Archiv für Januar 6th, 2026

Reichelt verliert erneut, “Yandex”, Gerichtliche Social-Media-Sperren

1. Julian Reichelt verliert erneut gegen Alfonso Pantisano
(queer.de)
Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main habe dem “Nius”-Chefredakteur Julian Reichelt untersagt, die Falschbehauptung zu wiederholen, der Berliner Queerbeauftragte Alfonso Pantisano habe einen wegen Besitzes kinderpornografischer Schriften verurteilten Mann finanziert. Entgegen der Darstellung Reichelts habe das Gericht festgestellt, dass für die betreffenden “Kieztouren” keine Landesmittel geflossen seien, sondern diese rein privat organisiert und bezahlt worden seien. Pantisano habe den Beschluss als Sieg gegen ein “Fake-News-System” bezeichnet.

2. Eine Startseite für Kreml-Propaganda
(taz.de, Nicholas Potter)
Trotz bestehender EU-Verbote erreiche russische Kriegspropaganda über die Tech-Plattform “Yandex” (inzwischen “Dzen”) in Deutschland weiterhin ein Millionenpublikum. Das Portal sei mit rund 27 Millionen monatlichen Aufrufen hierzulande sogar populärer als die BBC oder die “Süddeutsche Zeitung”. Da die Plattform mittlerweile dem staatlich kontrollierten VK-Konzern gehöre, würden auf der Startseite systematisch nur Inhalte kremltreuer Medien wie “RT” und “RIA Novosti” ausgespielt.

3. Pariser Gericht ver­hängt Haft­strafen und Social-Media-Sperren
(lto.de)
Ein Pariser Gericht habe zehn Angeklagte wegen massiven Cybermobbings gegen Frankreichs First Lady Brigitte Macron zu mehrmonatigen Bewährungsstrafen sowie Social-Media-Sperren verurteilt. Der Richter habe das harte Urteil mit einer “Welle des Hasses” begründet, unter der die Betroffene und deren Familie massiv gelitten hätten. Die Verurteilten seien zudem zu Pflichtseminaren für respektvollen Umgang im Internet sowie Geldstrafen herangezogen worden.

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4. Authentisch inszeniert: Die Macht der Influencer
(youtube.com, Tanjev Schulz & Markus Wolsiffer, Video: 45:55 Minuten)
Bei “Die Medienversteher” diskutieren Tanjev Schulz und Markus Wolsiffer darüber, dass Influencer längst nicht mehr nur Lifestyle-Themen bedienen, sondern als “Newsfluencer” oder politische Kommentatoren zunehmend auch journalistische Funktionen übernehmen. Die oft beschworene Authentizität sei meist nur eine “strategisch expressive Inszenierung”, die Nutzerinnen und Nutzer täusche und im Gesundheitsbereich durch fehlende Expertise sogar gefährlich werden könne.

5. Newsletter-Abschied
(us8.campaign-archive.com, Christian Fahrenbach)
Nach elf Jahren und rund 2.250 Ausgaben verabschiedet sich Christian Fahrenbach von der “Morgenpost” der “Krautreporter”, um künftig als US-Korrespondent für das “Redaktionsnetzwerk Deutschland” zu berichten. Rückblickend betont er, dass guter Journalismus die Leserinnen und Leser entlasten und Ängste mindern solle, anstatt sie mit Lärm und Elitarismus zu überfordern. Fahrenbach habe die Erfahrung gemacht, dass ein respektvoller Umgang auf Augenhöhe und Transparenz über die eigene Haltung wichtiger seien als vermeintliche Neutralität.

6. TikTok-Charts: Viraler “Denkzettel” hängt News-Inhalte ab
(dwdl.de, Simon Pycha)
Zum Jahreswechsel hätten Redaktionen wie “Spiegel” und “Stern” ihre Strategie auf TikTok angepasst und würden nun verstärkt auf moderierte Videos setzen. Der höhere Produktionsaufwand habe sich in den Abrufzahlen bislang jedoch noch nicht niedergeschlagen. An der Spitze des Publisher-Rankings habe im Dezember “Sky Sport” gestanden, mit einem viralen Clip über Fußballer Mo Salah.