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Gericht legt Axt an, Cybermobbing, TikTok als Propagandaplattform

1. FragDenStaat ab jetzt nur noch analog
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Wie Markus Reuter bei netzpolitik.org berichtet, hat das Bundesverwaltungsgericht auf Antrag des Bundesinnenministeriums anonyme Informationsfreiheitsanfragen für unzulässig erklärt. Die Entscheidung betreffe insbesondere die Plattform “FragDenStaat”, über die Bürgerinnen und Bürger einfach und anonym Dokumente bei Behörden anfordern konnten. Damit erschwere das Gericht den bisher niedrigschwelligen digitalen Zugang zu Informationen und zwinge die Kommunikation zurück auf den traditionellen Postweg.
Lesenswert dazu auch die Stellungnahme von “FragDenStaat”: Bundesverwaltungsgericht legt die Axt ans Informationsfreiheitsgesetz (fragdenstaat.de, Arne Semsrott).

2. Zwischen Medienhype und Cybermobbing
(deutschlandfunk.de, Lena Fuhrmann, Audio: 5:39 Minuten)
“Spiegel TV” hat kürzlich eine Reportage über den selbsternannten “Anzeigenhauptmeister” ausgestrahlt, in der das Fernsehteam einen 18-Jährigen bei seinem Einsatz gegen Parksünder begleitet hat. Das Video verbreitete sich viral, das Thema wurde von vielen anderen Medien aufgegriffen – mit unangenehmen Folgen für den jungen Mann, der sich nun auch im realen Leben Beschimpfungen, Drohungen und Angriffen ausgesetzt sehe. Der Fall wirft die Frage nach der Verantwortung der berichtenden Redaktionen auf.
Dazu auch ein Lesetipp: Boris Rosenkranz hatte bereits vor zwei Wochen in einem lesenswerten Beitrag bei “Übermedien” berichtet: Wie “Spiegel TV” einen 18-Jährigen zur Hetze freigab (uebermedien.de).

3. TikTok: Im Zentrum der politischen Debatte
(socialmediawatchblog.de, Martin Fehrensen & Simon Hurtz)
Die aktuelle Ausgabe des “Social Media Watchblog” beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Videoplattform TikTok, die verschiedentlich auch für Propaganda genutzt werde: “Welche Rolle spielt TikTok als Propagandaplattform beim Krieg in Nahost? Warum ist die AfD auf TikTok so erfolgreich? Kommt ein TikTok-Verbot in den USA?”

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4. So unterstützt RSF Medien in Gaza
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisationen Reporter ohne Grenzen (RSF) und Arab Reporters for Investigative Journalism unterstützen Journalistinnen und Journalisten im Gazastreifen mit Arbeitsmaterialien, Hilfsgütern und eingerichteten Arbeitszonen. Seit beginn des Krieges habe man mehr als 90 Medienschaffende versorgt, trotz Schwierigkeiten wie blockierten Kommunikationswegen und Luftangriffen. “Vor allem palästinensische Journalistinnen und Journalisten sind unser Fenster nach Gaza”, sagt RSF-Vorstandssprecherin Katja Gloger: “Deshalb ist es wichtig, dass sie vor Ort weiterarbeiten können, so gut und so sicher es geht.”

5. Wie finde ich das? – Meinungen und Tatsachen
(detektor.fm, Charlotte Thielmann & Lars Feyen, Audio: 19:35 Minuten)
Im Podcast “Fit for news” sprechen Charlotte Thielmann und Lars Feyen mit Michael Haller vom Europäischen Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung über die Frage, wie sich Meinungen von Fakten unterscheiden lassen. Und dies sei wichtiger denn je: “Wenn Menschen bei wichtigen Entscheidungen nur ihren Vorurteilen folgen – zum Beispiel, welchem Politiker sie ihre Stimme geben -, dann gewinnen die Populisten und Demagogen an Zuspruch. Nicht das bessere Argument, sondern die krassere Meinung hat Erfolg.”

6. X entsperrt Konto von extremistischer Identitärer Bewegung
(zeit.de)
Die rechtsextreme Identitäre Bewegung (IB) sei im Juli 2020 wegen mehrerer Verstöße gegen die damaligen Twitter-Regeln zu Terrorismus oder gewalttätigem Extremismus gesperrt worden. Nun habe die Plattform von Free-Speech-Absolutist Elon Musk den IB-Account wieder freigeschaltet. Musk hatte vor wenigen Tagen in einem Interview mit dem ehemaligen CNN-Moderator Don Lemon (von dem er sich später distanzierte) davon gesprochen, dass der Begriff Moderation “ein Propagandawort für Zensur” sei.

TikTok drosselt Krah, Rechtsextreme Medienguerilla, Anti-SLAPP-Richtlinie

1. TikTok drosselt Reichweite von AfD-Politiker Maximilian Krah deutlich
(spiegel.de, Max Hoppenstedt)
Wie Max Hoppenstedt beim “Spiegel” berichtet, hat TikTok die Reichweite des AfD-Politikers Maximilian Krah wegen wiederholter Verstöße gegen die Community-Richtlinien für 90 Tage stark eingeschränkt. Krahs Inhalte sollen aktuell nicht mehr im zentralen “Für-dich”-Feed erscheinen. Zudem habe die Plattform mehrere Videos von Krah gesperrt. Nach “Spiegel”-Informationen soll der AfD-Politiker und Spitzenkandidat für die Europawahl “mit homophoben Aussagen, mit Hetze gegen Geflüchtete und Aussagen im Sinne der Verschwörungstheorie vom großen Bevölkerungsaustausch gegen die Regeln der Plattform verstoßen haben.”

2. Rechtsextreme Medienguerilla: Wie Medien das Spiel von Martin Sellner mitmachen
(moment.at, Natascha Strobl)
Natascha Strobl analysiert die Medienstrategie von Martin Sellner, dem führenden Mitglied der Identitären Bewegung. Er nutze bewusst Verhaftungen als Mittel, um mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen und seine rechtsextreme Agenda zu verbreiten. Sellners Strategie ziele auf die Normalisierung seiner Ideologie und die Markenprägung seiner Person ab, indem er sich als Gegner des Establishments inszeniere und finanziell von der erzeugten Aufmerksamkeit profitiere. Strobl appelliert an Journalistinnen und Journalisten, nicht erneut auf diese Taktik hereinzufallen.

3. Wichtiger Schritt gegen Einschüchterungsklagen
(verdi.de)
Gestern wurde die EU-Richtlinie zum Schutz vor missbräuchlichen Klagen, die sogenannte Anti-SLAPP-Richtlinie, wie erwartet vom Europäischen Rat bestätigt. Sie soll unter anderem Medienschaffende schützen. Die europäischen Regierungen haben nun zwei Jahre Zeit, die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen.

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4. Fake news über fake news – wie gefährlich ist Desinformation?
(sr.de, Thomas Bimesdörfer & Michael Meyer, Audio: 18:34 Minuten)
Christian P. Hoffmann ist Professor für Kommunikationsmanagement am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig und Experte für politische Kommunikation. Im Interview mit Thomas Bimesdörfer und Michael Meyer spricht er über mögliche Gefahren von Falschmeldungen angesichts von Künstlicher Intelligenz, Bots und “Fake News”.

5. Der europäische Blick: Rumänien in der deutschen Presse
(de.ejo-online.eu, Richard Steisslinger)
Richard Steisslinger fasst die Ergebnisse einer quantitativen Inhaltsanalyse der Berichterstattung über Rumänien zusammen. Stereotype Darstellungen Rumäniens rund um Korruption und Rückständigkeit seien in der Berichterstattung weiterhin präsent, neben vereinzelten positiven Bildern von unberührter Natur. Die Analyse lege nahe, dass eine umfassende, differenzierte und europäisch geprägte Darstellung Rumäniens noch ausbaufähig ist.

6. Rolf Dobelli: «Ich bin für ein Social-Media-Verbot bis 16»
(srf.ch, Wolfram Eilenberger & Barbara Bleisch, Video: 59:38 Minuten)
In der “Sternstunde Philosophie” diskutieren der Schweizer Bestsellerautor Rolf Dobelli und der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen über die Gefahren von Social Media und unser Verhältnis zur Technik: Brauchen wir digitale Manieren und mehr Selbstkontrolle, staatliche Regulierung oder gar den “digitalen Detox”, also eine Pause von der digitalen Welt? Vergiftet uns das Smartphone wirklich? Und sind Verbote tatsächlich die Lösung? Eine spannende und erkenntnisreiche Diskussion.

Politischer Journalismus, Aus für den Officer, “Royaler Clusterfuck”

1. Journalisten haben nicht den Auftrag, die AfD zu bekämpfen
(deutschlandfunk.de, Friedbert Meurer, Audio: 4:44 Minuten)
Im Deutschlandfunk kommentiert Friedbert Meurer, dass Journalistinnen und Journalisten nicht gegen die AfD kämpfen, sondern alle Positionen neutral hinterfragen und aus verschiedenen Perspektiven beleuchten sollten; sie sollten “genau beschreiben, ob und wie gefährlich die Partei ist, aber nicht ihr Publikum vor unerfreulichen Sichtweisen abschirmen”: “Ein subjektiver Journalismus hat durchaus seine Berechtigung, oft packt er die Hörerinnen und Hörer mehr als die kühle Analyse. Aber eine Agenda ist dem Publikum suspekt. Der politische Journalismus sollte sich gerade jetzt auf seine Kernaufgabe besinnen, zu berichten und eine Sache von möglichst vielen Seiten zu beleuchten. Das Meinungsspektrum zu öffnen, statt es einzuengen.”

2. Stirbt der Lokaljournalismus schon wieder?
(journalist.de, Maximilian Münster)
Ende vergangenen Jahres musste “karla”, ein lokaljournalistisches Onlineprojekt aus Konstanz, den Betrieb einstellen. Dem digitalen Stadtmagazin war es nicht gelungen, die notwendigen finanziellen Mittel für den Weiterbetrieb zu akquirieren. Das Fachmagazin “journalist” hat mit dem Gründer und ehemaligen Redaktionsleiter Michael Lünstroth darüber gesprochen, was für ihn mit etwas zeitlichem Abstand die weiteren Gründe für das Aus von “karla” sind.

3. Was in der Islam-Berichterstattung schief läuft
(neuemedienmacher.de)
Die “Neuen deutschen Medienmacher*innen” haben sich den 400-seitigen Bericht des “Unabhängigen Expertenkreises Muslimfeindlichkeit” angesehen, der viele Ergebnisse zur Berichterstattung über den Islam enthalte: “Zum Internationalen Tag gegen Islamfeindlichkeit vergangen Freitag haben wir uns den Bericht ‘Muslimfeindlichkeit – Eine Deutsche Bilanz’ aufmerksam durchgelesen und für Medienschaffende sechs Vorschläge formuliert, was sich an der Islam-Berichterstattung in Deutschland ändern muss.”

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4. Entlarven und kontern auf TikTok
(verdi.de, Grace Pönitz)
Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten der Kölner Journalistenschule für Politik und Wirtschaft haben in einem Projekt den Erfolg der Neuen Rechten analysiert und Fakten überprüft. Dazu haben sie eine eigene kurze Videoreihe auf TikTok und Instagram erstellt, in der Begriffe wie Desinformation, Rechtspopulismus oder Deepfakes erklärt werden. Grace Pönitz wollte von ihnen wissen, wie die Resonanz war und was die Rechten in den Sozialen Medien anders machen.

5. Es bleibt beim Tiktok-Aus für “Officer Denny”
(lto.de, Charlotte Hoppen)
Wie “Legal Tribune Online” berichtet, hat das Verwaltungsgericht Berlin im Hauptsacheverfahren entschieden, dass der Berliner Polizeibeamte “Officer Denny” seinen privaten TikTok-Account, auf dem er über seinen Polizeialltag berichtete, nicht weiter betreiben darf. Kritisiert wurde insbesondere ein Interview mit Arafat Abou-Chaker, den “Officer Denny” im Rahmen eines Livestreams geduzt habe. Sowohl das Verwaltungsgericht als auch das Oberverwaltungsgericht Berlin hätten bereits im Eilverfahren zugunsten des Dienstherrn entschieden, dass der TikTok-Auftritt dienstliche Interessen beeinträchtige.

6. Was ist das für ein royales Kommunikations-Desaster?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 23:53 Minuten)
Das dilettantisch bearbeitete Foto von Prinzessin Kate und ihren Kindern habe zu einem “PR-Desaster” und einem “royalen Clusterfuck” für das britische Königshaus geführt, meint ARD-Korrespondentin Annette Dittert im “Übermedien”-Podcast. Holger Klein hat die Expertin gefragt, wie der Informationsfluss zwischen Königshaus und britischer Presse funktioniert, und wie viel Kontrolle die Royals über die Medien haben.

KW 11/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Gegen das Schweigen – Machtmissbrauch bei Theater und Film
(ardmediathek.de, Kira Gantner & Zita Zenterling, Video: 59:48 Minuten)
Die ARD-Dokumentation zeigt eine Schattenseite der Film- und Theaterbranche, in der es immer wieder zu Machtmissbrauch, Beleidigungen, Demütigungen, Gewalt und sexuellen Übergriffen komme. Die Autorinnen haben in dreijähriger Recherche mit über 200 Film- und Theaterschaffenden gesprochen und untersuchen die Verantwortung der Täter sowie die Rolle von Geldgebern, Produktionsfirmen, Sendern und Publikum.

2. Verkulten Medien die RAF immer noch?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 27:14 Minuten)
Die Verhaftung des RAF-Mitglieds Daniela Klette hat der eigentlich längst aufgelösten terroristischen Vereinigung erneut große mediale Aufmerksamkeit beschert. Redaktionen berichten ausführlich und mit Details wie der Wohnungseinrichtung Klettes. Die Historikerin Petra Terhoeven kritisiert diese Art der Berichterstattung und mahnt zu medialer Zurückhaltung, um eine Heroisierung der Täter und Täterinnen, eine Verharmlosung der Taten und eine Vernachlässigung der Opferperspektive zu vermeiden.

3. Auf die Gefahr hin, cringe zu sein
(spiegel.de, Marius Mestermann, Audio: 31:45 Minuten)
Die AfD habe es geschafft, in Social-Media-Kanälen zu dominieren, nun würden andere Parteien mit einer Art Gegenoffensive nachziehen wollen. Angesichts der bevorstehenden Europa- und Landtagswahlen scheint dies aus ihrer Sicht auch dringender denn je. Wie das gelingen könnte, und was den AfD-Erfolg auf TikTok ausmacht, darüber hat Marius Mestermann mit seinem “Spiegel”-Kollegen Jonas Schaible gesprochen.

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4. Woher weiß ich, was los ist?
(detektor.fm, Charlotte Thielmann & Lars Feyen, Audio: 19:25 Minuten)
In der aktuellen Folge von “Fit for news” sprechen Charlotte Thielmann und Lars Feyen mit Michael Haller vom Europäischen Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung über den richtigen Umgang mit Quellen und die wichtige Frage, wie man wahre Nachrichten erkennen und Desinformation vermeiden kann.

5. Das ganze Gespräch: Raphael Thelen
(share.transistor.fm, Luis Paulitsch, Audio: 34:52 Minuten)
Vor Kurzem haben wir in den Wochenend-“6-vor-9” einen Podcast über Klimajournalismus und Aktivismus empfohlen, in dem Luis Paulitsch mit dem Klimaaktivisten und ehemaligen Journalisten Raphael Thelen, der Journalistin Rosemarie Schwaiger und Sandra Walder von der Austria Presse Agentur gesprochen hat. “Über.Medien.Ethik”, eine Kooperation des österreichischen Presserats und dem Verein zur Förderung eines selbstbestimmten Umgangs mit Medien, hat nun das Gespräch mit Thelen in voller Länge veröffentlicht.

6. Peter Lustig war KEIN Kinderhasser
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 12:53 Minuten)
Auch wenn es einige Medien immer wieder behaupten: Peter Lustig, der 2016 verstorbene Hauptdarsteller der ZDF-Kinderserie “Löwenzahn”, war kein Kinderhasser. Zu diesem Ergebnis kam Mats Schönauer bereits in seinem nach wie vor lesenswerten Beitrag hier im BILDblog. Jetzt hat Schönauer mit dem Journalisten Kai Biermann gesprochen, der einst ein Interview mit Lustig geführt hatte, aus dem die “Bild”-Medien die Kinderhasser-Lüge strickten. Entstanden ist ein sehenswertes Video zu dem Fall.

Streit um “Correctiv”, TikTok leistet Widerstand, Abbruch-Zensur

1. Streit um Correctiv: zwischen Fakten und Meinung
(ndr.de, Nils Altland & Mandy Mülling, Video: 11:24 Minuten)
Die “Geheimplan”-Recherche von “Correctiv” sorgte für ein großes öffentliches Echo und trieb Hunderttausende Bürgerinnen und Bürger auf die Straßen, um gegen die düsteren Phantasien von Rechtsaußen zu protestieren. In der Folge entbrannte ein heftiger Streit um die Deutungshoheit, der auch juristisch und mit eidesstattlichen Versicherungen ausgetragen wird. Das NDR-Medienmagazin “Zapp” ist der Kontroverse um Meinungsäußerung, Wertung und “Tatsachenkern” nachgegangen.

2. TikTok kündigt Widerstand gegen US-Gesetz zu Wechsel des Eigentümers an
(spiegel.de)
Wie gestern in den “6 vor 9” berichtet, hat das US-Repräsentantenhaus ein Gesetz verabschiedet, das Druck auf die Eigentümer von TikTok ausüben soll, die Videoplattform zu verkaufen. Hintergrund sind Vorwürfe wegen angeblicher oder möglicher chinesischer Datenspionage und Propaganda. In einem Video-Statement kündigte TikTok-Chef Shou Chew an, sich auch juristisch zur Wehr setzen zu wollen.

3. Wahrheit per App
(taz.de, Martin Seng)
Wie Martin Seng in der “taz” berichtet, plane Ex-US-Präsident Donald Trump, seine Social-Media-App Truth Social für einen wohl überhöhten Milliardenbetrag mit seiner Firma Digital World Acquisition zu fusionieren. Trotz des Versuchs, eine Alternative zu den etablierten Medien zu bieten, bleibe Truth Social ein Nischenprodukt, dessen Erfolg stark an Trumps Popularität gekoppelt sei, schreibt Seng: “Nur wer für Trump ist, hat auf Truth Social einen Platz. Doch findet man dort weder Wahrheit noch ein soziales Miteinander.”

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4. EU stimmt für Medienfreiheitsgesetz
(verdi.de, Sarah Schaefer)
Das Europäische Parlament hat den European Media Freedom Act verabschiedet, um die Unabhängigkeit und Vielfalt der Medien zu stärken und für Transparenz in den Eigentümerstrukturen zu sorgen. Wie Sarah Schaefer berichtet, bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit des Gesetzes in den Ländern, in denen es am dringendsten benötigt wird, sowie hinsichtlich der Unabhängigkeit des neuen Europäischen Medienrates, der die Umsetzung des Gesetzes überwachen soll.

5. “Erst wird nur ein Post entfernt und dann unser Account gesperrt”
(zeit.de, Pauline Schinkels)
In einem Interview mit “Zeit Online” spricht Martha Dimitratou von Women on Web über die Schwierigkeiten, auf Meta-Plattformen wie Facebook und Instagram zum Thema Schwangerschaftsabbruch zu informieren. Diese Inhalte würden oft als politisch eingestuft und eingeschränkt oder gelöscht, was die Reichweite ihrer Aufklärungsarbeit beeinträchtige. Dimitratou berichtet von Strategien zur Umgehung der Zensur, wie der kreativen Präsentation von Informationen und dem Verstecken von Botschaften in Kampagnen, um trotz der Einschränkungen Aufmerksamkeit zu erregen.

6. Netzwerk Klimajournalismus Deutschland und Netzwerk Recherche zeichnen herausragenden Journalismus zur Klimakrise aus
(netzwerkrecherche.org)
Das Netzwerk Klimajournalismus Deutschland und das Netzwerk Recherche haben den ersten Deutschen Preis für Klimajournalismus ins Leben gerufen, um herausragenden Journalismus in der Berichterstattung über die Klimakrise auszuzeichnen und zu fördern. Journalistinnen und Journalisten können sich ab dem 15. März für diesen Preis bewerben, der in den Kategorien Hauptpreis, Investigativ und Lokal vergeben wird, wobei jede Kategorie mit 2.000 Euro dotiert ist. Zusätzlich gibt es einen undotierten Ehrenpreis.

Waters Entgleisungen, Reichelts Lüge, Prinzessin Kates Foto

1. Die verheimlichten Entgleisungen des Roger Waters
(tagesspiegel.de, Sebastian Leber)
In einem Interview der “Berliner Zeitung” mit dem Pink-Floyd-Mitbegründer Roger Waters seien dessen Äußerungen zu Israel, in denen er das Existenzrecht Israels in Frage stellt und den Staat mit Nazi-Deutschland vergleicht, offenbar vor der Veröffentlichung kommentarlos gestrichen worden. Dies verfälsche das Interview und vermittle einen falschen Eindruck von Waters. Sebastian Leber kritisiert dieses Vorgehen und stellt die journalistischen Standards der Zeitung in Frage.

2. “Ich bin total dagegen, eine Revolution zu starten”
(dwdl.de, Alexander Krei)
Im Interview mit “DWDL” spricht “Tagesschau”-Chef Marcus Bornheim über die Herausforderungen und Entwicklungen im Nachrichtensegment. Dabei geht es unter anderem um den Ausbau des Nachrichtenkanals “Tagesschau24”, den Wert der Quote, den Unterschied zwischen dem Onlinekanal und der traditionellen “Tagesschau” um 20 Uhr sowie um die Frage, ob auch die “Tagesschau” sparen muss.

3. Reichelt verbreitete Lüge – Gericht verhängt Zwangsgeld
(t-online.de, Lars Wienand)
“Zwangsvollstreckungsverfahren gegen Julian Reichelt: Ein Beschluss soll den ‘Nius’-Chef dazu bringen, dass er nach falscher Berichterstattung eine Gerichtsentscheidung tatsächlich befolgt.” Bei t-online.de erklärt Lars Wienand, wie umständlich es für die Seenotretter der Mission Lifeline ist, eine gerichtlich angeordnete Gegendarstellung gegen Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt durchzusetzen.

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4. Nichts geht ohne den Mäzen
(taz.de, Christiane Mitatselis)
Christiane Mitatselis berichtet in der “taz” über den Hauptsponsor der Eishockeymannschaft Kölner Haie, den wegen der Finanzierung des rechtslastigen Krawallportals “Nius” in die Kritik geratenen Unternehmer Frank Gotthardt. Es habe besorgte Stimmen aus der Fanszene gegeben, auch einen offenen Brief. Die Haie hätten jedoch betont, dass der Verein weiterhin für Vielfalt und gegen Diskriminierung jeglicher Art stehe. Es werde “keine Marketingmaßnahmen von Nius bei den Kölner Haien geben.”
Anmerkung des “6-vor-9”-Kurators zum verlinkten “taz”-Artikel: “Nius” als “Infoportal” zu bezeichnen, halte ich für, nun ja, euphemistisch. Und wie die Autorin angesichts Gotthardts Engagement für “Nius” auf den Satz “Ein Rechtspopulist ist Gotthardt sicher nicht” kommt, erschließt sich mir ebenfalls nicht.

5. Reflexhafte Gehässigkeiten
(digitale-resilienz.org, Stephan Weichert)
Der Medienwissenschaftler Stephan Weichert thematisiert die mitunter negativen Dynamiken in der Medienbranche, wie sie sich zuletzt im Fall Alexandra Föderl-Schmid gezeigt hätten. Die vorschnelle Kommunikation von Medienschaffenden auf Social-Media-Plattformen führe zu berufsethischen Problemen und trage zur Polarisierung der Gesellschaft bei: “Wir haben es im Digitalen mit unkontrollierbaren Pranger-Mechanismen zu tun, die an öffentliche Verleumdungskampagnen erinnern. Journalist:innen sollten schon aus diesem Grund stets eine professionelle Verantwortungsethik beherzigen.”

6. Kates Verschlimmbesserung
(spiegel.de, Video: 1:18 Minuten)
“Wie viele Amateurfotografen experimentiere auch ich gelegentlich mit der Bildbearbeitung. Ich möchte mich für die Verwirrung entschuldigen, die das Familienfoto, das wir gestern geteilt haben, verursacht hat.” So lautet das Statement von Prinzessin Kate, nachdem bei einem veröffentlichten Bild gleich mehrere optische Ungereimtheiten aufgefallen waren. Weitere Informationen dazu unter: Das war keine königliche Bildbearbeitung (spiegel.de, Matthias Kremp).

KW 10/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Der Fall Julian Assange
(lanz-precht.podigee.io, Markus Lanz & Richard David Precht, Audio: 49:37 Minuten)
An zwei Tagen wurde vor dem britischen High Court über die Auslieferung des Wikileaks-Gründers Julian Assange an die USA verhandelt. Das Ergebnis steht noch aus. Markus Lanz und Richard David Precht diskutieren, ob und inwieweit der Fall Assange mit dem Fall Nawalny vergleichbar ist, und ob Julian Assange zu Recht juristisch verfolgt wird. Auch deshalb hörenswert, weil die beiden Podcaster hier ausnahmsweise unterschiedlicher Meinung sind, und man sich durch den Austausch der Argumente eine eigene Meinung bilden kann.

2. Medienethik: Was darf und was kann gezeigt werden?
(fachjournalist.de, Aileen Gharaei, Audio: 10:10 Minuten)
Was lösen die allgegenwärtigen, medial verbreiteten Kriegsbilder und Gewaltdarstellungen aus? Wo liegen die Grenzen des Zumutbaren und damit des Zeigbaren? Wie können Medienschaffende entscheiden, was gezeigt werden darf? Und ist eine angemessene Berichterstattung über gewaltsame Ereignisse überhaupt möglich? Darüber spricht Aileen Gharaei mit Marlis Prinzing, Journalistin und Professorin für Journalistik an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation in Köln.

3. Mehr Freiheit on Air: Alles auf Anfang bei Polens Medien
(tagesschau.de, Susanne Dietrich, Audio: 28:15 Minuten)
Die rechtsnationale PiS-Regierung hat die polnische Medienlandschaft in den vergangenen Jahren stark beeinflusst: Führungspositionen wurden mit regierungstreuen Personen besetzt, die Unabhängigkeit der Medien wurde eingeschränkt. Das soll sich nun, nach der Wahl von Donald Tusk zum Ministerpräsidenten, wieder ändern. Der “Tagesschau”-Podcast “11KM” beleuchtet die Geschichte des Wandels der Medienlandschaft in Polen und zeigt, welche Herausforderungen ein Neuanfang mit sich bringt.

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4. “And the Oscar goes to…” – Wie divers ist der deutsche Film?
(sueddeutsche.de, Nils Minkmar, Audio: 31:20 Minuten)
Nils Minkmar unterhält sich im Medienpodcast “quoted” mit dem Schauspieler und Produzenten Tyron Ricketts über die mangelnde Vielfalt in der deutschen Filmbranche: “Welche Ideen und Pläne gibt es, das zu ändern? Wie verhindert man, dass Schauspieler:innen mit Einwanderungsgeschichte in typischen Klischee-Rollen landen? Und welche Bedeutung hat Vielfalt im Film für unser Zusammenleben?”

5. Wie sollen Medien mit der AfD umgehen?
(ardaudiothek.de, Jasper Ruppert, Audio: 28:24 Minuten)
Dieses Jahr stehen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg Landtagswahlen an, und bei allen Wahlen könnte die AfD die stärkste Kraft werden. Jasper Ruppert hat sich mit Ann-Katrin Müller vom “Spiegel”, Politik-Berater Johannes Hillje und dem Journalisten Bastian Wierzioch darüber unterhalten, wie eine angemessene Berichterstattung über die Partei gelingen kann.

6. Was schreibst du denn da?
(detektor.fm, Charlotte Thielmann & Lars Feyen, Audio: 17:06 Minuten)
Warum verbreiten sich Gerüchte auf Social-Media-Plattformen so schnell? Was kann man tun, damit sich nicht immer mehr Menschen aus Angst vor Anfeindungen, Hass und Mobbing aus dem Netz zurückziehen? In der aktuellen Folge von “Fit for news” sprechen Charlotte Thielmann und Lars Feyen mit Michael Haller vom Europäischen Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung über die “Gerüchtemaschine Social Media” und die damit verbundenen Kommunikationsprobleme.

Oliver Stones Diktatoren-Propaganda, Swoboda, “Correctiv.Lokal”

1. Wie Oscar-Preisträger Oliver Stone Diktatoren Propaganda anbot
(derstandard.at, Frederik Obermaier & Bastian Obermayer & Colette M. Schmidt & Vyacheslav Abramov & Jaya Mirani)
Recherchen haben ergeben, dass der Oscar-prämierte Regisseur Oliver Stone aktiv Propagandaprojekte mit mehreren autoritären oder diktatorischen Regierungen, darunter Kasachstan, Belarus, die Türkei und Aserbaidschan, anstrebte, indem er ihnen vorteilhafte Darstellungen in Dokumentarfilmen anbot. Dies wirft Fragen über Stones Motivation und Ethik auf, insbesondere vor dem Hintergrund seiner früheren Arbeiten, die sich häufig kritisch mit politischen Themen befassten.

2. Swoboda: Unabhängiger Journalismus per Satellit
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) hat gestern das Satellitenpaket Swoboda gestartet, das 25 unabhängige russischsprachige Fernseh- und Radiosender umfasse. “Das Swoboda-Satellitenpaket bündelt unabhängige russische Exilmedien und internationale Sender, die auf Russisch senden”, sagt ROG-Vorstandssprecherin Katja Gloger: “Swoboda kann eine Alternative zu den staatlichen russischen Medien sein, die schon lange Instrument von Propaganda und Desinformation sind.”

3. Wie sich der Wert von Lokaljournalismus für die Demokratie gerade besonders zeigt
(correctiv.org, Jonathan Sachse)
Lokaljournalistinnen und -journalisten aus ganz Deutschland tauschen sich seit zwei Monaten unter dem Dach von “Correctiv.Lokal” über Recherchen zum Thema Rechtsextremismus und AfD aus. Jonathan Sachse hat sechs von ihnen gebeten, über ihre Recherchen zu berichten.

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4. Frankfurt: Scharfe Kritik an Preis für “Propaganda-Journalismus”
(fr.de, Hanning Voigts)
Die Verleihung eines Negativpreises für Journalismus durch einen als rechtslastig bekannten Verein um Roland Tichy und Hans-Georg Maaßen in Frankfurt sei bei der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union sowie der Frankfurter Linksfraktion auf erheblichen Unmut gestoßen. Kritisiert werde insbesondere, dass die Veranstaltung in einem städtischen Gebäude stattfand und als Plattform diente, um Stimmung gegen Journalismus zu machen.

5. Selbstreflexion jetzt!
(taz.de, Fabian Scheidler)
Deutsche Medien stehen in der Kritik, unter anderem wegen mangelnder Selbstreflexion und der Neigung, strukturelle Kritik zu ignorieren oder als rechtslastig abzutun. In dem ursprünglich für die “Le Monde Diplomatique” verfassten Beitrag liefert Fabian Scheidler einen Abriss der derzeitigen Medienkritik.

6. Störungen bei Facebook und Instagram
(spiegel.de)
Am späten Nachmittag des gestrigen Tages traten bei den Meta-Plattformen Instagram, Facebook, Messenger und Threads weltweit technische Störungen auf. Nutzerinnen und Nutzer meldeten Probleme beim Laden von Feeds sowie beim Einloggen.

Brennen und ausbrennen, RBB fordert zurück, Grüne vs. Reichelt-Portal

1. “Die Leute brennen für Journalismus – der Konzern brennt eher aus”
(journalist.de, Annkathrin Weis & Luca Schmitt-Walz)
Drei junge Journalistinnen und Journalisten der “Frankfurter Rundschau” (“FR”) wurden kurz nach einem Streik der Redaktionsbelegschaft gekündigt, was sie und viele andere als Warnsignal und als Reaktion auf den Streik interpretieren. Der Verlag gibt hingegen wirtschaftliche Gründe als Ursache für die Kündigungen an. Sie lösten jedenfalls eine Welle der Solidarität und Berichterstattung aus, die die Probleme junger Medienschaffender in der Branche, die Sparpolitik des Ippen-Verlags und die Einschnitte bei der “FR” beleuchtet. Im Interview mit dem “journalist” sprechen Jana Ballweber, Yağmur Ekim Çay und Maximilian Arnhold über die Auswirkungen ihrer Kündigungen.

2. Öffentlich-rechtlicher Sender RBB verklagt Magdeburger Professorin
(mz.de, Hagen Eichler)
Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hat laut “Mitteldeutscher Zeitung” gegen seine ehemalige Programmdirektorin und jetzige Journalistikprofessorin Claudia Nothelle eine Klage auf Rückzahlung von Ruhegeld eingereicht. Zunächst gehe es um rund 86.000 Euro plus Sozialabgaben für Januar bis September 2020, es stünden jedoch weitere Rückforderungen mit einer Gesamtsumme von rund 400.000 Euro im Raum.

3. Abmahnung: Grüne lassen sich Reichelt-Bericht nicht gefallen
(t-online.de, Lars Wienand)
Wie t-online.de berichtet, haben die Grünen rechtliche Schritte gegen das Portal “Nius” des ehemaligen “Bild”-Chefredakteurs Julian Reichelt eingeleitet. “Nius” habe behauptet, die Partei habe eine eigene Polizei aufgebaut, was zu heftigen Reaktionen und Morddrohungen geführt habe. Reichelts Redaktion soll die falschen Behauptungen löschen und eine Unterlassungserklärung abgeben, so die Forderungen der Grünen, andernfalls drohe ein Gerichtsverfahren.

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4. “Angriff auf Pressefreiheit”: AfD erteilt BR-Reporter Hausverbot
(dwdl.de, Alexander Krei)
Wie “DWDL” unter Bezugnahme auf die “Süddeutsche Zeitung” meldet, hat die bayerische AfD einem Reporter des öffentlich-rechtlichen Bayerischen Rundfunks (BR) wegen angeblicher Beleidigung, Verbreitung von Falschinformationen und Anstiftung zur Weitergabe von Parteiinterna Hausverbot erteilt. Der BR wertet das Vorgehen der AfD als massiven Versuch der Behinderung seiner journalistischen Arbeit und als Angriff auf die Pressefreiheit.

5. Meta will Medienhäuser nicht mehr für Nachrichten bezahlen
(spiegel.de)
Meta, die Muttergesellschaft von Facebook, habe angekündigt, in Australien, Frankreich und Deutschland keine neuen Lizenzverträge mit Verlagen für die Nutzung ihrer Nachrichteninhalte abzuschließen. Dies sorge vor allem in Australien für Unmut.

6. Reporter-Slams: Journalismus auf der Bühne
(verdi.de, Gunter Becker)
Kathleen Kröger, Lokalredakteurin bei der “Thüringer Allgemeinen”, hat das Jahresfinale des Reporter-Slams gewonnen, einer Veranstaltung, bei der Journalistinnen und Journalisten vor einem Live-Publikum über ihre Reportagen und Recherchen sprechen. Im Interview mit Gunter Becker betont Kröger die Bedeutung von Authentizität und Emotionalität in der Berichterstattung. Sie sieht im Live-Journalismus eine Möglichkeit, das Image des Journalismus zu verbessern, indem das Publikum die Menschen hinter den Beiträgen kennenlernt.

Mehr Rügen als je zuvor, Fehlende Abwägung, Goldene Blogger

1. Presserat erteilt 2023 mehr Rügen als je zuvor
(presserat.de)
Der Deutsche Presserat zieht Bilanz über das vergangene Jahr: “Der Deutsche Presserat hat 2023 so viele Rügen erteilt wie noch nie in einem Jahr zuvor. 73-mal verhängte er seine schärfste Sanktion für besonders schwere Verstöße gegen den Pressekodex. Im Jahr zuvor hatte er lediglich 47 Rügen ausgesprochen. Das Beschwerdeaufkommen stieg dagegen nur leicht gegenüber dem Vorjahr.” Detaillierte Informationen gibt es im Jahresbericht (PDF).

2. “Es fehlt eine Abwägung mit der Pressefreiheit”
(taz.de, Gareth Joswig)
Gegen Arne Semsrott, den Chefredakteur des Informationsfreiheits-Portals “FragDenStaat”, hat die Berliner Staatsanwaltschaft kürzlich Anklage erhoben. “FragDenStaat” hatte Dokumente aus einem laufenden Gerichtsverfahren gegen die Klimaaktivistengruppe “Letzte Generation” veröffentlicht. Im Interview mit der “taz” verteidigt Semsrott sein Vorgehen mit dem Argument, dass die Berichterstattung über solche Fälle zur Pressefreiheit gehöre, und die Einschränkungen des entsprechenden Paragraphen im Strafgesetzbuch, der die Veröffentlichung amtlicher Dokumente aus laufenden Strafverfahren verbietet, verfassungswidrig seien.

3. Verlage fordern mit Sammelklage 2,1 Milliarden Euro
(persoenlich.com)
Mehr als 30 Medienunternehmen aus 17 europäischen Ländern haben in den Niederlanden eine Sammelklage gegen Google eingereicht. Sie fordern Schadenersatz in Höhe von 2,1 Milliarden Euro wegen wettbewerbswidriger Werbetechnologien. Google soll seine marktbeherrschende Stellung im Bereich Ad-Tech missbraucht haben, indem das Unternehmen seine eigenen Technologien und Plattformen gegenüber Konkurrenten bevorzugt habe. Das habe zu geringeren Werbeeinnahmen und höheren Kosten für die Verlage geführt, so der Vorwurf.

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4. Wie sollten Medien mit der AfD umgehen?
(deutschlandfunk.de, Anh Tran, Audio: 51:58 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. In einer Sendung zur wehrhaften Demokratie fragt eine Hörerin nach der Verantwortung der Medien im Umgang mit der AfD. Mit ihr diskutieren Nadine Lindner aus dem DLF-Hauptstadtstudio, die freie Journalistin Doreen Reinhard aus Dresden und Anh Tran aus der DLF-Medienredaktion.

5. Deutsche fürchten Fake News
(spiegel.de)
Eine Umfrage der Bertelsmann Stiftung zeige, dass über 80 Prozent der etwa 5.000 Befragten “Fake News” im Internet als ernste Gefahr für Gesellschaft und Demokratie sehen. Mehr als die Hälfte der Befragten sei schon einmal auf Falschinformationen gestoßen, wobei diese oft von Aktivistengruppen, Influencern und Politikern verbreitet würden. Die Studie schlage vor, Soziale Netzwerke zu verpflichten, Faktenchecks anzubieten.

6. Die Goldenen Blogger 2024 – hier sind die Nominierten
(indiskretionehrensache.de, Thomas Knüwer)
Die “Goldenen Blogger 2024” haben mit über 5.000 Nominierungsvorschlägen, eingereicht von Nutzerinnen und Nutzern, eine überraschend hohe Beteiligung erfahren, die die Organisatoren vor große Herausforderungen gestellt habe. Thomas Knüwer stellt die Nominierten vor. Trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten und der Notwendigkeit, Sponsoren zu gewinnen, finde die Preisverleihung in 13 Kategorien am 29. April im historischen Zeughaus in Neuss statt.

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