Suchergebnisse für ‘BILD’

“Bild” will sie endlich stoppen!

Im Gegensatz zu anderen schreibt die “Bild”-Zeitung ja seit dem 4. Oktober 2004 bekanntlich “wieder klassisch richtig” (= in alter Rechtschreibung) — und auf ihrer heutigen Titelseite dies:

Weiter heißt es:

“Jetzt soll der Bundestag die Schlechtschreibreform kippen!

Anlass für die Schlagzeile ist ein Antrag der CDU/CSU-Fraktion (Überschrift: “Klarheit für eine einheitliche Rechtschreibung”). Und liest man den vergleichsweise unspektakulären CDU/CSU-Antrag im Wortlaut (PDF), kann man ihn ungefähr so zusammenfassen wie die Nachrichtenagenur AFP:

“Die Union spricht sich in dem Antrag nicht ausdrücklich für eine Rückkehr zur alten Rechtschreibung aus.”

In der AFP-Meldung steht außerdem:

“Vor zwei Wochen hatte sich die Union nicht auf einen Antrag zur Rechtschreibreform einigen können. Dies gelang nun offensichtlich dadurch, dass sich die Fraktion weder auf eine Rückkehr zur alten Schreibung noch auf eine Änderung der Reform festlegt.”

Eine ebenso treffende Überschrift wie die von “Bild” gewählte wäre also: “Schlechtschreibreform – Union will sie beibehalten!

Stoppschilder jetzt in “Bild”-Rot

1.) Die Farbe der Marke “Bild” ist rot. So viel steht ja mal fest.

2.) Das neue Auswärtstrikot der deutschen Fußballnationalmannschaft ist auch rot. Der Ausrüster Adidas nennt den Farbton “Toro”.

3.) Generalsponsor des Deutschen Fußballbundes und seiner Nationalmannschaften ist seit 1990 Mercedes-Benz. Der aktuelle Vertrag läuft noch bis 2006.

4.) Bei allen Spielen zwischen Nationalmannschaften, die unter der Schirmherrschaft der FIFA ausgetragen werden, ist Sponsorwerbung auf sämtlichen Ausrüstungsgegenständen nach Artikel 13 des FIFA-Ausrüstungsreglements verboten.

5.) Fragt man beim DFB nach, was es mit der heutigen Seite-1-“Bild”-Schlagzeile, “Nationalmannschaft jetzt in BILD-Rot” auf sich haben könnte, kriegt man zur Antwort, dass die Entscheidung für die neuen Trikots und deren Farbe “überhaupt nichts mit der ‘Bild’-Zeitung zu tun” hat.

“Bild” sprach zuerst mit… dem Friseur

(Nur nicht aufregen!)
Es stimmt, dass dieser Schnappschuss in der gestrigen “Bild”-Zeitung kurzzeitig Beachtung fand. Kaum ein TV-Promimagazin beispielsweise, das ihn (im Zusammenhang mit der Berichterstattung über eine Aids-Gala, während der das Foto entstand) nicht beiläufig gezeigt hätte: RTL-Dschungelshow-Gewinnerin Désirée Nick und Klaus Wowereit, Berlins Regierender Bürgermeister, küssen sich inmitten einer von zahlreichen Kamerateams und Journalisten besuchten Benefizveranstaltung, zu der Wowereit in Begleitung seines langjährigen Lebensgefährten gekommen war.

Und wer weiß, vielleicht stimmt es ja wirklich, vielleicht hat “Bild” ja Recht, wenn sie heute, groß, auf der Titelseite, unter der völlig sinnentleerten Überschrift “Wowereit nicht mehr schwul?” behauptet: “Ganz Deutschland diskutiert über einen Zungenkuss.” Wer weiß. (Wir wissen ja alle nicht mal, ob das, was der Schnappschuss zeigt, überhaupt ein Zungenkuss war: Nicks “Bild”-Statement gestern war gewohnt kokett, und Wowereit hatte “nicht die Absicht, das zu kommentieren.“)

Allerdings nennt “Bild” heute für die Behauptung, dass “ganz Deutschland diskutiert”, keinerlei Belege. Nein, stattdessen hat “Bild” offenbar ausschließlich mit “Promi-Friseur Udo Walz (60)” gesprochen – und mit dem Sexualwissenschaftler Wilhelm Preuss (keine Altersangabe). Doch dazu später.

Walz jedenfalls sagt laut “Bild” nicht, wie diese zur Titelstory gehörige Schlagzeile suggeriert: “Solche Küsse küsst doch kein schwuler Mann!” Nein, Walz plaudert nur ein wenig drauflos, findet, solche Küsse gehörten “nicht in die Öffentlichkeit”, und beendet sein längliches “Bild”-Statement mit den nichtssagendem Worten:

“Aber bei Wowi reden wir ja nur von einem Kuß. Und abgesehen davon, daß es wirklich wichtigere Probleme auf der Welt gibt als so ein Bussi. Ein Kuß, ganz egal zwischen wem, ist und bleibt doch eine der schönsten Sachen der Welt.”

Das war’s. Beziehungsweise war’s das noch nicht ganz. Denn “BILD-Medizin-Redakteur Dr. Christoph Fischer” hat ja noch mit erwähntem Sexualforscher gesprochen, der auf die drängenden Fragen der “Bild”-Macher (“Ist Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (51, SPD) gar nicht mehr schwul?” bzw. “Kann ein Schwuler wieder Frauen lieben?” und “Kann ein Schwuler wieder Frauen sexuell begehren?” usw.) sogar eine Antwort hat. Sie lautet zusammengefasst:

“Das ist ganz unwahrscheinlich.”

PS: Und nachdem das gesagt ist, kann man das, was darüber hinaus “Bild”-Kolumnist Franz Josef Wagner zum Thema beizutragen zu haben glaubt, bestenfalls ignorieren — und (mit Dank an Tommy für den sachdienlichen Hinweis) daran erinnern, dass “Bild” am 16.2.2002 unter der Überschrift “Kann Sabine Christiansen Wowereit umdrehen?” schon mal fast dieselbe Story druckte, was die “Zeit” damals übrigens “praktizierte Offenheit gegenüber dem Schwachsinn” nannte…

Lachen mit “Bild”

Früher gab es von jedem “Bild”-Kommentator zwei Fotos: Eines, auf dem er lacht. Und eines, auf dem er ernst guckt. Sie fanden Verwendung je nach Anlass und Tenor des Kommentars.

Entweder ist das internen Sparmaßnahmen zum Opfer gefallen. Oder man ist bei “Bild” wirklich außerordentlich glücklich darüber, dass Jassir Arafat nicht mehr lebt. Neben dem Kommentar mit der Überschrift “Tod im Bett” steht dieses Foto von Autor Claus Jacobi:

Nachtrag, 17:10: Mittlerweile wurde das Foto bei Bild.de gegen ein weniger erheitertes ausgetauscht.

Nachtrag, 21:00: In der gedruckten “Bild” guckt Jacobi angemessen staatstragend.

“Bild” veröffentlicht Schockfoto

Yoko Ono hat kürzlich eine neue DVD-Sammlung herausgebracht, auf der auch das Video zum Lied “Woman” zu finden ist. Es ist u.a. mit einem Foto ihres toten Mannes, John Lennon, das im Leichenschauhaus aufgenommen wurde, bebildert. “Bild” schreibt:

Hier liegt John Lennon auf dem Totenbett – Seine Witwe Yoko Ono veröffentlicht Schockfoto

“Bild” fragt:

Findet der berühmte “Beatle” John Lennon (ermordet 1980) nie seinen Frieden?

Und weiter:

Der tote Lennon auf DVD – Trauerarbeit oder geschmacklose PR?

Im Anschluss an die Frage berichtet “Bild”:

Yoko Ono (…) schockte vor Jahren mit dem Foto der blutbespritzten, später versteigerten Brillengläser, die Lennon bei seiner Ermordung (…) trug.

“Bild” bebildert die Geschichte mit dem Foto Lennons, das im Leichenschauhaus aufgenommen wurde. Es ist in “Bild” etwa neun mal dreizehn Zentimeter groß. Und mit einem kleineren Foto der blutverschmierten Brille.

Das Boulevardblatt “Bild” schreibt nicht, dass das Foto aus dem Leichenschauhaus bereits direkt nach Lennons Tod von dem Boulevardblatt “New York Post” und vom Boulevardblatt “National Enquirer” auf deren Titelseiten veröffentlicht wurde.

Wahrscheinlich war man bei “Bild” einfach zu geschockt darüber, wie unsensibel Ono im Umgang mit Fotos von Toten ist.

(Mit Dank für die sachdienlichen Hinweise an Alexander S., Thomas J. und Jeffrey W.)

“Bild”-Wörterbuch

Was meint die “Bild”-Zeitung eigentlich, wenn sie “geheim” schreibt? Was versteht man unter einem “Nippel-Alarm”? Wie gefährlich ist ein “Balkon-Monster”? Wer ist “Klümchen”? Und welche “Hupen” machen kein Geräusch?

Solch elementare Fragen für den “Bild”-Zeitungsleser beantwortet jetzt das große, kontinuierlich aktualisierte BILDblog-“Bild”-Wörterbuch.

“Bild” macht Neuanfang

“Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann greift hart durch: Er will bei der Beachtung der “journalistischen Standards” des Blattes in Zukunft kein Auge mehr zudrücken. Das sagte er anlässlich der Neubesetzung mehrerer Stellen in der Chefredaktion, die er als “Zäsur” bezeichnete. Seine “grundsätzlichen Überlegungen” waren ihm “so wichtig”, dass er sie zusätzlich per E-Mail an die “Bild”-Mitarbeiter schickte. In dem Brief, den die Fachzeitschrift “werben & verkaufen” veröffentlichte, lobt er die Bedeutung des Blattes, fährt aber fort:

Wo Licht ist, ist Schatten. Wo gearbeitet wird, da werden Fehler gemacht. Das heißt nicht, daß wo mit besonders großen Buchstaben gearbeitet wird, deshalb auch besonders große Fehler gemacht würden. Aber: In großen Buchstaben sind Fehler eben besonders eindrucksvoll und tun uns besonders weh. Gerade weil wir journalistischer Schrittmacher und Marktführer sind, werden wir sehr genau und kritisch beobachtet. Und deshalb müssen wir uns selbst und unsere Performance jeden Tag kritisch überprüfen.

Jeder Fehler ist ein Fehler zuviel! Lassen Sie mich ein paar Dinge unsortiert herausgreifen:

Wer sich bei heiklen Themen auf andere verläßt und keine eigenen Recherchen anstellt, paßt nicht zu uns. Übergeigte Überschriften, die vom Text nicht gehalten werden, haben in BILD nichts zu suchen. Texte, die man nicht versteht, Bildunterschriften, die lieblos hingerotzt werden, machen unsere Zeitung kaputt. Wer bei anderen abschreibt und dabei nicht mal in der Lage ist, Namen oder Fakten richtig abzuschreiben, gehört nicht zu BILD!

Was ich Ihnen hier beispielhaft sage, sind eigentlich selbstverständliche Standards. … Deshalb gilt bei der Beachtung unserer journalistischen Standards künftig: Null Toleranz! Qualität kommt von quälen. Und das erwarte ich von uns. Jeden Tag, immer wieder.

Wem die Bereitschaft fehlt, mit Lust, mit Liebe und mit Leidenschaft für BILD zu arbeiten, jeden Tag für das gesamte Blatt mitzudenken, der sollte sich prüfen, ob er bei uns wirklich richtig ist. In diese Kritik schließe ich jeden, der Führungsverantwortung trägt, vor allem und zu allererst mich, ein.

Der Antritt der neuen Mitglieder der Chefredaktion, fast vier Jahre, nachdem Diekmann “Bild”-Chefredakteur wurde, solle als ein “Neuanfang” begriffen werden, schrieb Diekmann:

Wenn alle mitmachen, werden die nächsten vier Jahre ganz sicher so erfolgreich wie die vergangenen vier Jahre.

Wir begrüßen den “Neuanfang”, weisen aber darauf hin, dass die verkaufte Auflage von “Bild” in den vergangenen vier Jahren um elf Prozent oder eine halbe Million Exemplare gesunken ist.

ARD inkonsequent, “Bild” nur ein bisschen

Bei der ARD spinnen sie alle. Erinnern Sie sich?

“Als ARD-Moderator wurde Max Schautzer (64) gefeuert – zu alt!“,

stand Ende August in “Bild am Sonntag”, nachdem die ARD Schautzers Langweiler-Show “Immer wieder Sonntags” an den 26-jährigen Sebastian Deyle abgegeben und Schautzer ein Buch mit dem merkwürdigen Titel “Rock’n’Roll im Kopf, Walzer in den Beinen” geschrieben hatte, siehe Google-Cache). Einen Tag später legte “Bild” empört nach (siehe noch mal Google-Cache und Bildblog):

“Bei ARD und ZDF sitzen die Alten in der letzten Reihe.”

Zwei Monate später nun der nächste Rausschmiss bei der altenfeindlichen ARD: Der Sender wird bei der Show “Wenn das kein Grund zum Feiern ist” künftig ohne Schlagersänger Patrick Lindner (44) feiern. Die Sensation: Lindner wird “ersetzt durch den 13 Jahre älteren Michael Schanze”. Übel, übel. Und was titelt “Bild” dazu? Etwa:

“ARD feuert Patrick Lindner (44) – weil er zu jung ist“?

Nein, nein. Sondern:

“Flog Patrick Lindner bei der ARD, weil er schwul ist?

Muss ein ganz schöner Sauhaufen sein, diese ARD.
Glauben Sie nicht?

“Bild” berichtet über Lidl

Ach ja, und dann ist da ja noch dieser Artikel auf Seite 8 der “Bild” (Berlin-Ausgabe), den man auch online nachlesen kann. “Bild” berichtet darin über die Billigsupermarkt-Kette Lidl, deren Filialen neuerdings auch eine Tageszeitung im Sortiment haben. Den beispielhaften Kundenreaktionen zufolge, anhand derer “Bild” seine Berichterstattung veranschaulicht, handelt es sich dabei um “eine Supersache”. Ja, man kann sagen: “Bild” zufolge sind die drei befragten Frauen ausnahmslos begeistert. Und “Bild” ist’s auch, was wenig verwundert, weil es sich bei der bei Lidl verkauften Tageszeitung, über die “Bild” berichtet, selbstverständlich um “Bild” selbst handelt, wie sich bei der “Bild”-Lektüre schnell herausstellt, weil “Bild” in dem “Bild”-Artikel sieben Mal erwähnt und drei Mal abgebildet wird.

Und weil das, wie gesagt, so eine “Supersache” ist, so “klasse” und, laut “Bild”, so eine “große Freude an den Kassen des Lebensmitteldiscounters LIDL”, zitieren wir zum Schluss auch nur ganz kurz aus dem Pressekodex:

“Verleger und Redakteure (…) achten auf eine klare Trennung zwischen redaktionellem Text und Veröffentlichungen zu werblichen Zwecken.”

Gladbacher Spieler boykottieren “Bild”

Wenige Weltereignisse der letzten, sagen wir, 2000 Jahre haben die Redaktion der “Bild”-Zeitung so erregt wie die Tatsache, dass der Mönchengladbacher Stürmer Oliver Neuville am 16. Oktober gegen Kaiserslautern ein Tor mit der Hand erzielte, darüber jubelte und es nach dem Spiel als korrekt bezeichnete. Mit selbst für “Bild”-Verhältnisse ungeahnter Wucht prügelte das Blatt tagelang und teilweise seitenfüllend auf den “Tor-Betrüger” ein:

Er schlug den Ball wie ein Volleyballer zum 1:0 gegen Lautern (Endstand 2:0) über die Linie. Neuville war so dreist und feierte seinen Betrugs-Treffer mit einem Jubel-Tanz.
Nach dem Spiel log er uns die Hucke voll. Neuville: “Keine Absicht. Ich bin geschubst worden. Ein reguläres Tor.”
Von Neuville gibt‘s keine Entschuldigung, nur noch mehr dummes Geschwätz. Der Tor-Betrüger: “Andere Spieler haben Schwalben gemacht und sind dafür nicht bestraft worden.” Weiß er eigentlich, daß er als Nationalspieler auch eine Vorbildfunktion hat?

BILD meint: 2 Spiele Sperre sind eine zu milde Strafe für einen uneinsichtigen Tor-Betrüger!

Selbst dem Schwesterblatt “Welt” wurde das zuviel. Es sprach in einem Kommentar von einem “Aufstand der Heuchler”.

Fans und Mannschaft haben aus der “Bild”-Berichterstattung jetzt Konsequenzen gezogen. “Im Mannschaftsrat haben alle Spieler beschlossen, auf unbestimmte Zeit nicht mehr mit den zwei verantwortlichen ‘Bild’-Reportern zu sprechen“, bestätigte die Pressestelle.

Das offizielle Fanprojekt der Borussia startete eine Aktion unter dem Motto: “Gemeinsam gegen die Medienhetze”. Am vergangenen Samstag entrollten sie entsprechende Transparente, darunter ein gewaltiges Banner mit der Aufschrift: “Eine Zeitung, die uns verachtet — hat unseren ganzen Hass gepachtet”

Blättern:  1 ... 178 179 180 ... 1085