Archiv für Februar 10th, 2026

Hartes Urteil, Analyse statt Anarchie, Synchronsprecher vs. Netflix

1. Hartes Urteil gegen Jimmy Lai sorgt weltweit für Empörung
(spiegel.de)
Der 78-jährige Verleger und Demokratieaktivist Jimmy Lai sei in Hongkong auf Basis des umstrittenen Sicherheitsgesetzes wegen angeblicher Kollaboration mit dem Ausland und Aufruhrs zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Die EU-Kommission sowie Regierungsvertreter aus Großbritannien und Japan hätten das Urteil scharf kritisiert und Lais sofortige Freilassung gefordert. Die Organisation Human Rights Watch habe den Richterspruch als “grausamen und zutiefst ungerechten” Schlag gegen die Meinungsfreiheit bezeichnet.

2. Holger Friedrichs Jungpionier
(taz.de, Matthias Meisner)
Florian Warweg, der früher für “Alternativmedien” wie “RT Deutsch” und die “Nachdenkseiten” gearbeitet habe, wechsele als parlamentarischer Berichterstatter zur neugegründeten “Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung” (“OAZ”) des Verlegers Holger Friedrich. “OAZ”-Chefredakteur Dorian Baganz habe erklärt, dass man ohne den angeblichen “Bias” westdeutsch geprägter Medien über die negativen Folgen von Aufrüstung und Ukrainehilfe berichten wolle.

3. Giordanis Reset: Analyse statt Anarchie bei ProSiebenSat.1
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Der neue ProSiebenSat.1-CEO Marco Giordani habe bei seinem öffentlichen Debüt eine Abkehr von der bisherigen “Joyn”-Strategie signalisiert und betont, dass die linearen Sender wieder die klare Priorität hätten. Thomas Lückerath wertet Giordanis Auftritt als nüchternen und analytischen “Reset”, der zwar keine radikale Revolution, aber eine spürbare Evolution darstelle. Es bleibe jedoch offen, ob angesichts des angespannten Werbemarktes weitere Sparmaßnahmen notwendig würden.

Bildblog unterstuetzen

4. Netflix: Deutsche Synchronsprecher verweigern die Zusammenarbeit
(youtube.com, Jessica Zahedi, Video: 9:00 Minuten)
“ZDFheute”-Moderatorin Jessica Zahedi unterhält sich mit Patrick Winczewski, der deutschen Synchronstimme von Tom Cruise, über den Konflikt der deutschen Synchronsprecher und -sprecherinnen mit dem Streaming-Giganten Netflix: “Worum geht es in dem Konflikt genau? Welche Rechte haben Sprecher an ihrer Stimme? Und was sagt der Streit über den Umgang mit KI in kreativen Berufen?”

5. Der wichtige Scheiß
(journalist.de, Timur Vermes)
Timur Vermes kritisiert, dass der Journalismus seit Jahrzehnten an Qualität verliere, indem er verzweifelt versuche, Soziale Medien zu imitieren, und sich durch Sparmaßnahmen und Datenhörigkeit selbst entwerte. Vermes stellt fest, dass das Publikum in der digitalen Content-Flut ertrinke und das “Schnellhörensehen” ein Hilferuf sei. Deshalb müsse der Journalismus nicht noch mehr Feeds, sondern Relevanz und harte Auswahl, also den “wichtigen Scheiß”, bieten.

6. Glaskugelige Kaffeesatzlesereien 2026: Sehnsucht nach Echtheit
(indiskretionehrensache.de, Thomas Knüwer)
Thomas Knüwer prognostiziert in seinem jährlichen Ausblick einen massiven “GenAI-Crash” im Jahr 2026. Die immensen Investitionen in Infrastruktur und Rechenzentren seien aus seiner Sicht aufgrund fehlender profitabler Geschäftsmodelle nicht refinanzierbar, was zu einer makroökonomischen Krise führen werde. Als Gegenbewegung erwarte er eine “New Realness”, bei der der Einsatz generativer KI zunehmend als Zeichen von Faulheit und sozialem Abstieg gewertet werde. Zudem sieht Knüwer klassische Medienhäuser in einer Zange zwischen KI-Suchmaschinen und Influencern.