Rheinneckarterror, Trennung auf „Zeit“, Wir Facebook-Vollidioten

1. Blog meldet erfundenen Terroranschlag in Mannheim
(faz.net)
Die lokale Nachrichtenseite „Rheinneckarblog“ (Motto: „Ehrlich, transparent, hintergründig“) meldete einen Terroranschlag in Mannheim mit vielen Toten und Verletzten. Das Problem: Alles war erfunden. Und den vollständigen Beitrag konnte man nur lesen, wenn man ein Abo abschloss. In den sozialen Medien und von Journalistenseite gab es verständlicherweise einige Kritik an der Aktion. Der Blogbetreiber reagierte mit teilweise wüsten Tiraden. Stefan Niggemeier kommentiert die Reaktion des Blogbetreibers auf Twitter: „Das ist aber auch nicht einfach, wenn du Hardy Prothmann bist und jeder andere Mensch auf der Welt ein Idiot.“
Weiterer Lesetipp: DJV kritisiert „Rheinneckarblog“ („Deutschlandfunk“)

2. Trennung vom Richter
(sueddeutsche.de, Claudia Tieschky)
Nach einer Kontroverse um den Fall Dieter Wedel arbeitet die „Zeit“ nicht mehr mit dem Strafrechtler und früheren Bundesrichter Thomas Fischer als Autor zusammen. Die Beziehung scheint zerrüttet: Wie der ehemalige „Zeit“-Kolumnist Fischer berichtet, habe man ihm „sogar“ sein Frei-Abo gestrichen.

3. Liebe Politiker/innen: Boykottiert PR-Events von Facebook, solange der Konzern Eure Einladungen ablehnt
(netzpolitik.org, Markus Beckedahl)
Markus Beckedahl empfiehlt der Politik verschiedene Maßnahmen im Umgang mit Facebook. Es geht um Personalaufstockung bei den Aufsichtsbehörden, die Einführung von Musterfeststellungsklagen und die derzeit laufenden Verhandlungen zur ePrivacy-Verordnung. Aber auch etwas ganz Profanes: „Liebe Politikerinnen und Politiker, Ihr könntet doch mal konsequent sein und bei der nächsten Einladung zum Smalltalk und Foto-Termin mit Mark Zuckerberg oder Sheryl Sandberg oder bei den nächsten Lobby-Parties des Unternehmens die Einladung ablehnen. Und das solange, bis sich die Verantwortlichen von Facebook auch mal zu einer öffentlichen Anhörung mit kritischen Fragen im Deutschen Bundestag blicken lassen.“
Weiterer Lesetipp: Von Facebook weglaufen? Bringt nichts! (wired.de, Johnny Haeussler)

4. Warum Stiftungen den Journalismus stärker fördern sollten
(carta.info, Lutz Frühbrodt)
Ist der deutsche Journalismus durch Stiftungen zu retten? Derzeit fördern in Deutschland 85 Stiftungen Journalismus. Lutz Frühbrodt hat sich die Stiftungen und ihre Einsatzgebiete und Empfänger näher angeschaut.

5. Qualitätszeitungen sollten Klubs gründen
(nzz.ch, Bruno S. Frey)
Der Schweizer Wirtschaftswissenschaftler Bruno S. Frey ist auf eine Idee zur Rettung der Zeitungen gekommen. Er empfiehlt die Gründung von „Klubs“: „Die Klubmitglieder entrichten einen substanziellen jährlichen Beitrag. Dafür erhalten sie jedes Jahr eine unverkäufliche Aktie der Zeitung. Sie werden Mitbesitzer. Das Aktionariat ist damit flexibel und setzt sich aus einer wachsenden Zahl von Personen zusammen, die Klubmitglieder sind und sich mit der Zeitung identifizieren.“

Leider gibt es keine Möglichkeit, den Artikel zu kommentieren. Sonst hätte jemand den Professor darauf hinweisen können, dass seine Idee keineswegs neu ist: Die „taz“ beschreitet bereits seit den Neunziger Jahren einen vergleichbaren Weg und hatte 2017 etwa 17.000 „Klubmitglieder“.

6. Im Netz der Vollidioten
(gutjahr.biz)
Richard Gutjahr greift einen alten Dialog zwischen Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und einem Kommilitonen auf und befindet: „Die Vollidioten, das seid Ihr, ich — wir alle.“