Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!
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1. Was hat Döpfner mit Springer vor? Eine riskante Wette auf KI und Techbosse
(ardaudiothek.de, Jonathan Schulenburg & Nils Altland, Audio: 27:40 Minuten)
Bei “BR24 Medien” geht es um den eingeschlagenen KI-Kurs von Mathias Döpfner, dem Vorstandsvorsitzenden des Axel-Springer-Verlags, und die Frage, wie Springer Vorreiter beim KI-basierten Journalismus werden könnte. “Zapp”-Reporter Nils Altland ist skeptisch: “Anders als Mathias Döpfner glaube ich nicht, dass KI die Qualität der journalistischen Produkte verbessern wird. Vielleicht sehen das bei Axel Springer intern auch einige so. Aber Mathias Döpfner ist bei Springer so mächtig, dass er nicht mit viel Widerspruch rechnen muss.”
2. Lesen als Klassenfrage
(wdr.de, Audio: 8:17 Minuten)
Die Literaturwissenschaftlerin und Soziologin Caroline Amlinger spricht über neue Studien zum Leseverhalten in Deutschland und den USA. Demnach läsen besonders junge Männer, Menschen mit niedriger Bildung und Bewohner ländlicher Regionen kaum noch Bücher, während sich eine bildungsnahe “Reading Class” herausbilde, die Lesen als kulturelles Kapital nutze. Amlinger analysiert, warum Lesen für viele nicht mehr zum Alltag gehört, weshalb Hörbücher boomen, und welche Rolle finanzielle Anreize spielen könnten.
3. Wie Journalismus Vertrauen zurückgewinnen kann
(deutschlandfunkkultur.de, Christian Rabhansl, Audio: 21:22 Minuten)
In der Sendung “Lesart” spricht Christian Rabhansl mit zwei der drei Autorinnen beziehungsweise Autoren des Buches “Medien zwischen Macht und Ohnmacht” über die Ursachen des Vertrauensverlusts in den Journalismus. Nadia Zaboura und Rainer Nübel betonen, dass das Misstrauen nicht nur von der jungen Generation ausgehe, sondern auch mit dem Medienverhalten, der gesellschaftlichen Entfremdung und journalistischen Versäumnissen zusammenhänge. Sie fordern mehr Aufklärung über journalistische Arbeitsweisen, eine breitere Themen- und Gästeauswahl in Talkshows sowie einen Journalismus, der nicht nur Probleme benennt, sondern auch Lösungen diskutiert.
4. Entpört euch! Politische Wut auf Social Media (und im Real Life) effizienter kanalisieren
(youtube.com, Hanna Klimpe, Video: 1:06:58 Stunden)
Die Kommunikationswissenschaftlerin Hanna Klimpe erklärt in ihrem Vortrag an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, wie demokratische Empörung in den Sozialen Medien schnell zur ungewollten Verstärkung rechter Narrative führen kann. Anhand zahlreicher Beispiele und Studien zeigt sie, warum emotional geteilte Inhalte zwar für Sichtbarkeit sorgen, aber selten zu politischer Veränderung führen. Plattformlogiken, algorithmische Verstärkungen und performative Empörung untergrüben laut Klimpe die reale Handlungskraft. Sie plädiert für einen bewussteren Umgang mit digitalen Öffentlichkeiten und fordert mehr echte politische Beteiligung.
5. Warum rechte Podcasts so erfolgreich sind – Wolfgang M. Schmitt im Gespräch
(youtube.com, Matthias A. Narr, Video: 1:34:44 Stunden)
Im Gespräch mit Matthias A. Narr analysiert Film- und Medienkritiker Wolfgang M. Schmitt, warum rechte Podcasts derzeit besonders viel Resonanz erfahren. Es geht um apokalyptisches Denken, rhetorische Verführung und die Attraktivität vermeintlich ungeschminkter Meinungen. Schmitt erläutert, wie rechte Formate Gemeinschaft, Glaube und Identität inszenieren. Beide kritisieren eine zunehmende gesellschaftliche Entzweiung.
6. Warum Cutter am längeren Hebel gegen Content Creator sitzen
(youtube.com, Chan-jo Jun, Video: 28:24 Minuten)
Die Juristen Chan-jo Jun und Falk Reuter analysieren den öffentlich ausgetragenen Konflikt zwischen dem Streamer “Papaplatte” und dessen langjährigem Cutter. Themen, die dabei angesprochen werden, sind unter anderem ungeklärte Gewinnbeteiligungen, fehlende Verträge, das Urheberrecht und die Frage, ob mündliche Absprachen über Jahre hinweg bindend sind. Jun und Reuter erklären anschaulich, welche rechtlichen Aspekte bei gemeinsamer Contentproduktion zu beachten sind und warum es klug ist, kreative Kooperationen frühzeitig klar zu regeln, statt auf gut Glück zu improvisieren.