1. Kulturstaatsminister Weimer sagt Termine auf Leipziger Buchmesse ab
(spiegel.de)
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer habe seinen Besuch auf der Leipziger Buchmesse drastisch verkürzt und alle Termine für den ersten regulären Messetag abgesagt. Er werde lediglich beim feierlichen Eröffnungsakt am heutigen Mittwochabend sprechen. Der traditionelle Messerundgang sowie eine Diskussionsrunde zur Meinungsfreiheit seien gestrichen worden. Hintergrund des Rückziehers sei massive Kritik aus der Kulturbranche an den jüngsten Entscheidungen Weimers.
Weiterer Lesetipp: Tomaten für Wolfram Weimer: “Gibt es ‘verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse’ zu einer Buchhandlung im Bergischen Land südlich von Köln? Wie das skandalöse Vorgehen des Kulturstaatsministers Wolfram Weimer landauf, landab Kreise zieht.” (campact.de, Matthias Meisner). In der “taz” kommentiert Steffen Grimberg die Entscheidung des Kulturstaatsministers, den Ausbau der Deutschen Nationalbibliothek zu stoppen: Bücher-, ähhh, Bürokratieabbau à la Weimer (taz.de).
Und noch ein Gucktipp: Bei YouTube widmet sich Kabarettist und Satiriker Florian Schroeder dem Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer – der Killer der Kunstfreiheit?! (youtube.com, Video, 11:42 Minuten)
2. Correctiv verliert Streit um Kernaussage in Potsdam-Bericht
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Wie “Legal Tribune Online” (“LTO”) berichtet, habe die AfD-Politikerin Gerrit Huy mit ihrer Klage gegen “Correctiv” Erfolg gehabt. Das Landgericht Berlin habe unter anderem die Aussage verboten, es sei auf dem Potsdamer Treffen um einen “Masterplan zur Ausweisung deutscher Staatsbürger” gegangen. “LTO”-Chefredakteur Felix W. Zimmermann schreibt dazu: “Das Urteil des LG Berlin II ist ein harter Schlag für Correctiv, aber nicht das Ende des Rechtsstreits. Ein Gang zum Kammergericht in Berlin durch Correctiv ist genauso sicher wie umgekehrt eine Berufungsentscheidung in Hamburg im Fall Vosgerau. Ob die Passagen letztlich verboten werden oder nicht, ist völlig offen.”
3. Rosenfeld sagt sich nach Prostitutionsvorwurf von Steingart los
(dwdl.de, Alexander Krei)
Nach scharfer Kritik von “The-Pioneer”-Chef Gabor Steingart an sogenannten “Host-Read”-Werbespots habe die Journalistin Dagmar Rosenfeld ihre Tätigkeit als Kolumnistin für Steingarts Portal per sofort beendet. Dieser habe die Werbeform, bei der Journalistinnen und Journalisten bezahlte Reklametexte in Podcasts selbst vorlesen, zuvor öffentlich mit Prostitution verglichen. Steingart habe seine Wortwahl daraufhin verteidigt und argumentiert, er greife niemanden persönlich an, halte die gezielte Vermischung von Redaktion und Werbung jedoch für unehrenhaft und “klebrig”. Rosenfelds Podcast-Partner Robin Alexander sei ihr online beigesprungen und habe Steingart im Gegenzug mangelnden Stil und fehlenden Anstand vorgeworfen.
4. US-Sender wegen Iran-Berichterstattung unter Druck
(tagesschau.de)
Die US-Medienaufsichtsbehörde drohe US-Sendern im Zusammenhang mit deren Berichterstattung über den Iran-Krieg offen mit dem Entzug ihrer Lizenzen. Behördenchef Brendan Carr habe erklärt, dass Sender, die angebliche Falschmeldungen verbreiten, nicht im öffentlichen Interesse handeln würden und ihren Kurs vor anstehenden Lizenzverlängerungen zwingend korrigieren müssten. Medienhäuser und Menschenrechtsorganisationen hätten sich alarmiert gezeigt und die Drohungen verurteilt.
5. TikTok statt Lokalzeitung
(journalist.de, Sonja Peteranderl)
Die Medienberaterin Pauline Tillmann warne davor, dass Lokalzeitungen eine ganze Generation verlieren könnten, wenn sie die Plattform TikTok ignorieren. Da junge Menschen ihre Informationen primär aus Sozialen Netzwerken bezögen und kaum noch klassische Zeitungswebsites besuchen würden, sei eine Social-Media-Präsenz für Medienhäuser heutzutage unverzichtbar. Viele Lokalzeitungen hätten auf TikTok jedoch nur mäßigen Erfolg, was oft an zu schwach besetzten Social-Media-Teams liege. Es gebe jedoch auch Erfolgsbeispiele aus der Praxis.
6. Kleine Unternehmen, großes Engagement: Wie unabhängige Verlage auf dem angespannten Buchmarkt überleben
(tagesspiegel.de, Nadia Gering)
Kleine und unabhängige Buchverlage in Deutschland stünden unter massivem wirtschaftlichem Druck. Die ökonomischen Rahmenbedingungen hätten sich durch stark gestiegene Druck- und Produktionskosten drastisch verschlechtert. Laut Heiko Hartmann, Professor für Publishing Management, fehle großen Buchhandelsketten oft das Interesse an kleinen Nischenanbietern. Daher beziehe deren Zentraleinkauf primär Mainstream-Titel bei großen Konzernverlagen. Die Arbeit der unabhängigen Verlage sei allerdings kulturell unverzichtbar.
