Archiv für Januar 12th, 2026

Lage in Venezuela, Christlicher Journalismus, Erich von Däniken

1. Nach US-Intervention: Verfolgung und Festnahmen von Journalist*innen
(reporter-ohne-grenzen.de)
Nach der US-Militärintervention in Venezuela habe sich die Sicherheitslage für Journalistinnen und Journalistin unter der Interimsregierung von Delcy Rodríguez drastisch verschlechtert. Der nationale Journalistenverband berichte von willkürlichen Festnahmen und Durchsuchungen. An der kolumbianischen Grenze würden zudem rund 200 internationale Korrespondentinnen und Korrespondenten an der Einreise gehindert. In der Rangliste der Pressefreiheit stehe Venezuela auf Platz 160 von 180 Ländern.

2. Digital Networks Act: EU verzichtet angeblich auf Milliardenstrafen für Big Tech
(heise.de, Malte Kirchner)
Entgegen den ursprünglichen Erwartungen verzichte die EU im geplanten Digital Networks Act offenbar auf verpflichtende Zahlungen der großen US-Tech-Konzerne zur Finanzierung des Netzausbaus. Statt harter Sanktionen setze der neue Entwurf auf freiwilligen Dialog, um potenzielle Konflikte mit der US-Regierung unter Donald Trump zu vermeiden. Neben dem Umgang mit Big Tech ziele das Gesetzespaket auf eine Harmonisierung der Funkfrequenzen sowie neue Leitlinien für den europäischen Glasfaserausbau ab.

3. Abgeordnete, Ministerien und EU-Kommission bleiben auf Deepfake-Plattform X
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Markus Reuter thematisiert die massive Kritik an der Plattform X (vormals Twitter), die zuletzt durch die ungehinderte Erstellung sexualisierter Deepfakes mittels des Chatbots “Grok” negativ aufgefallen sei. Auf Nachfrage von netzpolitik.org hätten Vertreter von Bundesministerien und Parteien ihren Verbleib auf der Plattform überwiegend mit dem Auftrag zur Bürgerinformation sowie dem Hinweis auf mangelnde Alternativen gerechtfertigt. Auch die EU-Kommission habe betont, dass sie ihre Kanäle zwar diversifiziere, die Präsenz auf X jedoch weiterhin für notwendig erachte.

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4. “Man kann die Bedeutung von Podcasts fast nur unterschätzen”
(dfjv.de, Gunter Becker)
Das Leipziger “Podcast-Radio” detektor.fm nutze eine jüngst zugesprochene Förderung von 500.000 Euro, um bis zur Landtagswahl 2026 ein regionales Informationsangebot für Sachsen-Anhalt aufzubauen. Geschäftsführer Christian Bollert erläutert im Interview das Geschäftsmodell von detektor.fm, das zur wirtschaftlichen Absicherung auf einen Mix aus Eigenproduktionen, Partnerinhalten und Auftragsarbeiten für große Medienhäuser setze. Zudem betont er die wachsende Bedeutung von Nischen-Podcasts, für die der Sender gezielt mit freien Fachjournalistinnen und -journalisten zusammenarbeite und auf offene technische Standards statt exklusive Plattformen setze.

5. “Die schärfste Kirchen-Kritik kommt oft von innen” – Andrea Rübenacker und Bernward Loheide über katholischen Journalismus und weltliche Werte.
(turi2.de, Markus Trantow)
Andrea Rübenacker und Bernward Loheide, Führungskräfte des neuen Unternehmens PubliKath, sehen im Interview mit “turi2” trotz Kirchenaustritten eine wachsende Nachfrage nach ethischer journalistischer Einordnung, die sie durch eine “christliche Perspektive” bedienen wollen. Durch die Zusammenführung von Marken wie der Katholischen Nachrichten-Agentur, katholisch.de und filmdienst.de unter einem Dach wolle man Synergien erreichen und schneller werden.

6. Buchautor Erich von Däniken ist tot
(tagesschau.de)
Der Schweizer Bestsellerautor Erich von Däniken, der durch seine Theorien über frühere Besuche von Außerirdischen auf der Erde weltweite Bekanntheit erlangte und auch in deutschen Medien häufig präsent war, sei im Alter von 90 Jahren in einem Krankenhaus in Interlaken gestorben. Mit seinem 1968 erschienenen Debütwerk “Erinnerungen an die Zukunft” habe der ehemalige Hotelier den Grundstein für seine Karriere gelegt. Im Verlauf seines Lebens habe von Däniken rund 70 Millionen Bücher verkauft und Filme produziert (tagesschau.de nennt sie “Dokumentarfilme”).