„Schwäbische Zeitung“ verzichtet aufs Ermitteln

Oft ist der Ablauf so: Bei einem Verbrechen gibt es eine oder mehrere tatverdächtige Personen, dann ermitteln die zuständigen Behörden und am Ende steht hoffentlich fest, wer Täter oder Täterin, Krimineller oder Kriminelle ist. Das Ermitteln ist ein wesentlicher Bestandteil.

Gestern Abend hat Ekkehard Falk, Polizeipräsident von Konstanz, dem Gemeinderat Sigmaringen die Kriminalitätsstatistik der Stadt präsentiert. Darunter auch diese Zahlen, wie das Online-Portal der „Schwäbischen Zeitung“ schreibt:

Die Polizei ermittelte im vergangenen Jahr knapp 950 Tatverdächtige. 426 von ihnen sind Ausländer, 292 Flüchtlinge.

Tatverdächtige. Nicht Täter.

Welche Überschrift passt da dann so gar nicht, schwäbische.de?

Aufs Ermitteln verzichtet die „Schwäbische Zeitung“ offenbar.

Mit Dank an Martin B. für den Hinweis!

Nachtrag, 17:09 Uhr: Die „Schwäbische Zeitung“ hat reagiert, die Überschrift lautet nun: „Jeder dritte Tatverdächtige ist ein Flüchtling“.