1. “Das Wort Demokratie kann problematisch sein”
(netzpolitik.org, Ingo Dachwitz)
Ingo Dachwitz beschreibt in seinem Artikel, wie Metas pauschales Verbot politischer Werbung in der EU zu willkürlichen Sperrungen bei NGOs, Museen und Unternehmen führe. Selbst harmlose Aufklärungskampagnen oder Spendenaufrufe würden darunter fallen. Offiziell begründe der Social-Media-Konzern diesen Schritt mit der Komplexität neuer EU-Transparenzregeln. Kritiker würden dahinter jedoch den Versuch vermuten, sich jeglicher Regulierung zu entziehen und Strafzahlungen zu vermeiden.
2. Epstein taucht in Epstein-Akten auf!
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
Die mediale Aufarbeitung der neu veröffentlichten Epstein-Akten sei oft von Sensationsgier und mangelnder Sorgfalt geprägt, findet Boris Rosenkranz bei “Übermedien” (jetzt frei lesbar). Er bemängelt, dass viele Redaktionen statt auf tiefergehende Analysen lediglich auf schnelles “Namedropping” und Clickbait setzen würden. Dadurch würden selbst harmlose Erwähnungen in den Dokumenten zu Skandalen aufgebauscht.
3. Wie rechte Influencer*innen Reisen für Propaganda-Zwecke instrumentalisieren
(belltower.news, Kiran Bowry)
Kiran Bowry analysiert in seinem Text, wie rechte Influencer das vermeintlich unpolitische Genre der Reise-Vlogs instrumentalisieren. Insbesondere der YouTuber Kurt Caz verbreite durch inszenierte “Gefahrensituationen” rassistische und nativistische Narrative. Bowrys Botschaft an die Medien: “Faktenchecks genügen nicht. Ohne Einordnung bleiben Reise-Influencer*innen wirksame Akteure bei der schleichenden Normalisierung rechtsextremer Weltbilder.”
4. Gezielte Angriffe auf Medienschaffende
(verdi.de)
Aus einer Antwort der Bundesregierung gehe hervor, dass zwischen April 2024 und November 2025 mehr als 800 politisch motivierte Straftaten gegen Medienschaffende registriert worden seien. Angesichts dieser Bedrohungslage fordert die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union, Journalistinnen und Journalisten im Rahmen der anstehenden Strafgesetzbuch-Novelle (§ 116 StGB-E, PDF) ausdrücklich als schutzwürdige Berufsgruppe gesetzlich zu verankern.
5. Sieben Forderungen gegen Desinformation
(neuemedienmacher.de)
Die Neuen deutschen Medienmacher*innen haben einen Sieben-Punkte-Katalog vorgelegt (PDF), um die “Leerstelle bei der Mehrsprachigkeit” zu schließen. Hiesige Medienangebote hätten der Vielsprachigkeit von Falschmeldungen bisher kaum etwas entgegengesetzt. Zu den zentralen Forderungen zählen der massive Ausbau mehrsprachiger Angebote im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sowie eine stärkere Diversität in Redaktionen. Das Ziel sei es, manipulative Narrative frühzeitig zu identifizieren und Faktenchecks in mehreren Sprachen anzubieten.
6. Zu schlau fürs Fernsehen: Der Publizist Roger Willemsen
(wdr.de, Anke Rebbert, Audio: 13:23 Minuten)
Anlässlich seines zehnten Todestages erinnert das WDR-“Zeitzeichen” an den Publizisten Roger Willemsen, der als “boulevardtauglicher Intellektueller” das Fernsehen der 90er-Jahre geprägt habe. Autorin Anke Rebbert beschreibt, wie der promovierte Musik-Experte durch seinen einzigartigen, zugewandten Moderationsstil zum Publikumsliebling avanciert sei, bevor er sich Ende der 90er-Jahre bewusst aus dem Talkshow-Geschäft zurückgezogen habe.
