1. Im freien Fall
(taz.de, Nicholas Potter)
Amazon-Gründer Jeff Bezos habe die “Washington Post” einst als Retter übernommen und ihr eine “goldene Ära” versprochen. Doch nun stecke die traditionsreiche Zeitung in einer tiefen Krise, die sich durch den massenhaften Verlust von Abonnentinnen und Abonnenten, den Abgang namhafter Journalistinnen und Journalisten sowie die Entlassung von hunderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zeige. Kritiker würfen Bezos vor, strategisch versagt zu haben und die journalistischen Werte der “Washington Post” politischen Interessen zu opfern. Das Management unter ihm beharre jedoch weiterhin auf seinem rigiden Sparkurs.
2. Raus aus der Manege – Warum öffentliches Reden mit Rechten ein Problem ist
(54books.de, Simon Sahner)
Simon Sahner argumentiert, dass die Strategie des öffentlichen Redens mit Rechten gescheitert sei, da die AfD trotz ständiger medialer Aufmerksamkeit heute stärker dastehe als je zuvor. Er kritisiert, dass Talkshows und Influencer rechtsextremen Akteuren oft nur aus Quotengründen eine Bühne böten. Dadurch würden deren radikale Ansichten fälschlicherweise als normale, diskutierbare Meinungen legitimiert. Statt inszenierter “Schaukämpfe” vor der Kamera fordert Sahner, sich wieder den konkreten Alltagsproblemen der Menschen zu widmen.
3. Epstein Files: Medien, Schwefelsäure und die Wahrheit
(youtube.com, Raja Khadour & Fritz Lüders, Video: 8:44 Minuten)
Das NDR-Medienmagazin “Zapp” hat sich mit dem Recherche-Hype um die veröffentlichten Epstein-Akten beschäftigt. Dieser sei durch den freien Zugang für Privatpersonen ausgelöst worden und habe eine Flut an ungeprüften, teils vermeintlichen, teils tatsächlichen Enthüllungen und KI-Fälschungen in den Sozialen Netzwerken ausgelöst. Klassische Medienhäuser stünden vor dem Dilemma, dass sie mit der Geschwindigkeit der Online-Gerüchteküche nicht mithalten können, ohne ihre journalistische Sorgfaltspflicht zu verletzen.
4. Australien: “Viele Jugendliche machen sich über die Altersgrenze lustig”
(deutsches-schulportal.de, Alexander Brand)
Der australische Lehrer Chris Bush berichtet, dass das Social-Media-Verbot in seinem Land für Personen unter 16 Jahren das Nutzungsverhalten bisher kaum verändert habe. Die Jugendlichen würden die Sperren oft durch falsche Altersangaben oder das Nutzen von VPNs mühelos umgehen. Dennoch hält er das Gesetz langfristig für richtig und vergleicht es mit dem Rauchverbot, dessen positive Effekte auf die psychische Gesundheit erst bei der nachfolgenden Generation sichtbar werden dürften. Unmittelbar wirksamer seien derzeit die konsequenten Handyverbote an Schulen, die bereits jetzt dazu führen würden, dass Schülerinnen und Schüler in den Pausen wieder miteinander spielen und direkt miteinander kommunizieren.
5. Medienanstalten sehen Staatsferne bei KI-Kontrolle gewahrt
(faz.net)
Nachdem die “FAZ” das neue KI-Durchführungsgesetz wegen mangelnder Staatsferne kritisiert habe, widersprächen nun das Digitalministerium sowie die Landesmedienanstalten dieser Darstellung. Sie würden auf die gesetzliche Regelung verweisen, laut der die Kontrolle von Medienanbietern weiterhin explizit in der Zuständigkeit der Länderbehörden verbleibe, womit die journalistische Unabhängigkeit gewahrt sei.
6. Das bekommen Sie alles kostenlos, wenn Sie einen Bibliotheksausweis haben
(spiegel.de)
Viele Bibliotheken hätten ihr Angebot längst über das Ausleihen von Büchern hinaus erweitert und böten nun auch “Makerspaces” mit 3D-Druckern oder eine “Bibliothek der Dinge” für den Verleih von Alltagsgegenständen wie Bohrmaschinen. In Städten wie Frankfurt und München stünden Nutzerinnen und Nutzern zudem Musikinstrumente zum Ausleihen oder Tonstudios für eigene Aufnahmen zur Verfügung. Ergänzend dazu ermögliche der Bibliotheksausweis oft den digitalen Zugriff auf Streamingdienste, Sprachlernprogramme sowie umfangreiche Pressearchive.
