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Die dummdreisteste Zeitung Deutschlands

"Drei Tage vor Neujahr: Supermarkt kassierte schon 19 % Mehrwertsteuer"Vergangenen Sonntag berichtete die “BamS” über den angeblich “dreistesten Supermarkt Deutschlands”. Es handelte sich dabei um eine Stralsunder “Plus”-Filiale, die “drei Tage vor Neujahr” schon 19 Prozent Mehrwertsteuer kassiert habe (siehe Ausriss). Das Blatt behauptete:

BamS liegen mehrere Kassenbons von Kunden des Supermarktes vor, auf denen schon Produkte mit 19 Prozent Mehrwertsteuer verkauft wurden.

Und natürlich bildete die “Bams” auch einen dieser Kassenbons ab:

Wie gut zu erkennen ist, wird die Mehrwertsteuer da tatsächlich mit 19 Prozent angegeben und macht 42 Cent aus. Wegen des ungünstig platzierten roten Kringels, ist der Betrag, für den die 19 Prozent gelten sollen, in der “BamS” allerdings weniger gut zu erkennen. Dafür sieht man aber bei Bild.de, dass es um 2,63 Euro geht (siehe Ausriss). Und 16 Prozent von 2,63 Euro sind ziemlich genau 42 Cent. Folglich wurde zwar die falsche Mehrwertsteuer angegeben, abgerechnet wurde aber die richtige, vor drei Tagen noch gültige Mehrwertsteuer.

Und jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten, was da falsch gelaufen sein könnte:

  • Der “BamS” liegen noch andere Kassenbons vor, auf denen wirklich “Produkte mit 19 Prozent Mehrwertsteuer verkauft wurden”, sie hat aber aus unerfindlichen Gründen einen abgebildet, auf dem nur 16 Prozent abgerechnet wurden.
  • Die “BamS” hat gar nicht nachgerechnet, welcher Mehrwertsteuersatz tatsächlich abgerechnet wurde.
  • Die “BamS” hat nachgerechnet, welcher Mehrwertsteuersatz tatsächlich abgerechnet wurde und sich verrechnet.

Und eine vierte Möglichkeit gibt es noch: Die “BamS” hat nachgerechnet, welcher Mehrwertsteuersatz tatsächlich abgerechnet wurde, sich nicht verrechnet und Bild.de hat den Kringel “falsch” platziert.

Mit Dank an Mario B., Gert M., René S., Stefan B., Andreas K. und Birgit H. für den sachdienlichen Hinweis.

Nachtrag, 18.05 Uhr: Zur Klarstellung: In unserer Rechnung waren wir fälschlicherweise davon ausgegangen, dass es sich bei den 2,63 Euro um den Nettopreis handelt. Tatsächlich ist die rechts ausgewiesene Mehrwertsteuer i.H.v. 42 Cent darin aber schon enthalten (der Nettopreis beträgt also 2,21 Euro). Mehr dazu hier.

Die dummdreisteste Zeitung Deutschlands

"Drei Tage vor Neujahr: Supermarkt kassierte schon 19 % Mehrwertsteuer"Vergangenen Sonntag berichtete die “BamS” über den angeblich “dreistesten Supermarkt Deutschlands”. Es handelte sich dabei um eine Stralsunder “Plus”-Filiale, die “drei Tage vor Neujahr” schon 19 Prozent Mehrwertsteuer kassiert habe (siehe Ausriss). Das Blatt behauptete:

BamS liegen mehrere Kassenbons von Kunden des Supermarktes vor, auf denen schon Produkte mit 19 Prozent Mehrwertsteuer verkauft wurden.

Und natürlich bildete die “Bams” auch einen dieser Kassenbons ab:

Wie gut zu erkennen ist, wird die Mehrwertsteuer da tatsächlich mit 19 Prozent angegeben und macht 42 Cent aus. Allerdings macht das die “Plus”-Filiale keineswegs zum “dreistesten Supermarkt Deutschlands”, sondern allenfalls zum dümmsten. Denn, so eine “Plus”-Sprecherin zu BILDblog:

“Es handelte sich dabei um einen Computerfehler. Die Kunden hatten dadurch allerdings keinen Nachteil, weil die Preise gleich geblieben sind. Und Sie werden auch den ganzen Januar über immer noch dieselben Preise zahlen, wie 2006.”

Die “Plus”-Filiale in Stralsund hat also lediglich eine zu hohe Mehrwertsteuer ausgewiesen, und die Kunden haben so viel bezahlt wie immer.

Dies ist die veränderte Fassung eines früheren BILDblog-Beitrags, bei dem wir uns leider verrechnet hatten. Wir bitten das zu entschuldigen.

Kurz korrigiert (304)

Bild.de berichtete jüngst wieder über Britney Spears und behauptete:

"Erst vor ein paar Tagen war die sturzbetrunkene Spears aus einer Bar in Los Angeles geflogen (wir berichteten).
"

Klickt man jedoch auf den “(wir berichteten)”-Link, gelangt man zwar zu einem anderen Bild.de-Artikel. Darin ist allerdings nirgends die Rede davon, dass die sturzbetrunkene Spears aus einer Bar in Los Angeles geflogen sei. Vielmehr ist (auch anderen Medienberichten zufolge) in der Bar etwas aus Spears geflogen… Aber bevor wir hier ins Detail gehen (“Ekel-Alarm!!!”), halten wir lieber fest, dass offenbar nicht einmal Bild.de-Mitarbeiter Bild.de-Meldungen lesen. Immerhin.

Mit Dank an Lothar S. für den Hinweis.

Merkels Strenggeheimsphäre

geheim: (1.) der “Bild”-Zeitung erst seit Kurzem bekannt; (2.) der “Bild”-Zeitung und ihren Lesern schon länger bekannt; (3.) weltweit lange bekannt; (4.) irgendwas mit Hitler; (5.) öffentlich; (6.) falsch; (7.) öffentlich und von “Bild” gefälscht; (8.) von “Bild” bis heute nicht verstanden; (9.) von “Bild” aus anderen Zeitungen abgeschrieben.
(Zitiert aus dem großen BILDblog-“Bild”-Wörterbuch)

Beginnen wir also das neue Jahr mit einem Quiz und fragen: Wie geheim ist eigentlich “Merkels Geheimurlaub”, dem die “Bild am Sonntag” in ihrer aktuellen Ausgabe fast die komplette letzte Seite widmete (siehe Ausriss)?

    A: streng geheim
    B: nicht geheim

Glaubt man dem “BamS”-Kolumnisten Martin S. Lambeck, lautet die Antwort selbstverständlich: A. Denn laut Martin S. Lambeck “entdeckte” die “BamS” Merkel im “streng geheimen Winterurlaub” im schweizerischen Pontresina (bei St. Moritz) beim Verlassen des Hotels “Schweizerhof”.

Richtig ist aber natürlich Antwort B.

Denn nachdem beispielsweise die “NZZ” bereits vor einem Jahr berichtet hatte, dass Merkel “seit Jahren regelmässig im Viersternehotel ‘Schweizerhof’ in Pontresina” logiere, und die Nachrichtenagentur dpa noch zwei Tage vor Erscheinen der aktuellen “BamS” ganz nebenbei vermeldete, dass sich Merkel “in ihrem Urlaubsort in der Gegend von St. Moritz” aufhalte, müssen wir unseren eingangs zitierten “Bild”-Wörterbuch-Eintrag wohl leider um eine zehnte Bedeutung erweitern:

geheim: (1.) der “Bild”-Zeitung erst seit Kurzem bekannt; (2.) der “Bild”-Zeitung und ihren Lesern schon länger bekannt; (3.) weltweit lange bekannt; (4.) irgendwas mit Hitler; (5.) öffentlich; (6.) falsch; (7.) öffentlich und von “Bild” gefälscht; (8.) von “Bild” bis heute nicht verstanden; (9.) von “Bild” aus anderen Zeitungen abgeschrieben; (10.) privat.

Allgemein  

Heute anonym IX

Vor einigen Tagen hatten wir der “Bild”-Zeitung einige Päckchen Verpixelungen geschenkt, damit sie es schafft, Menschen, die anonymisiert werden sollten, tatsächlich zu anonymisieren. Anscheinend ist unser Präsent noch nicht angekommen.

Aber eigentlich gibt es keinen Grund zum Scherzen. “Bild”-Düsseldorf berichtet heute groß über den Prozess gegen einen Fahrer, dessen Bus in Kevelaer mit einem LKW kollidierte — bei dem Unfall waren 30 Menschen verletzt und einer getötet worden. Das Gericht verurteilte den Fahrer zu einer Bewährungsstrafe.

“Bild” zeigt ein großes Foto von dem Mann und hat ihn darauf durch Verpixelungen anonymisiert. Eine Mühe, die sich die Zeitung hätte sparen können: Direkt darunter zeigt sie ihn auf einem weiteren Foto völlig unverfremdet.

Und wir wissen immer noch nicht, ob es bloße Unfähigkeit oder irgendein böses Kalkül ist, dass “Bild” so etwas immer wieder passiert. Wir wissen aber auch nicht, was beunruhigender wäre.

Vielen Dank an Sylvio D. für Hinweis und Scan!

Allgemein  

Da wird sich Karl Lügenfeld aber freuen

“Frechste Bescherung aller Zeiten” nennt die “Bild”-Zeitung ihre Idee, einer Reihe von Prominenten das zu schenken, was sie angeblich verdient haben.

Weil der Modeschöpfer Karl Lagerfeld so “gern beim Alter schummelt”, bekommt er von “Bild” ein “Klassenfoto (datiert)”. Lustig. Und welches Alter gibt “Bild” in diesem Zusammenhang für Lagerfeld an? “(68)”.

Tja. Also, wenn wir die “frechste Bescherung aller Zeiten” veranstalteten, würden wir “Bild” ein Archiv schenken. Darin könnte die Zeitung dann diesen drei Jahre alten Artikel aus der “Bild am Sonntag” finden:

Karl Lügenfeld! Er machte sich fünf Jahre jünger. Am Mittwoch feiert Lagerfeld Geburtstag. Offiziell den 65. - in Wahrheit wird er 70 Jahre

Manche Leute sind selbst zum Frechsein zu blöd.

Vielen Dank an Jann M.

Verlierer des Tages (Wiedervorlage)

Man könnte meinen, eine Korrekturspalte sei dazu da, Fehler zu korrigieren. Außer bei “Bild” natürlich. Denn bei “Bild” ist die Korrekturspalte auch dazu da, Fehler zu wiederholen.

Vor zwei Wochen hatte “Bild” Jürgen Rüttgers (CDU) zum “Gewinner” des Tages gemacht, weil er in einer von der SPD bezahlten Umfrage von der Mehrheit der Nordrhein-Westfalen als beliebtester SPD-Politiker genannt worden sei.

Tatsache aber ist: Rüttgers war in einer nicht von der SPD bezahlten Umfrage von einer Minderheit der Nordrhein-Westfalen am dritthäufigsten als SPD-Politiker genannt worden.*

Zwei Wochen später ist es “Bild” nun gelungen, eine “Berichtigung” zum Thema abzudrucken:

Unter der Rubrik "Gewinner" hatte BILD am 7. Dezember 2006 berichtet, dass die SPD die Forsa-Umfrage nach dem beliebstesten SPD-Politiker, aus derer nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) als Sieger hervorging, bezahlt hat. Dies hat sich als unzutreffend erwiesen. Die SPD hat diese Forsa-Umfrage nicht bezahlt.
Man mag sich nicht vorstellen, welches juristische Hin und Her hinter den Kulissen der Formulierung “hat sich als unzutreffend erwiesen” vorangegangen ist, damit nun endlich, zwei Wochen später, auch in “Bild” steht, was sich doch eigentlich bereits am Tag der Veröffentlichung als unzutreffend erwiesen hatte. Die SPD jedenfalls möchte sich dazu nicht mehr äußern.

Und dass die heutige “Berichtigung” den dritt(!)bekanntesten(!) “SPD-Politiker” weiterhin fälschlicherweise als Beliebtheits(!)sieger(!) dastehen lässt, korrigiert “Bild” garantiert morgen nach Weihnachten im nächsten Jahr nie.

*) Ein Teil der “Bild”-Fehler stammte aus der “FAZ”. Zufälligerweise fand sich dort an Tag vor dem heutigen “Bild”-“Berichtigung” folgende “Richtigstellung”:

“Am 5. Dezember hat diese Zeitung (…) über eine Meinungsumfrage aus dem vergangenen Sommer berichtet, die den Bekanntheitsgrad nordrhein-westfälischer SPD-Politiker untersucht. Dabei war behauptet worden, die SPD selbst habe die Umfrage in Auftrag gegeben. Dies hat sich als unzutreffend erwiesen. (F.A.Z.)”

FAZ.net hat den Hinweis auf die SPD als vermeintlichen Auftraggeber der Umfrage ersatz- und kommentarlos gestrichen.

Kurz korrigiert (303)

Mit dem vielversprechenden Satz “TV-Großmaul Stefan Raab (40) — er will es noch einmal von einer Frau besorgt bekommen…” beginnt die “Bild”-Zeitung heute einen Artikel über einen möglichen neuen Boxkampf Raabs gegen Regina Halmich. Und weiter:

7,35 Mio Zuschauer sahen 2001 fasziniert zu, wie Box-Königin Regina Halmich (30) Raab in einem fünf-Runden-Kampf übel verprügelte (…).

Raab-Sender Pro7 erreichte mit dem Show-Fight am 22. März 2001 seine bisherige Rekord-Quote.

Das ist natürlich Unfug. Als Pro Sieben am 7. März 2004 den Film “Der Schuh des Manitu” zeigte, saßen über 12 Millionen Menschen vor dem Bildschirm. Und auch vor dem Boxkampf 2001 hatte es schon Sendungen auf ProSieben gegeben, die höhere Quoten erreichten: “Forrest Gump” sahen am 1. November 1997 über 8 Millionen Zuschauer, “Jurassic Park” am 12. Januar 1997 fast 10 Millionen Zuschauer.

Danke an Frederic M. und Jens S.!

Nachtrag, 16.15 Uhr. Allerdings hatte der Boxkampf, weil er spät am Abend lief, einen besonders hohen Marktanteil. Vielleicht nannte “Bild” das ja irreführenderweise die “Rekord-Quote”. Oder gar den Marktanteil bei 14- bis 49-Jährigen, der für die Privatsender entscheidend ist. Man weiß es nicht.

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