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KW 40/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Es ist kompliziert … – Der Osten in den Medien
(ardmediathek.de, Tino Böttcher, Video: 1:29:53 Stunden)
Die MDR-Doku untersucht, wie die Berichterstattung über den Osten Deutschlands in den vergangenen drei Jahrzehnten geprägt wurde, und welche Klischees dabei entstanden sind. Anhand prominenter Mediengeschichten wird gezeigt, wie diese Bilder das heutige Bild der Ostdeutschen prägen, die häufig als ältere, widerständige Menschen in problematischen Milieus dargestellt würden. Expertinnen und Experten sowie KI-Analysen beleuchten, wie sich diese Zuschreibungen entwickelt haben und wie sie bis heute wirken.
Weiterer Hörtipp: Berichte aus einem fernen Land? Wie Medien auf den Osten Deutschlands schauen (sr.de, Florian Mayer & Michael Meyer, Audio: 15:44 Minuten).

2. Wie der Like-Button das Internet zerstört
(youtube.com, Sascha Pallenberg, Video: 18:07 Minuten)
Sascha Pallenberg zeigt sich in seinem Vortrag auf der DMEXCO, einer Fachmesse für digitales Marketing, überzeugt: “Der Like-Button ist die Wurzel allen Übels und anstatt, dass diese Form der Anerkennung uns näher bringt, entzweit sie unsere Gesellschaften wie keine andere Technologie zuvor. Diese Gier nach Bestätigung durch Likes, nach ‘du siehst so toll aus’, hat uns nicht nur zehntausende ‘die Welt ist rosarot’-Konten beschert, sondern vor allen Dingen auch eine Verrohung unserer Diskussionskultur!”

3. Was die AfD auf Social Media erfolgreich macht
(youtube.com, Johannes Korsche, Audio: 23:16 Minuten)
Die Wahlerfolge der AfD werden häufig mit ihrer starken Präsenz in Sozialen Netzwerken in Verbindung gebracht. “Warum hat die AfD auf diesen Plattformen so einen Vorteil – und was macht politische Kommunikation im Internet erfolgreich?” Darüber spricht die Kommunikationsberaterin Carline Mohr in dieser Folge des “SZ”-Podcasts “Auf den Punkt”.

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4. Lokale Medienberichterstattung in der Zukunft
(youtube.com, Alex Berlin, Video: 28:04 Minuten)
Auf dem Lokaljournalismus-Kongress der ostdeutschen Landesmedienanstalten wurde über die Zukunft der regionalen Berichterstattung diskutiert: Wie kann zukünftig eine mediale Vielfalt im Lokalen gesichert werden? Welche Ideen und Projekte gibt es, lokale Medien nachhaltig zu stärken? Darüber diskutierten Jochen Fasco (Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt), Eva Flecken (Direktorin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg), Tobias Krohn (Leiter Unternehmensentwicklung Schwäbischer Verlag) und Frank Überall (Chefreporter bei “KiVVON”).

5. Ein Wahlkampf im Rabbithole (mit Nilz Bokelberg)
(hakendran.podigee.io, Gavin Karlmeier, Audio: 1:01:39 Stunden)
Ist Rechtsradikalismus häufig auch nur ein Geschäftsmodell? Wie viel Entertainment passt in eine große Wahl? Was sind “Trusted Flagger”? Wie hoch mag der Restwert von X (vormals Twitter) sein? Und macht Flickr jetzt ernst? Darüber und vieles Weitere spricht Gavin Karlmeier bei “Haken dran” mit seinem Gast Nilz Bokelberg.

6. Rappelvoll auf dem Oktoberfest
(youtube.com, Sebastian Puffpaff, Video: 9:59 Minuten)
“In München herrscht dank des Oktoberfests nach wie vor Ausnahmezustand. Der (Voll-)Rausch geht auch an vermeintlich unschuldigen Reportern nicht spurlos vorbei.” Ein erheiternder “TV-total”-Zusammenschnitt fremdschämbehafteter Momente.
Und apropos erheiternder Zusammenschnitt: Für “Übermedien” hat Boris Rosenkranz sich die Oktoberfest-Berichterstattung des Bayrischen Rundfunks angeschaut: Baggern, Bechern, Blasmusik (uebermedien.de, Video: 2:11 Minuten).

Lifestyle Faschismus, Campact vs. “Nius”, Interview? Nein, danke!

1. “Faschismus ist heute Lifestyle”
(taz.de, Katrin Tominski)
Die “taz” hat mit Simon Strick gesprochen, der zu digitalem Faschismus forscht. Der Medienwissenschaftler stellt nüchtern fest: “Die Neue Rechte ist seit Langem keine Subkultur mit Glatze und Spingerstiefeln mehr. Sie ist eine leicht erreichbare Mediensphäre, die den klassischen Öffentlichkeiten Konkurrenz macht. Neofaschismus ist heute Lifestyle, Gegenkultur und Parallelöffentlichkeit. Er greift nicht als totalitäre Struktur von oben, im Gegenteil: Er wird in sozialen Netzwerken von Influencern, Alternativmedien und NutzerInnen von unten gebildet.”

2. The Kids Are Alright
(mailchi.mp/krautreporter, Bent Freiwald)
“Die vergangenen beiden Tage waren ein Musterbeispiel an schlechter Berichterstattung über vermeintlich gewalttätige Kinder und Jugendliche. Das kann ich so nicht stehen lassen.” Bent Freiwald kritisiert in seinem Newsletter, dass viele Medien unkritisch eine dpa-Meldung übernommen hätten, die suggeriere, dass Gewalt und Mobbing unter Schülern und Schülerinnen zugenommen hätten, obwohl die zugrunde liegenden Daten auf subjektiven Einschätzungen von Lehrern und Lehrerinnen beruhen. Andere Zahlen würden zeigen, dass die Gewalt an Schulen im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie sogar abgenommen habe.

3. Interview? Nein, danke!
(fachjournalist.de, Gunter Becker)
Gunter Becker beschäftigt sich mit dem Phänomen, dass es für Medienschaffende immer schwieriger werde, Gesprächspartnerinnen und -partner zu finden. Er hat dazu die Erfahrungen von drei Journalistinnen zusammengefasst. Sein Fazit: “Journalist:innen müssen sich auf eine zunehmende Medienskepsis – teilweise Medienaggression – einstellen, nicht nur in regionalen Hotspots. Sie sollten Gesprächspartner:innen auf Augenhöhe gegenübertreten und sich die Zeit nehmen, ihre Position, ihr Vorhaben und ihre Arbeitsweise zu erklären.”

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4. Nius-Urteil: Erfolg für Campact
(campact.de)
Wie die Kampagnenorganisation Campact mitteilt, habe das Landgericht München I dem rechten Krawallportal “Nius” verboten, mehrere Falschbehauptungen über Campact zu verbreiten. Campact-Geschäftsführer Felix Kolb kommentiert: “Das Urteil bestärkt uns darin, uns gegen die Diffamierungen aus dem rechtsradikalen Umfeld zur Wehr zu setzen. So sehr Julian Reichelt, AfD und Co. auch versuchen, demokratische zivilgesellschaftliche Organisationen einzuschüchtern, werden wir nicht leiser.”

5. RSF startet Propaganda Monitor
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat den “Propaganda Monitor” gestartet, um weltweit Propaganda unter dem Deckmantel des Journalismus aufzudecken und die Öffentlichkeit für Manipulationsstrategien autoritärer Regime zu sensibilisieren. Der Monitor biete investigative Recherchen, Analysen und Experteninterviews und wolle aufzeigen, wie Propaganda entsteht und wer davon profitiert.

6. 3sat und Arte zusammenlegen? “Da fehlt mir die Fantasie”
(dwdl.de, Uwe Mantel)
3sat-Koordinatorin Natalie Müller-Elmau könne sich die geplante Zusammenlegung von 3sat und Arte derzeit noch nicht vorstellen, wie sie in einem Interview mit dem Deutschlandfunk gesagt habe: “Mir fehlt noch so ein bisschen die Fantasie, wie das alles funktionieren soll. Ein Tag hat nur 24 Stunden und sowohl Arte als auch wir haben ausreichend Programm für 24 Stunden. Was dann wegfällt und wie das integriert werden soll, ist uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar.”

Ist TikTok schuld?, Assange äußert sich erstmals, Instagram-Hassliebe

1. TikTok ist schuld, oder?
(netzpolitik.org, Carla Siepmann)
Derzeit fragen sich viele, warum die AfD gerade bei jungen Wählerinnen und Wählern so erfolgreich ist. Als Grund wird oft die massive Präsenz der Partei in den Sozialen Medien angegeben. Doch ist dem wirklich so? Carla Siepmann plädiert für Differenzierung: “Ja, es ist wichtig, dass demokratische Parteien ihre Social-Media-Präsenz verbessern, um mehr junge Menschen zu erreichen. Am Wichtigsten wäre jedoch, Politik für junge Menschen zu machen – eine Politik, die ihre Lebensrealitäten konkret verbessert und ihnen das Gefühl gibt, wahr- und ernstgenommen zu werden.”

2. Assange äußert sich erstmals öffentlich
(verdi.de)
Julian Assange hat erstmals öffentlich über seine Haftbedingungen und die Auswirkungen seiner Verfolgung auf die Menschenrechte gesprochen (Video). Vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarates kritisierte er die britische und US-amerikanische Justiz und forderte Journalistinnen und Journalisten auf, weiter für die Pressefreiheit zu kämpfen. Die dju-Bundesvorsitzende Tina Groll betont die Notwendigkeit einer juristischen Aufarbeitung des Falles, um das Assange widerfahrene Unrecht und die Einschränkung der Pressefreiheit zu thematisieren.

3. “Das mit Instagram und mir ist eine Hassliebe”
(journalist.de, Annkathrin Weis)
Beim “journalist” spricht die Journalistin und Moderatorin Helene Reiner über ihre Hassliebe zu Instagram. Sie reflektiert ihre Erfahrungen mit der preisgekrönten “News-WG”, die sie nach sechs Jahren verlässt, und betont die Herausforderungen, die der Social-Media-Journalismus heute durch Algorithmen und den Kampf um Aufmerksamkeit mit sich bringe.

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4. ORF-III-Chef weist Vorwürfe zurück, Schädlinge & Feuer
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Timo Niemeier berichtet in seinem “Austria-Update”, dass gegen ORF-III-Chef Peter Schöber schwere Vorwürfe, darunter Mobbing und Antisemitismus, erhoben wurden, Schöber diese aber entschieden zurückweise. Außerdem dabei: Kabelbrand bei Canal+, Schädlinge in der ORF-Kantine und “heute-show”-Einsatz bei der FPÖ. Insgesamt eine schöne Übersicht für alle, die sich einen kompakten Überblick über das derzeitige Mediengeschehen in Österreich wünschen.

5. Kritische Stimme in Haft
(taz.de, Sven Hansen)
Der kambodschanische Investigativjournalist Mech Dara, der für seine Enthüllungen über Internetkriminalität und Menschenhandel bekannt ist, wurde laut “taz” ohne offizielle Begründung von der Militärpolizei verhaftet. Seine Verhaftung werde als weiterer Schritt zur Unterdrückung der Pressefreiheit in Kambodscha gesehen, wo kritische Medien zunehmend zum Schweigen gebracht würden.

6. Neues UN-Nachhaltigkeitsziel zu Medienfreiheit: dju unterstützt Initiative18
(dju.verdi.de)
Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union unterstützt die Kernforderungen der sogenannten Initiative18: “Wie die Initiative18 teilen wir die Forderungen, Journalist*innen und Medienorganisationen vor Einschüchterung, Gewalt und rechtlicher Verfolgung zu schützen, urheberrechtlich geschützte journalistische Leistungen von Medienschaffenden anzuerkennen und fair zu vergüten sowie Medienkompetenz in allen Altersgruppen und sozialen Schichten zu fördern, um kritisches Denken und den bewussten Umgang mit Medien zu stärken.”

“Bild” über Habeck und Höcke, ZDF-Fernsehrat, Ende von 3sat?

1. Analyse: BILD kritisiert Habeck schärfer als Faschisten Höcke
(volksverpetzer.de, Dina Leber & Anton Wenniger)
In einem Gastbeitrag des “Zentrums für Politische Schönheit” wird die Berichterstattung der “Bild”-Redaktion über Wirtschaftsminister Robert Habeck und den rechtsextremen AfD-Politiker Björn Höcke analysiert und verglichen. Eine Lehre daraus: “Während sie einerseits zu manchen Höcke-Niederlagen deutlich kritischer berichtet als die meisten großen deutschen Medien, begleitet sie an anderer Stelle den Aufstieg des Faschisten unkritisch. Eine klar ablehnende Haltung gegenüber den Rechtsextremen ist kaum zu erkennen.”

2. Rettet der ZDF-Fern­sehrat seinen Ruf?
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Felix W. Zimmermann kritisiert die Entscheidung des ZDF-Fernsehrats, einer Programmbeschwerde gegen eine Sendung von Jan Böhmermann über “Rituelle Gewalt” stattzugeben, obwohl diese erhebliche Missstände in der Psychotherapie aufgedeckt habe. Die Entscheidung des Fernsehrats sei formell rechtswidrig gewesen, da die Begründung der Beschwerde nicht hinreichend auf den Programmgrundsätzen des ZDF beruht habe. Zimmermann fordert eine Reform des Beschwerdeverfahrens und macht konkrete Vorschläge, wie diese aussehen könnte.

3. Dein Freund und Melder
(taz.de, Mohamed Amjahid)
Mohamed Amjahid kritisiert, dass viele Medien unkritisch Polizeimeldungen übernehmen, ohne diese ausreichend zu überprüfen, und so Falschinformationen verbreiten würden. Dies untergrabe die Glaubwürdigkeit des Journalismus und berge Gefahren für die Demokratie, da die Polizei oft nicht neutral agiere und sich als Opfer darstelle.

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4. Newsletter Netzwerk Recherche
(netzwerkrecherche.org, Jonathan Sachse)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für investigativ arbeitende Journalistinnen und Journalisten: der Newsletter des Netzwerk Recherche. Die aktuelle Ausgabe beginnt mit einem Kommentar von Jonathan Sachse zu den Auswirkungen der jüngsten Landtagswahlen in drei ostdeutschen Bundesländern. Außerdem gibt es wie immer einen Überblick über medienrelevante Nachrichten, Veranstaltungen, Preise und Stipendien.

5. Juristische Angriffe gegen CORRECTIV
(correctiv.org)
“CORRECTIV deckt mit seinen Recherchen Machtmissbrauch und systemische Missstände auf. Nicht selten führten Enthüllungen unserer Redaktionen zu politischen Debatten, Strafzahlungen oder nachhaltigen gesellschaftlichen Veränderungen. Nicht jedem passt das.” In einem “In eigener Sache” berichtet die “Correctiv”-Redaktion von aktuellen juristischen Auseinandersetzungen.

6. 3sat soll in Arte aufgehen – Auf Wiedersehen, Bildungssender!
(rnd.de, Imre Grimm)
Imre Grimm kommentiert die Reformpläne von ARD und ZDF, den Fernsehsender 3sat nach 40 Jahren einzustellen: “Während Arte sich früh erfolgreich auch um Niedrigschwelligkeit bemühte, ohne seinen Anspruch zu verlieren, fehlte 3sat stets die Ausstrahlung von fröhlicher Kultur-Nerdigkeit. Kein 3sat-Macher kippte den Götzen Theater. Keine 3sat-Show nahm Pop mal so ernst wie Klassik. Der große Fehler von 3sat war, immer nur diejenigen zu umwerben, die eigentlich gar nicht fernsehen wollen.”

Das große Beben, Warnstreiks, “Propaganda-Instrument des BSW”?

1. Das große Beben
(journalist.de, Michael Kraske)
Michael Kraske kritisiert die seiner Ansicht nach unzureichende und oft naive Berichterstattung von Medien über den Aufstieg der AfD in Ostdeutschland. Er betont, dass Journalisten und Journalistinnen aufgrund von Personalmangel und Bedrohungen Schwierigkeiten hätten, die zunehmende Radikalisierung und deren Auswirkungen angemessen darzustellen: “Ähnlich wie die Politik agiert der Journalismus zunehmend als Getriebener. In den Medien läuft als Endlosschleife: abschieben, abschieben, abschieben. Warum wird trotz erdrückender Beweislage nicht über ein Verbotsverfahren gegen die AfD diskutiert? Man kann das aus guten Gründen ablehnen, aber dem Publikum das Pro und Contra vorzuenthalten, ist ein kollektives Versagen des Journalismus.”

2. Gemeinnütziger Journalismus braucht bundeseinheitliche Anerkennung und Finanzierungsgrundlagen
(dju.verdi.de, Matthias von Fintel)
Erst vor wenigen Tagen erinnerte die Organisation Reporter ohne Grenzen die Regierungskoalition an ein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag (siehe die “6 vor 9” vom Mittwoch): “Non-Profit-Journalismus muss als eigenständiger gemeinnütziger Zweck in der Abgabenordnung verankert werden.” Auch die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) mahnt zur Umsetzung des Koalitionsvorhabens: “Die dju fordert, den gemeinnützigen Journalismus nun über das Steuerfortentwicklungsgesetz, das ab heute im Bundestag diskutiert wird, in die Abgabenordnung aufzunehmen.”

3. Inhaftierten Journalisten eine Stimme geben
(reporter-ohne-grenzen.de)
Reporter ohne Grenzen (ROG) hat zusammen mit dem französischen Magazin “Society” die “Prison Papers” veröffentlicht. “Mehr als 550 Journalistinnen und Journalisten sitzen weltweit im Gefängnis. Täglich gehen Medienschaffende enorme Risiken ein, weil sie Missstände aufdecken und Ungerechtigkeiten anprangern”, sagt ROG-Geschäftsführerin Anja Osterhaus: “Mit den Prison Papers gehen wir neue und kreative Wege, um ihre Geschichten lebendig zu halten. Wir hoffen, dass ihre Geschichten die Welt zum Handeln anspornen, für ihre Freilassung zu kämpfen und die unerbittliche Verfolgung von Medienschaffenden zu beenden.”

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4. “Ein Propaganda-Instrument des BSW”
(taz.de, Martin Seng)
Die “taz” hat den Politikwissenschaftler Markus Linden zur Bedeutung der “Nachdenkseiten” befragt, einem Blog, das sich “vom linken Medium zur Plattform mit Putin-Narrativen” entwickelt habe. Lindens Fazit: “Die Nachdenkseiten sind ein klares Propaganda­instru­ment des BSW […]. Das Portal und auch die Berliner Zeitung bilden ein mediales Vorfeld für das BSW, wo sie Agenda und Narrative setzen. Man spielt dieselbe Rolle wie Schnellroda für die AfD, nur ohne Rassismus und von links kommend.”

5. Schwere Vorwürfe gegen Leiterin des Film Festival Cologne
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie “DWDL” berichtet, habe eine Gruppe von neun ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Film Festival Cologne in einem offenen Brief schwere Vorwürfe gegen die Festivalleiterin Martina Richter erhoben, darunter Machtmissbrauch, ein toxisches Arbeitsklima, Mobbing und ein intransparenter Umgang mit öffentlichen Fördergeldern. Richter weise die Anschuldigungen zurück, bedauere die anonyme Form des Briefes und erkläre, dass sie ihre Verantwortung als Geschäftsführerin ernst nehme.

6. Erneute Warnstreiks bei ARD und ZDF
(verdi.de)
“M”, das Medienmagazin der Gewerkschaft Verdi, berichtet über erneute Warnstreiks bei ARD und ZDF. Die Gewerkschaft fordere 10,5 Prozent mehr Gehalt, die Rundfunkanstalten böten jedoch lediglich knapp 2,4 Prozent pro Jahr an. Zudem habe die Arbeitsgemeinschaft der Redakteursausschüsse von ARD, ZDF und Deutschlandradio in einem Brief an die Ministerpräsidentenkonferenz die aktuellen Vorschläge des sogenannten Zukunftsrats kritisiert und gefordert, die Programmmacher in den Entscheidungsprozess einzubeziehen.

Springer wird aufgespalten, Herbe Niederlage, Befeuerter Nicht-Skandal

1. Medienkonzern Axel Springer wird aufgespalten
(tagesschau.de)
Der Axel-Springer-Konzern teilt sein Geschäft auf: Der Medienbereich (unter anderem “Bild”, “Welt”, “Politico”) bleibe unter vollständiger Kontrolle von Mathias Döpfner und der Familie Springer. Das lukrativere Kleinanzeigengeschäft (unter anderem “Stepstone”, Immobilienportale) werde als eigenständiges Joint Venture mit Mehrheitsbeteiligung der Investoren von KKR und CPP Investments geführt. Die Pläne stünden jedoch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.
Weiterer Lesetipp mit Informationen zu den Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Springer-Führungsspitze: Springer kündigt nach Aufspaltung Umbau der Unternehmensführung an (turi2.de, Björn Czieslik).

2. Wie (soziale) Medien einen Nicht-Skandal befeuern
(dwdl.de, Alexander Krei)
“Seit Tagen wird ein Mann mit Hassnachrichten überschüttet, nachdem er die AfD in der ARD-Show ‘Die 100’ als ‘Wolf im Schafspelz’ bezeichnete. Dabei ist der auch von seriösen Medien verbreitete Vorwurf, er sei für den Auftritt bezahlt worden, völlig aus der Luft gegriffen.” Alexander Krei ist dem Fall nachgegangen und hat mit dem Betroffenen gesprochen.

3. Wahlberichterstattung: Tierschutzpartei gewinnt gegen RBB
(msn.com, Jochen Zenthöfer)
Jochen Zenthöfer nennt es eine “herbe Niederlage für den RBB”: Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg habe entschieden, dass der öffentlich-rechtliche Sender nicht in seiner Rundfunkfreiheit verletzt sei, wenn er die Wahlergebnisse kleinerer Parteien wie der Tierschutzpartei gesondert nenne. Der RBB habe einen diesbezüglichen Rechtsstreit verloren und müsse die Kosten beider Instanzen tragen. Der Beschluss des Gerichts sei unanfechtbar.

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4. Peinlich: “WELT”-Chef teilt gefälschte ÖRR-Grafik
(volksverpetzer.de)
“Welt”-Chefredakteur Ulf Poschardt habe laut “Volksverpetzer” bei X/Twitter eine gefälschte Grafik geteilt, die vermeintlich die ideologische Ausrichtung von Gästen des ARD-“Presseclubs” zeige. Dabei sei die Grafik bereits zuvor als Manipulation entlarvt worden. Sie basiere auf einer Studie, die zeige, dass die öffentlich-rechtlichen Sender genauso ausgewogen berichten wie andere Medien, sei aber vom “ÖRR Blog” bewusst verfälscht worden. Poschardt habe den Tweet nach Kritik kommentarlos gelöscht, ohne eine Richtigstellung zu veröffentlichen, was sein problematisches Verhältnis zu Fakten unterstreiche, so der “Volksverpetzer”.

5. Mangel an Vielfalt? Die deutschen Medien und die Migration
(ardaudiothek.de, Marie-Christine Werner, Audio: 44:32 Minuten)
Bilden Medien das Thema Einwanderungspolitik angemessen ab? Wie kann man sprachlich berichten, ohne Klischees zu bedienen? Und wie gelingt es, mehr Menschen mit Migrationsgeschichte in die Redaktionen zu bekommen? Darüber spricht Marie-Christine Werner mit Karim Fereidooni von der Ruhr-Universität Bochum, Kai Gniffke, Intendant des Südwestrundfunks, und der Kommunikationswissenschaftlerin Nadja Zaboura.

6. Luxuskonzern LVMH verbietet Beschäftigten offenbar Kontakt zu Medien
(spiegel.de)
Bernard Arnault, Chef des französischen Luxusgüterkonzerns LVMH, habe seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Kontakt zu bestimmten Medien strikt untersagt, wie aus einem veröffentlichten Dokument hervorgehe. Verstöße gegen das Redeverbot, das unter anderem für “Mediapart” und “Le Canard enchaîné” gelte, würden als schweres Fehlverhalten gewertet und mit Konsequenzen wie Entlassung geahndet.

Putins Lügenmaschine, Enthemmung gegenüber Medien, TikTok-Verbot

1. Tiefe Einblicke in Putins Lügenmaschine
(tagesschau.de, Petra Blum & Florian Flade & Palina Milling & Katja Riedel & Luzius Zöller& Manuel Bewarder & Sebastian Pittelkow)
Die kremlnahe Agentur SDA setze laut WDR, NDR und “Süddeutscher Zeitung” vorliegenden Dokumenten gezielt Desinformation ein, um die öffentliche Meinung in westlichen Ländern, darunter Deutschland, zu manipulieren. Dabei sollen Ängste geschürt, gesellschaftliche Konflikte verstärkt und rechtsgerichtete Parteien unterstützt werden. Die Kampagnen, die die politische Stimmung zugunsten Russlands beeinflussen sollen, würden Falschmeldungen, gefälschte Nachrichtenwebseiten und Social-Media-Posts umfassen.

2. Meta verbannt russischen Propagandasender RT
(spiegel.de)
Der Social-Media-Konzern Meta habe den russischen Propagandasender RT (früher Russia Today) sowie verbundene Organisationen weltweit von Facebook und Instagram verbannt, um vor der US-Präsidentschaftswahl die Verbreitung von Desinformation zu verhindern. RT ist in der Europäischen Union bereits seit 2022 aufgrund von Desinformationskampagnen rund um den russischen Angriffskrieg in der Ukraine gesperrt.

3. Zunehmende Enthemmung gegenüber Medien in Südbrandenburg
(deutschlandfunk.de, Sebastian Schiller, Audio: 4:46 Minuten)
RBB-Reporter Sebastian Schiller lebt in und berichtet aus Südbrandenburg. In seinem Gastkommentar beim Deutschlandfunk spricht er über die “zunehmende Enthemmung gegenüber Medien” in einer Region, in der die AfD stark vertreten ist, und über die Folgen für die tägliche journalistische Arbeit: Gesprächsverweigerungen, Gewaltandrohungen bis hin zu vereinzelten Morddrohungen.

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4. “Wir schreiben unser Narrativ”
(taz.de, Nicholas Potter)
Das Magazin “Eda” von der Jüdischen Studierendenunion Deutschlands bekommt den Ehrenamtspreis für jüdisches Leben verliehen. Nicholas Potter hat mit Chefredakteur Richard Ettinger über das Selbstverständnis des Magazins, den Umgang mit Antisemitismus und die Bedeutung von Humor in schwierigen Zeiten gesprochen.

5. Der “Spiegel” lockt Unter-30-Jährige mit 30.000 Gratis-Abos
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Der “Spiegel” starte das Projekt “Neo”, um jüngere Zielgruppen zu erreichen, und bilde dazu eine Arbeitsgruppe aus jüngeren Redakteurinnen und Redakteuren, die neue Ansätze zur Verjüngung entwickeln sollen. Zusätzlich würden 30.000 kostenlose Abo-Zugänge an Unter-30-Jährige verschenkt, um diese Zielgruppe langfristig an den “Spiegel” zu binden und von den Mediennutzungsgewohnheiten zu lernen.

6. Prozess um TikTok-Verbot in den USA beginnt
(zeit.de)
In den USA habe ein Berufungsverfahren begonnen, in dem TikTok und dessen Muttergesellschaft ByteDance gegen ein Gesetz vorgehen, das einen Verkauf des US-Geschäfts bis 2025 erzwingen soll. Die US-Regierung betrachte TikTok als nationales Sicherheitsrisiko aufgrund der Nähe zur chinesischen Regierung, was Bedenken zu Datenspionage und Wahlmanipulation wecke.

Luke Mockridge, Mit Pressefeinden sprechen?, Karriere des John de Mol

1. Sat.1 strahlt neue Show mit Luke Mockridge nicht aus
(spiegel.de)
Sat.1 habe beschlossen, die neue Show von Comedian Luke Mockridge nicht auszustrahlen, nachdem dieser in einem Podcast abfällige Witze über Paralympics-Sportlerinnen und -Sportler gemacht und dies große Wellen geschlagen hatte. Der Sender hoffe, dass Mockridge weiter an seinen Fehlern arbeitet und seiner Bitte um Entschuldigung Taten folgen lässt.

2. Wie lange braucht die AfD überhaupt noch Berichte in Spiegel, Bild & ARD? Extremismus-Experte schlägt Alarm
(kress.de, Steffen Grimberg)
Im Interview mit Steffen Grimberg erklärt Olaf Sundermeyer, beim RBB für die Berichterstattung über Extremismus zuständig, dass sich Teile der AfD von traditionellen Medien wie “Spiegel” und ARD abwenden und nur noch über eigene Kanäle informieren wollen. Vor allem in Thüringen kontrolliere Björn Höcke die Berichterstattung, indem er nur ausgewählte Medien zulasse. Sundermeyer mahnt, dass Journalisten und Journalistinnen trotz dieser Hindernisse weiterhin kritisch über die Partei berichten müssen.
Weiterer Lesehinweis: Die Angst vorm Wahlbetrug geht um: “Naht ein Wahltag, ist gesichert: In Sozialen Netzwerken gehen die Warnungen vor Wahlbetrug los. Belege? Fehlanzeige. Dahinter steckt eine klare rechtspopulistische Masche, sagen Expertinnen und Experten.” (correctiv.org, Uschi Jonas)

3. Müssen Medien auch mit Pressefeinden sprechen?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 34:40 Minuten)
Holger Klein hat mit “Stern”-Reporter Martin Debes über die Rolle der Medien beim Wahlerfolg der AfD und des Bündnisses Sahra Wagenknecht in Thüringen gesprochen. Debes betont, dass Medien durch ihre Berichterstattung zu diesen politischen Erfolgen beigetragen haben könnten, und plädiert für eine kritische, aber ernsthafte Auseinandersetzung mit der AfD, ohne sie aus dem Diskurs auszuschließen. Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist die Frage, wie Redaktionen mit politischen Akteuren umgehen sollen, die sie selbst als Feinde betrachten.

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4. DJV warnt vor Ausweis
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) warnt “vor dem Presseausweis, den die rechtsextreme Partei Freie Sachsen ausstellt”, und weist bei dieser Gelegenheit auf den eigenen Presseausweis hin: “Für hauptberuflich tätige Journalistinnen und Journalisten gibt es den bundeseinheitlichen Presseausweis, den wir gemeinsam mit fünf weiteren Medienorganisationen herausgeben”, so der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster: “Polizeikräfte wie auch Pressestellen von Behörden und Institutionen sind darauf angewiesen, Profi-Journalisten von rechtsradikalen Aktivisten unterscheiden zu können.”

5. Mutmaßliche DSA-Verstöße: Droht X eine Sperre durch die EU-Kommission?
(rsw.beck.de, Ma­nu­el Lei­din­ger)
Wie Manuel Leidinger berichtet, ermittelt die EU-Kommission gegen die Plattform X/Twitter wegen möglicher Verstöße gegen den Digital Services Act. Kritisiert würden unter anderem intransparente Werbepraktiken, der Missbrauch des blauen Häkchens und die Verweigerung des Zugangs zu wichtigen Daten für die Forschung. Bei nachgewiesenen Verstößen könnten hohe Geldstrafen verhängt werden, theoretisch wäre auch eine vorübergehende Sperrung von X in der EU möglich. Dies sei jedoch unwahrscheinlich.

6. Der beste Job der Welt? Die Formatkarriere des John de Mol
(dwdl.de, Peer Schader)
Peer Schader finden in seiner Kolumne zunächst lobende Worte für John de Mol, den Schöpfer vieler erfolgreicher TV-Formate. In letzter Zeit würden dessen Ideen jedoch oft schematisch und harmlos wirken. Shows wie “The Voice” seien weiterhin erfolgreich, aber neue Projekte wie “The Floor” oder “The Tribute” würden kaum Überraschungen bieten und bekannte Muster wiederholen. John de Mol sollte über eine Auszeit nachdenken, schlägt Schader vor: “Oder John de Mol lehnt sich angesichts seiner unstrittigen Leistungen fürs internationale Fernsehen mal zurück und genießt seine Milliarden, während die kooperierenden Sender die dadurch frei werdenden Budgets investieren, um eigene Formatschmieden zu bauen, die diesen Titel auch verdienen, junge Talente zu verpflichten und kreative Wagnisse einzugehen, wie sie das Medium heute mehr denn je vertragen könnte.”

Berichterstattung aus Tätersicht?, Südkorea, Menschlich übersetzen

1. Jérôme-Boateng-Prozess: Eine Berichterstattung aus Tätersicht
(infosperber.ch, Barbara Marti)
Barbara Marti kritisiert die Berichterstattung über den Prozess gegen Fußballer Jérôme Boateng. Dieser wurde wegen vorsätzlicher Körperverletzung schuldig gesprochen; Medien hätten das Urteil allerdings bloß als “Verwarnung” dargestellt und damit verharmlost. Marti schreibt, wie Boatengs PR-Team Journalisten beeinflusst habe, um den Vorfall als weniger schwerwiegend darzustellen und der Frau eine Mitschuld zu unterstellen. Das Urteil gegen Boateng ist inzwischen rechtskräftig.

2. Am Ende der Ver­hand­lung
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
“Die SZ hat Till Lindemann im Artikel ‘Am Ende der Show’ rechtswidrig verdächtigt, ohne Zustimmung Sex mit einer Frau gehabt zu haben, so das OLG Frankfurt in der Verhandlung. Am Ende könnte der Rammstein-Sänger den Prozess dennoch verlieren.” Felix W. Zimmermann fasst den Rechtsstreit zwischen der “Süddeutschen Zeitung” und Rammstein-Sänger Lindemann zusammen und erklärt, wie es weitergehen könnte.

3. Südkorea ermittelt wegen Verbreitung von Deepfakes gegen Telegram
(zeit.de)
Südkorea ermittele gegen den Messenger-Dienst Telegram wegen der Verbreitung von Deepfake-Pornografie und möglicher Beihilfe zu Sexualstraftaten. Telegram werde vorgeworfen, nicht ausreichend gegen die Verbreitung solcher Inhalte vorzugehen. Die südkoreanische Regierung plane nun eine Verschärfung der Gesetze, um auch den Konsum solcher Deepfakes unter Strafe zu stellen.

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4. Medienwissenschaftler Lutz Hachmeister unerwartet verstorben
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie das Institut für Medien- und Kommunikationspolitik bekanntgegeben hat, ist der Medienwissenschaftler Lutz Hachmeister bereits am 26. August “völlig unerwartet” gestorben: “Kaum jemand im deutschsprachigen Raum hat die Folgen der Medien- und Technikevolution auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in ihren komplexen Wechselwirkungen so früh, so umfassend erfasst. Wann immer er sich etwa – oft lustvoll pointiert, immer kenntnisreich – mit Interventionen zum Strukturwandel der Medienpolitik oder zur Reform des um eine ‘dritte Säule’ zu ergänzenden dualen Rundfunksystems zu Wort meldete, war ihm die Aufmerksamkeit der Szene gewiss”, so Leonard Novy in seinem Nachruf auf Hachmeister.

5. Tanjev Schultz. Die Demokratie, die Medien und wir.
(youtube.com, Angela Krumpen, Audio: 52:13 Minuten)
“Wie steht es um die Rolle seriöser Medien? Was bedeutet das Erstarken der AfD für unser Land? Und warum reicht Entsetzen allein nicht aus?” Über diese und viele weitere Fragen hat sich Angela Krumpen mit dem Professor für Journalistik und preisgekrönten Journalisten Tanjev Schulz unterhalten.

6. Der Wert menschlicher Übersetzung
(netzpolitik.org, Janine Malz)
In ihrem Gastbeitrag für netzpolitik.org argumentiert die freie Übersetzerin Janine Malz, dass Künstliche Intelligenz (KI) für literarische Übersetzungen ungeeignet sei, da sie die emotionale Tiefe, den Stil und die kulturellen Nuancen von Literatur nicht erfassen könne. Malz kritisiert Verlage, die aus Kostengründen KI-generierte Übersetzungen bevorzugen. Literarisches Übersetzen sei nicht nur Textarbeit, sondern auch “Beziehungsarbeit”, die ein tiefes Verständnis und menschliches Einfühlungsvermögen erfordere.

Zeitungsanzeigen der FDP?, Raketenangriff, Zombie-Zeitungen

1. Finanzministerium muss zurückrudern
(tagesschau.de, Moritz Rödle)
“Das Finanzministerium hat mit Zeitungsanzeigen für die Schuldenbremse geworben. War das eine verdeckte Parteienfinanzierung für die FDP? Wie eng war Lindner eingebunden? Das Ministerium muss zurückrudern.” Moritz Rödle fasst die Debatte zusammen und skizziert die möglichen Konsequenzen für die FDP.
Weiterer Lesetipp: Verdeckte FDP-Werbung? Interne Mail wird zum Problem für Christian Lindner: “Eine 46.000 Euro teure Anzeigenkampagne hat dem Finanzministerium den Vorwurf eingebracht, Wahlwerbung für die FDP zu betreiben. Jetzt zeigt eine interne Mail: Christian Lindner war stärker involviert, als sein Ministerium zugab.” (abgeordnetenwatch.de, Martin Reyher)

2. Reuters-Mitarbeiter in der Ukraine getötet
(reporter-ohne-grenzen.de)
Bei einem russischen Raketenangriff auf ein ukrainisches Hotel wurde ein Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters getötet. Martin Kaul, Vorstandssprecher der Organisation Reporter ohne Grenzen, sagt: “Wir verurteilen Russlands tödlichen Angriff auf Ryan Evans und drücken seinen Hinterbliebenen unser Mitgefühl aus. Evans’ Tod erinnert daran, dass die Berichterstattung über Russlands Krieg gegen die Ukraine nach wie vor hochgefährlich ist. Russland muss die Schuldigen ermitteln. Journalistinnen und Journalisten sind in bewaffneten Konflikten durch das Völkerrecht geschützt.”

3. Weite Wüsten und sterbende Zeitungen – Schlittert der europäische Journalismus in eine “Zombie-Apokalypse”?
(de.ejo-online.eu, Sonja Gerlings)
Sonja Gerlings beschreibt bei “EJO”, dem “European Journalism Observatory”, wie der europäische Journalismus durch das Verschwinden von Lokalzeitungen und die Entstehung von “Zombie-Zeitungen” in eine Krise gerate, die zu einer Verringerung der Medienvielfalt und einem Vertrauensverlust in lokale Informationen führe. Diese Entwicklung, die in den USA bereits weit fortgeschritten sei, gefährde die demokratische Kultur und fördere die politische Polarisierung.

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4. “Offen­sicht­lich rechts­wid­rige Ver­dachts­be­rich­t­er­stat­tung”
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Das Hanseatische Oberlandesgericht in Hamburg habe entschieden, dass die Berichterstattung der “Süddeutschen Zeitung” über einen angeblichen sexuellen Übergriff des Rammstein-Schlagzeugers Christoph Schneider “offensichtlich rechtswidrig” sei, weil sie die Grundsätze der Verdachtsberichterstattung missachte und keine ausreichenden Beweise vorlege. Die “Süddeutsche” hatte argumentiert, Schneider gar nicht direkt verdächtigt zu haben; das Gericht habe jedoch festgestellt, dass die Veröffentlichung von Schneiders Aussage im Kontext des Artikels den Eindruck eines Verdachts erweckt habe.

5. TikTok bevorzugt rechte Inhalte
(verdi.de, Micha Steinwachs)
Micha Steinwachs fasst die Ergebnisse einer TikTok-Studie aus dem Juli zusammen, nach der die Videoplattform rechte Inhalte wie die der AfD bevorzuge. Die Studie zeige, dass TikTok politische Inhalte kaum moderiere und in den Suchvorschlägen häufig “Fake News” vorkämen, was zu einer Verzerrung des politischen Diskurses führe. Dies stelle den Autoren der Studie zufolge eine Gefahr für die Demokratie dar, da junge Nutzerinnen und Nutzer ein verzerrtes Bild der Realität erhalten würden.

6. Untersuchungshaft von Pawel Durow bis Mittwoch verlängert
(spiegel.de)
Für den am vergangenen Samstag in Paris festgenommenen Telegram-Chef Pawel Durow ist die Sache noch nicht ausgestanden: Wie der “Spiegel” unter Berufung auf Agenturmeldungen berichtet, solle er noch mindestens bis Mittwochabend in Haft bleiben. Dann müsse ein Untersuchungsrichter über das weitere Vorgehen entscheiden. Unterdessen würden sich die Vereinigten Arabischen Emirate und Russland um die konsularische Betreuung Durows bemühen.

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