1. Warum 2026 zum Schicksalsjahr werden könnte
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 38:14 Minuten)
Die KI- und Technikjournalisten Marie Kilg und Moritz Metz sowie Medienwissenschaftler Stephan Weichert diskutieren darüber, ob das Jahr 2026 durch den rasanten Einzug generativer KI zu einem Schicksalsjahr für den Journalismus werden könnte. Während Kilg dafür plädiert, die Technologie aktiv und transparent zu nutzen, um nicht den Anschluss zu verlieren, warnt Metz vor einer gefährlichen Abhängigkeit von US-Tech-Konzernen und einer schwindender Medienkompetenz bei der Jugend. Weichert mahnt ethische Mindeststandards an, da durch den KI-Einsatz eine “Verantwortungsdiffusion” drohe.
2. Meta ignoriert Transparenzvorgaben
(verdi.de, Volker Nünning)
Das Schleswig-Holsteinische Oberverwaltungsgericht habe im Eilverfahren entschieden, dass der Social-Media-Konzern Meta die Transparenzvorgaben des deutschen Medienstaatsvertrags bei Facebook vorläufig umsetzen müsse. Das Gericht gewichte das öffentliche Interesse an der Offenlegung der Algorithmen höher als die wirtschaftlichen Interessen des US-Unternehmens. Da Meta die Vorgaben laut der zuständigen Medienanstalt bislang ignoriere, drohe die Behörde nun mit weiteren Maßnahmen.
3. Eckart von Hirschhausen über Gesundheit, Klima, Fake News und Kirche
(evangelische-zeitung.de, Gottfried Bohl)
Der Arzt und Moderator Eckart von Hirschhausen erklärt im Interview mit der “Evangelischen Zeitung”, dass Klimaschutz, Gesundheit und der Kampf gegen Desinformation eng zusammenhängen würden. Er fordert die Kirchen auf, ihren großen Einfluss und Besitz zu nutzen und als analoge Begegnungsorte gegen die Spaltung durch Soziale Medien zu wirken. Zudem warnt er vor den Gefahren durch KI-generierte Fälschungen, sogenannte Deepfakes. Diese würden nicht nur einzelne Personen, wie ihn selbst, für Betrug missbrauchen, sie untergrüben auch das Vertrauen in Medien und Demokratie.
4. Nach Monaten der Blockade: MDR durchschlägt den gordischen Knoten
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Nach dem Scheitern des ersten Versuchs sei Boris Lochthofen nun erfolgreich zum neuen Chef der künftig zusammengelegten MDR-Programmdirektionen in Halle und Leipzig gewählt worden. Seine Aufgabe bestehe darin, bis zum Jahr 2028 Doppelstrukturen abzubauen und die getrennten Bereiche zu einer Einheit zu formen. Die Klärung der Führungsfrage komme gerade noch rechtzeitig. Der MDR stehe angesichts der anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und der politischen Drohungen durch die AfD vor einem entscheidenden Jahr.
Weiterer Lesetipp: Bericht von der 232. Sitzung des MDR-Rundfunkrat (flurfunk-dresden.de, Peter Stawowy).
5. EU-Kommission leitet weitere Untersuchung gegen X ein
(lto.de)
Die EU-Kommission habe eine Untersuchung gegen Elon Musks Plattform X eingeleitet, weil deren KI-Programm “Grok” auf Befehl von Nutzern künstliche Nacktbilder echter Personen erstellt habe. Die Behörde prüfe nun, ob das Unternehmen gegen europäische Gesetze verstoßen habe, indem es die Risiken für Frauen und Kinder vorab nicht ausreichend bewertet und verhindert habe. X habe die Bild-Funktion inzwischen zwar eingeschränkt, dem Konzern würden bei einem bestätigten Verstoß aber dennoch empfindliche Geldstrafen drohen.
6. Oscars 2026: Die besten Filme – Ein schlechter Jahrgang!
(youtube.com, Wolfgang M. Schmitt, Video: 27:54 Minuten)
Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt hat sich den Oscar-Jahrgang 2026 angeschaut. Einigermaßen enttäuscht fragt er sich: “Warum hat ‘Sinners’ 16 Nominierungen erhalten? Weshalb steht ‘Frankenstein’ überhaupt auf der Liste? Sollte man wirklich bei ‘Hamnet’ viele Tränen verdrücken?”
Weiterer Hörtipp: Bei “Medien – Cross und Quer” sprechen Michael Meyer und Christoph Borgans mit dem Kulturjournalisten und SR-Redakteur Oliver Hottong über den Filmfestival Max-Ophüls-Preis und den deutschen Filmnachwuchs: “Welche Themen treibt die neue Generation von Filmemachern um? Wie erzählen sie? Und: Was braucht der deutsche Film, um in Schwung zu kommen?” (ardaudiothek.de, Audio: 19:05 Minuten)
