Suchergebnisse für ‘BILD’

Work in progress

Offenbar fällt es ab und zu Mitarbeitern von Bild.de auf, wenn irgendwo bei Bild.de Unsinn steht. So stand bis vor kurzem noch in einem Info-Kasten dies hier:

Das war falsch, wie sich zum Beispiel auf kannstehaben.org nachlesen lässt, und wurde inzwischen “korrigiert”. Jetzt steht in dem Kasten:

Mal abwarten, ob und wann jemandem bei Bild.de auffällt, dass auch das falsch ist und wie es “korrigiert” wird.

Mit Dank an Eric S. für den sachdienlichen Hinweis.

Nachtrag, 18.30 Uhr: So, jetzt sind falschen Rechnungen verschwunden, und nachdem der Kasten kurzzeitig so aussah, wurde jetzt sogar sicherheitshalber der Schweiß von “82 Millionen Deutschen” aus dem Text entfernt. Bleibt vielleicht noch die Frage, wie realistisch eigentlich die Grundannahme ist, dass ein Mensch an einem Tag tatsächlich 24 Liter Flüssigkeit alleine durchs Schwitzen verliert. Aber bevor sich jetzt jemand bei Bild.de daran macht, da noch weiter dran rumzubasteln, oder auch noch die anderen Fehler bei der Haut oder beim Speichel zu korrigieren, wäre es vielleicht mal an der Zeit, sich zwischendurch um Wichtigeres zu kümmern. Zum Beispiel um diese Frage aus einer Bild.de-Überschrift: “Hat Seehofer sich für seine Frau entschieden?” Die hat Seehofer selbst nämlich schon beantwortet.

Kurz korrigiert (437)

In einem Interview der aktuellen “Bild am Sonntag” (siehe Ausriss) fragt Oliver Pocher den Fußballspieler Ailton:

(…) Und wann bitte hast du zuletzt getroffen?

Und Ailton antwortet (laut “BamS”):

In Zürich! Oft sogar: 13 Tore in 8 Spielen — perfecto! (…)

Fußballdaten.de, der “Kicker”, aber auch die Zürcher Grashopper selbst wissen zwar bloß von 8 Toren in 13 Spielen, doch…

… weil ja alle Journalisten bei Axel Springer “grundsätzlich, auch im Falle besonderen Termindrucks, dafür Sorge [tragen], dass Interviews vom Gesprächspartner mündlich oder schriftlich autorisiert werden”, ließe das nur einen Schluss zu: Ailton hat der “BamS” irgendwelchen Unsinn erzählt, den Unsinn anschließend sogar autorisiert* — und in der “BamS”-Sportredaktion hat’s niemand gemerkt…

*) Warum der Brasilianer Ailton im “BamS”-Interview wiederholt ausgerechnet spanische Vokabeln (“Hombre”, “Cojones”, “perfecto”) benutzt haben soll, entzieht sich unserer Kenntnis.

Mit Dank an Bernd H., Gerhard T., Dietrich K. und Michael H..

Nachtrag, 18.40 Uhr (mit Dank an Jan W.): Vergangenen Mittwoch wusste übrigens auch “Bild” noch, dass Ailton “in 13 Spielen immerhin acht Tore geschossen” hatte.

Allgemein  

Dumpfbacken-Alarm

Die Wege von Bild.de sind unergründlich. Wir haben jedenfalls nicht herausgefunden, warum der Online-Auftritt der “Bild”-Zeitung heute groß den 20. Geburtstag von “Eine schrecklich nette Familie” feiert.

Denn zum Jubiläum der Premiere in den USA kommt Bild.de gut drei Monate zu spät; bis zum 20. Geburtstag in Deutschland ist es noch viereinhalb Jahre hin.

Nicht auszuschließen ist natürlich, dass zum echten Jubiläum im April ein Bild.de-Redakteur auf das Thema aufmerksam wurde und zu einem Praktikanten sagte: “Kannst Du uns da nicht mal die 100 stärksten Sprüche von Al Bundy zusammenstellen, die wir dann auf 100 Seiten verteilen können?”, und der Praktikant antwortete: “Klar, Chef, aber das ist viel Arbeit, das zu recherchieren — das könnte locker drei Monate dauern.”

Moment, halt: Doch, das ist auszuschließen. Denn Bild.de hat die Witze allesamt von einschlägigen Al-Bundy-Witz-Zusammenstellungen im Internet kopiert und zwar gelegentlich auf neue Rechtschreibung getrimmt, aber die Original-Fehler zigfach erhalten wie in diesem Beispiel:

Sie sind, wie gesagt, unergründlich, die Wege von Bild.de. Oder um es mit Al Bundy zu sagen:

Ich bin von der Schule abgegangen, verlor den Willen zum Leben und hier bin ich jetzt.

Danke an Bense und Sebastian C.!

6 vor 9

Sie ist Deutschland
(freitag.de, Martin Krauß)
Die einst übel beleumundete “Bild”-Zeitung manipuliert nicht mehr. Sie ist auf dem Weg zum Verfassungsorgan.

Die Angst des Chefredaktors vor der leeren Frontseite
(cr.blog.sf.tv, Ueli Haldimann)
Trendwende: Mehr Unfälle wegen Alkohol? schrieb die Sonntagszeitung am 18.03.2007. Das ist nicht wahr, wie der Chefredaktor der Tagesschau des Schweizer Fernsehens, welche die Meldung übernahm, feststellt.

Für friedlichere Fernsehbildschirme
(nzz.ch, Gerti Schön)
Gewaltdarstellungen im Fernsehen stossen in den USA vermehrt auf Kritik. Nun wird über gesetzliche Massnahmen diskutiert. Die Medienaufsicht sieht keine Gefährdung der Meinungsfreiheit.

Pariser Presse im Sturm
(taz.de, Dorothea Hahn)
Die wichtigsten französischen Wirtschaftsblätter “Les Echos” und “La Tribune” sollen verkauft werden. Seitdem wird gestreikt und demonstriert.

Studium 2.0
(zeit.de/campus, Fabian Reinbold)
Blogs, Wikis und Podcasts: Wie neue Kommunikationsmittel beginnen, den Uni-Alltag zu verändern.

Bekenntnisse eines Einheimischen
(sz-magazin.sueddeutsche.de, Bruno Ziauddin)
Was haben die Schweizer bloß gegen all die Deutschen, die in ihr Land ziehen?

Kurz korrigiert (431-436)

Bei Bild.de wünscht man sich in einem größeren Artikel von diversen Kinofilmen Fortsetzungen. So dringend offenbar, dass keine Zeit blieb, den Text noch mal gegenzulesen. Denn abgesehen davon, dass im Text drei Mal der Film “Die Hart” auftaucht (siehe Ausriss), haben sich noch so einige andere Fehler eingeschlichen. So hat Michael Madsen, anders als Bild.de schreibt, in dem Film “Pulp Fiction” gar nicht mitgespielt, von “Dirty Dancing” gibt es schon seit dem Jahr 2004 eine Fortsetzung (auch wenn sie offenbar nicht viel mit dem Original zu tun hatte), und von “From Dusk Till Dawn” gibt es sogar schon zwei Fortsetzungen. Die erste hat zwar auch nicht viel mit dem Original zu tun und die zweite war eigentlich ein “Prequel”, das wurde aber immerhin vom Regisseur des ersten Teils produziert.

Und was von “From Dusk Till Dawn” angeht: Wir sind ehrlich gesagt nicht überzeugt, dass es “elf Jahre nach ihrem Besuch in der merkwürdigen Kneipe in Mexiko” allzuviel zu erzählen gäbe “aus dem Leben der Gangsterbrüder Seth (George Clooney) und Richard Gecko (Quentin Tarantino)”. Auch wäre es wohl keine gute Idee, “die blutsaugende Vamp-Stripperin Santanico Pandemonium (Salma Hayek) wieder an die Stange” zu lassen. Richard Gecko und Santanico Pandemonium starben nämlich bereits im ersten Teil von “From Dusk Till Dawn”.

Mit Dank an die zahlreichen Hinweisgeber.

Nachtrag, 22 Uhr: Wie’s aussieht, wurde der Artikel komplett aus dem Angebot von Bild.de entfernt.

Sorglos und ohne erkennbare Recherche

Es ist rund zwei Jahre her, als “Bild” unter der Überschrift “Frivoler Prozeß um einen Privat-Porno” ein sehr großes, unzureichend verfremdetes Foto einer jungen Frau"Frivoler Prozeß um einen Privat-Porno" abbildete (siehe Ausriss). Es ging in dem “Bild”-Artikel um einen Mann, der von seiner Ex-Freundin angezeigt und auf 200.000 Euro Schmerzensgeld verklagt worden war, weil er einen offenbar heimlich gedrehten Film im Internet veröffentlicht hatte. “Bild” illustrierte die Geschichte u.a. mit einer Sequenz aus dem Film und eben mit diesem großen Foto von “Kerstin”, die laut “Bild” auch die Frau aus dem “Privat-Porno” gewesen sei. Allerdings handelte es sich bei “Kerstin” nicht um die Frau aus dem “Privat-Porno”, sondern um deren völlig unbeteiligte Nichte. Sie hatte deshalb Unterlassung der Veröffentlichung des Fotos verlangt, doch bei “Bild” bzw. der Axel Springer AG weigerte man sich mit erstaunlicher Harnäckigkeit und sonderbaren Argumenten, eine Unterlassungserklärung abzugeben. Es kam zum Prozess vorm Landgericht Frankfurt, den “Bild” verlor.

Und im Oktober 2006 verlor “Bild” noch einen weiteren Prozess. Die junge Frau, deren Persönlichkeitsrecht “Bild” verletzt hatte, hatte die Axel Springer AG nämlich auch auf Schadenersatz verklagt. Springer wurde zur Zahlung einer Geldentschädigung in Höhe von 25.000 Euro verurteilt. In dem jetzt in der Zeitschrift “Multimedia und Recht” veröffentlichten Urteil des Landgerichts Hamburg heißt es:

Die beanstandete Veröffentlichung war rechtswidrig. (…) Die Rechtsverletzung ist auch schuldhaft erfolgt, indem der beanstandeten Veröffentlichung keine erkennbare Recherche zu Grunde lag. Die schuldhaft rechtswidrige Veröffentlichung stellt auch eine schwerwiegende Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts der Klägerin dar. Sie verletzt nicht nur das Recht der Kl. am eigenen Bild und ist geeignet, das Ansehen der Klägerin herabzusetzen; in der Behauptung, Bilder, die die Kl. bei sexuellen Handlungen zeigen, seien im Internet frei zugänglich gezeigt worden, liegt zugleich ein besonders schwerer Eingriff in die Intimsphäre der Klägerin, der durch die Beigabe eines Beispielfotos noch erhebliches zusätzliches Gewicht erhält. Diese Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts beruhte zudem auf einem schweren Verschulden der Beklagten. Denn Medienunternehmen, die Bildnisse veröffentlichen, sind ohnehin schon verpflichtet, gründlich zu prüfen, ob eine Veröffentlichungsbefugnis besteht und wie weit diese reicht (…); diese Prüfungspflicht ist naturgemäß dann besonders hoch, wenn es sich um Bilder aus einem derart “brisanten” Bereich handelt wie dem, der den Gegenstand der Berichterstattung bildete. War es danach schon höchst zweifelhaft, ob überhaupt Bildnisse der betroffenen Frau hätten gezeigt werden dürfen, so musste unter allen Umständen Sorge dafür getragen werden, nicht unbeteiligte Personen ohne deren Willen in das Geschehen einzubeziehen. In ihrer diesbezüglichen Sorglosigkeit hat sich die Bekl. in besonders vorwerfbarer Weise über die persönlichkeitsrechtlichen Interessen der Kl. hinweggesetzt.
(Hervorhebungen von uns)

Mit Dank an Bastian V. für den sachdienlichen Hinweis.

6 vor 9

Vier Erben für ein Halleluja
(tagesspiegel.de, Sonja Pohlmann)
Wer darf die ?Süddeutsche Zeitung? kaufen? Ein Münchner Drama um eine Milliarde Euro.

Rufmord im Internet
(infoweek.ch, David Rosenthal)
Sie nehmen kein Blatt vor den Mund, veröffentlichen auch geheime Informationen, und sie sind ein gefundenes Fressen für die Medien: Unzufriedene Mitarbeiter, welche über anonyme Blogs Stimmung gegen ihre Firma machen.

?Leben heißt lernen?
(merkur.de, Dieter Anschlag und Volker Nünning)
Werner Reuß, Leiter von Deutschlands einzigem Bildungskanal, über den grassierenden Wissensboom, die Zwänge des menschlichen Gehirns und geistreiches Fernsehen.

Lobbyisten-Boom in Bern
(blick.ch/sonntagsblick, Beat Kraushaar und Flurina Valsecchi)
Die Einflüsterer haben das Bundeshaus fest im Griff. Seit 2004 nahm die Zahl der Lobbyisten um mehr als ein Viertel zu, Tendenz steigend. Jetzt fürchten Politiker: «Unser Parlament wird manipulierbar!» (Die SonntagsBlick-Lobby-Liste, pdf, 66kb)

Neapel – Radio Mafia
(vice.typepad.com)
Ein von der italienischen Mafia betriebener Radiosender wurde nach einer Polizeirazzia lahm gelegt. Radio Camorra strahlte verschlüsselte Nachrichten an Gang-Mitglieder aus.

Lutz Seiler – Turksib (Auszug aus einem langen Prosatext)
(bachmannpreis.orf.at, Lutz Seiler)
Der Gewinnertext des diesjährigen Bachmann-Preises.

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Der ehemalige Trainer von Hannover 96, Ewald Lienen, soll also versuchen, den Stürmer Thomas Brdaric nach Athen zu holen.

Ja, das ist ein Name, bei dem man es der Sport-Redaktion von “Bild”-Hannover wirklich nicht verübeln kann, wenn sie sich verbuchstabiert.

Andererseits…

Linien baggert an Brdaric

Danke an Markus für den Hinweis!

Übergangshomestory

Rechterhand sehen Sie die komplette letzte Seite der “Bild”-Zeitung vom Samstag, dem 19. Mai 2007. Sie besteht (vom “Liebe ist”-Cartoon und der Wettervorhersage abgesehen) komplett aus einer Folge der Christiane-Hoffmann-Serie “Zu Hause bei…” Und Christiane Hoffmann schrieb:

Berlin, Rosa-Luxemburg-Straße. Die Glastür zum renovierten Haus (erbaut 1890) neben dem Hotel “Lux 11” führt zum stählernen Sicherheitsaufzug. Per Key-Card (haben nur die Bewohner) geht’s in den 5. Stock, von wo man auf Rotes Rathaus, Alex, Platte guckt. Mark Medlock (28), neuer “Superstar”, seit zwei Wochen Gewinner der 4. Staffel von “DSDS”, hat hier sein neues, bereits voll möbliertes Zuhause gefunden. (…) Drei Sofas (lila Samt, weißes, schwarzes Leder), vier Sessel, offene Küche (Nussbaum plus „Siemens“) und Kamin, zwei Esstische sowie ein Porzellandrache (wiegt eine Tonne), der an der Wand kauert. (…)

“Superstar” Mark Medlock (28) in seinen neuen vier Wänden. Auf dem Boden Schiefer, die Wände weiß. (…)

Rechterhand sehen Sie nun die komplette Seite 5 der Berliner “Bild”-Ausgabe vom gestrigen Freitag. Und unter der Überschrift “Superstar Mark Medlock — So bescheiden wohnt er in Charlottenburg” heißt es nun:

Mark Medlock (28, “Now or never”) tauscht sein nobles 150-qm-Apartment in Mitte (BILD berichtete), das ihm von einem Hotel gesponsert wurde, gegen eine eigene Wohnung.
(Hervorhebung von uns.)

Kurz korrigiert (430)

Dana Horáková war mal Kultur-Ressortleiterin von “Bild”, Hamburger Kultursenatorin, und sie schreibt hin und wieder in “Bild” das “Kulturstück”. Eine grundsätzlich begrüßenswerte Kolumne, die “Bild”-Lesern wohl kulturelle Themen näher bringen soll. Gestern schrieb Horáková über “Die Fenster von Frankfurt/Oder”, die, nachdem sie sich jahrzehntelang als “Beutekunst” in sowjetischem und dann russischem Besitz befanden, wieder in der gotischen Marienkirche sind. Im Text heißt es:

"1943 haben Rotarmisten dieses Fenster als Kriegsbeute aus der Marienkirche in Frankfurt/Oder nach Russland verschleppt, seitdem hat es keiner gesehen."

1943? Wohl kaum. Da war die Rote Armee noch nicht mal annähernd in der Nähe von Frankfurt/Oder. Entsprechend wurden die Fenster erst 1945 nach Russland verschleppt. Das sollte man nicht nur als ehemalige Kultursenatorin wissen. Man kann es aber auch schön detailliert bei den Kollegen der “Welt” nachlesen:

Die Chorfenster wurden zur Vermeidung von Kriegschäden im Herbst 1941 ausgebaut und zunächst in einer Gruft der Kirche gelagert. Im April 1945 wurden sie in das Neue Palais im Potsdamer Park Sanssouci verlegt. Im Juni gelangten sie in das sogenannte Kriegsbeutelager I der Roten Armee im Schlachthof Berlin-Lichtenberg. Mitte August 1945 wurden sie nach Leningrad, das heutige Sankt Petersburg, gebracht und seitdem dort in der Eremitage aufbewahrt.

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