KW 07/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Social-Media-Verbot für Jugendliche?
(youtube.com, Markus Feldenkirchen, Video: 1:00:10 Stunden)
In der Diskussionsrunde des „Spiegel“, in der es um ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche geht, erkennen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Risiken wie Sucht, Cybermobbing und problematische Inhalte an, favorisieren jedoch unterschiedliche Lösungsansätze. So plädiert die ehemalige Schulleiterin Silke Müller für eine klare Altersgrenze und mehr analoge Kindheit. Sascha Lobo warnt, dass ein Verbot lediglich einen unkontrollierbaren Schwarzmarkt schaffe und fordert stattdessen kindgerechte Plattform-Versionen.
Weiterer Gucktipp: Wie Social Media, Gaming und Algorithmen Jugendliche verändern: “Prof. Dr. Ruth Wendt, Professorin an der LMU München und Expertin für digitale Lebenswelten, erklärt, warum Bildschirmzeit allein wenig aussagt, welche Rolle Algorithmen, soziale Vergleichsprozesse, Gaming und psychische Gesundheit spielen und was Eltern sowie Fachkräfte wirklich über riskante Nutzung, Resilienz und Medienkompetenz wissen müssen.” (youtube.com, Aktiv gegen Mediensucht e.V., Video: 1:01:26 Stunden)

2. Gefrustet, arm und angefeindet? – Ausstieg aus dem Journalismus
(ardaudiothek.de, Michael Meyer & Katrin Aue, Audio: 16:14 Minuten)
Michael Meyer und Katrin Aue sprechen bei „Medien – Cross und Quer“ mit der Medienwissenschaftlerin Jana Rick darüber, dass immer mehr Journalistinnen und Journalisten aufgrund von Arbeitsverdichtung, sinkenden Einkünften und Anfeindungen in Berufe wie PR oder Handwerk wechseln. Experten würden diesen „Ausstieg“ mit Sorge betrachten, da der Verlust qualifizierten Personals den wichtigen gesellschaftlichen Auftrag von Medien gefährde.

3. Epstein-Files: Wann wird aus Recherche Sensationslust?
(ardaudiothek.de, Linus Lüring, Audio: 23:14 Minuten)
Linus Lüring zieht bei „BR24 Medien“ gemeinsam mit der NDR-Investigativjournalistin Anna Klühspies eine Zwischenbilanz zur Veröffentlichung der Epstein-Files. Sie erörtern die journalistische Herausforderung, in Millionen, teils geschwärzten Dokumenten relevante Inhalte zu identifizieren. Außerdem sprechen sie über die Gefahr, dass in der Flut der Daten Kontext und Einordnung verloren gehen: “Irgendwann ist das auch eine Fülle an Informationen, wo man sich dann auch nicht mehr zurechtfindet oder sich auch ein bisschen abstumpft und sagt – ach ja, auch der Name und der Name. Und dann gehen da vielleicht Geschichten verloren, die tatsächlich wichtig sind oder mehr Substanz haben.”

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4. Kontroverser Fame – warum Canceln sich auszahlt
(youtube.com, Sashka, 18:12 Minuten)
YouTuberin Sashka kritisiert am Beispiel von Gil Ofarims Dschungelcamp-Teilnahme, dass dieser trotz seines Geständnisses vor Gericht nun im TV falsche Behauptungen über einen “Freispruch” verbreite und dafür statt Ausgrenzung sogar Sympathie und hohe Gagen erhalte. Das Prinzip des “Cancelns” scheitere heutzutage oft, da Medien und Algorithmen Empörung mit Reichweite belohnen würden. Skandale würden eher als Karrierebeschleuniger denn als Bestrafung wirken.

5. Medienmarken zwischen Bierzelt, Content-Flut und kleinen Lagerfeuern
(thisismedianow.podigee.io, Lukas Schöne, Audio: 50:00 Minuten)
Lukas Schöne und Diana Dotzauer (BR) stellen bei „This is Media Now“ fest, dass junge Menschen trotz hoher Social-Media-Nutzung den Plattformen kaum vertrauen und eine Rückkehr zu echten Begegnungen an traditionellen Orten suchen würden. Als Konsequenz verzichte der Bayerische Rundfunk auf Großevents wie das “Puls Open Air” und fokussiere sich stattdessen auf kleinere, regionale Formate. Dotzauer betont, dass authentische menschliche Persönlichkeiten und ein intensives Community-Management der Schlüssel für Glaubwürdigkeit und Markenbindung seien.

6. Darf TITANIC das? Satire zwischen Empörungskultur und Kreativchaos
(undercover-printisnotdead.podigee.io, Marc-Oliver Bender & Karsten Reißner, Audio: 1:03:21 Stunden)
Beim “Undercover”-Podcast ist Torsten Gaitzsch zu Gast, der aktuelle Chefredakteur des Satiremagazins „Titanic“. Gaitzsch erzählt von seinem Aufstieg vom Praktikanten bis in die Führungsspitze und schildert die internen Abläufe der Redaktion. Er erklärt den dreiwöchigen Produktionszyklus, die Hintergründe zum aktuellen Titelthema und spricht über die Bedeutung von Humor-Legenden wie Otto Waalkes oder Fips Asmussen. Außerdem geht es in dem Gespräch um legendäre „Titanic“-Aktionen wie den WM-Skandal 2006.