1. Weinende Soldaten, angebliche Desertion – wie KI-Videos in sozialen Medien den Ukrainekrieg verzerren
(faktencheck.afp.com, Katharina Zwins)
Laut einer Analyse von AFP würden prorussische Kreise seit November 2025 massenhaft KI-generierte Videos auf Sozialen Netzwerken verbreiten, die weinende oder desertierende ukrainische Soldaten zeigen sollen. Experten stufen diese Kampagne als “kognitive Kriegsführung” ein, die durch emotionale Inszenierungen gezielt die Moral der ukrainischen Bevölkerung untergraben und die internationale Unterstützung schwächen solle. Obwohl die meist mit Tools wie Sora 2 erstellten Clips oft technische Fehler aufweisen, würden sie auf Plattformen wie TikTok ein Millionenpublikum erreichen.
2. Rundfunkverbände sorgen sich um Medienvielfalt im Radiomarkt
(dwdl.de, Alexander Krei)
Mehrere private Rundfunkverbände aus dem deutschsprachigen Raum hätten sich zur “Linzer Erklärung” zusammengeschlossen, um vor dem Verlust der Medienvielfalt durch den massiven Abfluss von Werbegeldern an globale Online-Plattformen zu warnen. Sie würden die Politik dazu auffordern, durch Entbürokratisierung, Regulierungen für Big-Tech-Konzerne und diskriminierungsfreie Auffindbarkeit die wirtschaftliche Existenz des Privatradios zu sichern. Ohne schnelles Handeln würden nach Ansicht der Verbände irreversible Schäden für die demokratische Öffentlichkeit drohen.
3. Schock nach Kahlschlag bei RTL
(verdi.de, David Bieber)
Der private TV-Sender RTL habe angekündigt, bis zu 600 Stellen zu streichen (allein im Nachrichtenbereich rund 230), was bei der Belegschaft für Fassungslosigkeit gesorgt habe. Da die linearen Werbeeinnahmen massiv gesunken seien, wolle der Konzern künftig stärker auf Streaming setzen, weshalb bekannte Formate eingestellt und Redaktionen in neuen Newsrooms zusammengelegt würden. Um betriebsbedingte Kündigungen möglichst abzuwenden, habe man sich mit dem Betriebsrat auf einen umfassenden Sozialplan geeinigt.
4. Welchen Horror wir erwarten
(taz.de, Yasemin Said)
Yasemin Said kritisiert, dass unser Gedenken an den Holocaust fast ausschließlich durch eine feste Ikonografie geprägt sei, die Erwartungen daran wecke, wie das Grauen auszusehen habe. Problematisch sei dabei, dass viele der bekannten Bilder ursprünglich von SS-Fotografen stammen. Dadurch würden wir die Geschichte unbewusst durch die zynische Perspektive der Täter betrachten. Diese verengte Ästhetik der Erinnerung führe dazu, dass unscheinbare, alltägliche Orte der Gewalt oft übersehen würden.
5. KI verdrahtet Film, TV und Produktion neu
(blog.medientage.de, Petra Schwegler)
Laut einer aktuellen McKinsey-Analyse stehe die Film- und TV-Branche vor einem tiefgreifenden Umbruch, bei dem Künstliche Intelligenz bis 2030 Budgets und Workflows neu ordne. Ähnlich wie bei früheren Innovationen dürften laut der Studie vor allem große Distributoren und Plattformen den wirtschaftlichen Mehrwert abschöpfen. Es drohe gleichzeitig ein Rückgang der Gesamterlöse im System, sollte das Publikum weiter zu offenen Videoplattformen abwandern.
6. Die RiffReporter: Zehn Jahre selbstverwalteter Fachjournalismus
(dfjv.de, Gunter Becker)
Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der “RiffReporter” hat sich Gunter Becker mit “RiffReporter”-Vorständin Christiane Schulzki-Haddouti und Autorenvertreter Björn Lohmann über ihr Modell des selbstverwalteten Fachjournalismus unterhalten. Dank der demokratischen Struktur der Genossenschaft genössen die Mitglieder als Miteigentümer zwar redaktionelle Freiheit, sie müssten aber zugleich hohe Qualitätsstandards und ethische Richtlinien einhalten.
