1. Orbáns Feinde
(taz.de, Florian Bayer)
Florian Bayer beschreibt die prekäre Lage der wenigen verbliebenen unabhängigen Medien in Ungarn kurz vor der anstehenden Parlamentswahl am 12. April. Die Regierung von Viktor Orbán kontrolliere über ein massives “Propaganda-Ökosystem”, finanziellen Druck und das neue “Souveränitätsgesetz” zur Einschüchterung kritischer Journalistinnen und Journalisten fast die gesamte Medienlandschaft. Zwar wecke der starke Oppositionskandidat Péter Magyar bei den letzten freien Redaktionen Hoffnungen auf einen Regierungswechsel. Gleichzeitig würden sie jedoch fürchten, dass bei einer Wahlniederlage Orbáns die Spendenbereitschaft der Leserschaft wegbrechen könnte.
2. Frankreichs Senat stimmt für Social-Media-Verbot für Jugendliche
(zeit.de)
Der französische Senat habe einem Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 15 Jahren zugestimmt. Statt eines pauschalen Verbots sehe der modifizierte Gesetzentwurf nun jedoch vor, künftig lediglich eine per Dekret festgelegte Liste “schädlicher” Plattformen zu blockieren. Für andere Netzwerke solle die elterliche Zustimmung ausreichen. Experten würden diesen Kompromiss kritisieren, da er die Verantwortung vom eigentlichen Verursacher auf die Eltern abwälze.
3. Giovanni di Lorenzo über Konformismus in den Medien
(youtube.com, Matze Hielscher, Video: 1:31:54 Stunden)
Im “Hotel Matze” hat sich Gastgeber Matze Hielscher mit Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der “Zeit”, unterhalten: “Ich wollte von ihm wissen, wo die Fehler der Medien liegen und was er aus Jahrzehnten im Journalismus gelernt hat. Wir sprechen über Nähe und Distanz, über den Menschen hinter dem Chefredakteur, und darüber, wie man lernt, im Leben geschätzte Dinge loszulassen.”
4. Warum der Gang in den Kohlenkeller lohnt
(mediummagazin.de, Markus Wolsiffer)
Markus Wolsiffer beschreibt die Rolle von Bürgermedien und Offenen Kanälen als unverzichtbare dritte Säule der deutschen Medienlandschaft. Am Beispiel seiner ehrenamtlichen Arbeit beim “Wormser Montags-Magazin” während des Landtagswahlkampfs in Rheinland-Pfalz zeigt er auf, wie wichtig diese werbefreien und redaktionell unabhängigen Plattformen für die demokratische Vielfalt seien, da hier auch kleinere Parteien ausreichend Gehör fänden. Bereits seit 1984 würden Offene Kanäle den basisdemokratischen Gedanken umsetzen, Konsumenten zu aktiven Produzenten zu machen.
5. Immer Ärger mit der Obrigkeit
(verdi.de, Gisela Wehrl)
Im Interview mit dem Medienmagazin “M” spricht der Jurist und leitende “SZ”-Redakteur Ronen Steinke über sein neues Buch über die “Meinungsfreiheit”. Er warnt darin, dass der Staat im Kampf gegen Hassrede zunehmend über das Ziel hinausschieße und unbequeme Meinungen kriminalisiere. Steinke kritisiert zudem eine juristische Doppelmoral, bei der harmlose Spötteleien gegen Spitzenpolitikerinnen und -politiker streng verfolgt würden, während die überlastete Justiz bei echten Bedrohungen gegen Normalbürger oft untätig bleibe. Gleichzeitig weist er das rechte Lamento, man dürfe “nichts mehr sagen”, als reine Wehleidigkeit zurück.
6. Klage der Penguin Random House Verlagsgruppe gegen OpenAI
(urheber.info)
Die Verlagsgruppe Penguin Random House habe eine Urheberrechtsklage gegen das KI-Unternehmen OpenAI eingereicht, da die Werke ihres Autors und Illustrators Ingo Siegner unrechtmäßig für das Training des KI-Systems ChatGPT genutzt worden seien. Laut dem Verlag lägen die geschützten Text- und Bildinhalte als sogenannte “Memorisierung” im Sprachmodell vor und würden bereits auf einfache Anfragen der Nutzerinnen und Nutzer unerlaubt vervielfältigt und öffentlich wiedergegeben.
