Springers Politwerbung, Küche als Frontlinie, Softpower Musikdoku

1. MABB beanstandet politische Werbung in Springer-Podcast
(medien.epd.de)
Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) habe auf Beschluss der Kommission für Zulassung und Aufsicht erstmals in Deutschland politische Werbespots in einem Podcast beanstandet. Das Verfahren richte sich gegen einen reichweitenstarken Politikpodcast der Axel Springer Deutschland GmbH, in dem bezahlte Werbung zum deutschen Gesundheitssystem mit klarem politischem Bezug ausgestrahlt worden sei. Gemäß Medienstaatsvertrag sei politische Werbung im Rundfunk sowie in rundfunkähnlichen Telemedien unzulässig.

2. US-Finanzministerium verwehrt Journalisten Akkreditierung für G20-Treffen
(spiegel.de)
Als Gastgeber des G20-Finanzministertreffens in Asheville habe das US-Finanzministerium mehreren Berichterstattern der “New York Times”, des “Wall Street Journal” und von “Bloomberg News” die Akkreditierung verweigert. Die betroffenen Medienhäuser hätten den Schritt als gezielten Versuch der Trump-Administration, sich öffentlicher Kontrolle zu entziehen und die Pressefreiheit zu untergraben, kritisiert. Der Vorfall reihe sich ein in eine fortlaufende Serie von juristischen Schritten, verbalen Angriffen und Subventionskürzungen der US-Regierung gegen kritische Medien.

3. Ringier bindet sich an OpenAI – aber Redaktionen behalten das letzte Wort
(kress.de, Marc Bartl)
Das Schweizer Medien- und Technologieunternehmen Ringier habe eine mehrjährige Partnerschaft mit OpenAI geschlossen, um KI-Werkzeuge wie ChatGPT Enterprise gruppenweit in Redaktionen, auf Marktplatz-Plattformen und in IT-Teams zu integrieren. Laut Ringier-CEO Marc Walder diene die Technologie als Unterstützung für Arbeitsabläufe wie Recherche und Strukturierung, ersetze jedoch nicht das menschliche Urteilsvermögen und die redaktionelle Verantwortung für Veröffentlichungen. Der Enterprise-Vertrag garantiere eine Datenspeicherung innerhalb Europas und sehe ausdrücklich keine Lizenzierung von verlagseigenen Inhalten für das KI-Training vor.

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4. Die Tradwife: Wenn die Küche zur Frontlinie wird
(correctiv.org, Viera Zuborova)
“Correctiv” hat analysiert, wie autoritäre Regime und konservative Regierungen, insbesondere in Russland, Polen, Serbien und der Slowakei, das Phänomen der “Tradwife” als metapolitisches Instrument und Vorfeld-Propaganda nutzen. Im westlichen Social-Media würde die traditionelle Hausfrauen- und Mutterrolle oft als lifestylegetriebene, freie Entscheidung inszeniert. Im post-sozialistischen und autokratischen Kontext gehe es eher um den Abbau von Frauenrechten und die Einschränkung der reproduktiven Selbstbestimmung.

5. Die “Soft Power” des Musikdokumentarfilms
(de.ejo-online.eu, Yana Kuznietsova)
Klassische Kritiken von Musikalben lese im Streamingzeitalter kaum noch jemand. Ukrainische Musikjournalistinnen und -journalisten hätten deshalb umgesattelt und würden nun aufwendige Video-Essays und Dokus drehen, etwa beim Onlinemagazin “Slukh”. Statt nur Promis zu interviewen, würden sie in Archiven wühlen, Vorurteile über die eigene Kultur abbauen und vergessene Musikperlen wie beispielsweise den Funk der 1970er-Jahre zeigen. Das stärke nicht nur das eigene Selbstbewusstsein im Land, sondern wirke auch international als Botschafter.

6. “In der Unterhaltung sind echte Innovationen selten geworden”
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Im Interview mit der eigenen Plattform zieht “DWDL”-Redakteur und Fernsehpreis-Juror Alexander Krei Bilanz und stellt fest, dass echte Innovationen auf der großen TV-Bühne aufgrund des Spardrucks Mangelware geworden seien. Frischen Wind gebe es vor allem im Reality-Bereich durch Formate mit neuem Dreh oder ohne Krawall sowie durch gelungene Modernisierungen etablierter Comedymarken wie “TV total” oder der “heute-show”. Krei wünscht sich für die Branche mehr Mut zu guten Ideen mit kleineren Budgets.