1. Ostidentitäre Bewegung im Medienmarkt
(journalist.de, Matthias Meisner)
Der Verleger Holger Friedrich plane mit der “Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung” ein neues ostdeutsches Leitmedium, dessen Start sich jedoch verzögere und das wegen seiner Nähe zu rechten und russlandfreundlichen Narrativen bereits vorab polarisiere. Kritiker würfen Friedrich vor, mit einer fragwürdigen Ästhetik und speziellen Personalentscheidungen gezielt das rechte Milieu zu bedienen und demokratiefeindliche Tendenzen zu verstärken.
2. Appell an Caren Miosga nach Chrupalla-Einladung
(tagesspiegel.de, Sebastian Leber)
Nach der Einladung von AfD-Chef Tino Chrupalla in die Talksendung von Caren Miosga haben sich zahlreiche Journalistinnen und Journalisten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einem offenen Appell an die Medien gewandt. Sie fordern darin, Demokratiefeindlichkeit gemäß dem Medienstaatsvertrag klar zurückzuweisen und Antidemokraten die Möglichkeit zur Selbstdarstellung zu entziehen. Transparenzhinweis: Der “6-vor-9”-Kurator gehört zu den Unterzeichnern.
3. Homeland Security jagt ICE-Kritiker in sozialen Netzwerken
(spiegel.de)
Die US-Regierung verschärfe die Verfolgung von Kritikerinnen und Kritikern der Abschiebebehörde ICE. Das Heimatschutzministerium habe hunderte Anfragen an Plattformen wie Meta oder Google gestellt, um Daten von Nutzerinnen und Nutzern anzufordern. Die Plattformen seien dem teilweise nachgekommen. Die Regierung argumentiert, die Informationen seien für die Sicherheit von ICE-Beamten notwendig.
4. Hunderttausende Kinder und Jugendliche süchtig nach Social Media
(taz.de)
Laut einer aktuellen Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit nutze mehr als ein Viertel der Kinder und Jugendlichen Soziale Medien in einem riskanten oder sogar krankhaften Ausmaß. Rund 350.000 Betroffene gälten als explizit suchtkrank. Dieses pathologische Verhalten äußere sich durch Kontrollverlust, Schlafstörungen und schulische Probleme. DAK-Chef Andreas Storm bezeichne die Entwicklung trotz leicht gesunkener durchschnittlicher Nutzungszeiten als “alarmierend”.
5. Der SR lässt sich checken
(verdi.de, Volker Nünning)
Der Saarländische Rundfunk lasse seit Oktober seine Organisationsstrukturen durch eine externe Beratungsfirma evaluieren. Es gehe darum, den öffentlich-rechtlichen Sender an den Medienwandel anzupassen und die Kritik des Landesrechnungshofs am bisherigen Controlling umzusetzen. Die Personalratsvorsitzende habe betont, dass der Prozess keinen Stellenabbau zum Ziel habe.
6. Vertrauenskrise: Wenn KI-Suche Fake-Zitate findet
(medientage.de, Petra Schwegler)
Eine Analyse der Berliner Firma Bernstein Analytics zeige, dass tagesschau.de und spiegel.de die dominierenden Quellen in KI-Antworten seien, wobei Modelle wie ChatGPT tendenziell häufiger auf linksliberale als auf konservative Medien zurückgreifen würden. Parallel dazu warne eine britische Recherche vor einer massiven Glaubwürdigkeitskrise. Boulevardmedien würden unter dem Druck von Deadlines und SEO zunehmend unwissentlich KI-generierte Fake-Experten von PR-Agenturen zitieren.
