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Wie “Bild” einmal keinen Schatz fand

— Ein Gastbeitrag von Daniel Schleusener —

“Bild jagt den Maya-Schatz” — so nannte “Bild” die Aktion, die sich über einige Tagen hinzog. Die Zeitung hatte eine Expedition nach Guatemala gesandt, die dort – genauer im Izabal-See – einen Goldschatz lokalisieren und ganz nebenbei auch Atlantis finden sollte. Ich habe diese Berichterstattung für ein englischsprachiges Blog über Mesoamerika verfolgt und unter anderem Gespräche mit dem deutschen Botschafter in Guatemala und zwei deutschen Mayanisten geführt.

Der Mann, der “Bild” auf die Spur des vermeintlichen Schatzes gebracht hat, ist Joachim Rittstieg, ein pensionierter Realschullehrer für Mathematik und Sport, der sich seit 40 Jahren mit den Maya beschäftigt. Nach seiner Theorie liegt im Izabal-See unter einer Schlammschicht nichts anderes als Atlantis, die sagenumwobene Stadt. Rittstieg nennt sie Atlan und behauptet, dies wäre der Name der alten Maya-Hauptstadt gewesen. Inzwischen sei sie untergegangen, aber er sieht in verschiedenen Inschriften Beweise dafür, dass sie existiert hat und dass sie auch mal eine Wikinger-Stadt war. Dies alles will Rittstieg durch die Entschlüsselung des Codex Dresdensis, einer der wenigen erhaltenen Maya-Handschriften; Platons Atlantisbeschreibung, Gesprächen mit drei Maya-Priestern, sowie durch die Neuübersetzung der Edda herausgefunden haben. Mit Hilfe von Satelliten- und Sonaraufnahmen sei sogar die Schatzkiste bis auf 10cm Genauigkeit lokalisierbar.

Rittstieg behauptet, die Maya hätten im Jahre 666 v. Chr. 2.156 goldene Tafeln mit ihren Gesetzen besessen, die ein Gesamtgewicht von acht Tonnen hatten. In der Chronologie Mesoamerikas fällt das Datum in die sogenannte mittlere Präklassik. Archäologische Funde sehen keinen Beweis dafür, dass die Maya zu dieser Zeit mit Gold gearbeitet hätten, auch nicht im kleinen Stil. Der Fund von acht Tonnen Gold in einer im Jahre 666 v. Chr. untergegangenen Stadt wäre für Mesoamerikanisten und Mayanisten – gelinde gesagt – überraschend und unerwartet. In meinem Blog habe ich mich ausführlicher mit Rittstiegs Theorie und ihren Hintergründen beschäftigt.

Atlantis, Wikinger und Maya-Gold — wäre man im Internet auf diese Geschichte gestoßen, hätte man wohl etwas gelächelt, den Kopf geschüttelt und es als esoterisches Geschwurbel nordisch-germanozentrischer Prägung abgetan. “Bild” hielt die Geschichte allerdings für plausibel und wollte ihre Wahrheit auf einer Expedition mit fragwürdigen Methoden beweisen.

Am 28. Februar kündigte “Bild” daher eine Expedition nach Guatemala an. Mit sechs Mann wollte man den Maya-Schatz jagen. Was “Bild” dazu bewogen haben könnte, den Ausführungen von Herrn Rittstieg zu glauben, ist mir bis heute schleierhaft. Aber da waren sie nun in Guatemala und daheim erstellte die Redaktion eine fesche Schatzkarte mit dem ersten Hinweis, dass es hierbei um Atlantis geht:

Schatzkarte

Im Artikel sagte uns Herr Rittstieg noch einmal, dass er den Schatz auf 10cm genau lokalisieren kann. Also nichts wie ab zum See, könnte man meinen. Doch da gab es ein kleines Problem: “Bild” hatte offenbar keinerlei Genehmigung für irgendwelche Expeditionen, Tauchgänge oder archäologische Ausgrabungen.

Dafür hatte “Bild” eine Idee, wie der Maya-Schatz aussehen könnte, und zeigte noch vor Beginn der Expedition das Aussehen des Schatzes. Und welche Bilder benutzt die Redaktion, um einen Schatz zu illustrieren, der vor 2600 Jahren untergegangen ist? Bilder von Masken, die etwa 700 Jahre alt und definitiv nicht mayanisch sondern mixtekisch sind. Beide Masken sind im Museo Nacional de Oaxaca zu sehen:

  • Bild 1 der Galerie zeigt Mictlantecuhtli. Diese Maske wurde nicht vor 1300 fertiggestellt, also knapp 2000 Jahre nach dem angeblichen Untergang von Atlantis
  • Bild 13 zeigt ebenfalls eine Maske, aus dem frühen 14. Jahrhundert. Sie zeigt den Gott Xipe Totec.
  • Bild 3 zeigt nicht, wie behauptet, den Maya-Kalender — es ist überhaupt kein Kalender! Was dort zu sehen ist, ist der aztekische Sonnenstein mit dem Gott Tonatiuh in der Mitte. Ihn als Maya-Symbol zu benutzen, zeugt davon, wie uninformiert “Bild” tatsächlich ist.

Am 2. März ging “Bild” auf Guatemala los und meldete prompt, dass “im ganzen Land das Schatzfieber ausgebrochen” ist. Als Beweis soll je ein Bericht aus den Zeitungen “Nuestro Diario” und “Prensa Libre” taugen. Es ist allerdings etwas unglücklich, dass Bild.de beide Screenshots zeigt:

Die Titelseite von Nuestro Diario: "Deutsche kommen, um nach dem Schatz zu suchen"

So lässt sich nämlich nachvollziehen, dass die Zeitungen berichten, dass “Bild” keine Genehmigung für irgendwelche archäologischen Aktivitäten habe. Offizielle Stimmen werden genannt, so Érick Ponciano von der Dirección General del Patrimonio (etwa das Nationale Kulturamt), der bestätigt, dass die Expedition uneingeladen und ohne Genehmigung für etwaige Ausgrabungen kommt. Ohne Genehmigung würde es aber keine Grabungen geben. Auch Mónica Urquizú vom Institut für Anthropologie und Geschichte von Guatemala kommt zu Wort. Auch sie bestätigt noch einmal: Die Maya nutzten in besagter Epoche kein Gold und der Codex Dresdensis enthält keinen verstecken, entschlüsselbaren Code.

Die “Prensa Libre” meldet außerdem, dass der Schiffsverkehr auf dem Izabal-See, in dem Atlantis liegen soll, nun von der Marine kontrolliert werde. Auch “Bild” berichtet, die Soldaten würden den See “überwachen, damit keine heimlichen Schatzsucher das Gold der Maya stehlen können.” Gemeint ist damit wohl vor allem “Bild” selbst, aber die Zeitung erweckt lieber den Eindruck, das Militär würde das Gebiet sperren, damit “Bild” ungestört fischen kann.

Pflichtgemäß meldet sich am 3. März Erich von Däniken zu Wort, der bei einer Geschichte über die Maya natürlich nicht fehlen darf. Er ist sich sicher, dass im Izabal-See ein phänomenaler Schatz liege. Dabei handele es sich aber nicht nur um Gold, sondern “um in Stein gemeißelte Botschaften aus der tiefen Vergangenheit”. Derart motiviert gibt es für die Expedition natürlich kein Halten mehr und sie bricht umgehend auf.

Weil das Militär auf dem Izabal-See seine Runden dreht, geht es nach Copán, einer alten Maya-Stätte. Als Begründung führt “Bild”-Reporter Claas Weinmann über Twitter aus, dass Joachim Rittstieg in Copán Hinweise auf den Schatz vermute. Weshalb er überhaupt noch Hinweise auf einen Schatz braucht, den er angeblich auf 10 cm genau lokalisieren kann, lässt er offen.

Irgendwann muss “Bild” dann doch einmal zum See, auch trotz des Militärs. So geht die Expedition kurzerhand auf ein Privatgrundstück und taucht dort ein bisschen. Denn es gilt, den Beginn einer 9 km langen Brücke über den See zu finden, die vor 2600 Jahren das Festland und Atlantis miteinander verbunden haben soll.

Dabei scheint es sich um das gleiche Grundstück zu handeln, von dem Rittstieg berichtet, er habe dort 1987 “die Trasse der alten Brückenzufahrt zur versunkenen Hauptstadt” entdeckt. 1990 fand er dort außerdem nach eigenen Angaben “eine antike Wasserleitung, Brückenreste” und 2002 die “‘heiße Quelle’ Platons” und “auch die antiken Wasserleitungen”. Dennoch werden diese ungeborgenen Fundstücke jetzt mit keinem Wort erwähnt, geschweige denn gezeigt. Es ist von dickem Schlamm die Rede, der allerdings Dinge am Ufer nicht betreffen kann.

Claas Weinmann teilte per Twitter mit, dass es nun auf den See gehen würde. Und dann das:

Letzte Vorbereitungen auf dem Expeditions-Katamaran. Heute könnte ein großer Tag werden. Schon irgendein kleiner Hinweis wäre sensationell.

Militärboot taucht auf. Beiboot setzt zu unserem Katamaran über.

Ruhige, aber lange Diskussion. Bin gespannt, was jetzt passiert.

Tauchverbot! Beiboot begleitet unser Schiff zurück.

Am 8. März wissen die Leser jedenfalls, dass der See auch für “Bild” gesperrt ist und in der nächsten Zeit nicht getaucht wird. “Bild” wusste mindestens seit dem Treffen mit dem Botschafter am 2. März, dass das Militär illegale Schatzsucher daran hindern würde, zu tauchen. Der deutsche Botschafter, der bei dem Treffen anwesend war, erklärte mir in einer Mail vom 10. März, dass die Expeditionsgruppe im Gespräch mit einem Abteilungsleiter im Kulturministerium gesagt habe, dass am Izabal-See keine Ausgrabungen geplant seien.

Und weiter:

[Der Abteilungsleiter im Kulturministerium] hat keine Einwände gegen die Fahrt zum Izabal-See erhoben; allerdings solle doch bitte von eingehenderen Untersuchungen vor Ort ohne Erlaubnis abgesehen werden – was zugesichert wurde.

Tatsächlich hat “Bild” aber wirklich etwas gefunden! Also eigentlich nicht “Bild” direkt, sondern ein Fischer. Und es ist auch kein Gold, sondern ein ziemlich unspektakuläres Tongefäß. Aber immerhin: man hat jemanden gefunden, der ein Gefäß aus dem See gefischt hat. Also schreibt man folgerichtig am besten:

Gehört dieser Tonkrug zum Schatz der Maya?

Ersten Schätzungen zufolge sei er mehrere hundert Jahre alt. Nicht schlecht, dann fehlen ja nur noch 2000 mehr. “Bild” gibt das zur Überprüfung an Experten und hat seitdem nicht mehr darüber berichtet.

Zwischenzeitlich meldeten sich weitere kritische Stimmen zu Wort. Die deutschen Mesoamerikanisten sprechen in ihrer Stellungnahme vom 7. März von einer “skandalösen Vorgehensweise” und “Effekthascherei”. Allerdings haben die Wissenschaftler sich zunächst etwas von “Bild” anstecken lassen und auch dem Botschafter Dr. Schäfer Vorwürfe gemacht, diese inzwischen aber zurückgenommen.

Schäfer schreibt mir, er habe – anders als “Bild” es erahnen ließ und die Mesoamerikanisten es verstanden – mit dem Besuch im Kulturministerium nicht den Zweck verfolgt, “den Prozess der Genehmigung der ‘Expedition’ abzukürzen”.

Schäfer weiter:

Ich finde es bedauerlich, dass in der Stellungnahme der Eindruck erweckt wird, als hätte ich dazu beigetragen, die guatemaltekischen Behörden in irgendeiner Weise zu hintergehen oder unter Druck zu setzen.

In den folgenden Tagen bemühte sich “Bild” um Genehmigungen, von denen klar war, dass sie nicht zu bekommen sein würden. Denn die Verantwortlichen in Guatemala wissen sehr gut, was eine Theorie ist und was Wunschdenken. So wusste der Botschafter auch zu berichten:

Breit publiziert wurden aber auch die Kommentare guatemaltekischer Fachleute, die die These vom Maya-Gold im Izabal-See rundum verwarfen und auf die grundlegenden Widersprüche zu der gesamten Maya-Forschung hinwiesen.

“Bild” zog also am 10. März die Konsequenzen und reiste wieder ab. Im Abschieds-Artikel übernahm das Team wie gewohnt keine Verantwortung für all die Unhöflichkeiten und Umstände wie z. B. das Militärschiff, das wahrscheinlich auch heute noch seine Runden auf dem Izabal-See dreht.

Rittstieg fasst im Gegenteil die Reise im “Bild”-Artikel so zusammen:

Wir haben alles in unserer Macht Stehende unternommen, drei Taucher eingeflogen und sogar einen Schamanen befragt. Jetzt liegt es an der Regierung von Guatemala, den Schatz zu bergen.

Den Schatz, von dem die Regierung nicht annimmt, dass es ihn gibt.

Die “Bild”-Expedition bindet immer noch wichtige lokale Ressourcen, die man woanders sicher gut gebrauchen könnte. Zwei Drittel der Bevölkerung von Guatemala leben in Armut und wegen “Bild” muss die Marine ein Schiff auf dem See patrouillieren lassen. Fischer werden kontrolliert. Das Expeditionsteam erhielt Polizeischutz, obwohl Drogenbanden ihr Unwesen treiben. Der deutsche Botschafter wurde involviert. Usw. usf.

Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Guatemala. Der Erhalt der Maya-Stätten sichert Einkommen und Besucher. Im schlimmsten Fall werden wegen solch einer Aktion die eigentlichen Maya-Stätten zerstört, um an das versteckte Gold heranzukommen, welches es aller Wahrscheinlichkeit nach gar nicht gibt.

Um es mit den Worten der deutschen Mesoamerikanisten zu sagen:

Archäologen haben bislang in mühevoller Aufklärungsarbeit vor Ort immer wieder darauf hingewiesen, dass die antiken Maya-Stätten keineswegs Goldschätze enthielten, und mussten zudem mit Gerüchten kämpfen, sie würden Schätze illegal außer Landes schaffen. Die BILD-Goldsuche macht diese Arbeit mit einem Schlag zunichte.

“Bild” erklärt hingegen im letzten Artikel: “BILD bleibt dran!”

Bitte nicht!

Daniel Schleusener widmet sich auf seinem Blog “The Complete Mesoamerica (and more)” geschichtlichen, kulturellen, archäologischen und kuriosen Themen rund um Mesoamerika. Unterstützt wird er dabei durch Historiker, Mayanisten und – natürlich – dem Internet.

Kriegsbilder, WAZ, Guttenberg

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Kampagne des Verteidigungsministeriums”
(sueddeutsche.de, Marc Felix Serrao)
Die “taz” protestiert gegen die Werbung der Bundeswehr in “Bild”-Produkten. “Nach derzeitiger Planung” sollen aber nur 600.000 Euro, also 12.5 Prozent des Werbebudgets “auf Bild, BamS und bild.de” entfallen. “In welchen anderen Printmedien Anzeigen erscheinen, steht dem Sprecher zufolge noch nicht fest.”

2. “Journalismus in solchen Ländern ist immer riskant”
(faz.net, Michael Hanfeld)
Die Redaktionsspitze von “Bild am Sonntag” verteidigt die Recherchereise zweier Reporter in den Iran, die mit einer monatelangen Inhaftierung endete: “Journalismus in Ländern mit autoritären Regimen ist immer riskant, wie aktuell die Verhaftung auch deutscher Reporter in China gezeigt hat. Pauschal auf solche Recherchen zu verzichten und, wie es einige Schlaumeier jetzt empfehlen, grundsätzlich nur in Risikoländer zu reisen, wenn man dort erwünscht ist, wäre das Ende von unabhängigem Journalismus.”

3. “Die meisten Bilder sind gestellt”
(journal21.ch, Helmut Scheben)
Helmut Scheben, langjähriger Redakteur der “Tagesschau” des Schweizer Fernsehens, über Bilder aus dem Krieg: “Die meisten Bilder von Kampfhandlungen sind gestellt. Das ist eine banale Weisheit, denn jedem ist klar, dass ein Kameramann oder eine Kamerafrau keine Kampfhandlungen aus der Nähe filmen kann, es sei denn sie sind lebensmüde.”

4. “Der Nachwuchs ist unpolitisch”
(fr-online.de, Andreas Schwarzkopf)
Über Krieg und Journalismus spricht auch der erfahrene Reporter Christoph Maria Fröhder. “Viele Kollegen, die aus Geldnot oder aus Sicherheitsgründen etwa mit den Isaf-Truppen in Afghanistan unterwegs sind, werden manipuliert, bekommen nicht das ganze Bild zu sehen. Ich habe mehrfach erlebt, wie Kollegen verboten bekamen, Übergriffe von Soldaten auf Zivilisten aufzunehmen.”

5. “Briefkastenmüll (I)”
(revierflaneur.de)
Der Revierflaneur erhält Post vom Chefredakteur der “Westdeutschen Allgemeinen Zeitung”, Ulrich Reitz. Er soll ein “Bürgervotum” ausfüllen, was ihm mit einem kostenlosen Probeabo der “WAZ” und der Aussicht auf Gewinn eines Reisegutscheins im Wert von 1.000 Euro schmackhaft gemacht wird. “Vermutlich denken die Marketingprofis bei der WAZ, dass sie die Adressaten ihrer Umfrage in Zeiten des Wutbürgertums mit dem Aufruf zu einem ‘Bürgervotum’ eher zur Teilnahme motivieren können.”

6. “Wie Ken den Kopf verlor”
(faz.net, Volker Zastrow)
Ein langes Lesestück zum Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg: “Wer sich nicht blenden lässt, kann sehen, dass Guttenberg, gemessen an den üblichen, erst recht den an ihn angelegten Maßstäben, in seinem Leben nicht viel auf die Reihe bekommen hat. Er ist ein auffallend intelligenter Mensch, aber seine äußeren, zertifizierten Leistungen lagen deutlich unter diesem Niveau. Durchgestartet ist er erst in der Politik, dort aber mit ungeheurem Druck.”

Bild  

“Bild” bringt Baby in Gefahr

Die Berliner Ausgabe von “Bild” ist entsetzt:

Mit Baby zur Randale-Demo: Wie kann eine Mutter ihr Kind so in Gefahr bringen?

Anne Pauly und Victor Reichardt, Experten für die Erstellung von Horror-Szenarien, beschreiben eindringlich, was sich da ihrer Ansicht nach in Friedrichshain abgespielt hat:

Die junge Mutter in einem Pulk von Demonstranten, die den Eingang des besetzten Ladens blockieren. Ihr Baby hat sie vor sich geschnallt. In ihrer Hand hält sie ein Protest-Schild. Wenig später gehen Chaoten brutal auf Polizisten los…

MIT BABY ZUR RANDALE-DEMO! (…)

Als die Chaoten den Eingang blockierten, gingen die Beamten gegen sie vor, trugen sie weg. Einige wehrten sich. Gleichzeitig versuchten 60 Linksextreme, die Polizisten zu überrennen. Sie gingen mit Schlägen und Tritten auf die Beamten los.

Und die Mutter mit Baby war mittendrin! Wie kann man sein Kind nur so in Gefahr bringen?

Etwas anders stellt sich die Situation beim “Tagesspiegel” dar, der von “friedlichem Protest” spricht und mit seinem Foto auch ein etwas anderes, “fast entspanntes”, Bild zeigt:

Friedlicher Protest: Tausend Luftballons für den Gerichtsvollzieher. Sitzblockade. Die Stimmung in der Scharnweberstraße wirkte fast entspannt. Foto: dpa - Foto: dpa

Sogar die Pressestelle der Berliner Polizei erweckt nicht den Eindruck, als seien die Beamten jüngst von einer “Randale-Demo” zurückgekehrt: sie bezeichnet den Einsatz als “weitgehend problemlos”.

Auch die Szene mit den “60 Linksextremen” liest sich bei der Polizei – anders als bei “Bild” – nicht so, als sei das Kind am Kundgebungsort in unmittelbarer Gefahr gewesen:

Eine angemeldete Kundgebung an der Colbe- Ecke Scharnweberstraße verlief bis 10 Uhr 15 ohne Zwischenfälle. Erst als etwa 30 Personen mit Luftballons in den Händen aus einem Hauseingang in der Nähe in die Richtung des von der Räumung betroffenen Hauses zogen, liefen zeitgleich etwa 60 Personen ohne Absprache vom Kundgebungsort los. Die Menge versuchte, Polizeibeamte einer Einsatzhundertschaft zu überrennen, wobei es vereinzelt zu Tritten und Schlägen gegen die absperrenden Polizisten kam, die in der Folge auch Pfefferspray einsetzten. Einzelne Angreifer konnten festgenommen werden, zwei Beamte wurden leicht verletzt.

Mit Dank an Benjamin S. und Dani E.

Bild, Spiegel, Kommentare

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Der Preis der Kooperation”
(freitag.de, Gerhard Henschel)
Gerhard Henschel schreibt über den Brief von Judith Holofernes: “Dagegen ist inzwischen der recht klägliche Einwand erhoben worden, dass Judith Holofernes sich nur wichtigmachen wolle. Aber weshalb gibt es dann nicht ein paar Prominente mehr in Deutschland, die den Mut zu solcher Wichtigmacherei besitzen?”

2. “SPIEGEL: Im Zweifel unrecherchiert”
(bild.de, Nicolaus Fest)
Nicolaus Fest wehrt sich gegen die “Spiegel”-Kritik an der “Bild”-Geschichte über den Selbstmord einer 16-jährigen. Er wirft der Zeitschrift mangelnde Recherche und “ungeprüfte Parteilichkeit” vor.

3. “Die Medien-Obsession mit der BILD-Zeitung”
(visdp.de, Sebastian Esser)
Sebastian Esser sieht die Macht von “Bild” im Einfluss auf andere Journalisten: “Seinen größten Einfluss übt BILD nicht bei seinen Lesern aus, sondern in den unzähligen Morgenkonferenzen, wo sich gestandene Blattmacher aus Bequemlichkeit von großen Buchstaben die Agenda diktieren lassen; wo Fernsehsender BILD das ‘Drehbuch’ nennen, nach dem sie die Abendnachrichten abfilmen; wo Journalisten glauben, die Boulevardzeitung wüsste besser, was die Leute denken.”

4. “Netz der Selbstkontrolle”
(freitag.de, Jimmy Wales)
Für Wikipedia-Mitgründer Jimmy Wales zeigen Projekte wie GuttenPlag und Churnalism, “dass das Netz sehr wohl in der Lage ist, seine eigenen Auswüchse zu korrigieren”.

5. “Aller Anfang des Neuen ist der Schrecken”
(nachtkritik.de, Nikolaus Merck)
In einem Vortrag macht sich Nikolaus Merck, Mitgründer der Theaterkritik-Plattform nachtkritik.de, Gedanken über Kommentare. “Wir haben Fehler gemacht, wir haben Kommentare ins Netz gestellt, die wir heute nicht einmal mehr mit der Kneifzange anfassen würden. Aber – wir haben unsere Praxis unter heftigen Diskussionen sukzessive verändert. (…) Wenn Verballhornung, Verhöhnung, Verächtlichmachung wichtige und vielgenutzte Mittel der Kritik an politischen Persönlichkeiten sind – warum sollte das nicht auch für andere Leute gelten? … Wieso nimmt der Befindlichkeitsbürger für sich in Anspruch, Politiker straffrei als Idioten bezeichnen zu können, aber strengt eine Beleidigungsklage an, wenn man ihn so nennt?”

6. “Plakatierte Plagiate: ‘Guttenbergs Ghostwriter: Ich schrieb sie in einer Nacht'”
(mucbook.de, Marco Eisenack)
“Mitglieder einer NGO haben in den frühen Morgenstunden etwa 50 Zeitungsständer in München mit verschiedenen Schlagzeilen-Plagiaten plakatiert.”

Bild, Olympia 2018, Wolfgang Nadvornik

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Zu Guttenbergs Beziehungen zur Springer-Presse”
(ndr.de, Video, 5:49 Minuten)
Die Beziehungen der “Bild”-Mitarbeiter Kai Diekmann, Nikolaus Blome und Anna von Bayern zu Karl-Theodor zu Guttenberg.

2. “Guttenberg und die Bild-Zeitung”
(fr-online.de, Ulrike Simon)
Für Ulrike Simon entscheidend ist Chefredakteur Kai Diekmann: “Anders als andere Zeitungen, in denen Chefredakteure ihren Redakteuren und Ressortleitern Freiheiten lassen, funktioniert Bild nach dem Flaschenhals-Prinzip: Alles muss durch das Büro des Chefredakteurs, Bild ist das Produkt von Kai Diekmann. Bild ist Diekmann.”

3. “Das Augenzwinkern der BILD”
(wwwagner.tv, Jörg Wagner, Video, 1:39 Minuten)
Medienjournalist Jörg Wagner fragt den Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, wie die “Bild”-Anzeige mit dem Brief von Judith Holofernes in der “taz” mit dem Ruf nach einem Leistungsschutzrecht zu vereinen ist.

4. “Bei Olympia unkritisch”
(taz.de, Sebastian Kemnitzer)
Die Kandidatur von München für die Olympischen Winterspiele 2018 und die Journalisten. “Aktuell werden die rund 150 Journalisten, die wegen des Besuchs der IOC-Evaluierungskommission nach München gekommen sind, bestens von der Bewerbungsgesellschaft betreut. Im Pressezentrum mangelt es an nichts, das Rahmenprogramm mit diversen Abendveranstaltungen erhöht den Wohlfühlfaktor.”

5. “Moderator Nadvornik: Angeblicher Haftbefehl”
(sueddeutsche.de, C. Rost u. P. Crone)
Die “Abendzeitung” meldet fälschlicherweise, es sei ein Haftbefehl gegen Fernsehmoderator Wolfgang Nadvornik erlassen worden.

6. “Von Gefahren bei der Wohnungssuche, oder: Wie man mit Betrügern Spaß haben kann”
(lastknightnik.wordpress.com)

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Wir Sind Helden wollen nicht für “Bild” werben

Wir Sind Helden mögen keine Werbung. Auf Festivals haben sie schon Reklamebanner abhängen lassen, bevor sie die Bühne betraten. Sängerin Judith Holofernes erklärte im Dezember 2007 als BILDbloggerin für einen Tag, was ihr an “Bild” alles nicht passt.

Trotzdem (womöglich eher: deswegen) hielt es die Werbeagentur Jung von Matt für eine gute Idee, bei Wir Sind Helden und Judith Holofernes anzufragen, ob die nicht bei einer “Bild”-Werbekampagne mitmachen wollten:

Sehr ge­ehr­te Damen und Her­ren,

wir sind als Wer­be­agen­tur mit der ak­tu­el­len BILD-​Kam­pa­gne be­traut, in der wir hoch­ka­rä­ti­gen Pro­mi­nen­ten eine Bühne bie­ten, ihre of­fe­ne, ehr­li­che und un­ge­schön­te Mei­nung zur BILD mit­zu­tei­len.

Der­zeit pla­nen wir die nächs­te Pro­duk­ti­ons­pha­se für Früh­jahr 2011. Die neu zu pro­du­zie­ren­den TV- und Ki­no­spots sowie Pla­kat-​ und An­zei­gen­mo­ti­ve sol­len die be­ste­hen­den Mo­ti­ve von Ve­ro­ni­ca Ferres, Tho­mas Gott­schalk, Phil­ipp Lahm, Ri­chard von Weiz­sä­cker, Mario Barth u.v.m. er­gän­zen.

Für diese Fort­füh­rung der Kam­pa­gne möch­ten wir sehr gern “Wir sind Hel­den” ge­win­nen.

Das schö­ne an der Kam­pa­gne ist, dass sie einem guten Zweck zu Gute kommt. BILD spen­det in Namen jedes Pro­mi­nen­ten 10.​000,- Euro an einen von Ihnen zu be­stim­men­den Zweck.

Las­sen Sie uns gern te­le­fo­nie­ren und die De­tails be­spre­chen. Zur De­tail­in­for­ma­ti­on sen­den wir Ihnen be­reits heute anbei ei­ni­ge wei­ter­füh­ren­de In­for­ma­tio­nen.

Ich freue mich dazu von Ihnen zu hören.
Herz­li­che Grüße aus Ham­burg,
Jung von Matt/Als­ter Wer­be­agen­tur GmbH

Die Antwort der Band, die wir hier mit freundlicher Genehmigung derselben wiedergeben, fiel eindeutig aus:

Liebe Wer­be­agen­tur Jung von Matt,

bzgl. Eurer An­fra­ge, ob wir bei der ak­tu­el­len Bild -​Kam­pa­gne mit­ma­chen wol­len:

Ich glaub, es hackt.

Die lau­fen­de Pla­kat -​Ak­ti­on der Bild -​Zei­tung mit so­ge­nann­ten Testi­mo­ni­als, also ir­gend­wel­chem kom­men­tie­ren­dem Ge­seie­re (Auch kri­ti­schem! Hört, hört!) von so­ge­nann­ten Pro­mi­nen­ten (auch Kri­ti­schen! Oho!) ist das Per­fi­des­te, was mir seit lan­ger Zeit un­ter­ge­kom­men ist. Will hei­ßen: nach Euren Maß­stä­ben si­cher eine ge­lun­ge­ne Ak­ti­on.

Sel­ten hat eine Wer­be­kam­pa­gne so ge­schickt mit der Dumm­heit auf allen Sei­ten ge­spielt. Da sind auf der einen Seite die Pro­mis, die sich den­ken: Hmm, die Bild­zei­tung, mal ehr­lich, das lesen schon wahn­sin­nig viele Leute, das wär schon schick… Aber ir­gend­wie geht das ei­gent­lich nicht, ne, weil ist ja ir­gend­wie unter mei­nem Ni­veau/ evil/ zu sicht­bar be­rech­nend… Und dann kommt ihr, liebe Agen­tur, und baut die­sen armen ge­spal­te­nen Pro­mi­nen­ten eine Brü­cke, eine wa­cke­li­ge, glit­schi­ge, aber hey, was soll’s, auf der an­de­ren Seite liegt, sagen wir mal, eine Tüte Gum­mi­bär­chen. Ihr sagt jenen Pro­mis: wisst ihr was, ihr kriegt ein­fach kein Geld! Wir spen­den ein­fach ein biss­chen Kohle in eurem Namen, dann passt das schon, weil, wer spen­det, der kann kein Ego haben, ver­stehs­te? Und au­ßer­dem, pass auf, jetzt kommt’s: ihr könnt sagen, WAS IHR WOLLT!

Und dann den­ken sich diese Pro­mis, im Rah­men ihrer Mög­lich­kei­ten, ir­gend­ei­ne pseu­do -​dis­tan­zier­tes Ge­wäsch aus, ir­gend­was “total Spitz­fin­di­ges”, oder Cle­ver-​ Un­ver­bind­li­ches, oder Über­heb­li­ches, oder… Und glau­ben, so kämen sie aus der Num­mer raus, ohne ihr Ge­sicht zu ver­lie­ren. Und haben trotz­dem un­heim­lich viele sau­dum­me Men­schen er­reicht! Hurra.

Auf der an­de­ren Seite, das er­klärt sich von selbst, der Re­zi­pi­ent, der sau­dum­me, der sich denkt: Mensch, diese Bild -​Zei­tung, die traut sich was.

Und, die drit­te Seite: Ihr, liebe jung­dy­na­mi­sche Men­schen, die ihr, zu­min­dest in einem sehr spe­zia­li­sier­ten Teil eures Ge­hirns, genau wisst, was ihr tut. Außer viel­leicht, wenn ihr auf die Idee kommt, “Wir sind Hel­den” für die Kam­pa­gne an­zu­fra­gen, weil, mal ehr­lich, das wäre doch total lus­tig, wenn aus­ge­rech­net die…

Das Pro­blem dabei: ich hab wahr­schein­lich mit der Hälf­te von euch stu­diert, und ich weiß, dass ihr im ers­ten Se­mes­ter lernt, dass das Me­di­um die Bot­schaft ist. Oder, noch mal an­ders ge­sagt, dass es kein “Gutes im Schlech­ten” gibt. Das heißt: ich weiß, dass ihr wisst, und ich weiß, dass ihr drauf scheißt.

Die BILD -​Zei­tung ist kein au­gen­zwin­kernd zu be­trach­ten­des Trash-​Kul­tur­gut und kein harm­lo­ses “Guilty Plea­su­re” für wohl­fri­sier­te Auf­stre­ber, keine wit­zi­ge so­zia­le Re­fe­renz und kein Li­fes­tyle-​Zi­tat. Und schon gar nicht ist die Bild -​Zei­tung das, als was ihr sie ver­kau­fen wollt: Hass­ge­lieb­tes, aber wei­test­ge­hend harm­lo­ses In­ven­tar eines ei­gent­lich viel schlaue­ren Deutsch­lands.

Die Bild­zei­tung ist ein ge­fähr­li­ches po­li­ti­sches In­stru­ment – nicht nur ein stark ver­grö­ßern­des Fern­rohr in den Ab­grund, son­dern ein bös­ar­ti­ges Wesen, das Deutsch­land nicht be­schreibt, son­dern macht. Mit einer Agen­da.

In der Ge­fahr, dass ich mich wie­der­ho­le: ich glaub es hackt.

Mit höf­li­chen Grü­ßen,
Ju­dith Ho­lo­fer­nes

Bild  

“Sie werden bild.de bald nicht vermissen”

Lassen Sie uns kurz erläutern, warum wir Ihnen auf dem iPad BILD künftig nur noch als kostenpflichtige App anbieten.

Das ist ein vielversprechender Anfang. Man bekommt diesen Satz zur Antwort, wenn man bei Bild.de nachfragt, warum man von einem iPad aus — anders als zum Beispiel mit einem PC — die kostenlosen Inhalte von Bild.de nicht aufrufen kann. Die mutmaßliche Standardantwort geht so weiter:

Mit BILD HD ermöglichen wir Ihnen eine neue Art des Nachrichtenlesens, denn wir haben sämtliche Möglichkeiten des iPads ausgenutzt, um Ihnen unsere Inhalte auf komplett neuartige, innovative und unterhaltsame Art erlebbar zu machen. Für ein Premiumprodukt wie das iPad haben wir uns aufgrund der technischen Darstellungsmöglichkeiten klar für die Form einer kostenpflichtigen App entschieden und schränken den Zugriff auf eine kostenlosen Browservariante mit frei zugänglichen journalistischen Inhalten bewusst ein.

Allein im Internet herrscht nach wie vor eine gewisse Erwartungshaltung, dass sämtliche Informationen kostenlos zur Verfügung stehen müssen. Diese angenommene Selbstverständlichkeit ist aus unserer Sicht falsch und ein Irrweg. Attraktive Premiuminhalte sind weder in der analogen Printwelt noch in der digitalen Welt kostenlos verfügbar. Die Erstellung aktueller, exklusiver Inhalte kostet Geld und kann langfristig nur weiter gewährleistet werden, wenn Nutzer bereit sind, für diesen Mehrwert zu bezahlen.

Sie können BILD in vielen verschiedenen Formen lesen, als Zeitung, im Internet, auf Handys und Smartphones, auf Fernsehgeräten und jetzt auch erstmals auf einem Tablet-PC. Auf jeder Plattform und für jede Situation möchten wir Ihnen als Leser die möglichst beste Form bieten, unsere Geschichten zu erleben. Wir sind davon überzeugt, dass sie diese speziell für dieses Gerät entwickelte und aufbereitete Form von BILD schätzen und die normale Browserversion von bild.de schon bald nicht vermissen werden.

Wir würden uns freuen, wenn Sie unsere neue BILD App testen und sich überzeugen lassen.

Man könnte daraus schließen, dass es sich auch aus Sicht der Axel Springer AG bei Bild.de nicht um ein “attraktives Premiumangebot” handelt (jedenfalls dann nicht, wenn man es von einem PC aus aufruft), und wer würde dem widersprechen?

Der iPad-Nutzer, der sich bei Bild.de beschwert hatte, fragte noch nach:

Keineswegs habe ich die Erwartung, dass alle Inhalte im Netz frei sein müssten. Ganz im Gegenteil. Ich bin gerne bereit für gut recherchierte Geschichten auch Geld zu bezahlen. Das mache ich auch bei Musik, Filmen und anderem digitalen Content.

Was ich fordere ist nur Gleichberechtigung. Der selbe Content, den sie für den Normalo-Surfer FREI ins Netz stellen, ist für iPad User NICHT FREI verfügbar im Netz. Nur darum geht es.

Eine Antwort bekam er nicht mehr.

Mit Dank an Tobias N.

Bild  

Der Mann, der bei “Bild” Jeff Jarvis war

Am vergangenen Freitag konnte “Bild” mit einem namhaften Gastautoren aufwarten:

Neues Google-Tablet übersetzt alle Sprachen! Von Jeff Jarvis

Jeff Jarvis ist New Yorker Professor, “Kult-Blogger” und “Google-Experte”. Klar, dass dessen neue Aufgabe als “Bild”-Autor in der Szene für Aufsehen sorgt.

Zum Beispiel beim Branchendienst “Meedia”:

Die Google-PR von Jeff Jarvis in der Bild. Web-Guru Jeff Jarvis schreibt jetzt auch für Bild. Über Google! Sein Text über angebliche Wunder-Fähigkeiten eines neuen Google-Tablets kommt allerdings sehr lobhudelnd daher.

Doch stimmt das eigentlich? “Schreibt” Jarvis wirklich für “Bild”? Ein “Twitter”-Nutzer hat einfach mal nachgefragt:

(Schreiben Sie jetzt für die deutsche Boulevardzeitung “Bild”? — Nein, die haben mich interviewt und so formatieren sie das.)

So einfach wird man also “Bild”-Autor. Gut zu wissen!

Bild  

“Bild” bringt Hannelore Kraft in Schwulitäten

Was es alles für interessante Medien gibt:

Auf Seite 22: Ein Bericht von Dreharbeiten für einen Schwulen-Porno. Auf Seite 24: Vollejakulierte Männerunterhosen. Auf Seite 36: Ein Interview mit Hannelore Kraft (49, SPD)…

WO IST UNSERE MINISTERPRÄSIDENTIN DENN DA REINGERATEN?

Ja, wo?

Die naheliegendste Antwort wäre natürlich: In “Bild”, wo Politiker-Interviews gerne mal von Berichten über Porno-Drehs und Artikeln über merkwürdige Fetische flankiert werden.

Wirbel um Kraft-Interview in Schniedel-MagazinDoch Frau Kraft hat nicht mit “Bild” gesprochen:

Fakt ist: Das Schwulenmagazin “Männer” (7,95 Euro, gibt’s am Kiosk) hatte Frau Kraft um ein Interview gebeten. Nur ahnte in Krafts Stab niemand, was in dem Heft so abgeht!

(Wir können nur vermuten, wie sehr sich die Redaktion gefreut hat, als ihr die Formulierung “Krafts Stab” eingefallen ist.)

Vielleicht war “Bild” einfach sauer, dass es noch andere Medien gibt, die Berichte zum Weltgeschehen mit Sex-Geschichten kombinieren. Vielleicht ist es für “Bild” ein Unterschied, ob Politiker mit Titten-Zeitungen oder mit Schniedel-Magazinen reden. Oder es stimmt einfach, dass den “Bild”-Mitarbeitern ein Gen fehlt und sie deshalb nicht in der Lage sind, die Widersprüchlichkeit ihres eigenen Schaffens zu bemerken.

Mit Dank an Heinz M., Thomas H. und egal.

BILDblog hält Winterschlaf (5)

Die BILDblogger suchen zwischen den Jahren Orte auf, an denen sie vor der strengen Kälte geschützt sind (hohle Baumstämme, Erdhöhlen und dergleichen) und polstern sie mit Heu, Stroh, Blättern, Haaren, Wolle und anderen Materialien aus…

Aber das wissen Sie ja längst. Wie in den vergangenen Jahren auch versetzen wir uns über die Feiertage in einen kurzen Torpor (energetischer Schlafzustand).

Als Feiertagslektüre empfehlen wir noch einmal die anrührende Liebesgeschichte zwischen “Bild” und Stephanie zu Guttenberg, unseren Leitfaden “Wie hetzte ich gegen ein Land auf?” (falls die Stimmung allzu besinnlich zu werden droht) und die Ausführungen des damaligen Fußballtrainers Heiko Herrlich über eine große deutsche Boulevardzeitung.

Wir danken für die Aufmerksamkeit, die Mitarbeit, das Interesse und die Spenden und wünschen allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr!

Wir sehen uns im Januar 2011.

Mit Dank für die sachdienlichen Hinweise des Jahres 2010 an a Friend, Achim Sch., adameus23, AJ, Alex, Alex A., Alex F., Alex Z., Alexander A., Alexander B., Alexander H., Alexander M., Alexander S., Alfons S., Alfons Sch., Aljoscha K., André B., André H., Andre S., Andreas, Andreas F., Andreas H., Andreas H., Andreas K., Andreas M., Andreas P., Andreas Sch., Andree M., Annika K., Annika Sch., Ardian S., Arne A., Arne H., Arthur C., Axel F., Bader, Baris Ü., Basti, Bastian, Ben N., Bene F., Benedikt K., Benedikt R., Benjamin, Benjamin B., Benjamin C., Benjamin K., Benjamin S., Berkan T., bernd, Bernd R., Bernd V., Bernhard, Bernhard S., Bertha, Big J, bildfahnder, Birger L., Björn, Björn B., Björn C., Björn C., Björn K., Bodo K., Boerries K., Bojan J., Bono, Boris K., Bruder B, BTH, C., C.S., Carlotta R., Carsten, Carsten Z., Ceggis, Chris, Chris J., Chris N., Christian B., Christian G., Christian H., Christian M., Christian S., Christian Sch., Christoph, Christoph A., Christoph F., Christoph G., Christoph H., Christoph M., Christoph S., Christoph W., Christopher I., Christopher K., Claudia, Clemens, Clemens H., Clemens W., cmpunk, Conny Sch., Daniel B., Daniel H., Daniel H., Daniel K., Daniel K., Daniel M., Daniel P., Daniel S., Daniel Sch., Daniel T., Daniel V., Daniela W., David K., David L., David N., David R., Dejan I., Dennis, Dennis B., Dennis H., Dennis K., Dennis L., desixtor, Diamandis V., Dirk E., Dirk O., Dominic I., Dominik H., Dominik M., Eagle, EagleRN, Ecko, Ellen L., Erhan S., Eric, Eric M., Eric R., Ernst, erz, Esther K., Eugen E., Eugen W., Fabian, Fabian F., Fabian G., Fabian K., Fabian P., Falk Z., Felix, Felix P., Flo M., Florian, Florian B., Florian D., Florian H., Florian K., Florian R., Florian S., Florian Sch., Florian V., Fr.-Jo. 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