1. Eine Firmen-Weihnachtsfeier – und der Abgang eines Chefredakteurs
(correctiv.org, Anette Dowideit)
Der Chefredakteur der “Welt”-Gruppe, Jan Philipp Burgard, sei offiziell aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten, doch Recherchen würden einen Zusammenhang mit einer internen Untersuchung zu seinem Verhalten auf einer Weihnachtsfeier nahelegen, bei der er einer Mitarbeiterin unangemessen nahegekommen sein soll. Anette Dowideit schreibt: “Bei Burgard gibt es eine Vorgeschichte, CORRECTIV hatte im November 2024 darüber berichtet: Bei seinem vorherigen Arbeitgeber, dem WDR, war der Journalist von seinem Posten als stellvertretender Studioleiter in Washington degradiert worden, als herauskam, dass er einer jungen Journalistin gegenüber gegen deren Willen sexuell übergriffig geworden sein soll.”
Laut Medienberichten (z. B. Deutschlandfunk) wehre sich Burgard gegen entsprechende Presseberichte, sein Anwalt spreche von einer Verleumdungskampagne.
2. Propagandaradio für Patrioten
(taz.de, Florian Bayer)
Mit dem Start des 24-Stunden-Radiosenders “Austria First” baue die FPÖ ihr Medienuniversum in Österreich weiter aus. So könne die Partei ihre politischen Inhalte “ungefiltert” und unter Umgehung klassischer Medien direkt verbreiten. Florian Bayer kritisiert in seinem Kommentar das Projekt als Propaganda, die sich als Journalismus tarne. Unter der Leitung des umstrittenen Publizisten Werner Reichel werde gegen “Systemmedien” gehetzt, während journalistische Standards wie ein Impressum in der App fehlen würden. Diese Entwicklung füge sich in eine “Renaissance der Parteimedien” in Österreich ein.
3. MDR-Team bei Pro-Palästina-Demo in Leipzig angegriffen
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Ein Kamerateam des Mitteldeutschen Rundfunks sei am Samstag am Rande einer propalästinensischen Demonstration in Leipzig körperlich angegriffen worden. Nachdem zwei Personen die Journalisten bedrängt hätten, sei die Situation eskaliert. Die Polizei sei daraufhin eingeschritten, habe die Personalien der Beteiligten aufgenommen und dem Fernsehteam anschließend Begleitschutz gewährt.
4. Verlegerin Goetz-Weimer wehrt sich: “Der Ludwig-Erhard-Gipfel ist nicht gefährdet”
(kress.de)
Verlegerin Christiane Goetz-Weimer verteidige den “Ludwig-Erhard-Gipfel” gegen Vorwürfe der Käuflichkeit und sehe die Veranstaltung trotz zahlreicher Absagen prominenter Politiker wie Markus Söder nicht in ihrer Existenz gefährdet. Zudem weise sie Berichte über verkauften Zugang zu Entscheidungsträgern kategorisch zurück. Die Ursache der Kritik sei eine “gezielten Diffamierung” durch die AfD, die sich gegen ihren Mann, Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, richte.
5. Finger weg von Bildgeneratoren
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Sebastian Meineck rät Redaktionen dringend von der Nutzung von KI-Bildgeneratoren ab, da deren künstliche Ästhetik oft unseriös wirke und das Vertrauen der Leserschaft beschädigen könne. Er warnt vor einer gefährlichen Abhängigkeit von wenigen Tech-Konzernen, die durch die Zentralisierung der KI-Infrastruktur eine enorme Machtposition aufbauen und Urheberrechte missachten würden. Zudem thematisiert Meineck die hohen unsichtbaren Kosten der Technologie, darunter der enorme Energieverbrauch und die Ausbeutung von Arbeitskräften im Globalen Süden.
6. Weltwissen aus der Gerichtsbibliothek
(lto.de, Martin Rath)
Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Wikipedia blickt Martin Rath zurück auf eine Zeit, in der Gerichte das Konversationslexikon “Brockhaus” als belastbare Quelle für Definitionen und Allgemeinwissen nutzten. Anhand historischer Urteile zeigt er, wie Richter den Brockhaus konsultierten, um etwa Sonnenaufgangszeiten für Tatort-Rekonstruktionen zu ermitteln oder steuerrechtliche Begriffe wie “Müllabfuhr” und “Schrott” zu klären.
