Somuncu-Stopp, Fake-Fake-News, Kuscheltierwanze

1. Somuncu: „Das war im Umgang nicht besonders fair“
(dwdl.de, Alexander Krei)
Der Fernsehsender „n-tv“ hat am Dienstag kurzfristig entschieden, die bereits produzierte Ausgabe der Talkshow „So! Muncu“ aus dem Programm zu nehmen. Die aktuelle Sendung mit einigen satirischen Einspielern genüge nicht den „Qualitätsansprüchen des Senders“. Im Interview mit „DWDL“ schildert Kabarettist Serdar Somuncu Ablauf und Hintergründe und kündigt an, darüber nachzudenken, „ob n-tv unseren Qualitätsansprüchen entspricht“.

2. Journalisten-Verband löscht Falschmeldung über Falschmeldung
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
Der Pressesprecher des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) ließ sich auf der Internetseite des DJV zu einer kleinen Wutrede gegen „RT Deutsch“ hinreißen, die — wie er sie nennt — „Putin treue Propagandaschleuder“. Problem: Sein Hauptvorwurf, der Sender habe in einem konkret benannten Fall als erster Sender „Fake News“ verbreitet, erwies sich als falsch. Inzwischen hat der DJV-Pressesprecher den Eintrag einfach gelöscht. Mit dem DJV, sagt er, habe das nichts zu tun, was „Übermedien“-Autor Boris Rosenkranz entsprechend kommentiert: „Wenn der DJV-Pressesprecher im DJV-Blog auf der DJV-Internetseite etwas kommentiert, was sollte das dann auch mit dem DJV zu tun haben?“

3. Der Schulz-Höcke-Effekt
(taz.de, Lalon Sander)
Die „taz“ hat sich erneut durch die rechten Medien und einschlägigen Plattformen geklickt und die wichtigsten Meldungen des Monats Februar zusammengefasst. Was auffalle: Die Themen der rechten Nische würden denen der so verhassten „Mainstream-Medien“ ähneln. Es sei vor allem um den Aufstieg von Martin Schulz gegangen, den Skandal um Björn Höcke — und den gleichzeitigen Absturz der AfD.

4. Freiheit für Shawkan und andere Inhaftierte
(reporter-ohne-grenzen.de)
„Reporter ohne Grenzen“ ruft Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, sich bei ihrer Ägypten-Reise für die Freilassung inhaftierter Journalisten und für Reformen an medienfeindlichen Gesetzen einzusetzen. Unter Präsident Abdel Fattah al-Sisi habe die Unterdrückung der Pressefreiheit in Ägypten erschreckende Ausmaße angenommen. Mindestens 25 Journalisten würden wegen ihrer Arbeit im Gefängnis sitzen. Ägypten belege auf der jährlichen Rangliste der Pressefreiheit Platz 159 von 180 Ländern.

5. „Wir verstehen soziale Medien immer noch nicht wirklich“
(futurezone.at, Patrick Dax)
Iyad Rahwan beschäftigt sich am MIT Media Lab in Boston mit den gesellschaftlichen Auswirkungen von Technik. „futurezone“ hat mit ihm über die Auswirkungen von „Fake News“ gesprochen. Rahwan sieht in Hinblick auf die sozialen Medien dringenden Forschungsbedarf: „Tools wie Facebook und Twitter zu schaffen ist eine Sache, zu verstehen, wie diese Werkzeuge mit menschlichen kognitiven und sozialen Prozessen zusammenspielen, ist eine andere. Wir müssen erforschen, wie soziale Prozesse fehlschlagen, wenn es unterschiedliche Geschwindigkeiten zwischen technischen Entwicklungen und der menschlichen Fähigkeit, darauf zu reagieren, gibt.“

6. Internet der Kuscheltiere
(golem.de, Hauke Gierow)
Vernetztes Kinderspielzeug kommt nicht aus den Schlagzeilen: Nach Sicherheitslücken bei „Hello Barbie“ und der Puppe „Cayla“ sitzt diesmal ein Teddy aus der „Cloudpets“-Reihe auf der Anklagebank. Das dahinterstehende Unternehmen sei von verschiedenen Seiten gewarnt worden, dass Hunderttausende von Accountdaten und Millionen von Sprachsamples unzureichend gesichert in der Cloud abgelegt seien, habe jedoch nicht reagiert.