„FAZ“-Hetzkommentar, Trumps Prügel, Bunte-Löschbataillon

1. Shitstorm um „FAZ“-Kommentar gegen Ehe für alle
(welt.de, Christian Meier)
Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hat einen Gastbeitrag zur „Ehe für alle“ veröffentlicht, der bei vielen Lesern auf Unverständnis und Entsetzen stieß. Der, für derartige Beiträge ungewöhnlich, unter Pseudonym verfasste Artikel verbreite mehr als fragwürdige, geradezu hetzerische Thesen, so der Vorwurf. Dementsprechend heftig fiel die Reaktion in den sozialen Medien aus.
Auch die „taz“ beschäftigt sich mit dem Vorgang. Jan Feddersen: „Es ist eine Zeitung, die schlüpfrige Phantasien bedient und den (Aber-)glauben an Naturrecht obendrein. Diese FAZ hätte es unter Frank Schirrmacher nicht gegeben – der hätte bei der Tageskoordination gemerkt, was für ein Schwachsinn in einem Teil der Zeitung erscheint …“
Bei uns im BILDblog kommentiert Johannes Kram: „FAZ“ und „Ehe für alle“: Ein Hass, der keinen Namen trägt.

2. „Prügelattacke“ gegen CNN
(deutschlandfunk.de)
US-Präsident Donald Trump hat bei Twitter ein altes Video gepostet, in dem er geschauspielert-scherzhaft auf den Chef eines Wrestlingveranstalters einprügelt. In dem Video, das nun die Runde macht, ist jedoch der Kopf seines damaligen Widersachers mit dem Senderlogo von „CNN“ ausgetauscht worden. „CNN“ wirft dem Präsidenten daraufhin vor, zu Gewalt gegen Journalisten aufzufordern und die Amtspflichten zu vernachlässigen: „Wir werden weiter unsere Arbeit machen. Er sollte anfangen, die Seine zu tun“
Doch damit nicht genug: Bei Trumps Streit mit den Morning-Joe-Moderatoren (MSNBC) sind laut „SZ“ weitere Details bekannt geworden. Das Weiße Haus soll angeboten haben, eine Enthüllungsgeschichte eines Boulevardblatts zu verhindern, wenn sich die Moderatoren für ihre negative Berichterstattung bei Trump entschuldigen.

3. Debatte um Rundfunkbeitrag: Millionen fürs Feigenblatt
(dwdl.de, Alexander Krei)
Alexander Krei kommentiert auf „DWDL“ die „ProSiebenSat.1“-Forderung nach Beteiligung an den Rundfunkbeiträgen. Über Reformen ließe sich grundsätzlich reden, „doch bevor ProSiebenSat.1 ein Stück vom milliardenschweren Beitrags-Kuchen fordert, sollte man erst mal im eigenen Programm unter Beweis stellen, dass man ein ernsthaftes Interesse daran hat, Informationssendungen nicht nur als Feigenblatt zu verstehen.“

4. Kein Schmerzensgeld für den Restaurantbesitzer
(faz.net, Luise Schendel)
Im November 2015 wurde die MDR-Dokumentation „Provinz der Bosse – Mafia in Mitteldeutschland“ ausgestrahlt. Gegen die Berichterstattung klagte ein Geschäftsmann, der in Erfurt zwei Restaurants unterhält und glaubte, trotz Anonymisierung in der Dokumentation mittelbar erkennbar zu sein. Das Oberlandesgericht Dresden gab ihm zwar zunächst Recht, doch seine zweite Klage auf Zahlung von 50.000 Euro wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte scheiterte.

5. Vize-Chefredakteur Yannick Dillinger: Wie die „Schwäbische Zeitung“ an die Flugzeugkatastrophe von Überlingen erinnert
(kress.de, Frank Hauke-Steller)
Die „Schwäbische Zeitung“ hat anlässlich des 15. Jahrestags des Flugzeugunglücks von Überlingen eine aufwändige Multimedia-Reportage produziert. „Kress“ hat mit dem dafür verantwortlichen Digitalchef, Yannick Dillinger über Arbeitsweise und Storytelling gesprochen.

6. Migräne, Piercings und das Löschbataillon der Bunten
(onkelmichael.wordpress.com)
Blogger „Onkel Michael“ berichtet von seinem Kampf gegen die Windmühlen der „Bunte“-Redaktion. Er hätte die behaupteten Wunderwirkungen von Piercings gegen Migräne recherchiert (es gibt keine) und dies der Redaktion als Facebook-Kommentar hinterlassen. Nur für einen kurzen Moment sichtbar, denn man hätte seinen und andere kritische Kommentare gelöscht… Sein Nachtrag lässt schließen, dass „Bunte“ der Vorgang nicht ganz geheuer ist: Ein Beitrag aus dem Jahr 2016 wurde zwischenzeitlich entfernt.