1. Schröder-Akten: Auskunftsklage gegen Kanzleramt
(correctiv.org, Justus von Daniels & Hans-Martin Tillack)
Die “Correctiv”-Redaktion berichtet in eigener Sache, dass sie gemeinsam mit dem Journalisten Hans-Martin Tillack Klage gegen das Kanzleramt eingereicht habe, um Zugang zu Akten über Gerhard Schröders Kontakte zu Wladimir Putin im Jahr 2005 zu erhalten. Hintergrund sei, dass der Ex-Kanzler 178 Aktenordner, die potenziell Details zur Nord-Stream-Planung enthalten könnten, nach seiner Amtszeit mitgenommen und mittlerweile bei der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung eingelagert habe. Da das Kanzleramt trotz gesetzlicher Archivierungspflichten auf eine rechtliche Rückforderung verzichte, bleibe der Öffentlichkeit sowie Historikerinnen und Historikern die Einsicht in diese amtlichen Unterlagen verwehrt.
2. US-TikTok rückt zu Trump
(netzpolitik.org, Martin Schwarzbeck)
Um einem drohenden TikTok-Verbot in den USA zu entgehen, habe der chinesische Mutterkonzern ByteDance den Großteil seines US-Geschäfts an ein internationales Konsortium verkauft. Eine zentrale Rolle spiele dabei der IT-Konzern Oracle, dessen Gründer Larry Ellison als enger Vertrauter von Donald Trump gelte und der nun die technische Kontrolle über die Daten und Algorithmen habe. Damit verschiebe sich der Einfluss auf die Plattform lediglich von der chinesischen Regierung hin zum direkten Umfeld des US-Präsidenten.
3. Bildbasiert aber unsichtbar
(verfassungsblog.de, Theresia Crone)
Beim “Verfassungsblog” kritisiert die Juristin Theresia Crone, dass Opfer von künstlich generierten Nacktbildern (Deepfakes) derzeit kaum rechtlichen Schutz hätten, da die bestehenden Gesetze diese neue Form der digitalen Gewalt oft nicht erfassen würden. Crone fordert: “Angesichts der wachsenden Zahl von pornografischen Deepfakes muss der Gesetzgeber einen Umgang mit dieser Form digitaler Gewalt finden. Denn die Bilder und Videos verletzen die Intimsphäre der betroffenen Person bereits bei ihrer Herstellung.”
4. Sandra Navidi: “Trump wird die USA an die Wand fahren”
(youtube.com, Zsolt Wilhelm, Video: 20:57 Minuten)
Wenn es um eine differenzierte Berichterstattung aus den USA geht, ist Sandra Navidi eine viel gefragte Expertin, zum Beispiel regelmäßig beim TV-Sender ntv. Im Gespräch mit dem “Standard” schildert die Juristin und Finanzexpertin, wie sich ihr einstiges Traumland von einem Ort der unbegrenzten Möglichkeiten zu einem gesellschaftlich gespaltenen Krisenherd gewandelt habe. Und sie analysiert, wie ein rücksichtsloser Sozialdarwinismus und der immense Einfluss von Tech-Milliardären unter Donald Trump die demokratischen Institutionen aushöhlen und das System destabilisieren würden.
5. Newsletter Netzwerk Recherche 253
(netzwerkrecherche.org, Christian Esser & Greta Linde)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für investigativ arbeitende Journalistinnen und Journalisten: der Newsletter des Netzwerk Recherche. Die aktuelle Ausgabe beginnt mit einigen Worten von Christian Esser zu der unmittelbar bevorstehenden Fachkonferenz zur Verdachtsberichterstattung und der im Juni erfolgenden “Jubiläumskonferenz”. Darüber hinaus gibt es einen Überblick über medienrelevante Nachrichten, Veranstaltungen, Preise und Stipendien.
6. In memoriam Friedhelm Brebeck, Kriegsreporter
(ardaudiothek.de, Martin Durm, Audio: 23:47 Minuten)
Im Alter von 91 Jahren ist der profilierte Kriegsreporter Friedhelm Brebeck verstorben. Der Bayerische Rundfunk würdigt dessen Arbeit mit der Wiederholung eines Porträts von Martin Durm, der Brebeck im Ahrtal besuchte. Dort, wo der Journalist nach Jahren in Krisengebieten selbst eine Katastrophe überleben musste.
