinge, die Frauen besser können

Doch abgesehen davon, dass der Weltfrauentag ursprünglich mit dem Ziel der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ins Leben gerufen wurde, dürfte selbst Mario Barth viele der “100 Wahrheiten über Frauen” als abgedroschen und klischeebehaftet empfinden:

Nr. 5:

Schön mit der Hand schreiben.

Nr. 10:

Mehrere Diäten gleichzeitig machen.

Nr. 11:

Schuhe kaufen. Frauen besitzen im Schnitt 14 Paar Schuhe, Männer acht.

Nr. 21:

Den Balkon zum Blühen bringen.

Nr. 38:

Statt sich mit komplizierten Abseits-Regeln aufzuregen, lieber an den schönen Fußballern erfreuen.

Nr. 42:

Beleidigt sein.

Nr. 46:

Im Sitzen pinkeln.

Nr. 50:

Sparen. Sie geben ein Vermögen für Schuhe aus, aber das ist immer noch billiger als ein Sportwagen.

Nr. 57:

Kalorien zählen.

Nr. 60:

Dem Friseur das Herz ausschütten.

Nr. 62:

Sich die Augenbrauen zupfen.

Nr. 72:

Bei völliger Ahnungslosigkeit souverän wirken.

Nr. 83:

Geld ausgeben, das sie nicht verdient haben.

Nr. 86:

Sich systematisch unterschätzen. Immer noch verdienen Frauen rund 25 Prozent weniger als Männer.

Nr. 93:

Diesen schwachsinnigen Frauentag gelassen ertragen.

Passend dazu präsentiert BILDblog heute die einzige Sache, die “Bild” besser kann als andere Zeitungen:

Nr. 1:

Den eigenen Sexismus entlarven.

Nachtrag, 9. März: BILDblog-Leser Michael L. hat uns darauf hingewiesen, dass es sich beim diesjährigen Weltfrauentag nicht um den 100., sondern um den 101. handelt (der erste von 1911 muss natürlich auch mitgezählt werden). Immerhin befindet sich BILDblog mit diesem – inzwischen korrigierten – Fehler in bester Gesellschaft.

Alice Schwarzer, Anthony Annan, Islamkritik

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Alice Schwarzer beim Kachelmann-Prozess”
(sueddeutsche.de, Hans Holzhaider)
Hans Holzhaider beurteilt den Versuch von Alice Schwarzer, den Prozess gegen Jörg Kachelmann in “Bild” zu begleiten. Nahezu jeder Kommentar baue auf ein “Szenario, das Alice Schwarzer am ersten Prozesstag beschwört”: “Auf der einen Seite der mächtige Angeklagte, geschützt durch seine raffinierten Anwälte und die ihm hörigen Medien, auf der anderen Seite die schutzlose, verfolgte, degradierte, vogelfreie Ex-Geliebte.”

2. “Die Annan-Story”
(koenigsblog.net, Torsten Wieland)
Fußballer Anthony Annan wechselt zum FC Schalke 04, gemäß Bild.de unfreiwillig. Torsten Wieland und Uwe Englert prüfen nach, was im norwegischen Original-Interview steht.

3. “Dschihad im Feuilleton”
(spiegel.de, Matthias Matussek)
Matthias Matussek kritisiert die Feuilletonchefs von “Frankfurter Allgemeine Zeitung” und “Süddeutsche Zeitung”, Patrick Bahners und Thomas Steinfeld, weil diese Islamkritiker wie Ayaan Hirsi Ali, Henryk M. Broder oder Necla Kelek als Panikmacher darstellen. “Ist es nicht pompöser Unfug, angesichts der islamistischen Großwetterlage diejenigen, die auf der Einhaltung von Menschenrechten auch im religiösen Raum bestehen, als ‘schreibende Eingreiftruppe’ zu denunzieren?”

4. “GuttenPlag: ‘Cognitive Surplus’ bei der Arbeit”
(carta.info, Robin Meyer-Lucht)
Im GuttenPlag Wiki sammeln Netznutzer Plagiatstellen in der Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg. “Rund 60 Plagiats-Stellen vermag der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe zu benennen – die fleißigen GuttenPlag-Helfer im Web fanden kollektiv über 300.”

5. “Gutes Copy, schlechtes Copy”
(ruhrbarone.de, Julia Seeliger)
Sind Urheberrechtsverletzungen ein Problem der Internetgeneration? Julia Seeliger glaubt, dass es im Netz viele gibt, die Zitate wichtig finden. “Ohne sichere, vertrauenswürdige Quellen keine Wahrheit.”

6. “Hauptsache, es merkt keiner von den Lesern”
(mediensalat.beeplog.de)
Wie groß ist Katar? Flächenvergleiche in deutschen Zeitungen.

Manuel Neuer, Russland Heute, Charlie Sheen

6 vor 9

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1. “Übersetzungsfehler: Manuel Neuer in Südamerika schwul”
(queer.de)
Mehrere südamerikanische Online-Portale berichten über ein angebliches Coming-Out von Manuel Neuer, so zum Beispiel “ABC Digital” oder “La Voz”. “Der 24-Jährige hatte vor einer Woche der ‘Bunten’ gesagt, dass er schwulen Profifußballern empfiehlt, ihre Sexualität zu offenbaren.”

2. “Der andere Akzent”
(prmagazin.de, Renate Zöller)
“Russland Heute” erscheint regelmässig als Beilage der “Süddeutschen Zeitung”. “Zweifel an der Glaubwürdigkeit sind trotzdem verbreitet – denn die Macher sitzen in der Redaktion des russischen Amtsblatts Rossijskaja Gazeta und werden vom Kreml bezahlt.” Siehe dazu auch: “Kremltainment” (nzz.ch, Ulrich M. Schmid).

3. “‘FAZ’ und ‘SZ’ wollen nicht zitiert werden”
(spiegel.de, Ole Reißmann)
Eine Kanzlei geht im Auftrag von “Frankfurter Allgemeine Zeitung” und “Süddeutsche Zeitung” rechtlich gegen die Website commentarist.de vor. “Angesichts dieser Breitseite könnte man meinen, die Commentarist-Gründer hätten munter drauflos kopiert und dreist Artikel von sueddeutsche.de und faz.net auf die eigene Seite gestellt. Es geht aber um kurze Anrisse – nicht mehr, als eine Google-Suche zu Tage fördert oder als bei Google News präsentiert wird.” Siehe dazu auch: “Verlinkt nicht! Zitiert nicht!” (opensourcepr.de, Tapio Liller).

4. “The Charlie Sheen Problem, Now Thrown Into Stark And Public Relief”
(npr.org/blogs/monkeysee, Linda Holmes, englisch)
Linda Holmes schreibt über den Schauspieler Charlie Sheen und die Produktion der Sitcom “Two and a Half Men”: “Is there any point at which you do not keep a guy in a high-profile job in family entertainment simply because using the considerable power of your television network to support the road he’s on is so irresponsible that it defeats the profit motive as well as the desire to keep everyone else on the show employed?”

5. “Die Bravo Girl – Eine feministische Analyse”
(ninialagrande.blogspot.com)
Ninia LaGrande liest “Bravo Girl”: “Über 50 Prozent der Titelthemen beschäftigen sich mit den Themen Jungs und Aussehen! Und zwar nicht in der Form, dass den Mädels erklärt wird, dass SIE sich wohl fühlen müssen, sondern dass sie den Jungs gefallen sollen. Ansonsten kriegen sie ja keinen ab. Und das scheint ein riesiges Unglück zu sein.”

6. “Aufschwung: Nur noch jeder 20. Jugendliche bleibt ohne Castingplatz”
(kojote-magazin.de, Satire)

Apple, Monica Lierhaus, Arbeitslosenzahlen

6 vor 9

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1. “kontrollfreaks”
(wirres.net, Felix Schwenzel)
Das große Jammern der Printverleger über ihren Geschäftspartner Apple setzt ein: “mir kommt das so ein bisschen vor, als ob die verleger sich in einen zug nach hamburg setzen und auf halben weg, wenn sich zeigt, dass der zug wirklich nach hamburg fährt, merken, dass münchen auch ne schöne stadt ist. die verleger erinnern sich dann an ihren gesellschaftlichen auftrag und die pressefreiheit und schnauzen den zugchef an, bestehen darauf nach münchen zu fahren und in die lok wollen sie auch, wegen der pressefreiheit.”

2. “Brotlose Statistiken”
(fernsehkritik.tv, Video, insgesamt 58:42 Minuten)
Holger Kreymeier fragt bei den TV-Sendern ARD, ZDF, RTL und Sat.1 nach, warum bei den vermeldeten Arbeitslosenzahlen zum Beispiel jene Arbeitslosen fehlen, die sich gerade in Umschulungsmaßnahmen und Seminaren befinden oder einen Ein-Euro-Job ausüben.

3. “Die gut geplante Rückkehr von Monica Lierhaus”
(ndr.de, Video, 5:02 Minuten)
“Zapp” über den Auftritt von Monica Lierhaus bei der Goldenen Kamera im ZDF. Außerdem: Stefan Niggemeier bespricht in seinem Blog den Auftritt und die absehbaren Folgen. Hintergründe, viele davon im Konjunktiv, liefert Christopher Keil in der “Süddeutschen Zeitung”.

4. “Die PR-Büttel von Abendzeitung.de”
(onlinejournalismus.de, Thomas Mrazek)
Thomas Mrazek findet auf verschiedenen Online-Angeboten von Zeitungen nicht oder nur leicht veränderte Pressemitteilungen des Polizeipräsidiums München und des TSV 1860 München. “Aber was bitteschön ist der Wert solcher PR-News, die von der Redaktion in Minutenschnelle in ein vermeintlich redaktionelles Umfeld befördert werden?”

5. “Klischee: Kampflesbe”
(tagesspiegel.de, Friedhard Teuffel)
Daniela Schaaf untersuchte, wie Sportjournalisten über Frauenfußball schreiben. “Die Redaktionen bevorzugen Athletinnen, die eine hohe physische Attraktivität und heterosexuelle Ausstrahlung aufweisen – unabhängig davon, ob sie sportlichen Erfolg haben.”

6. “BlaBlaMeter – wie viel Bullshit steckt in Ihrem Text?”
(blablameter.de)

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Wagners Beste

Seit der Verleihung der “Goldenen Kamera” am Samstagabend scheint es im deutschen Medienbetrieb nur noch ein Thema zu geben: Das Comeback der TV-Moderatorin Monica Lierhaus nach einer schweren Krankheit.

Auch Franz Josef Wagner nahm sich ihrer Geschichte an und schrieb an die “liebe Monica Lierhaus”:

Sie waren die beste Sportreporterin, cool, frech. (…)

Ich denke, dass Sie heute die noch bessere Monica Lierhaus sind. Die wahre. Die coole. Die Fighterin.

Zu dieser Einschätzung muss Wagner in den letzten Jahren gekommen sein — im Juni 2006 hatte er anlässlich der Fußball-WM nämlich noch eine ganz andere Meinung über Frau Lierhaus’ Qualitäten als Sportreporterin:

Liebe Monica Lierhaus,

in dem Drama “22 Männer und ein Ball” sind Sie, offen ins Gesicht gesagt, eine Fehlbesetzung. In Serien wie “Die Augenchirurgin” oder “Die Gletscherforscherin” wären Sie wunderbar. Auch als Expertin für die Bauchspeicheldrüse würden Sie eine gute Figur abgeben. Ihr Fußballgeplapper dagegen ist unterirdisch.

Für mich haben Sie die Stimme einer Sparkassenangestellten. Ich denke nicht, daß Ihnen ein Spieler erzählt, wie verzweifelt er ist. Ich denke, daß man einer strengen Frau wie Ihnen überhaupt nichts erzählt.

Wagner schloss damals mit den Worten “Man sagt, Frauen können alles. Auch Fußball?”. Seit wann genau er diese Frage mit “Ja” beantwortet, ist nicht überliefert.

Mubarak, Schawinski, Liebigstraße 14

6 vor 9

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1. “Unsere Ägypten-Berichterstattung”
(blog.tagesschau.de, Kai Gniffke)
Kai Gniffke verteidigt sich gegen den Vorwurf, eine Rede von Husni Mubarak nicht spontan live übertragen zu haben: “Was würden wir denn machen, wenn Husni zwei Stunden lang Parolen absondert – draufbleiben, weil’s so toll ist? Unser Job als Journalisten ist es, zu bewerten, zu gewichten, auszuwählen und nicht einfach laufen zu lassen. ”

2. “Lamestream Media”
(notes.computernotizen.de, Torsten Kleinz)
Wer die Mubarak-Ansprache live sehen wollte, konnte das “mit einigen Minuten Verzögerung” auf Phoenix tun, hält Torsten Kleinz fest. “In diesen Tagen ist es so einfach zum Medienkritiker zu werden: jeder Fernsehsender, der nicht 24 Stunden am Tag vom Gemetzel in Kairo berichtet, ist ein Relikt vergangener Tage, versündigt sich am Erbe der friedlichen Revolution in der DDR, die wir nun am Bildschirm nochmal nacherleben wollen.”

3. “Die schwere Krise der Computerzeitschriften”
(meedia.de, Jens Schröder)
Im Vergleich zu 2009 weisen Computerzeitschriften 2010 weniger Auflage und Werbeumsätze aus.

4. “Bankrotterklärung des Schweizer Fernsehens”
(nzz.ch, Rainer Stadler)
Roger Schawinski erhält ab August eine Talkshow beim “Schweizer Fernsehen” – für Rainer Stadler “kein Zeichen von Aufbruchstimmung”. “Für die TV-Chefredaktion arbeiten beinahe 450 Personen. Unter ihnen war und ist kein Talent auszumachen, das eine Talkshow meistern könnte? Das kann nicht möglich sein.”

5. “Die Beleidigungen der twitternden Fußballer”
(zeit.de, Christian Spiller)
Twitter macht Profi-Fußballer menschlicher, findet Christian Spiller: “Eine euphorische Nachricht nach einem Sieg oder ein galliger Tweet nach einer Niederlage, schafft Nähe zwischen Spielern und Fans. Die Befindlichkeitsschnipsel unterscheiden sich dabei wohltuend von den glattgeschliffenen Statements, die sonst nur noch den Weg aus den Presseabteilungen der Vereine schaffen.”

6. “Meine Nachbarn, die Revolutionäre”
(berlinonline.de, Paul Linke)
Paul Linke, Anwohner der Liebigstraße 14 in Berlin, beschreibt seine Nachbarn, die angeblich kaum mehr tun, “als sich die Überwindung der Verhältnisse auf ihre Fahnen zu schreiben”: “Hier pflegt man seine Feindbilder so gründlich wie die eigene Existenz und beschwört eine Gefahr, die immer von außen kommt: die Gier der Immobilienmakler und Hausbesitzer, die Repression des Rechtsstaats, das Gedankengut der Rechten.”

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Wer “A” sagt, muss auch “ver” sagen

Kurz nachdem sich der Fußballer Robert Enke das Leben genommen hatte, ließ sich der stellvertretende Sportchef der “Bild”-Zeitung, Walter M. Straten, von der “Süddeutschen Zeitung” wie folgt zitieren:

“Wir werden wohl mit extremen Noten etwas vorsichtiger sein”, sagt der stellvertretende Bild-Sportchef. Man werde sich einmal mehr überlegen, “ob der Spieler, der eine klare Torchance vergeben hat, oder der Torwart, der den Ball hat durchflutschen lassen, eine Sechs bekommt oder eine Fünf reicht”.

Wie ernst seine Aussage zu nehmen war, zeigte sich schon nach fünf Wochen und danach immer wieder.

Aber wir dachten, man könnte ja trotzdem noch einmal an diese Worte erinnern …

Versetzung stark gefährdet: Das BILD-Zeugnis für die Werder-Versager

Mit Dank an die vielen Hinweisgeber!

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