1. Ungarn nach Orbán: Warum ein Regierungswechsel die Medien nicht automatisch befreit
(de.ejo-online.eu, Susanne Fengler)
Susanne Fengler analysiert, warum der Wahlsieg der Tisza-Partei in Ungarn die dortigen Medien nicht automatisch befreien werde. Zwar ende damit die lange Herrschaft Viktor Orbáns, doch die unter Fidesz geschaffenen Strukturen würden weiterwirken: regierungsnahe Medienkonzentration, politisch geprägte Aufsicht, ökonomischer Druck auf unabhängige Redaktionen und schwache Selbstregulierung. Fengler beschreibt das ungarische Mediensystem deshalb als formal plural, aber strukturell verzerrt.
2. Richter rügt “schlampige Recherche” bei Böhmermann
(t-online.de)
Im Rechtsstreit um eine Sendung des “ZDF Magazin Royale” über Arne Schönbohm habe das Oberlandesgericht München dem ZDF laut einem Bericht der “Welt” eine deutliche Niederlage signalisiert. Der Senat halte die Einschätzung der Vorinstanz offenbar für richtig, wonach die Sendung von Jan Böhmermann beim Publikum den Eindruck erweckt habe, Schönbohm habe Kontakte zu russischen Geheimdiensten gehabt. Das stelle eine schwere Verletzung des Persönlichkeitsrechts Schönbohms dar.
3. Die mediale Parallelwelt von “Timmy” und “Hope”
(dwdl.de, Simon Pycha)
Simon Pycha beschreibt am Beispiel des gestrandeten Wals an der Ostseeküste, wie sich auf Social Media eine mediale Parallelwelt zur klassischen Berichterstattung bilde. Auf TikTok und Instagram gebe es oft eine stärkere Emotionalisierung, verbunden mit alternativen Erzählungen. In diesen Echokammern würden sich Verschwörungstheorien, manipulierte Bilder, KI-Inhalte und falsche Spendenaufrufe verbreiten.
4. Neues Mediengesetz für MV tritt in Kraft
(verdi.de, Volker Nünning)
In Mecklenburg-Vorpommern sei ein neues Mediengesetz in Kraft getreten, das die Förderung lokaler und regionaler Sender sowie privater Bürgermedien neu regele. Künftig könnten Lokal-TV-Anbieter über die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern Landesmittel erhalten, um regionale Nachrichten- und Informationsangebote mit engem Ortsbezug zu sichern. Dafür stünden 2026 und 2027 jeweils insgesamt 300.000 Euro zur Verfügung.
5. Looksmaxxing – Macht dieser TikTok-Trend dein Kind zum Nazi?
(volksverpetzer.de, Lars Freudenberger)
Lars Freudenberger beschreibt das in den Sozialen Medien verbreitete “Looksmaxxing” als vermeintlichen Selbstoptimierungstrend für junge Männer, der von harmlos wirkenden Tipps schnell in extreme Körperkontrolle, pseudowissenschaftliche Schönheitsideale und gefährliche Praktiken kippen könne. Dabei gehe es nicht nur ums Aussehen, sondern um ein hierarchisches Weltbild, in dem Erfolg und sozialer Wert allein an Attraktivität geknüpft würden. In den einschlägigen Onlineforen würden zudem Frauenhass, Rassismus und rechtsextreme Denkmuster eine große Rolle spielen.
6. Wie überzeugend ist Journalismus auf der Bühne?
(deutschlandfunkkultur.de, Elena Philipp & Susanne Burkhardt, Audio: 59:51 Minuten)
“Journalistische Recherchen, als Theaterstück auf der Bühne präsentiert, machen seit einigen Jahren Furore. Entsteht damit ein neues Genre? Oder wird das Theater zu einer ‘Vertriebsstelle für journalistische Sendungen’ degradiert, wie die FAZ beklagt?” Darüber sprechen beim Deutschlandfunk Kultur Kay Voges, Intendant am Schauspiel Köln, und “FAZ”-Autor Simon Strauß, der dazu einen kritischen Kommentar geschrieben hatte (nur mit Abo lesbar).
